Ein Sommernachtstraum - Kein Drama nach William Shakespeare - Anno Stock - E-Book

Ein Sommernachtstraum - Kein Drama nach William Shakespeare E-Book

Anno Stock

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Beschreibung

Shakespeares Meisterwerke sind den meisten Menschen entweder aus dem Schauspielhaus oder vom Hörensagen bekannt. Doch wer kann die Geschichte des Sommernachtstraums genau wiedergeben? Wer ein historisches Libretto dafür zu unverständlich findet, hält hier endlich eine Fassung in Prosa in der Hand: Ist doch kein Drama!

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Seitenzahl: 39

Veröffentlichungsjahr: 2025

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🌙 Ein Sommernachtstraum

Ein zeitgenössischer Roman nach William Shakespeare

ERSTER TEIL: DIE VERWICKLUNG

Kapitel 1: Das Dekret des Herzogs

Die Morgensonne tauchte den Thronsaal des Palastes in goldenes Licht. Herzog Theseus stand am hohen Fenster und betrachtete die Stadt Athen, die sich zu seinen Füßen erstreckte. In vier Tagen würde er Hippolyta heiraten, die Königin der Amazonen, und der Gedanke daran erfüllte ihn mit einer Ungeduld, die er sonst nur vom Schlachtfeld kannte.

"Vier Tage noch", murmelte er und drehte sich zu seiner Verlobten um, die auf einem der prächtigen Stühle saß und ein Pergament studierte. "Vier endlos lange Tage, bis der Neumond uns endlich vereint."

Hippolyta blickte auf, und ein Lächeln spielte um ihre Lippen. Sie war eine Kriegerin gewesen, bevor sie seine Braut wurde, und selbst in den fließenden Gewändern Athens strahlte sie eine Kraft aus, die Theseus faszinierte. "Die Zeit wird schneller vergehen, als du denkst", sagte sie. "Vier Tage sind wie vier Träume – kaum begonnen, schon vorbei."

Theseus wollte antworten, als die schweren Türen des Saals aufflogen. Philostrat, der Zeremonienmeister, verbeugte sich hastig. "Verzeiht die Störung, Hoheit. Egeus bittet um eine dringende Audienz. Er bringt seine Tochter mit sich... und zwei junge Männer."

"Lass sie eintreten", befahl Theseus und nahm auf seinem Thron Platz. Er kannte Egeus gut – ein angesehener Bürger Athens, aber auch ein Mann, der auf seinem Recht beharrte wie ein Hund auf seinem Knochen.

Egeus stürmte herein, sein Gesicht rot vor Zorn. Hinter ihm folgte ein junges Mädchen mit dunklen Locken – Hermia, seine Tochter. Sie hielt den Kopf hoch erhoben, trotz der offensichtlichen Spannung. Zwei junge Männer begleiteten sie: Lysander, schlank und mit intelligenten Augen, und Demetrius, breitschultrig und mit dem selbstsicheren Auftreten eines Mannes, der gewohnt war zu bekommen, was er wollte.

"Mein Herzog", begann Egeus ohne Umschweife, "ich komme voller Zorn zu dir! Meine Tochter Hermia – dieses eigensinnige Kind – weigert sich, Demetrius zu heiraten, den ich für sie ausgewählt habe."

Theseus' Blick wanderte zwischen den Beteiligten hin und her. Hermias Augen funkelten trotzig, während sie näher an Lysander heranrückte. Demetrius stand steif da, die Kiefer angespannt.

"Dieser da", Egeus deutete anklagend auf Lysander, "dieser Verführer hat ihr den Kopf verdreht! Mit Versen und Liebesliedern, mit Geschenken und nächtlichen Serenaden unter ihrem Fenster. Er hat ihr Herz gestohlen, das mir gehört! Und nach dem Gesetz Athens steht es mir zu, über ihre Zukunft zu bestimmen."

Theseus erhob sich langsam. Das Gesetz war eindeutig, so sehr es ihm auch missfiel. "Hermia", sagte er mit ruhiger, aber bestimmter Stimme, "dein Vater hat das Recht, deinen Ehemann zu wählen. Das ist das alte Gesetz Athens."

"Aber ich liebe Lysander!", platzte es aus Hermia heraus. Ihre Stimme hallte durch den Saal. "Demetrius bedeutet mir nichts. Wie kann ein Gesetz verlangen, dass ich mein Leben mit einem Mann verbringe, den ich nicht liebe?"

"Das Gesetz kümmert sich nicht um Liebe", erwiderte Theseus. "Es kümmert sich um Ordnung. Und die Ordnung besagt: Entweder du gehorchst deinem Vater, oder du wählst zwischen dem Tod und einem Leben als Nonne im Tempel der Diana."

Die Stille, die folgte, war schwer wie Blei. Hippolyta bewegte sich unruhig auf ihrem Stuhl. Sie hatte selbst gegen solche Gesetze gekämpft, bevor sie Theseus' Braut wurde.

"Gebt mir Bedenkzeit", bat Hermia. Ihre Stimme zitterte, aber sie brach nicht. "Bis zu Eurer Hochzeit. Vier Tage, um mich zu entscheiden."

Theseus nickte. "So sei es. Am Tag meiner Vermählung wirst du deine Wahl verkünden. Entweder heiratest du Demetrius, oder du bereitest dich auf den Tod oder das Kloster vor."

Lysander trat vor. "Mein Herzog, darf ich sprechen?"

"Sprich."

"Ich bin von ebenso guter Familie wie Demetrius. Mein Vermögen steht dem seinen in nichts nach. Und – was am wichtigsten ist – Hermia liebt mich, wie ich sie liebe. Warum sollte ich zurückstehen müssen?"

"Weil ihr Vater den anderen vorzieht", antwortete Theseus knapp.

"Aber Demetrius", fuhr Lysander fort, und ein listiges Lächeln umspielte seine Lippen, "hat noch vor kurzem Helena den Hof gemacht, der Tochter des Nedar. Sie liebt ihn noch immer verzweifelt. Ist es recht, dass er sie verschmäht für eine, die ihn nicht will?"

Demetrius' Gesicht verfärbte sich. "Das geht dich nichts an!"

"Genug!", donnerte Theseus. "Mein Urteil steht fest. Egeus, Demetrius – kommt mit mir. Ich habe Angelegenheiten mit euch zu besprechen, die unsere Hochzeitsfeierlichkeiten betreffen. Hermia, bereite dich darauf vor, dich dem Willen deines Vaters zu fügen. Oder stelle dich auf die Konsequenzen ein."

Der Herzog verließ den Saal, gefolgt von Egeus und Demetrius. Hippolyta warf Hermia einen mitleidigen Blick zu, bevor auch sie ging.

Hermia und Lysander blieben allein zurück. Sobald die Türen sich geschlossen hatten, brach Hermia in Tränen aus. Lysander nahm sie in die Arme.

"Warum", schluchzte sie, "warum ist der Weg der wahren Liebe niemals einfach?"