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Beschreibung

Rom, zur Zeit der Kaiser. Nach zehn Jahren blutiger Kriege kehrt General Titus Andronicus siegreich in die Ewige Stadt zurück. Doch der Triumph wird zur Tragödie: Seine Söhne fallen Intrigen zum Opfer, seine geliebte Tochter Lavinia wird auf grausamste Weise geschändet und verstümmelt. Der alternde Kriegsheld, einst Roms größter Verteidiger, sieht hilflos zu, wie seine Familie systematisch zerstört wird.Hinter den Kulissen des Kaiserpalastes spinnt Tamora, die gefangene Gotenkönigin, die nun als Kaiserin herrscht, ihr Netz aus Täuschung und Rache. Gemeinsam mit ihrem Geliebten Aaron, dem undurchdringlichen Mohren, plant sie die vollständige Vernichtung der Familie Andronicus.Getrieben von Schmerz und Verzweiflung beginnt Titus, sich in den Wahnsinn zu flüchten – oder täuscht er ihn nur vor? Während Rom am Abgrund steht und eine gotische Armee sich nähert, bereitet der alte General eine Rache vor, die so schrecklich ist, dass sie für immer in die Geschichte eingehen wird.Ein Festmahl wird zum Schauplatz des Grauens. Blut wird mit Blut vergolten. Und am Ende bleibt die Frage: Was ist der wahre Preis der Gerechtigkeit?Nach William Shakespeares dunkelster Tragödie – eine Geschichte über Macht, Verrat und die zerstörerische Kraft der Rache.

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Seitenzahl: 105

Veröffentlichungsjahr: 2025

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Anno Stock

Titus Andronicus - Kein Drama nach William Shakespeare

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

Table of Contents

Titus Andronicus – Ein Roman nach William Shakespeare

Kapitel 1: Die Rückkehr

Kapitel 3: Die Jagd

Kapitel 4: Die Entdeckung

Kapitel 5: Der Preis der Gnade

Kapitel 6: Der Wahnsinn

Kapitel 7: Das Festmahl

Kapitel 8: Das Erbe der Rache

EPILOG

NACHWORT

Impressum neobooks

Table of Contents

Titus Andronicus – Ein Roman nach William Shakespeare

Anno Stock

Kapitel 1: Die Rückkehr

Der Staub von zehn Jahren Krieg lag noch immer auf den Schultern des Titus Andronicus, als die Tore Roms sich vor ihm öffneten. Die Menge jubelte, ihre Stimmen hallten von den marmornen Fassaden wider, doch der General hörte es kaum. Sein Blick ruhte auf den vier Särgen, die seine verbliebenen Söhne auf den Schultern trugen, die sterblichen Überreste jener Brüder, die niemals heimkehren würden. Das Holz war roh und unbehandelt, so wie es der Brauch verlangte für Krieger, die fern der Heimat gefallen waren.

Einundzwanzig Söhne hatte Titus einst gehabt. Einundzwanzig junge Männer, die seinen Namen trugen, sein Blut, seine Ehre. Nun waren es noch vierzehn. Die anderen lagen in gotischer Erde, verscharrt in fremdem Boden, wo die Wölfe heulten und die Winter härter waren als römischer Stahl.

Die Prozession bewegte sich langsam durch die Via Sacra. Zu beiden Seiten drängten sich die Bürger Roms, warfen Blütenblätter und riefen den Namen des Siegers. Titus Andronicus. Der Verteidiger Roms. Der Bezwinger der Barbaren. Der Mann, der die gotischen Horden zurückgeschlagen hatte, als niemand sonst es vermocht hätte.

Doch Titus sah die Gesichter nicht. Er sah nur die Vergangenheit. Sah die brennenden Dörfer jenseits der Donau. Sah die Schlachtfelder, auf denen seine Söhne gefallen waren, einer nach dem anderen, wie Weizenhalme unter der Sense des Schnitters. Sah die Augen seiner Frau, als er ihr zum letzten Mal Lebewohl gesagt hatte, vor zehn langen Jahren. Sie war gestorben, während er im Feld gewesen war. An gebrochenem Herzen, sagten manche. An der Last, zu viele Söhne zu beweinen, sagten andere.

Hinter dem Trauerzug folgten die Gefangenen. Tamora, Königin der Goten, ging mit erhobenem Haupt, obwohl eiserne Ketten ihre Handgelenke umschlossen. Sie war eine Frau von majestätischer Schönheit, selbst im Elend der Gefangenschaft. Ihr langes Haar, hell wie Bernstein, fiel offen über ihre Schultern. Ihr Gewand, einst prachtvoll, war zerrissen und verschmutzt, doch sie trug es wie einen Königsmantel. Ihre Augen, grün wie die Wälder ihrer Heimat, blickten geradeaus, sahen durch die johlende Menge hindurch, als existiere sie in einer anderen Welt.

Neben ihr gingen ihre drei Söhne. Alarbus, der Erstgeborene, war ein Mann von beinahe dreißig Jahren, breitschultrig und stolz. Demetrius und Chiron, die jüngeren Zwillinge, kaum zwanzig, blickten mit wilder Wut auf die Römer, die sie verhöhnten. Alle drei trugen die gleichen Ketten wie ihre Mutter, und alle drei würden lieber sterben als sich zu beugen.

Und dann war da Aaron. Der Mohr. Er ging hinter der königlichen Familie, seine Haut so dunkel wie polierte Ebenholz, seine Gestalt sehnig und geschmeidig wie die eines Panthers. Anders als die anderen Gefangenen schien er die Aufmerksamkeit nicht zu fürchten. Im Gegenteil. Ein leises Lächeln spielte um seine Lippen, als beobachte er ein Schauspiel, das ihn amüsierte. Seine Augen, tiefschwarz und undurchdringlich, musterten die Menge mit einer Intelligenz, die beunruhigend war. Aaron war kein einfacher Krieger. Er war Tamoras engster Berater gewesen, ihr Vertrauter, vielleicht mehr. Die Gerüchte flüsterten von einer Beziehung, die über das Politische hinausging.

Rom empfing seinen Helden mit Blumen und Weihrauch. Priester schwenkten Rauchfässer, deren süßer Duft sich mit dem Staub der Straße mischte. Musikanten spielten auf Flöten und Lyren. Kinder warfen Rosenkränze. Doch Titus sah nur die Schatten der Toten, die mit ihm marschierten, unsichtbar für alle anderen.

Seine Rüstung war schwer. Nicht vom Gewicht des Metalls, sondern von der Last der Jahre. Jede Narbe auf seinem Körper erzählte eine Geschichte. Die tiefe Furche an seinem linken Arm stammte von einem gotischen Schwert in der Schlacht am Teutoburger Wald. Die verheilte Wunde an seiner Stirn von einem Pfeil, der ihn beinahe getötet hätte bei der Belagerung von Carnuntum. Seine Hände, die so viele Schwerter geführt hatten, waren vernarbt und rissig. Sie zitterten leicht in der Mittagssonne, ein Zeichen des Alters, das er nicht länger ignorieren konnte.

Er war sechzig Jahre alt. Ein uralter Mann nach den Maßstäben der Zeit. Die meisten Soldaten seines Alters waren längst tot oder verkrüppelt. Doch Titus hatte überlebt. Hatte gekämpft, getötet, erobert. Und nun kehrte er heim, ein Held für Rom, ein gebrochener Vater für sich selbst.

Die Prozession erreichte das Forum Romanum. Hier, im Herzen der Stadt, wo die Tempel der Götter in den Himmel ragten und die Statuen der Caesaren auf die Lebenden herabblickten, würde die Zeremonie stattfinden. Das Grabmal der Familie Andronicus stand im Schatten des Kapitols, ein massiver Bau aus weißem Marmor, geschmückt mit den Namen all jener, die für Rom gefallen waren.

Titus' Schritte verlangsamten sich, als er vor dem Grabmal ankam. Seine Söhne senkten die Särge zu Boden. Das Schweigen, das folgte, war absolut. Selbst die Menge verstummte, respektvoll im Angesicht des Todes.

Der alte General sank auf die Knie. Seine Rüstung klapperte, als er sich verneigte, die Stirn beinahe den Boden berührend. Seine Lippen bewegten sich lautlos, formten Gebete zu den Göttern, Bitten um Gnade für die Seelen seiner Söhne.

"Vater der Väter", sprach er schließlich, und seine Stimme war brüchig, beladen mit Trauer. "Nimm das Opfer deiner Söhne an. Sie fielen für Rom. Sie starben mit Ehre. Lass sie ruhen in den Gefilden der Seligen."

Die Worte hallten über das Forum. Priester traten vor, begannen die Totenriten zu singen. Weihrauch wurde verbrannt. Wein wurde auf den Boden gegossen, ein Trankopfer für die Unterwelt.

Lucius, der älteste der überlebenden Söhne, trat neben seinen Vater. Er war ein Mann in den besten Jahren, stark und entschlossen, das Ebenbild seines Vaters in jungen Jahren. Seine Hand ruhte auf dem Schwertgriff, eine Geste der Bereitschaft.

"Vater", sagte er leise, sodass nur Titus ihn hören konnte. "Die Goten fordern ihren Tribut. Es ist Brauch. Für unsere gefallenen Brüder muss Blut fließen. Welcher der Gefangenen soll den Göttern dargebracht werden?"

Titus hob langsam den Kopf. Seine Augen, einst scharf wie Falkenklauen, waren nun getrübt von Müdigkeit und Schmerz. Doch als sein Blick auf die gefangenen Goten fiel, verhärtete sich etwas in seinem Gesicht.

Tamora stand aufrecht, doch ihre Augen verrieten Angst. Sie wusste, was kommen würde. Sie hatte römische Opferrituale gesehen. Hatte zugesehen, wie ihre Krieger geschlachtet wurden zu Ehren fremder Götter.

Titus' Blick fiel auf Alarbus, den erstgeborenen Sohn Tamoras. Ein junger Mann, stark und stolz, der seinem Volk in der Schlacht beigestanden hatte bis zum bitteren Ende.

"Der Älteste", sagte Titus. Seine Stimme war tonlos, mechanisch. "Alarbus soll sterben."

Ein Aufschrei ertönte. Tamora riss sich von den Wachen los, fiel vor Titus auf die Knie.

"Gnade!" Ihre Stimme brach. "Edler Titus, ich flehe dich an. Nimm mich, nicht meinen Sohn. Er ist jung, er hat sein Leben noch vor sich. Ich bin eine Königin, mein Blut ist mehr wert als das eines einfachen Kriegers. Opfere mich den Göttern, aber verschone mein Kind!"

Ihre Worte hallten über das Forum, erfüllt von mütterlicher Verzweiflung. Doch Titus' Gesicht blieb versteinert.

"Es ist Brauch", wiederholte er. "Deine Söhne haben meine Söhne getötet. Blut verlangt nach Blut."

Tamora klammerte sich an seine Beinschienen. Tränen liefen über ihr Gesicht, Tränen der Wut und der Verzweiflung. "Ist es Brauch, eine Mutter zu foltern? Ist es Brauch, Unschuldige zu töten? Alarbus hat nicht gegen dich gekämpft aus Hass, sondern aus Pflicht. Er verteidigte sein Volk, so wie deine Söhne das ihre verteidigten. Sind wir nicht alle Opfer des Krieges?"

Ihre Worte waren klug gewählt, beschwörend. Doch Titus wandte den Blick ab. Er konnte ihr Gesicht nicht länger ansehen, diese Augen, die ihn an seine eigene tote Frau erinnerten, an die eigenen Kinder, die er begraben hatte.

"Lucius", sagte er nur. "Vollziehe das Urteil."

Lucius nickte. Er und seine Brüder Quintus und Martius traten vor, ergriffen Alarbus an den Armen. Der junge Gote wehrte sich nicht. Er wusste, dass Widerstand zwecklos war. Stattdessen sah er seine Mutter an, ein letztes Mal, und seine Augen sagten alles, was Worte nicht vermochten.

"Mutter", sagte er ruhig. "Weine nicht um mich. Ich sterbe als freier Mann, nicht als Sklave. Die Götter werden mich empfangen."

Tamora schrie auf, ein Laut so verzweifelt, dass selbst einige der römischen Soldaten zusammenzuckten. Sie versuchte, ihrem Sohn zu folgen, doch die Wachen hielten sie zurück. Demetrius und Chiron brüllten Flüche, zerrten an ihren Ketten, doch auch sie waren machtlos.

Aaron stand reglos, beobachtete die Szene mit undurchdringlicher Miene. Doch in seinen Augen flackerte etwas. Zorn. Kalter, berechnender Zorn.

Alarbus wurde zum Altar geschleift. Das Grabmal der Andronici besaß einen kleinen Opferaltar aus schwarzem Stein, auf dem Jahrhunderte lang Tieropfer dargebracht worden waren. Heute würde Menschenblut fließen.

Die Menge auf dem Forum war still geworden. Manche wandten die Blicke ab. Andere starrten fasziniert auf das Geschehen. Menschenopfer waren selten in Rom, galten als barbarisch, als Überbleibsel längst vergangener Zeiten. Doch niemand wagte es, Titus Andronicus zu widersprechen. Er war der Held Roms, der Mann, der das Reich gerettet hatte.

Lucius zog sein Schwert. Die Klinge blitzte in der Sonne, geschliffen und tödlich. Er hielt inne, sah seinen Vater an, als suche er nach einem letzten Zeichen der Gnade.

Titus nickte nur.

Das Schwert fuhr nieder.

Alarbus' Schrei hallte über das Forum, dann verstummte er abrupt. Sein Blut strömte über den Altar, färbte den schwarzen Stein rot. Die Priester fingen es in goldenen Schalen auf, würden es später ins Feuer gießen als Opfergabe für die Götter der Unterwelt.

Tamora brach zusammen. Ihre Knie gaben nach, und sie sank zu Boden wie eine Marionette, deren Fäden durchtrennt worden waren. Ihre Lippen bewegten sich, formten Worte in ihrer gotischen Sprache, Flüche oder Gebete, niemand konnte es sagen.

Demetrius und Chiron standen wie versteinert. Der Zorn in ihren Gesichtern hatte sich zu etwas anderem verwandelt. Zu einem Versprechen. Einem Schwur der Rache.

Die Zeremonie ging weiter. Die Särge der gefallenen Andronicus-Söhne wurden in das Grabmal getragen. Priester salbten die Leichen mit Ölen und Weihrauch. Münzen wurden auf die geschlossenen Augen gelegt, damit die Toten den Fährmann bezahlen könnten, der sie über den Styx brachte.

Titus stand am Eingang des Grabmals, eine steinerne Statue eines Mannes. Er sprach die alten Worte, die Formeln, die seit Generationen überliefert wurden. Seine Stimme war mechanisch, leer.

Als die Zeremonie endlich vorüber war, als die letzten Gebete gesprochen und die letzten Opfergaben dargebracht waren, drehte sich Titus um. Seine Augen suchten seine einzige Tochter.

Lavinia stand abseits der Menge, zwischen ihren Brüdern beschützt. Sie war eine junge Frau von zwanzig Jahren, schön wie der Frühling, mit dunklem Haar und sanften Augen. Sie trug ein weißes Gewand, das Zeichen ihrer Reinheit. Sie war verlobt mit Bassianus, dem jüngeren Sohn des verstorbenen Kaisers, einem guten Mann, wie Titus fand.

Als Lavinia den Blick ihres Vaters spürte, eilte sie zu ihm. Sie sank vor ihm nieder, küsste seine Hand.

"Vater", flüsterte sie. "Ich bin so froh, dass du zurückgekehrt bist."

Titus streichelte ihr Haar, eine seltene Geste der Zärtlichkeit. "Mein Kind. Mein einziges Mädchen. Du bist alles, was mir von deiner Mutter geblieben ist."

Lavinia lächelte, doch ihre Augen waren feucht. "Du bist müde, Vater. Komm nach Hause. Du brauchst Ruhe."

Doch bevor Titus antworten konnte, ertönte ein Ruf über das Forum. Trompeten schmetterten. Die Menge teilte sich.

Marcus Andronicus, Titus' Bruder und ein angesehener Tribun Roms, trat vor. Er war ein Mann von fünfzig Jahren, schlanker als sein Bruder, mit einem Gesicht, das mehr von Büchern als von Schlachten gezeichnet war. Er trug die Toga eines Senators, purpurgesäumt, ein Zeichen seines Ranges.

"Bruder", rief Marcus mit lauter Stimme. "Rom hat lange auf diesen Tag gewartet. Der Kaiser ist tot. Seine Söhne streiten sich um den Thron. Das Volk ist zerstritten. Doch du, Titus Andronicus, du bist der Mann, den Rom braucht. Die Senatoren haben gesprochen. Sie bieten dir die Krone an. Sie wollen dich zum Kaiser machen."

Ein Raunen ging durch die Menge. Kaiser. Das höchste Amt, das Rom zu vergeben hatte. Die absolute Macht.

Titus starrte seinen Bruder an, als hätte dieser in einer fremden Sprache gesprochen.

"Kaiser?" wiederholte er langsam. "Ich?"

Marcus trat näher, senkte die Stimme. "Es ist dein Recht, Bruder. Du hast mehr für Rom getan als jeder andere lebende Mann. Vierzig Jahre hast du gedient. Vierzig Jahre gekämpft. Das Volk liebt dich. Die Legionen folgen dir. Die Senatoren respektieren dich. Wer sonst sollte herrschen?"

Titus schüttelte langsam den Kopf. "Ich bin ein Soldat, Marcus. Kein Politiker. Ich verstehe Schwerter, nicht Worte. Schlachten, nicht Intrigen."