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Er kommt aus Gran Canaria und ist der Sohn von Dr. Daniel Nordens Cousin Michael und dessen spanischer Frau Sofia. Alexander kennt nur ein Ziel: Er will Arzt werden und in die riesigen Fußstapfen seines berühmten Onkels, des Chefarztes Dr. Daniel Norden, treten. Er will beweisen, welche Talente in ihm schlummern. Dr. Norden ist gern bereit, Alexanders Mentor zu sein, ihm zu helfen, ihn zu fördern. Alexander Norden ist ein charismatischer, unglaublich attraktiver junger Mann. Die Frauenherzen erobert er, manchmal auch unfreiwillig, im Sturm. Seine spannende Studentenzeit wird jede Leserin, jeden Leser begeistern! »Alex! Was machst du denn hier auf der Kinderstation?« Sina lief, ein kleines Mädchen, das sich an ihre Schulter schmiegte, auf dem Arm, so schnell sie konnte, auf Alex zu. »Bist du etwa meinetwegen gekommen? Oder …« »Oder«, erklärte Alex trocken, noch ehe Sina weiterreden konnte. Über Sinas Züge legte sich ein Hauch von Enttäuschung. »Ich bin heute im Rahmen meines Praktikums auf der Pädiatrie eingesetzt«, verkündete Alex lächelnd. »Dass ich auf diese Weise die nächsten acht Stunden in deiner Nähe verbringen darf, betrachte ich natürlich als ganz besonderen Glücksfall.« Sinas gute Laune kehrte mit einem Schlag zurück. »Du hast heute Dienst auf der Pädiatrie, Alex? Im Ernst?« »Wenn ich es doch sage. Freust du dich?« »Und wie! Glaubst du, dass du ab jetzt öfter hier auf der Pädiatrie eingesetzt wirst?« »Keine Ahnung. Aber ausgeschlossen ist es jedenfalls nicht«
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Seitenzahl: 122
Veröffentlichungsjahr: 2024
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»Alex! Was machst du denn hier auf der Kinderstation?« Sina lief, ein kleines Mädchen, das sich an ihre Schulter schmiegte, auf dem Arm, so schnell sie konnte, auf Alex zu. »Bist du etwa meinetwegen gekommen? Oder …«
»Oder«, erklärte Alex trocken, noch ehe Sina weiterreden konnte.
Über Sinas Züge legte sich ein Hauch von Enttäuschung.
»Ich bin heute im Rahmen meines Praktikums auf der Pädiatrie eingesetzt«, verkündete Alex lächelnd. »Dass ich auf diese Weise die nächsten acht Stunden in deiner Nähe verbringen darf, betrachte ich natürlich als ganz besonderen Glücksfall.«
Sinas gute Laune kehrte mit einem Schlag zurück. »Du hast heute Dienst auf der Pädiatrie, Alex? Im Ernst?«
»Wenn ich es doch sage. Freust du dich?«
»Und wie! Glaubst du, dass du ab jetzt öfter hier auf der Pädiatrie eingesetzt wirst?«
»Keine Ahnung. Aber ausgeschlossen ist es jedenfalls nicht«, vermutete Alex. »Immerhin muss ich auch auf der Kinderstation Erfahrungen sammeln.«
»Natürlich.« Sina strahlte übers ganze Gesicht. »Wenn wir hier öfter zusammen sein könnten, wäre das richtig schön. Dann würden mir meine Praktikumsschichten noch einmal so viel Spaß machen als ohnehin schon. Du und ich hier gemeinsam - das wäre gigantisch. Echt. Das wäre die Wucht in Dosen, das …«
»Siii-naaa, wann bekomme ich nun endlich den Teddybären?«, meldete sich in diesem Moment das kleine Mädchen auf Sinas Arm mit leicht weinerlicher Stimme zu Wort.
»Sofort, mein Schatz, sofort«, tröstete Sina die Kleine. »Schau, das ist Alex. Er hilft mir heute, dich und die anderen Kinder zu versorgen«, setzte sie hinzu und wies mit der freien Hand auf Alex.
Alex nickte. »Ich bin Alex, genau. Und wer bist du?«, erkundigte er sich mit einem freundlichen Blick auf die Kleine.
»Ich bin Mascha. Und Sina hat mir versprochen, dass ich heute mit Otto, dem großen Teddybären aus dem Spielzimmer, spielen und kuscheln darf. Nur ich ganz alleine. Kennst du Otto, Alex?«
Alex schüttelte den Kopf. »Nein, ich kenne Otto leider noch nicht. Aber ich denke, Sina und du, ihr werdet ihn mir gleich zeigen.«
»Ja, das werden wir«, versprach Mascha. »Ich mag Otto. Ich mag ihn sehr.« Sie wies auf das Kopftuch, das sie trug. »Deshalb sind auf meinem Kopftuch auch lauter kleine Ottos. Die Ottos sind fast schöner als meine Haare waren.«
Alex wechselte einen raschen, bestürzten Blick mit Sina, doch Sina wandte sich sofort wieder Mascha zu. »Das Kopftuch mit den Bärchen steht dir wirklich ausgezeichnet«, versicherte sie. »Aber jetzt gehen wir ins Spielzimmer, damit Alex den richtigen, den großen Otto kennenlernt.«
»Ja, genau. Komm, Alex«, sagte Mascha und winkte Alex, um ihm zu zeigen, dass er ihr und Sina folgen solle.
Sie setzten sich in Bewegung, hatten das Spielzimmer aber noch nicht erreicht, als jemand Alex von hinten auf die Schulter tippte. Alex schaute sich um und blickte in das erhitzte Gesicht von Schwester Anna, die, wie er wusste, in der Notaufnahme arbeitete.
»Endlich. Da bist du ja, Alex. Ich suche dich schon seit einer gefühlten Ewigkeit«, keuchte sie.
»Mich?«
»Natürlich dich. Oder kennst du in der Behnisch-Klinik sonst noch einen Alex?«
»Nein, eigentlich nicht, aber …«
Schwester Anna holte tief Luft. »Du sollst in die Notaufnahme kommen, Alex. Und zwar jetzt gleich.«
»In die Notaufnahme? Wieso denn in die Notaufnahme? Ich bin für heute hier in der Kinderstation eingeteilt.«
»Das stimmt nicht. Möglicherweise warst du in der Kinderstation eingeteilt. Aber jetzt wirst du in der Notaufnahme gebraucht«, konterte Schwester Anna, wobei ihre Blicke halb mitfühlend und halb belustigt zwischen Alex und Sina hin und her wanderten. »Der Dienstplan wurde geändert.«
»Der Dienstplan wurde geändert«, wiederholte Alex irritiert. »Und warum? Alle Mann in die Notaufnahme, weil ein Zug entgleist ist? Oder gab es eine Massenkarambolage auf der Autobahn? Oder einen Terroranschlag auf dem Marienplatz?«
»Quatsch, nichts von alledem. Und jetzt frag nicht so viel, sondern komm endlich mit. Anordnung von Dr. Ganschow. Punkt.«
»Man wird sich doch noch erkundigen dürfen, wieso praktisch von einer Sekunde auf die andere der Dienstplan geändert wird! Dafür muss es doch einen Grund geben!«
Schwester Anna verdrehte ungeduldig die Augen. »Der Grund ist dein Freund Chris, wenn du es unbedingt ganz genau wissen willst. Er hätte mich, Schwester Inga und Herrn Dr. Ganschow heute in der Notaufnahme unterstützen sollen, aber er ist leider immer noch nicht aufgetaucht.«
»Nicht aufgetaucht? Hat er sich krankgemeldet?«
»Alex, los jetzt! Wir haben keine Zeit für eine Fragestunde. Das Wartezimmer der Notaufnahme ist voller Patienten. Und gerade hat der Rettungsdienst einen neuen Notfall gebracht.«
»Okay. Ich komme ja schon«, seufzte Alex, wobei er Sina einen bedauernden Blick zuwarf.
Sina zuckte die Schultern. »Es wäre ja auch wirklich zu schön gewesen«, murmelte sie und wandte sich dann an Mascha. »Komm, Schatz, wir holen jetzt Otto. Alex hat heute leider keine Zeit mehr für uns. Wir stellen ihm Otto einfach später vor, nicht wahr?«
Mascha nickte.
Sie schien ein wenig enttäuscht zu sein, genau wie Sina, doch als sie mit Sina das Spielzimmer betrat und sich unter den vielen Stofftieren nach Otto umsah, hatte sie Alex bereits vergessen.
»So ein Mist! Ich bin mir sicher, dass Chris in den nächsten fünf Minuten auftaucht«, meinte Alex, während er hinter Schwester Anna zum Lift hastete. »Vielleicht steht er irgendwo im Stau oder … keine Ahnung. Aber dass er einfach wegbleibt, kann ich mir nun wirklich nicht vorstellen. Chris kann zwar hin und wieder ein ziemlicher Bruder Leichtfuß sein, allerdings nicht, wenn es um seine Arbeit geht. Unentschuldigt zu fehlen ist nicht seine Art. Das … das passt einfach nicht zu ihm.«
»Ich weiß«, stimmte Schwester Anna zu. »Und auch Dr. Ganschow weiß, dass Chris ein sehr gewissenhafter Pfleger ist. Doch der gute Chris ist nun einmal nicht da, obwohl er dringend gebraucht würde. Pech für dich und Sina. Das Leben ist eben kein Wunschkonzert.«
»Ach nein?«, gab Alex zurück. »Gut, dass du es mir sagst. Darauf wäre ich selber nicht einmal im Traum gekommen.«
Schwester Anna bedachte Alex mit einem vielsagenden Blick, behielt die Antwort, die ihr auf der Zunge lag, aber für sich, da sie bereits die Notaufnahme erreichten.
»Schockraum 2«, sagte sie stattdessen sachlich. »Ein junger Mann, der vom Pferd gestürzt ist. Seine Freundin ist mit ihm im Schockraum. Sie klebt an ihm wie ein siamesischer Zwilling.«
Im Gefolge von Schwester Anna betrat Alex den Schockraum.
Beide wurden von Dr. Ganschow mit einem ungeduldigen »Na, endlich«, begrüßt.
Alex machte sich auf einen Wink von Dr. Ganschow sofort daran, Tupfer, Spritzen, Pinzetten, eine Schere und Verbandszeug bereitzulegen.
Nebenbei warf er immer wieder einen interessierten Blick auf den Patienten.
Es handelte sich um einen noch ziemlich jungen Mann namens Tim. Er war auffallend schlank, hatte blonde, ein wenig struppige Haare und hellgraue Augen, die er beinahe unentwegt auf die junge Frau gerichtet hielt, die neben ihm am Kopfende seiner Trage stand.
Sie war etwa im selben Alter wie Tim.
Alex schätzte beide auf achtzehn oder neunzehn Jahre.
»Wie ist der Unfall denn passiert?«, erkundigte sich Dr. Ganschow, während er nach der Schere griff, um Tims linkes Hosenbein aufzuschneiden.
»Das Pferd kann nichts dafür. Und Tim natürlich auch nicht. Es war alles meine Schuld«, erklärte die junge Frau zerknirscht, noch ehe Tim auch nur den Mund hätte öffnen können, um zu antworten. »Ich war es, die das verdammte Wettreiten vorgeschlagen hat. Wenn ich geahnt hätte, dass plötzlich das Reh aus dem Wald springt … Tims Pferd hat natürlich gescheut und ist mit den Vorderbeinen in die Höhe gestiegen … Es war in dieser Situation nicht mehr zu beherrschen. Auch nicht für Tim, obwohl er ein echt guter Reiter ist.«
»Auch du bist nicht schuld, Savannah«, sagte Tim. »Es war eben ein dummer Zufall. Du brauchst dir deswegen wirklich keine Gedanken zu machen, Liebes. Solche Dinge können nun mal passieren. Das … das ist sozusagen höhere Gewalt.«
»Ach Tim, das sagst du so einfach. Hoffentlich ist dir nichts Schlimmes passiert.« Mit großen angstvollen Augen starrte Savannah auf die Hände von Dr. Ganschow, der nun damit begann, vorsichtig Tims unförmig angeschwollenen Oberschenkel abzutasten.
Tim schien ziemlich große Schmerzen zu haben, doch er hatte sich erstaunlich gut in der Gewalt. Ihm entfuhr auch nicht der leiseste Wehlaut, nur manchmal spannten sich die Muskeln seines Kiefers an, als würde er im wahrsten Sinne des Wortes seine Zähne zusammenbeißen.
»Ist … ist es schlimm, Herr Doktor?«, fragte Savannah nach einer Weile bang.
Dr. Ganschow wandte sich ihr zu. »Das kann ich aufgrund der manuellen Untersuchung leider nicht genau sagen«, erklärte er. »Ich vermute aber, dass eine Oberschenkelfraktur vorliegt. Diese vorläufige Diagnose bedarf jedoch selbstverständlich der Abklärung durch eine Röntgenaufnahme.«
»Und wenn der Oberschenkel tatsächlich gebrochen ist? Muss ich dann für zwei oder drei Wochen einen Gips tragen?«, erkundigte sich Tim.
Dr. Ganschow zögerte einen Moment. »Ich fürchte, so einfach ist es nicht«, stellte er dann klar. »Ich habe leider den Verdacht, dass es sich nicht um einen glatten Bruch handelt. Sollte das Röntgenbild diesen Verdacht bestätigen, ist eine konservative Behandlung ausgeschlossen.«
»Und was heißt das im Klartext?«, wollte Tim wissen.
»Dann müsste der Oberschenkelknochen operativ stabilisiert werden, also durch das Einsetzen von Schrauben und Platten«, antwortete Dr. Ganschow.
»Ich verstehe«, erwiderte Tim gefasst, während Savannah erschrocken ihre Hände vor ihren Mund schlug.
»Das heißt, dass ich dann wohl sehr lange nicht mehr reiten könnte«, setzte Tim schließlich hinzu.
»Es würde in der Tat einige Zeit dauern, bis Reiten wieder möglich wäre«, bestätigte Dr. Ganschow. »Aber noch ist ja nichts festgeschrieben. Erst muss, wie gesagt, der Oberschenkel geröntgt werden, dann sehen wir weiter.«
Tim nickte. »Klar«, gab er zurück. »Aber selbst wenn es sich um einen komplizierten Bruch handeln sollte – ich bin hart im Nehmen. Ich stecke die Operation garantiert locker weg. Und ich bin mir sicher, dass ich mich trotzdem schon bald wieder aufs Pferd setzen werde.«
Savannah schüttelte unglücklich den Kopf. »Es geht doch gar nicht um das Reiten, Tim.« Sie wandte sich an Dr. Ganschow: »Ist … ist so eine Operation gefährlich, Herr Doktor?«
»Jede Operation birgt ein gewisses Risiko in sich, genau wie das Reiten oder das Autofahren auch«, antwortete Dr. Ganschow. »Aber es handelt sich in diesem Fall lediglich um eine Routineoperation. Sie brauchen sich also nicht weiter zu beunruhigen.«
Savannah senkte den Kopf.
Sie spürte, wie ihr trotz der beruhigenden Worte des Arztes Tränen in die Augen stiegen, bemühte sich aber mit aller Kraft, sie zurückzuhalten. Tim war so tapfer, und es war ihr peinlich, vor ihm die Heulsuse zu geben.
»Gut. Dann bringen Schwester Anna und Alex Sie jetzt zum Röntgen, Herr … Herr Berger«, sagte Dr. Ganschow nach einem kurzen Blick in das Anmeldeformular. »Wenn wir das Ergebnis wissen, sprechen wir uns wieder.«
»Darf ich zum Röntgen mitkommen?«, fragte Savannah sofort.
»Meinetwegen ja«, erwiderte Dr. Ganschow. »Wenn Herr Dr. Nils, der Chef der Radiologie, ebenfalls nichts dagegen hat … Ich sage ihm jetzt Bescheid, dass ich ihm Herrn Berger schicke.«
Während Schwester Anna und Alex Tims fahrbares Bett in den Patientenlift schoben, wandte Tim sich plötzlich an Alex. »Könnten Sie bitte meinem Vater Bescheid sagen?«, bat er.
»Selbstverständlich«, erwiderte Alex. »Wenn Sie mir die Telefonnummer geben …«
»Aber … aber ich kann doch deinen Vater anrufen«, wandte Savannah ein.
Tim zögerte einen Augenblick, dann schüttelte er den Kopf. »Ich glaube, das ist keine sonderlich gute Idee, Savannah«, sagte er sanft. »Du bist viel zu aufgeregt, Liebes. Du würdest Papa wahrscheinlich, ohne dass es dir überhaupt bewusst wird, eine Heidenangst einjagen.«
Savannah schluckte. »Vielleicht … vielleicht hast du recht«, gab sie nach. »Wahrscheinlich ist es wirklich besser, wenn jemand Unbeteiligter, der auch mehr Ahnung von medizinischen Sachverhalten hat als ausgerechnet ich, deinem Vater nüchtern und sachlich erklärt, was passiert ist.«
Tim griff nach Savannahs Hand und drückte sie. »So ist es. Danke für dein Verständnis, Liebes. Du bist doch mein vernünftiger Schatz. Wie ich Papa und dich kenne, würdet ihr euch gegenseitig in euren Albtraum-Fantasien nur noch hochschaukeln.«
»So, da wären wir«, sagte Schwester Anna, als sie und Alex mit Tim vor der Tür zur Radiologie angekommen waren. Mit einem Augenzwinkern fügte sie hinzu: »Bitte erschrecken Sie nicht, Herr Berger. Dr. Nils ist ein Riese von fast zwei Metern Größe. Aber er ist wirklich sehr nett.«
»Danke, gut zu wissen, Schwester.« Tim versuchte ein Grinsen, das aber ziemlich schief und grimassenhaft ausfiel. Dann wandte er sich an Alex. »Ich gebe Ihnen jetzt noch rasch die Telefonnummer meines Vaters. Ich denke, die Handynummer ist am sichersten. Damit erreichen Sie ihn sowohl im Geschäft als auch privat.«
Alex nickte. »Ich werde mich sofort darum kümmern«, versprach er.
»Tu das. Aber wenn du Herrn Bergers Vater Bescheid gesagt hast, geht es auf dem schnellsten Weg zurück in die Notaufnahme. Verstanden?«, ermahnte Schwester Anna. Und setzte schmunzelnd hinzu: »Nicht, dass du am Ende plötzlich die Dienstplanänderung vergisst und versehentlich wieder zu Sina in die Pädiatrie spazierst.«
Alex bedachte Schwester Anna mit einem finsteren Blick und brummte etwas Unverständliches, während er sich entfernte.
Er suchte sich ein ruhiges Plätzchen und griff zu seinem Handy, um Tims Vater anzurufen.
Nach zwei vergeblichen Versuchen erreichte er ihn.
Und stellte schon nach den ersten Worten, die er mit ihm sprach, fest, dass Tim die Lage völlig richtig eingeschätzt hatte. Tobias Berger stellte hastig eine Frage nach der anderen, schneller als Alex überhaupt antworten konnte. Dabei überschlug sich seine Stimme beinahe vor Aufregung, obwohl Alex seinerseits sich sehr um einen ruhigen, beschwichtigenden Ton bemühte.
»Ich … ich komme sofort in die Behnisch-Klinik«, erklärte Tobias Berger schließlich, indem er Alex einfach das Wort abschnitt. »In allerhöchstens einer Viertelstunde kann ich da sein. Wenn bis dahin das Ergebnis der Röntgenuntersuchung schon vorliegt, spreche ich mit meinem Sohn und den behandelnden Ärzten. Dann treffen wir gemeinsam eine Entscheidung.«
»Ihre Anwesenheit in der Behnisch-Klinik ist vorerst nicht erforderlich«, wehrte Alex ab, doch davon wollte Tobias Berger nichts wissen und versicherte, unverzüglich sein Geschäft zuzusperren und auf dem schnellsten Weg die Behnisch-Klinik aufzusuchen.
Leicht genervt beendete Alex schließlich das Gespräch.
Als er zurück zur Notaufnahme ging, warf er einen sehnsüchtigen Blick auf den Kaffeeautomaten in der Ecke, versagte sich aber pflichtbewusst die Stärkung, um bei Schwester Anna keinen falschen Eindruck zu hinterlassen.
Er war schon im Begriff, wieder den Schockraum zu betreten, als ein junger Mann auf ihn zugewankt kam, den Alex erst bei genauerem Hinsehen als seinen Freund Chris erkannte.
Entsetzt starrte Alex ihn an.
Chris hatte ein blaues Auge, und auch das andere Auge war beinahe zugeschwollen und sah ziemlich übel aus, sodass Alex sich unwillkürlich fragte, wie Chris es überhaupt noch schaffte, seine Umgebung wahrzunehmen. Zudem war Chris‘ Stirn blutverschmiert, weil er aus einer Platzwunde am Kopf blutete. Er hinkte erbärmlich und erweckte den Eindruck, als könne er sich nur noch mit größter Mühe auf den Beinen halten.
