Antreten zum Mord - Martin Cordemann - E-Book

Antreten zum Mord E-Book

Martin Cordemann

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2,99 €

Beschreibung

Soldaten werden dazu ausgebildet, im Zweifelsfalle auch Menschen zu töten. Sie sind also quasi vom Fach. Das macht es nicht unbedingt leichter, wenn sich in der Kaserne einer Spezialeinheit plötzlich eine Leiche einfindet. Jeder könnte die Person getötet haben, denn jeder hat schon einmal getötet. Dass die Truppe für gewöhnlich mit Geheimaufträgen betraut wird und eine Art militärisches Schweigegelübde abgelegt hat, erweist sich da bei Verhören auch nicht unbedingt als hilfreich...

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Martin Cordemann

Antreten zum Mord

Eine Krimikomödie für die Bühne

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

Vorwort

Personalakten

AKT 1

AKT 2

AKT 3

Impressum neobooks

Vorwort

Was, wenn jeder ein Mörder sein könnte, weil alle Verdächtigen Töten zum Beruf haben?

In unserer Reihe

Krimikomödien für die Bühne

hier nun der vierte Krimi der locker miteinander verbundenen Theaterstücke. Nach

„Metamordphosen“

„Möglichkeit für barrierefreies Morden“

und

„Mord inklusive, Ausflüge optional!

nun also

„Antreten zum Mord“

Viel Vergnügen – und Stiiiiiiiiiiiiillllgestanden!

PeeWee

Köln

2019

HINWEIS: Der Erwerb dieses E-Books berechtigt nicht zur Aufführung des Theaterstückes! Falls Sie Interesse daran haben, das hier vorliegende Stück auf die Bühne zu bringen, wenden Sie sich bitte an den Autor.

Personalakten

(geschwärzt)

KAPITÄNLEUTNANT KÖRK

Ihm wird der Fall übertragen.

MAJOR KRUGER

Hohes Tier, das sehr auf Geheimhaltung bedacht ist.

TASKER

Der Gruppenführer, tötet mit den Händen

MATRIX

Die Sprengstoffexpertin.

HAUSER

Der Scharfschütze.

DUTCH

Die Meisterin mit dem Messer.

QUAID

Der Mann fürs Grobe mit dem Maschinengewehr.

CONAN

Die Kampfsportlerin.

KÖRK trägt eine schmucke Marineuniform mit Kapitänleutnantsstreifen und Krawatte.

KRUGER trägt eine Ausgehuniform mit Krawatte.

Die VERDÄCHTIGEN tragen Kampfanzüge. Wenn man die Uniformität der Gruppe unterstützen will, haben sie die Anzüge alle komplett mit Oberteil an, wenn man Variation im Bild möchte, können einige keine Jacke anhaben und nur ein T-Shirt oder Tanktop tragen.

AKT 1

Szene 1

(Kaserne. Korridor. Es wird ein langer Marsch, also kann man den ggf. auch durch den Theatersaal machen, bis man die Bühne erreicht; wenn es die Möglichkeit geht, die Zuschauer im Saal außen zu umrunden, sehr schön, dann kann man um sie herumlaufen, während der Dialog stattfindet.)

KRUGER: (öffnet KÖRK die Tür und lässt ihn herein) Guten Morgen, Kapitänleutnant...?

KÖRK: Körk.

KRUGER: (sieht KÖRK überrascht an)

KÖRK: Mit ö.

KRUGER: Oh.

KÖRK: Ja, das hör ich öfter.

KRUGER: Ich bin Major Kruger. (reicht die Hand)

KÖRK: (schüttelt sie) Guten Morgen, Major. (tritt ein)

KRUGER: Ich habe Sie aus dem Urlaub geholt, wenn ich das richtig verstanden habe?

KÖRK: Nicht ganz. Das Hotel, das wir gebucht hatten, wurde kurzfristig geschlossen.

KRUGER: Unwetter?

KÖRK: Nein, es hat dort einen Mord gegeben,

KRUGER: Wie... ironisch. Gut, folgen Sie mir bitte. (geht los) Wir können alles weitere unterwegs besprechen.

KÖRK: (folgt) Es gibt also weiteres?

KRUGER: Ja. Wieso, was dachten Sie denn?

KÖRK: Ich bin ehrlich gesagt nicht ganz sicher, was ich von dieser Sache halten soll. Ich muss gestehen, Ihre Nachricht war ein wenig...

KRUGER: Kryptisch?

KÖRK: Ja.

KRUGER: Ich weiß, das tut mir leid. Aber wir haben hier viel mit Geheimhaltung und geheimen Missionen und derlei fragilen Dingen zu tun, die man einfach nicht gern an die große Glocke hängt. Aus Gründen des Staatsschutz und so, Sie verstehen.

KÖRK: Andeutungsweise.

KRUGER: (lächelt) Genau so mögen wir es.

KÖRK: Sie haben also nach einem Offizier gesucht...

KRUGER: Der sich mit Mordfällen auskennt, ja.

KÖRK: Oh!

KRUGER: Ich habe Ihre Akte gelesen. Sie haben mehrmals bei Morden ermittelt?

KÖRK: Äh, ja...

KRUGER: Und erfolgreich, wie es scheint.

KÖRK: Ja.

KRUGER: Gut. (bleibt stehen) Selbstverteidigung?

KÖRK: (bleibt stehen) Ähm...

KRUGER: Naja, man kann nicht alles haben.

KÖRK: Klingt ein wenig beängstigend.

KRUGER: Gut, dann erfüllt es ja seinen Zweck. (geht weiter)

KÖRK: Von Mord stand aber nichts in Ihrer...

KRUGER: Geheimhaltung, ich sagte es schon.

KÖRK: (geht weiter) Es geht also um Mord... oder dürfen Sie mir das jetzt auch noch nicht sagen?

KRUGER: Doch, jetzt schon. (reicht ihm einen dicken Stapel Papier) Geheimhaltungserklärung, das verstehen Sie sicher.

KÖRK: (bleibt stehen) Und wenn nicht?

KRUGER: (bleibt stehen) Diesen Punkt hatte ich gar nicht in Erwägung gezogen.

KÖRK: Dann sollten Sie schnell damit anfangen!

KRUGER: (denkt nach) Hm! Schwierig. Ich... Sie... Nein.

KÖRK: Das ist die Stelle, an der Sie mir irgendwelche Konsequenzen androhen.

KRUGER: Ich weiß, ich denke gerade darüber nach. (überlegt) Irgendwelche Vorschläge?

KÖRK: Sie könnten dafür sorgen, dass ich auf ein U-Boot versetzt werde.

KRUGER: (erwägt es) Ja, das dürfte das Problem durchaus lösen.

KÖRK: Dürfte es nicht, glauben Sie mir!

KRUGER: In der Akte stand schon, dass Sie ein wenig widerspenstig sind.

KÖRK: Sonst klären Sie keine Morde auf.

KRUGER: Da ist was dran.

KÖRK: Vorschlag zur Güte: Dies hier scheint ja alles hypergeheim zu sein, ja?

KRUGER: (nickt) Ja.

KÖRK: Offenbar so sehr, dass es meinen derzeitigen Status als Marineoffizier übersteigt, wenn ich diese Ansammlung an Zumutungen hier richtig interpretiere. (schwenkt den Stapel Papier)

KRUGER: Ja. Ihr Vorschlag?

KÖRK: Befördern Sie mich und geben Sie mir die hierfür notwendige Freigabe!

KRUGER: (denkt darüber nach) Sie wissen, dass das so beim Militär nicht funktioniert?

KÖRK: Mir war so, als wäre ich hier, weil Sie meine Hilfe brauchen. Ich hab aber auch noch genug anderes zu tun... (dreht sich um)

KRUGER: Seeeehr widerspenstig!

KÖRK: Ich fasse das als Kompliment auf.

KRUGER: Sollten Sie nicht. Aaaaaber... (seufzt) Sie haben leider nicht ganz unrecht.

KÖRK: Dacht ich mir. (sieht sich um) Wollen Sie meine Einschätzung?

KRUGER: Oh bitte gern!

KÖRK: Hochsicherheitskomplex. Keiner kommt raus, keiner kommt rein.

KRUGER: Das ist der Plan.

KÖRK: Also auch keine Polizei. Wegen... heikler Geheimhaltungsangelegenheiten.

KRUGER: Etwas in der Art.

KÖRK: Aber Sie sind zu dicht dran, aus irgendeinem Grund. Sie brauchen einen Außenstehenden. Mit etwas mehr Abstand. Jemanden, der nicht zu dieser Einheit gehört?!

KRUGER: Ja.

KÖRK: Aber Sie brauchen auch jemanden, der Teil des Militärs ist, weil Sie diesen Mord intern behandeln wollen, ist das in etwa Ihr Dilemma?

KRUGER: Sie haben es treffend formuliert.

KÖRK: Also?

KRUGER: Moment. (tritt beiseite, holt sein Handy raus, telefoniert kurz) Diese Sache mit dem U-Boot über die wir gesprochen haben... (sieht KÖRK an, lächelt trocken) Kleiner Scherz. (ins Handy) Wie erwartet, Code Lila. Ich brauche Freigabe. (wartet) Gut. (legt auf, sieht KÖRK an) Akzeptiert, Kapitän Körk!

KÖRK: Das ging erschreckend schnell...

KRUGER: Fast so, als hätten wir uns auf eine solche Eventualität eingestellt, hm? Erschreckend. (deutet auf das Papier) Das brauchen wir dann nicht mehr.

KÖRK: Verbindlichsten Dank. (lässt es fallen)

KRUGER: (geht wieder los) Dann führe ich Sie mal in die Materie ein.

KÖRK: (folgt ihm) Ich höre.

KRUGER: Wir befinden uns hier in den Quartieren einer Spezialeinheit, wie Sie sicher bemerkt haben. Eine kleine Gruppe, eine schlagkräftige Truppe, ein Team von Spezialisten.

KÖRK: Klingt wie aus dem Prospekt.

KRUGER: Ich mache auch die PR für unsere geheimen Missionen. Eine tödliche kleine Kampfeinheit, die überall da eingesetzt wird, wo es wirklich gefährlich ist. Und manchmal nicht ganz legal.

KÖRK: Attentate auf Staatsführer?

KRUGER: So weit reicht Ihr neuer Sicherheitsstatus dann doch nicht, mon capitan. Sie sind hochtrainiert, handverlesen, arbeiten immer als Gruppe. Losgelöst vom Rest der Truppe. Eine autonome Einheit.

KÖRK: Von Killern?

KRUGER: Von hochtrainierten Killern, ja. Wir leben nicht mehr in einer Zeit, in der die Bundeswehr nur ein Witz war und man sich in Manövern mit dem Rufen von „Peng Peng“ beschossen hat. Unsere Armee führt Einsätze in Kriegsgebieten durch und diese Soldaten sind dort an vorderster Front. Jeder von ihnen hat Menschen getötet. Plural.

KÖRK: Sie sind also gut trainierte Waffen.

KRUGER: Mit Erfahrung. Sie wissen wie man tötet, weil sie es bereits getan haben, nicht, weil sie darüber gelesen haben. Ich sage es nochmal, jeder von ihnen hat bereits Menschen getötet.

KÖRK: Dann war dies also nicht das erste Mal.

KRUGER: Genau darauf wollte ich hinaus, Kapitän Körk. Hmm, Ihren Nachnamen können wir wohl nicht auch noch ändern, oder?

KÖRK: Wegen dieses Nachnamens bin ich überhaupt zur Marine gegangen.

KRUGER: Dann haben Sie Ihr Ziel ja jetzt erreicht. Hoffen wir, dass Sie es lang genug genießen können.