Per Vers - Martin Cordemann - E-Book

Per Vers E-Book

Martin Cordemann

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Beschreibung

Ein langes Gedicht, diverse Morde, diverse Fälle, diverse Auflösungen. Und wenn Sie möchten, dürfen Sie als Leser mit raten, bevor Sie die gereimte Auflösung erhalten. Dabei gibt es einen Fall, der sich durch das ganze Buch zieht und erst am Ende aufgelöst wird sowie diverse Fälle in den diversen Kapiteln. Ein gereimter Krimi vom Anfang bis zum Ende, vom Mord bis zur Auflösung, von hier bis da, von jetzt bis gleich. Wenn Shakespeare Krimis geschrieben hätte, dann bestimmt nicht so. Aber nun ist es zu spät, ihn danach zu fragen. Ein Buch für Leute, die schon alle anderen Krimis haben.

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Seitenzahl: 102

Veröffentlichungsjahr: 2017

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Martin Cordemann

Per Vers

Ein gereimter Krimi

 

 

 

Dieses ebook wurde erstellt bei

Inhaltsverzeichnis

Titel

Prolog: Vers Noir

Teil 1: Hohngemeinschaft

*** Auflösung ***

Teil 2: Stripviste

*** Auflösung ***

Teil 3: Klolateralschaden

*** Auflösung ***

Teil 4: Lendensturz

*** Auflösung ***

Teil 5: Er presst

*** Auflösung ***

Teil 6: Nachbar schafft

*** Auflösung ***

Teil 7: Verächtnisverwalter

*** Auflösung ***

Teil 8: Vers folgt

*** Auflösung ***

Teil 9: Leichberechtigung

*** Auflösung ***

Impressum neobooks

Prolog: Vers Noir

Büro, ein dünner Lichtstrahl fällt

Von oben schief auf unsern Held.

Die Jalousien sind geschlossen,

Er sitzt am Schreibtisch, ganz verdrossen.

Das Licht bahnt sich mühsam nen Weg,

Der Lichtkegel fällt ziemlich schräg,

Der Aschenbecher ist gefüllt,

Der Held in bill‘gen Stoff gehüllt.

Der Wasserhahn im Zimmer tropft

Als es an die Türe klopft.

Eine Frau tritt in das Zimmer.

Sie sieht aus wie in Krimis immer:

Die Beine sind unendlich lang,

Die Hüfte ist unendlich schlank,

Die Augen sind unendlich groß,

Sein Blick wandert zu ihrem Schoß.

Sie lächelt, ihr Mund ist geschminkt,

Doch er bemerkt schnell, dass sie hinkt.

Sie tritt ganz langsam auf ihn zu,

Er weiß: Das war es dann mit seiner Ruh.

Denn so ne Frau bedeutet Ärger

Und wie üblich kommt es ärger!

Sie leckt genüsslich ihre Lippen,

Er würde gern am Whisky nippen.

„Hallo“, haucht sie, die Stimme rauh,

Sie ist wirklich ne tolle Frau.

Das Aussehen ist so perfekt

Wonach man sich die Finger leckt.

Sie öffnet nun ihr Handtäschchen

Und sucht darin nach einem Fläschchen.

Schluckt dann schnell eine Tablette,

Fingert nach ner Zigarette.

Der Held nutzt derweil seine Zeit,

Betrachtet seinen späten Gast.

Die Schöne trägt ein Abendkleid

Aus roter Seide das toll passt.

Das Kleid sitzt eng und ziemlich knapp,

Sie trägt geschmackvolles Make-up

Und bückt sich jetzt ganz ungestüm.

Der Held erhascht nun ihr Parfüm.

Es ist markant und doch dezent,

Die Augen sind fast bergseeblau.

Als sie nun ihren Namen nennt

Betrachtet er sie ganz genau.

„Mein Name ist Marie-Charlotte!“

Sagt die junge Dame flott

Und nimmt auf seinem Schreibtisch Platz.

„Nennen Sie mich einfach Schatz!“

„Ich nenne Sie wie ich das will.“

Sagt er, sie mustert ihn kühl.

„Was führt Sie zu mir?“ fragt er kalt.

„Mein Ehemann, er war nicht alt,

Er hat mich immer stark umworben,

Er ist in dieser Nacht gestorben.“

Sie schlägt ihre langen Beine

Über‘nander, berührt seine.

„Sagen wir

Ich bin hier

Um Ihnen einen Job zu geben:

Wer nahm meinem Mann das Leben?“

„Ich bin nur ein Detektiv.

Weiß bisher nichts über’s Motiv.

Ich weiß ja nicht mal, wo Sie wohnen.

Ich brauche erst Informationen!“

„Wir kamen beide in die Stadt

Weil er hier noch Verwandte hat.

Wir trennten uns, er fuhr davon,

Er wollte so gern einen Sohn

Und ich, ich wollte Kinder auch.

Denn dafür hat man doch den Bauch!

Ich ging zur Kirche, um zu beten,

Er schien sich etwas zu verspäten.

Doch dann hörte ich lautes Krachen

Und einen Betrunk‘nen lachen.

Die Leitplanke am Canyonrand

War durchgebrochen und ich fand

Unten im Tal, in seinem Frack

Meinen Mann... in seinem Autowrack.

Ich hab ihm Liebe stets geschworen

Und habe jetzt alles verloren.

Was ich besaß, welch böser Traum,

Befand sich in dem Kofferraum.

Deshalb kam ich sofort hierher.

Dieses Schicksal wiegt so schwer.

Wie konnte all das nur passieren?

Deshalb will ich Sie engagieren!“

Kaff matert wieder mal sein Hirn,

Er reibt sich langsam seine Stirn.

„Ihre Geschichte geht zu Herzen,

Doch hab ich leider grad Kopfschmerzen.“

Sie kramt in ihrer kleinen Tasche

Und reicht ihm eine kleine Flasche.

„Ich sehe Ihren guten Willen,

Doch das sind Antibabypillen,

Die sind mehr für die Verhütung.

Kommen wir zu der Vergütung:

50 am Tag und dazu Spesen,

so ist es immer schon gewesen.“

Sie nickt und reicht ihm gleich das Geld,

Er fragt sich, ob er’s lieber zählt,

Dann legt er es nur vor sich hin

Und wünschte sich nen großen Gin.

Das ganze wirkt wie ein Verbrechen

Und so beginnt er sanft zu sprechen:

„Ich glaub, dass es kein Unfall war,

Ich glaube, ja, ich glaub sogar,

Dass man ihn von der Straße trieb.

Ich glaube auch, Sie sind nicht lieb!

Sehen Sie sich doch mal an:

Abendkleid, geschminkt, oh Mann,

Ich glaube nicht, man würd‘ verstehen,

Dass Sie so in die Kirche gehen!“

Die Frau wird nun langsam nervös,

Ihre Fassade wirkt porös.

Er würd‘ ihr gerne eine scheuern

Doch dafür ist es noch zu früh.

Sie würd‘ die Unschuld nur beteuern

Doch das sind solche Frauen nie!

„Ihr Kinderwunsch ist glatt gelogen!“

Fährt der Held nun langsam fort.

„Sie haben Ihren Mann betrogen,

Nahmen Verhütungsmittel immerfort.

Und ich sah Sie eben hinken.

Ist es vielleicht so geschehen:

Er sah Sie auf der Straße, winken

Und direkt vorm Abgrund stehen?

Seine Bremsleitung zerschnitten

Hat er sie noch kurz geschnitten,

Stürzte in die tiefe Schlucht.

Ich wette, er hat nicht gelitten...

Er landete mit großer Wucht.“

Sie schluckt und greift schnell in die Tasche,

Er greift schnell nach seiner Flasche

Doch sie ist schneller, er erschrickt

Als er in ihre Mündung blickt.

„Vielen Dank, Sie helfen mir.

Ich bin nur deshalb heute hier

Damit ich bei meiner Geschichte

Die Fehlerquellen noch vernichte.“

Sie beugt sich vor, der Ausschnitt weit.

„Doch vorher noch ne Kleinigkeit:

Haben Sie vielleicht mal Feuer?“

Dem Held ist das nicht ganz geheuer,

Das ist alles so sehr Klischee...

Inspektor Kaff wacht auf. „Och nee,

Schon wieder so ein blöder Traum.

Ich glaub, ich krieg‘ hier noch nen Knall!“

Ein Wachtmeister betritt den Raum.

„Wir haben einen neuen Fall!

Es geht dabei um einen Mord.

Und Sie sollen den übernehmen.“

Sagt der Mann und Kaff fährt fort,

Windet sich aus dem bequemen

Sessel, gähnt, streckt seine Glieder

Und massiert die Augenlider.

Kaffs Geist ist wieder völlig da,

Er zieht sich seine Jacke an,

Folgt ganz entspannt dem andren Mann

Und murmelt leise: „War ja klar!

Menschen verachten das Verbrechen.

Und doch kann ich euch eins versprechen:

Ich finde, das ist schon pervers,

Aber, es ist kein blöder Scherz,

Denn... eine Straftat mögen Sie,

Besonders in einem Krimi!

Das ist zwar irgendwie nicht fair

Doch so ist Mord echt populär!“

Na das ist doch wohl wirklich krank!

Fortsetzung folgt – und vielen Dank!

Teil 1: Hohngemeinschaft

Eine breite Autostraße

Führt in eine enge Gasse.

Pfützen, Tonnen, Autoreifen,

Penner, die nach Hunden pfeifen,

Zeitungen und Dreck und Müll.

Doch heute ist die Gasse still

Denn dort liegt zwischen all dem Kot

Ein Mann – und dieser Mann ist tot!

Die Polizei sperrt alles ab.

Die Antworten sind ziemlich knapp:

„Haben Sie hier was gesehn?“

„Nein – und ich muss weitergehn!“

Ein Unfall? Raubmord? Suizid?

Ein Mörder, der jetzt vielleicht flieht?

Was war es? Was ist hier passiert?

Muss einer Witwe kondoliert

Werden? Liegt hier noch die Knarre?

Hat die Leiche Leichenstarre?

Ließ sich das Opfer vorher schinden?

All das gilt’s herauszufinden!

Ein Pathologe untersucht

Die Leiche, während er laut flucht.

Die Freundin hat ihn heut verlassen.

Er kann es immer noch nicht fassen.

Sie nahm den Fernseher, das Bett

Geschirr, Besteck und die Toilett‘!

Sie hat sie einfach ausgebaut

Und mitgenommen, wie den Besen.

Wut hat sich in ihm aufgestaut

Denn nach dem Essen beim Chinesen

Ging sein Magen auf und nieder,

Zwang ihn ins Bad auch immer wieder,

Wo er mit Erschrecken sah:

Die Kloschüssel war nicht mehr da!

Am Waschbecken ein Zettel klein:

„Ich verlass dich mieses Schwein!“

Dann grummelts wieder laut im Magen...

Er hasst die Frau – und seinen Wagen

Hat sie auch noch eingesackt.

Dieser Tag wird echt vertrackt!

Inspektor Kaff tritt auf den Plan

Und sieht sich dann den Toten an.

Ein Messer ragt aus seiner Brust.

„Was meinen Sie, war das nur Frust?“

Der Doktor übersieht den Scherz.

„Das Messer steckt in seinem Herz!“

Seufzt er, während sein Magen knurrt.

„Wie geht’s der Frau?“ Der Doktor murrt.

„Kein gutes Thema“, murmelt er,

Selbst das fällt ihm heut ziemlich schwer.

Wie kann man nur das Klo mitnehmen?

Seine Freundin sollt sich schämen!

Ex-Freundin! Das war sie jetzt.

„Er wurde vorher hier verletzt

Mit einem spitzen Gegenstand,

Hier am Kopf und an der Hand.

Das hat die Tat etwas erschwert.“

„Okay – er hat sich wohl gewehrt!“

„Nichts, was auf einen Unfall deutet!“

Die Leiche wurde ausgeraubt.

Das war ein Mord.“ Der Doktor schnaubt

Als plötzlich laut sein Handy läutet.

Es ist die Ex, man sieht es gut

Denn sein Gesicht wird rot vor Wut.

Er will was sagen, das geht nicht

Weil sie ihn ständig unterbricht.

Sie schreit, sie ruft, sie kreischt, sie schnauft,

Er sagt, vieles hätt‘ er gekauft.

Sie brüllt ihn an, er solle sich

Verpissen – er sagt: „Lächerlich!

Ich kann nicht!“ meint er dann ganz laut.

„Du hast mir doch mein Klo geklaut!“

Inspektor Kaff sieht sich jetzt um,

Ein Mülleimer, ne Flasche Rum,

Eine Pfütze aus Urin,

Da ist etwas, das wundert ihn.

Etwas, das nicht ins Bild reinpasst...

Dann hat er es endlich erfasst:

Die Kleidung, die der Tote trägt

Ist teuer, nobel, handgeprägt,

Nur passt sie nicht an diesen Ort!

Was wollte er hier vor dem Mord?

„Schlampe!“ – „Arschloch!“ – „Dumme Sau!“

„Doktor?“ – „Es ist meine Frau!“

„Ex-Frau!“ kreischt’s aus dem Gerät.

„Doktor, es wird langsam spät!“

Der Arzt beendet nun sein Fluchen,

Fragt: „Kann ich dich zurückrufen?“

Die Frau stimmt zu und er legt auf.

„Ich bin heut wirklich nicht gut drauf!“

„Ich weiß“, sagt Kaff und deutet dann

Auf den armen toten Mann.

„Warum“, fragt er jetzt kaum betroffen.

„Warum ist seine Hose offen?“

Da liegt die Leiche auf dem Boden,

Gekleidet in sehr feine Loden.

Teurer Schlips und teure Schuhe

Liegt sie dort in aller Ruhe

Auf dem Boden und ganz spitz

Ragt was aus dem Hosenschlitz.

„Wie konnte mir das nur entgehn?“

„Sie haben’s einfach übersehn,

Wegen Ihrer Frau, das war’s.

Beenden wir für heut den Spaß.“

„Und der Autopsiebericht?“

„Schicken Sie ihn ins Gericht.

Da hab ich gleich noch nen Termin.“

„Okay, dann schick ich ihn dahin.“

Kaff will die Gasse schnell verlassen.

Er blickt noch einmal auf den blassen

Leichnam – und bleibt plötzlich stehen.

Da hat er doch etwas gesehen.

Neben nem Karton aus Pappe

Liegt dort eine Aktenmappe.

„Testament“ steht drauf geschrieben…

Doch wo ist der Rest geblieben?

Das wundert den Inspektor sehr

Denn die Mappe, die ist leer!

Vorm Gericht auf der Allee

Staut es sich, oh je, oh je!

Kaff beginnt nun laut zu fluchen,

Er muss einen Parkplatz suchen

Doch der Weg ist viel zu voll.

„Da wird was frei“, denkt Kaff, „jawoll!“

Er blinkt, doch in die freie Lücke

Prescht ne Omi, die mit Krücke

Wütend droht und sie parkt ein.

„Scheiße!“ brüllt er. Sie ruft: „Schwein!“

Sie zückt den Regenschirm und stürmt

Auf Kaff zu, der nun ganz rasch türmt.

Er gibt schnell Gas und rast dann weg,

Bespritzt Passanten mit viel Dreck

Als er durch eine Pfütze fährt.

Es regnet, was den Tag erschwert.

Zu spät und nass und ziemlich sauer

Kommt er später ins Gericht.

Erstarrt. Und stutzt. Und glaubt es nicht!

Denn Omi... sie ist Richt’rin! Aua!

Der Prozess läuft nicht so gut,

Kaff schwitzt Wasser und auch Blut.

Frau Richter ist nicht gut gestimmt

Weshalb sie ihn oft hart ran nimmt.

Sie hat kein Mitleid mit dem Mann

Und schnauzt ihn immer wieder an:

„Haben Sie vielleicht Beweise?“

„Hör‘n Sie doch auf mit dieser Scheiße!“

Kaff wird verwarnt, zum dritten Mal,

Dabei ist alles zu banal.

Der Fall liegt deutlich auf der Hand,

Kaff fasst zusammen: „Edgar fand

Die Leiche seines Freundes Gerd,

Gebeugt über den heißen Herd.“

„Hat das die Autopsie erschwert?“

„Nein! Kann ich jetzt weiterreden?

Es gab da also einen Schweden,

Der wohl sehr verdächtig war.“

„Na, das ist doch wohl wunderbar.

Fall gelöst.“ Frau Richter lacht.

„Der Schwede wurde umgebracht!“

„Vielleicht beginnen Sie von vorn!“

„Okay.“ Kaff unterdrückt den Zorn.

„Der Wert von Gerd über dem Herd

Ist null, denn der ist tot – nicht umgekehrt!

Dann ist da noch der Schwede Ede,

Von dem war eben kurz die Rede.

Der war verdächtig – bis er starb,

Was uns die Theorie verdarb.“

„Wer sind nun die Verdächtigen?“

„Wir haben da den schmächtigen

Edgar, der die Leichen fand.“

„Die Leichen waren abgebrannt?“

„Einer, der wurde erschossen,

Anschließend mit Benzin begossen

Und dann sauber angesteckt.“