Teufel mit Engelsflügeln - Erwin Sittig - E-Book

Teufel mit Engelsflügeln E-Book

Erwin Sittig

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Beschreibung

Der Krimi beschäftigt sich mit den dunklen Seiten von Einsamkeit, Manipulation und falsch verstandener Fürsorge. Im Mittelpunkt stehen Menschen, die durch seelische Verletzungen, toxische Beziehungen und soziale Isolation an ihre Grenzen geraten – und jene, die glauben, Gerechtigkeit selbst in die Hand nehmen zu müssen. Die Ermittler stoßen auf ein Geflecht aus Rache, Schuld und verdrängter Vergangenheit, das zeigt, wie gefährlich Einsamkeit werden kann, wenn sie auf verzweifelte Herzen trifft.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 255

Veröffentlichungsjahr: 2026

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Über den Autor

Der 1953 in Güstrow geborene Autor lebt heute mit seiner Frau in Ludwigsfelde. Sein Studium an der TU Dresden schloss er 1977 als Dipl.-Ing. für Informationstechnik ab.

Neben seiner Arbeit widmete er sich dem Schreiben und der Fotografie. Mit Erreichen des Rentenalters arbeitete er sein Lebenswerk auf und begann mit der Veröffentlichung seiner Bücher.

Es macht ihm Spaß, sich in allen Bereichen der Belletristik auszutoben. So schrieb er neben Kinder- und Jugendbüchern auch Kriminalromane, Abenteuerromane und Fantasygeschichten.

Bei einigen Büchern gestaltete er sein Cover selbst.

Näheres unter https://erwinsittig.de/

Häufig hat das Böse ein freundliches Gesicht.

Erwin Sittig

Erwin Sittig

Teufel mit Engelsflügeln

Kriminalroman

© 2026 Erwin Sittig

Website: https://erwinsittig.de/

Covergestaltung: Copilot

Druck und Distribution im Auftrag des Autors:

tredition GmbH, Heinz-Beusen-Stieg 5, 22926 Ahrensburg, Deutschland

ISBN

Paperback:

978-3-384-81366-4

Hardcover:

978-3-384-81367-1

e-Book:

978-3-384-81368-8

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Für die Inhalte ist der Autor verantwortlich. Jede Verwertung ist ohne seine Zustimmung unzulässig. Die Publikation und Verbreitung erfolgen im Auftrag des Autors, zu erreichen unter:

tredition GmbH, Abteilung "Impressumservice", Heinz-Beusen-Stieg 5, 22926 Ahrensburg, Deutschland.

Kontaktadresse nach EU-Produktsicherheitsverordnung: [email protected]

Inhalt

Cover

Titelblatt

Urheberrechte

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Kapitel 13

Kapitel 14

Kapitel 15

Kapitel 16

Kapitel 17

Kapitel 18

Kapitel 19

Kapitel 20

Kapitel 21

Kapitel 22

Kapitel 23

Kapitel 24

Kapitel 25

Kapitel 26

Kapitel 27

Kapitel 28

Kapitel 29

Kapitel 30

Kapitel 31

Kapitel 32

Kapitel 33

Kapitel 34

Kapitel 35

Kapitel 36

Kapitel 36

Kapitel 37

Kapitel 38

Kapitel 39

Kapitel 40

Kapitel 41

Kapitel 42

Kapitel 43

Kapitel 44

Kapitel 45

Kapitel 46

Kapitel 47

Kapitel 48

Kapitel 49

Kapitel 50

Teufel mit Engelsflügeln

Cover

Epigraph

Titelblatt

Urheberrechte

Kapitel 1

Kapitel 50

Teufel mit Engelsflügeln

Cover

1

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Teufel mit Engelsflügeln

1

Dieses Miststück hatte sich doch tatsächlich in seinem verblödeten Gehirn, das nur für den Abfall taugte, ohne diesen beleidigen zu wollen, eingebildet, dass sie mich zufällig traf. Warum sollte das beschissene Schicksal mir das antun? Es sei zwar nicht mein Feind, wie es mir immer wieder durch krächzende, mit Fäulnis belegter Stimmen weiszumachen suchte, doch um es Freund nennen zu dürfen, müsste es mir ein ganzes Rudel von ausgehungerten Wünschen erfüllen. Heute werde ich eine dieser viel zu lange fastenden Fantasien in die Realität zerren. Soll das so oft heraufbeschworene Schicksal zeigen, ob es Manns genug ist, sich mir in den Weg zu stellen, mir Paroli zu bieten. Mein Weg ist vorbestimmt und wird sich mit anderen verknüpfen und verwirren. Er wird der Gerechtigkeit, meiner Gerechtigkeit, Täuschungen und Verführungen an die Seite zu geben, die mich beschützen werden. Erst dann, wenn es sich aus meinen Angelegenheiten herausgehalten hat, darf es sich Freund nennen, um seine Verfehlungen wieder auszubügeln, was nahezu unmöglich ist.

Diese Frau, die selbstbewusst über den Bahnsteig des U-Bahnhofs Berliner Straße schwebte, wusste noch nicht, dass sie in wenigen Minuten sterben würde.

Dabei sandte die rot verkleidete Wand hinter den Gleisen ein deutliches Warnzeichen. Doch sie war blind für derartige Symbole, fühlte sich unantastbar, auch mir gegenüber. Und das, obwohl diese Ausgeburt der Hölle meine Frau auf dem Gewissen hatte. Blöder Spruch. Dazu müsste diese Fehlkonstruktion, die von weiblicher Dummheit dominiert wurde, erst mal eines haben.

Hoffte sie, dass ihr dämliches Grinsen, das sie automatisch einschaltete, sobald sie mich erblickte, derart blenden könnte, um den Mord an meiner Frau in ein Missgeschick, in ein Versehen umzuwandeln? Dieses Wesen war pure selbstsüchtige Berechnung, hielt sich für das Maß aller Dinge. Wie viel Unheil ihre penetrant aufdringliche Art hervorrufen kann, erfuhr ich am eigenen Leib.

Aber selbst als die Krallen des Todes bereits in meine Frau stießen, hatte sie ihren nach Schwefel stinkenden Atem, weiterhin in ihr Opfer gepresst, das diesen Dreck scheinbar dankbar entgegengenommen hatte. Wenn auch ihre Scheinheiligkeit nach vollbrachter Tat Mitgefühl heuchelte, konnte sie mich nicht täuschen. Nicht immer ist alles so, wie es aussieht. Ihr Lächeln war Hohn, ihre Worte Gift und ihr schönes Gesicht Maskerade.

Nicht umsonst hatte ich mir für ihr Ableben die U-Bahn ausgesucht. Wir befanden uns bereits unter der Erde, sozusagen im Vorhof der Hölle, in die sie gleich einfahren würde. Wie hingerotzt würden ihre Einzelteile am Fahrerhaus und im Gleisbett wirken, sobald es vollbracht war. Die Vorfreude machte mich etwas nervös.

Diesmal könnte das Böse, wenn es sich verteilte, keinen Schaden mehr anrichten.

Ich entschuldigte mich schon mal, dass ich nützliche Teile unserer Welt mit ihr besudeln würde.

Dieses würde mein erster Mord sein, wenn man ihn so nennen wollte. Ich bevorzugte das Wort ’Bereinigung‘. Man sagt, der Erste sei immer der schwerste. Doch das stimmt nicht. Die Welt wird besser ohne diese Frau. Viele ihrer potenziellen Opfer werden aufatmen, wenn sie die Nachricht ereilt, dass die U-Bahn sie befreite, ihr Leben wieder die Chance bekäme, unbeschwert geliebt werden zu können. Wüssten sie, was das Schicksal mit ihr vorhat, würden sie diesem Augenblick ebenso euphorisch entgegensehen, wie ich.

Es gab noch viele wie sie. Ein hartes Stück Arbeit lag vor mir. Doch sie machte auch Spaß. Jedem Lächeln, dem ich danach begegnen würde, entnähme ich Dankbarkeit, dass endlich jemand den Mut hatte, das Unkraut auszureißen, damit das Licht auch uns erreichen kann.

„Es tut mir so leid, das mit deiner Frau“, drang surreal ihre verkleidete Stimme an mein Ohr.

Ich sah sie nicht an, stellte Distanz her. Niemand durfte zwischen uns eine Verbindung bemerken. Versuchte das Schicksal, mich zu verführen, meine Tat zu verhindern? Überlege dir, was du tust, wenn du ein Freund sein willst.

„Sie war eine echte Freundin für mich“, säuselte sie, während ich mich demonstrativ abwendete, damit sie den Eindruck erzeugen konnte, eine verwirrte, affektierte Schwätzerin zu sein, die des Lebens überdrüssig war. Ohne sie anzusehen, flüsterte ich ihr zu:

„Du wirst irgendwann bezahlen.“

Sie erschrak, ergoss sich in unnatürliche Haltungen, die eine unsichtbare Bedrohung abwenden wollten und jagte anschließend ihren gehetzten Blick über die Umstehenden, die sie verständnislos anblickten, während ich mich bereits zurückgezogen hatte.

„Wofür sollte ich bezahlen?“, schrie sie hinaus, wobei ihr irrer Blick nach mir Ausschau hielt. Ich hatte mich jedoch hinter einem breitschultrigen Mann verbarrikadiert, der mir Schutz versprach.

Während ihr unsteter Blick vergeblich sein Ziel suchte, hatte sie bereits soviel Aufsehen erregt, dass sie sich verschämt in sich zurückzog und die Lider senkte. Sie scheute offenbar das Rampenlicht, wenn sie nicht glänzen konnte. Warum meine Frau in ihr einen gewissen Glanz zu sehen schien, blieb mir ein Rätsel.

Die U-Bahn näherte sich. Die Fahrgäste brachten sich in Positur, um möglichst schnell in das Innere der Bahn strömen zu können. Der Blindenstreifen stoppte die meisten. Nur einige Ungeduldige traten in die Gefahrenzone. Auch die falsche Freundin war in vorderster Reihe zu finden, da sie zurück in die Anonymität drängte, die kritischen Blicke immer noch im Nacken spürend. Inzwischen hatte ich mich ihr wieder genähert, eine Frau, die zwischen uns stand nach vorn gedrängt, sodass auch die Todesanwärterin einen Schritt vor stolperte. Nur kurz sahen sich die beiden Frauen giftig in die Augen, um sich gleich darauf wieder der sehnsüchtig erwarteten Bahn zuzuwenden. Jetzt stand ich hinter ihr. Alle hatten nur noch das sich rasch nähernde Gelb des Fahrerhäuschens im Fokus. Es war Berufsverkehr. Jeder wollte schnell nach Hause.

Und plötzlich sprang diese Verrückte vor und landete im Gleisbett, wo sie eine Sekunde später von der Fähre, die sie in die Hölle brachte, abgeholt wurde. Die vor Schreck geweiteten Augen des armen Fahrers im Führerhäuschen, hatte ich noch registrieren können, bevor ich mich langsam zurückzog. Niemand achtete auf den Mann, der behutsam den Rückwärtsgang eingelegt hatte und schließlich aus der Ferne den aufgeregten Hühnerhof beobachtete.

Sie hatte den perfekten Mord begangen. Ganz allein mit Worten vollbrachte sie dies, eine weitere Person mit in den Abgrund reißend – mich. Eindringliche, sich stetig wiederholende Worte, von einer Freundin an die Freundin geschleudert. ‚Du bist zu dick‘.

Aber auch mein Mord war nicht übel. Die Presse wird vom Selbstmord einer Frau berichten, die sich nicht mehr unter Kontrolle hatte. Es gab nicht die geringsten Zweifel. So gesehen hatte die Meisterin ihren Meister gefunden.

Das Schicksal hatte seinen ersten Bonuspunkt erworben, der eine lang anhaltende Freundschaft einläuten könnte.

Es hat mich gewähren lassen.

Glücksgefühle durchströmten meinen kalten Körper. Sie verliehen mir Wärme. Ich begann wieder zu leben.

Ein wunderschöner Tod, den ich hier miterleben durfte, denn er hatte etwas Endgültiges. Langsam stieg ich die Stufen empor, zurück in die Welt, wo die Menschen auf mich warteten, damit ich ihnen Frieden bringe.

2

Warum hatte das Leben nicht gehalten, was es versprochen hatte? Sie betrachtete fasziniert ihr Spiegelbild. Wo war sie hin, die Verena Jahnke, die mit Schmetterlingen im Bauch die Welt erobern und verändern wollte. Es blickte eine 38-jährige verhärmte Frau zurück, die die besten Zeiten ihres Lebens, die wahrscheinlich in der Schulzeit angesiedelt waren, längst hinter sich gelassen hatte. Selbst der Spiegel zeigte durch einige blinde Flecken an, dass er die Sache ähnlich einschätzte. Ihr Mann Rolf, war einst ihr Traum, aber auch verträumt. Verbrachte seine Freizeit im Fitnessstudio und interessierte sich einen Dreck für Haushalt und Kind. Er wollte Schauspieler werden, scheiterte und verdingte sich bei einer Schule für Selbstverteidigung, nachdem er sich wieder gefangen hatte. Ihr Sohn Fred war fast zwei Jahre alt, als der Vater die Reißleine zog, um sich selbst zu verwirklichen.

Fred war ein anstrengendes Kind. Ein Schreikind, wie man zu sagen pflegte. Es wäre schwer zu bestimmen, wer von den beiden mehr Falten in ihr Gesicht gedrückt hatte. Heute war ihr Sohn 16 und immer noch ein Schreikind, das vergeblich irgendwo Halt suchte. Er eiferte unbekannterweise seinem Vater nach. ‚Man wird nur mit gestähltem Körper von der Welt da draußen akzeptiert‘, war sein Standardspruch. Sie wusste nicht, welche Welt er meinte, in welcher er wirklich lebte. Ihre schien es nicht zu sein.

Warum sehnte man sich immer nach dem, was man nicht hat, jenem, das nichts von einem wissen will? Er war das typische Pubertier, wie man heute zu sagen pflegt. Aber auch sie war durchtrainiert. Natürlich bewunderte sie früher ihren Mann, wegen seines Vorzeigekörpers. Später forderte der Beruf sogar von ihr, den Körper ebenfalls zu stählen. Als Kommissarin durfte sie nicht schlapp machen, wenn es darauf ankam. Wüsste sie nur, worauf es im Leben ankäme.

Nun schauten sie aus dem Spiegel diese leeren Augen an, wanderten über ihre fahle Haut, arbeiten sich durch die Klüfte ihrer Falten und blieben schließlich im unansehnlichen Haar hängen. Darum kümmerte sie sich nur noch halbherzig, weil sie auch das nicht in den Griff bekam. Die vereinzelten grauen Haare in dem schmutzigen Dunkelblond waren nur die logische Fortsetzung eines gescheiterten Daseins. Einzig die Arbeit fing sie auf und schien ihrem Leben einen Sinn zu geben. Ein letzter Blick streifte über den drahtigen Körper, der mit ausgeprägter Muskulatur, aber mit kleinen Brüsten gesegnet war, was ihr einen Hauch von Genugtuung verlieh. Sie verabscheute die gewaltigen Euter, die für manche Frauen der einzige Stolz zu sein schienen, weil sie offenbar auf nichts anderes zurückgreifen konnten, um Männer zu beeindrucken.

Es gab schon Kerle, die sich für sie interessierten, doch immer die Sorte, die an die Hand genommen und beschützt werden wollte. Und wer beschützte sie?

Sie setze ihr schwarzes Cap auf, sendete einen letzten Gruß in den Spiegel und ging der Arbeit entgegen, die sie momentan mit ein paar Diebstahlsdelikten auf Trab hielt. Häufig steckten Jugendliche dahinter, die sich durch diese Art von Beschaffungskriminalität, ihr Geld für Drogen und Alkohol erwirtschafteten. Jedes Mal befiel sie die Angst aufs Neue, dass sie irgendwann auf ihren Sohn stoßen könnte, von dem sie nie wirklich wusste, wo er sich herumtrieb.

Manne, Manfred Kranitz, war schon da. Es kam ihr anfangs seltsam vor, dass ihr Sohn Fred sich im Namen des Kollegen wiederfand. Sie sagte gern ‚mein Kleiner‘ zu ihm, obwohl er sie deutlich überragte. Das hatte aber nichts mit der Ähnlichkeit des Namens zu tun. Da der Chef elf Jahre jünger war, meinte sie, sich das erlauben zu können.

Eigentlich müsste sie seine Vorgesetzte sein, doch der Hauptkommissar war er. Ihr hatte der Alkohol einen Strich durch die Karriere gemacht, mit dem sie sich ihr Leben schönzutrinken versucht hatte. Inzwischen hatte sie das im Griff, gezwungenermaßen. Wer einem pubertierenden Kraftprotz ein erstrebenswertes Leben vorgaukeln will, durfte weder an der Nadel, noch an der Flasche hängen. Doch seine Kleinkindertage hatten ihm rudimentäre Erinnerungen an die neben der Spur laufende Mutter bewahrt. Um so konsequenter musste sie heute wirken, wenn sie durch ihre Vorbildwirkung abfärben wollte.

Hatte nicht geklappt. In seinen Augen war sie die Versagerin, die den Vater vertrieb. Was wusste er denn schon?

Was konnte bei einem zweijährigen Kind hängen geblieben sein, an dem der Vater lediglich ein paar Pflichtübungen veranstaltet hatte.

Da sollte der Weihnachtsmann mehr sehnsuchtsvolle Momente hinterlassen haben.

Manfred glich im Computer die letzten Fingerabdrücke ab, die das Labor aufbereitet hatte. Das Programm zeigte einen Treffer und da die Spur zu einem bekannten Wiederholungstäter führte, war der Fall so gut wie abgeschlossen.

Verena beschäftigte ein Eifersuchtsfall, der in Belästigungen ausartete. Auch hier war die Sachlage eindeutig. Die verlassene Freundin sah ihr Revier verletzt und kämpfte verbissen um die Rückführung des Abtrünnigen, indem sie die neue Partnerin diffamierte und tyrannisierte. Es galt nun, die wirksamsten Strafmaßnahmen zu finden, die die Verschmähte stoppen könnten. Da sie finanziell immer in Schwierigkeiten steckte, wäre eine Geldstrafe vermutlich zielführend.

Das waren ihre aufregenden Fälle. Der Selbstmord einer jungen Frau auf dem U-Bahnhof schien da etwas mehr Brisanz zu besitzen. Doch da nach ausführlichen Befragungen ein Fremdverschulden auszuschließen war, versumpften sie wieder in ihrem Alltagstrott. Die Frau schien Probleme gehabt zu haben, die kurz vor dem Suizid offen zutage traten, wenn auch ihr heimisches Umfeld keine Anzeichen dafür gesehen hatte.

Würde sich jemand intensiv mit ihrem eigenen, Verenas, Leben beschäftigen, gäbe es vermutlich den einen oder anderen, der sie in die Schublade ’Selbstmordgefährdet‘ stecken würde. Doch sie war hart im Nehmen, aber auch im Austeilen.

Manne wirkte konzentriert, während seine Kollegin ihn beobachtete. Er war ein attraktiver Mann mit welligem Haar, das er an den Seiten kurz hielt. Sein Vollbart war stets akkurat gestutzt. Er legte Wert auf sein Äußeres, auch was seine Kleidung betraf.

Sie sprachen nicht über ihr Privatleben. Verena aus Scham, doch bei ihm erkannte sie nichts, was eine Zurückhaltung bei privaten Gesprächen rechtfertigen würde. Lediglich seine ausgeprägten Sorgenfalten könnten Raum für Spekulationen bieten. Sie begnügte sich mit der Erklärung, dass sie beide introvertierte Menschen waren. Hatte den Vorteil, dass nichts von der Arbeit ablenkte.

Der Pförtner kündigte an, dass er eine aufgeregte Frau zu ihnen schicken würde, die sich nicht abweisen ließ.

Völlig außer Atem kam sie im Büro an. Ohne sich vorzustellen, legte sie los. Die Worte schwappten wie bei einer Sturmflut aus ihr heraus. Strähnen hatten sich aus den hochgesteckten Haaren gelöst, die jetzt unkontrolliert vor dem Gesicht pendelten. Doch die Frau störte das nicht. Sie musste schnellstens ihre Botschaft loswerden, als könne sie verderben, wenn sie noch länger in ihr gefangen bliebe.

„Meine Freundin ist gestorben. Sie war kerngesund, doch der Arzt hat auf dem Totenschein einen Herzinfarkt angegeben. Sie müssen dem nachgehen. Hier stinkt etwas gewaltig“, schrie sie mit schriller Stimme.

Ungerührt sah Manfred Kranitz sie an.

„Viele Menschen sterben daran, die man für gesund hielt. Wieso misstrauen Sie dem Arzt?“, fragte er, seine Stirnfalten stärker hervorhebend.

„Sie war noch im Nachthemd und wollte zur Treppe, die in den unteren Flur führt. Doch sie brach in der Tür zusammen.“

„Vielleicht bemerkte sie erste Anzeichen und wollte zum Telefon, als der Anfall kam. Dass sie es nicht mehr schaffte, ist nicht ungewöhnlich“, warf Verena ein.

„Aber Sie hätten ihr Gesicht sehen müssen. Darin lag panische Angst. Als wollte sie ihrem Mörder entfliehen.“

„Auch Todesangst ist in der Situation normal“, behauptete Manne. „Trauen Sie dem Arzt nicht, oder haben Sie einen konkreten Verdacht?“

Sie druckste herum. Offenbar rang sie mit sich, ob sie die Information preisgeben dürfe. Dann sah sie ihn entschlossen an.

„Gerda war kein einfacher Mensch, oft jähzornig. Sie hat so ziemlich jeden verärgert und schon öfter gedroht, ihre Familie zu enterben. Bei ihren Enkeln rutschte ihr hin und wieder mal die Hand aus. Mit anderen Worten, sie hat sich viele Feinde gemacht.“

„Ich kann keinen Grund für ein Tötungsdelikt erkennen“, entgegnete er.

„Selbst wenn ein jähzorniger Mensch zurechtgewiesen wird, könnte er sich derart aufregen, dass er einem Herzinfarkt erliegt. Es ist keine Straftat, sich zu streiten.“

„Aber warum ist dann niemand bei ihr geblieben, als es passiert war? Das ist doch Vorsatz, unterlassene Hilfeleistung“, steigerte sie sich in ihre Erregung hinein.

„Sie kann ebenso zusammengebrochen sein, nachdem ihr Besuch bereits gegangen war. Sie müssten uns schon Beweise liefern. Haben sie jemanden beobachtet, der sie gezielt provozierte?“

„Nein. Trotzdem möchte ich, dass eine Obduktion durchgeführt wird.“

„Das können Sie nicht“, erklärte ihr Verena. „Sie sind keine Angehörige. Oder hat ihre Gerda eine Vollmacht erstellt, die Ihnen eine Fürsorgepflicht überträgt?“

„Nein. Hat sie nicht. Aber ich weiß, dass sie ihrer Familie nicht traute. Denen wäre egal, was mit ihr geschieht.“

„Folgender Vorschlag“, setzte Manfred an, „Wir sprechen mit dem Arzt und wenn er keinen Grund für die Notwendigkeit einer Obduktion erkennt, vergessen wir den Fall?“

„Sie können mir viel erzählen. Sobald ich raus bin, werden Sie sich in ihre stinkenden Polsterstühle fallen lassen und einen Scheißdreck tun.“

Sie schien mit ihrem Jähzorn auf der gleichen Wellenlänge wie ihre Freundin zu liegen.

„Nennen Sie uns den Namen des Arztes“, versuchte Verena zu vermitteln. „Wir werden Sie zuhören lassen, während wir mit ihm sprechen.“

Zerknirscht schrieb sie Namen und Telefonnummer auf einen Zettel, den man ihr reichte.

„Guten Tag, Frau Dr. Hanke. Wundern Sie sich nicht, dass Sie die Kriminalpolizei anruft. Wir müssen einem Verdacht nachgehen, der von der Freundin Ihrer vorgestern verstorbenen Patientin Gerda Piselke geäußert wurde. Sie zweifelt die von Ihnen eingetragene Todesursache an. Können Sie mit absoluter Gewissheit ausschließen, dass es keine Fremdeinwirkung gab? Wir haben den Lautsprecher eingeschaltet, damit diese Freundin, Frau Linke, mithören kann.“

„Mit absoluter Sicherheit kann ein Herzinfarkt nur durch eine Obduktion festgestellt werden. Doch da es keinerlei äußere Einwirkungen gab und sie unter Bluthochdruck litt, ist es gängige Praxis, die voraussichtliche Todesursache anhand der größten Wahrscheinlichkeit zu benennen.“

„Sehen Sie“, krähte Frau Linke dazwischen. „Die Frau weiß überhaupt nicht, woran Gerda starb.“

„Gute Frau“, meldete sich die Ärztin zu Wort. „Ich hätte auch Herzinsuffizienz eintragen können. Wären Sie damit glücklicher? Das ändert nichts daran, dass Ihre Freundin eines natürlichen Todes starb.“

„Ihr steckt doch alle unter einer Decke!“, schrie ihre Besucherin und verließ wutentbrannt das Büro.

„Entschuldigung Frau Doktor. Danke für Ihre Zeit.“

„Und? Wird es jetzt Ermittlungen geben?“

„Für uns ist der Fall damit erledigt“, beruhigte sie Manne. „Da kein ausreichender Tatverdacht besteht, werden wir es bei einer Aktennotiz belassen.“

„Denkbar ist es allerdings schon, dass durch absichtliches Herbeiführen eines Herzinfarktes, vor aller Augen, ein perfekter Mord geschehen könnte“, sinnierte Verena laut, nachdem sie wieder allein waren.

„Die Frau war nicht gerade umgänglich. Man kann natürlich durch solche Verdächtigungen beliebige unbescholtene Bürger, wenn sie einem querliegen, unter Generalverdacht stellen. Wenn dann jedes Mal die Maschinerie der Mordkommission in Gang gesetzt werden würde, kämen auf die wahren Verbrecher rosige Zeiten zu.“

„Da hast du auch wieder Recht. Also zurück zum organisierten Verbrechen“, witzelte sie.

„Beschreie es nicht, Verena. Bin froh, dass uns das bisher erspart blieb.“

Sie kehrten zu ihren relativ harmlosen Fällen zurück, froh darüber, ein fast ländlich wirkendes Revier betreuen zu dürfen.

Auf den nächsten Mordverdacht mussten sie jedoch nicht lange warten. In einer Kleingartenkolonie wurde ein Mann gefunden. Er lag zusammengebrochen neben seinem Erbrochenen. Bevor sie jedoch intensivere Ermittlungen begannen, schickten sie den ungewaschenen Teller, der in der Spüle lag ins Labor und die benutzten Gläser ebenso. Alles deutete auf einen Tod durch Vergiftung hin. Da er sich ein Pilzgericht zubereitet hatte, war auch hier kein Verbrechen zu erwarten.

3

Holger Baller war nach dem Tod seiner Frau in eine tiefe Krise gestürzt. Er leistete sich auf der Arbeit immer häufiger Fehler, was in seinem Beruf als Elektriker gefährlich werden konnte. Nur weil er bisher als zuverlässig bekannt war, blieb ihm eine Abmahnung erspart. Die Kollegen versuchten ihn immer mal wieder zu verkuppeln, doch nach zwei Jahren waren die Erinnerungen an seine Frau viel zu frisch. Er spürte sie noch, fand in der Wohnung gelegentlich Gerüche, die er ihr zuordnete. Selbst das Waschpulver verband er mit Sehnsüchten nach ihrer Nähe. Seinen Alltag gestaltete er so, wie sie es gemeinsam getan hatten. Er aß die gleichen Lebensmittel, schaute sogar Filme, die ihr gefallen hatten, und hob weiterhin die Kleidungsstücke auf, die sie zuletzt getragen hatte, ohne je daran zu denken, sie zu waschen. So schlief er manchmal ein, während ihr Kleid neben ihm ausgebreitet lag, um sich für die Nacht einzustimmen. Er bildete sich ein, genau dann von besseren Träumen beschenkt zu werden.

Dass er wieder in der Spur lief, verdankte er seiner Tochter, die ihn jedoch nur selten besuchen konnte, da sie Stunden entfernt ihr neues Zuhause gefunden hatte. Sie regte an, anderen Menschen zu helfen, die noch einsamer waren. Zu diesem Zweck hatte sie ihm sogar eine eigene Internetseite eingerichtet, die sie per Fernwartung pflegte.

„Der Einsamkeitskiller“ war in seinen Augen ein passender Name für seine Seite.

Darauf bot er, vordergründig für die Abendstunden, diverse Leistungen an. Mit ihm konnte man sich unterhalten, Ausflüge machen, etwas zum Vorlesen aussuchen oder sich nur streicheln und umarmen lassen. Tagsüber nahm ihn die Arbeit in der kleinen Elektrofirma in Beschlag. Man stellte ihm einen Lieferwagen zur Verfügung, der gut bestückt war, was Werkzeug und Material betraf. Er durfte ihn sogar für Privatfahrten nutzen.

Besonders entgegenkommend war die Firma bei seinen Arbeitszeiten. Er durfte sich sogar am Tage freinehmen, wenn er dafür Termine in den Abendstunden übernahm, was vielen Kunden entgegenkam.

Heute besuchte er Egon Schostag. Obwohl erst 55, verbrachte er seine Tage in der Wohnung. Wegen seiner Depressionen wurde er als arbeitsunfähig eingestuft. Es bereitete ihm Qualen, unter Menschen zu gehen. Ängste, dass er etwas falsch machen könnte, dass er in schwierigen Situationen nicht zurechtkäme, fesselten ihn an seine zwei Zimmer, die er allein bewohnte. Egon hatte ihm sein ganzes Leben erzählt, wie es viele seiner Kunden taten. Er sprach vom Mobbing in der Versicherungsfirma und von den Schlägen, die er von seiner Frau bezog, weil er ihr nichts recht machen konnte. Manchmal hätte er das Gefühl gehabt, dass sie sogar sein Atmen störte. Er stank, sei faul, unordentlich und anmaßend, wie sie ihm immer wieder vorwarf. Oft traten ihm Tränen in die Augen, sobald er von ihr sprach.

Sie hatte es sogar fertig gebracht, sich Besuch einzuladen und mit diesem in ihrem Ehebett Sex zu haben, während er im Nachbarraum ihr Stöhnen ertragen musste. Natürlich war auch das seine Schuld, da er unfähig wäre, ihr einen Orgasmus zu verschaffen, mal davon abgesehen, dass sie sich vor seinen Berührungen ekelte.

Der Mann hatte dunkelblonde, kurzgehaltene Haare, die sein kantiges, bartloses Gesicht einrahmten. Ein leichter Bauchansatz drückte sich durch die etwas zu eng gewordenen Shirts, was er gern ertrug, da die Alternative ein Einkauf im Laden um die Ecke gewesen wäre. Den Spießrutenlauf wollte er sich ersparen. Onlinebestellungen lehnte er ab, da seine Exfrau ihm vorgehalten hatte, immer alles falsch zu bestellen, was jedes Mal Ärger mit den Lieferanten brächte.

Egon strahlte ihn an, als Holger die Tür öffnete. Die Stunden mit ihm seien die schönsten des Tages. Beim letzten Mal hatten sie sich ein Buch ausgesucht, das seinen Kunden erbarmungslos in seinen Bann zog. Er fieberte dem entgegen, was er mit den Helden der Geschichte noch erleben könnte.

Er hatte sich für „Die Hofgärtnerin“, den ersten Teil der Saga, entschieden. Vielleicht reizte ihn daran, dass der Roman 1891 spielt, wo es nur Männern erlaubt war, als Gärtner zu arbeiten, sodass sich die Heldin als Mann verkleiden musste, um sich ihren Traum zu erfüllen. Vielleicht brachte es ihm eine gewisse Genugtuung, dass auch seine Frau in diesen Zeiten wenig zu sagen hätte.

Oft saß er während des Vorlesens mit geschlossenen Augen da.

Nur manchmal gab er lächelnd seinen Kommentar zu den Ereignissen zum Besten, wenn die Heldin Marleene in Schwierigkeiten geriet. Das schien er zu genießen.

Holger bewegte das Schicksal seines Kunden. Verglich er sich mit ihm, gewann sein Leben an Wert. Was für ein Glück hatte er doch mit seiner Frau gehabt. Aber sie musste sterben und solche Furien überlebten. Die Welt war ungerecht.

Manchmal erzählte er Bekannten oder den rar gewordenen Freunden von den Schicksalen seiner Kunden, wenn sie den Sinn seiner Aktivitäten in Zweifel zogen. Dann erntete er Bewunderung, die sowohl echt als auch aufgesetzt wirkte. Es war egal, wie die Welt darauf reagierte. Er fühlte sich wohl damit und seine Kunden ebenfalls. Nur das zählte.

Als er sich von Egon verabschiedete, spürte er dessen Traurigkeit, da der schöne Teil des Tages mit ihm verschwand. Hatte er genug für diesen Mann getan? Kurzzeitig hatte er mit dem Gedanken gespielt, seinem Kunden eine neue Beziehung zu vermitteln, um ihn aus seiner Hölle herauszuholen. Doch da jedes Gespräch über Frauen in einer Katastrophe endete, indem seine fröhlichen Augen automatisch erloschen, gab er diese Überlegungen wieder auf. Egon würde nie mehr eine Beziehung eingehen. Dafür hatte seine Frau gesorgt. Sie wütete nach all den Jahren immer noch in ihm und erstickte jede aufkeimende Hoffnung bereits bei ihrer Geburt.

Ein Termin stand heute noch auf Holgers Plan. Else Wiese war eine zierliche ältere Dame. Auch sie wurde geschlagen, jedoch aus anderen Gründen. Dass er nur mit problembehafteten Leuten zu tun haben würde, war ihm von Anfang an klar. Die meisten hatten nur ihn. Zumindest war er der Einzige, der etwas Glück in ihr Leben brachte, wollte er ihren Darstellungen glauben schenken.

4

Heute war er wieder auf dem Bahnsteig, auf dem er die falsche Freundin ihrer Bestimmung übergab. Wie friedlich es plötzlich hier war. Schon auf dem Weg hier her erfasste ihn eine Zufriedenheit, die sich nur selten in seine Psyche verirrte. Die Menschen schienen heute disziplinierter zu sein, als an jenem Tag, an dem er die Welt etwas besser machte. Völlig relaxt näherte er sich den Blindenstreifen im Boden, die seine Feindin vor ihrem von ihm bestimmten Schicksal zu schützen versuchten. Das Arrangement mit seinem Schicksal hatte noch Bestand. Es verriet ihn nicht. Es buhlte scheinbar doch um seine Freundschaft.

Die Medien hatten den Suizid angenommen, den er ihnen auf die Zungen gelegt hatte. Sie unterstützten offenbar die logisch erscheinenden Angebote.

In drei Minuten würde die U-Bahn einfahren. Zeit genug, noch einen Blick ins Gleisbett zu werfen. Die Schuhspitzen beugten sich schon hinab, als er den Körper bog, um die Spuren seiner Tat besser unter die Lupe nehmen zu können. Nur mit dem Insiderwissen eines Beteiligten waren Reste ihres schmutzigen Blutes zu erahnen. Man hatte gründlich sauber gemacht. Ginge es nach ihm, hätten Teile von ihr, als Mahnmal, weiter herumliegen können.

Je mehr sich die Tatsache in sein Hirn fraß, dass nichts von ihr geblieben war, sie sich faktisch aufgelöst hatte, umso schneller erwachte er. Sie war nicht weg.