Wo Ist Babahu? - Wilma Burk - E-Book

Wo Ist Babahu? E-Book

Wilma Burk

0,0

Beschreibung

Für Broncho, den kleinen Bronchotaurier, wird der Magihexer Jojotu zu "Mama Jo". Ständig rennt der Kleine ihm hinterher und dreht bald durch, als Jojotu zur Erde gerufen wird. Hier bemüht er sich, Oma Berta Zuversicht einzugeben. Denn der Vater der Zwillinge überlegt, das Angebot einer neuen Stellung in einer weit entfernten Stadt anzunehmen. Damit besteht erneut die Gefahr, dass Paul und Pauline von Oma Berta getrennt werden. Auch als mehrere Magihexer zusammen mit Koboldinern zu einer Katzenmutter gerufen werden, ist Jojotu dabei. Werden die Magihexer es schaffen, die aufgebrachten Nachbarn zu beruhigen? Oder können das die Eisluchse verhindern? Als sie nach Magihexanien zurückkehren, bemerken sie zunächst nicht, dass Babahu fehlt. Er kommt ihnen aber auch nicht nach. Wo ist er? Was macht er noch auf der Erde?

Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:

Android
iOS
von Legimi
zertifizierten E-Readern
Kindle™-E-Readern
(für ausgewählte Pakete)

Seitenzahl: 80

Veröffentlichungsjahr: 2015

Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:

Android
iOS
Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Wilma Burk

Wo Ist Babahu?

11. Folge von Neues aus Magihexanien

 

 

 

Dieses ebook wurde erstellt bei

Inhaltsverzeichnis

Titel

Anfang

Viel zu viele Katzen

Impressum neobooks

Anfang

Mit der Geschichte:

Viel zu viele Katzen

Während der Bronchotaurier durchs Universum flog und nach seinen Artgenossen suchte, wurde sein kleiner Broncho bei den Magihexern zu ihrem Liebling. Jojotu, der Tröster, gab ihm einen Platz in seiner Höhle und gewöhnte sich schnell daran, ihm seinen Muttergeist zu ersetzen. Wo er jetzt auch war, dort war auch der kleine Broncho.

Nur Maliputti, dem kleinen Wissenden, war er nicht geheuer. Er konnte nicht vergessen, dass der große Bronchotaurier, ihn – zum Entsetzen aller – mit seinem Schnabel gepackt und fast verschlungen hätte. Gelähmt vor Angst hatte er hilflos darin gesteckt, bis der ihn angewidert ausspuckte. Darum hielt er sich lieber von dem kleinen Broncho fern. Reißaus vor ihm nahm aber auch er bald nicht mehr.

Doch nicht nur Jojotu, sondern alle Magihexer gaben auf den Kleinen Acht. Sie lachten, wenn sie sahen, wie er sich mit seinen Krallenbeinen bemühte, dem voranschwebenden Jojotu nachzulaufen. Noch hatten seine Flügel keine Kraft, ihn zu tragen. Er schrie wie am Spieß, wenn Jojotu es wagte, zu schnell dahinzugleiten. Es half nichts, wo der kleine Broncho war, musste Jojotu auch sein.

So konnte er es nicht begreifen, als Jojotu zur Erde gerufen wurde und er nicht mitkonnte. Er wollte ihn nicht gehen lassen. Völlig außer sich rannte er ihm hinterher und hackte mit seinem Schnabel nach jedem, der ihn zurückhalten wollte.

Erst als Malipu energisch forderte: „Du bleibst hier!“, fügte er sich darein. Denn das wusste er längst, vor Malipu, dem Wissenden, hatten alle Magihexer Respekt. Ihm widersprach so leicht keiner. Weinend sah er Jojotu nach, als der zum schwarzen Loch schwebte. Es tröstete ihn auch nicht, dass ihm alle versicherten: „Er kommt ja bald wieder.“

*

Und Jojotu beeilte sich, um seinen Broncho nicht zu lange allein zu lassen. Zügig flog er vorbei an Sonne und Mond auf den Teil der Erde zu, der noch in Schnee und Eis verharrte.

Zu Oma Berta wollte er. Es war abends, als er zu ihr kam. Sie saß an den Betten von Paul und Pauline und erzählte ihnen gerade Neues aus Magihexanien. Wie staunte Jojotu, als sie sogar von dem kleinen Broncho berichtete.

Neugierig auf das, was sie von ihm zu erzählen wusste, plusterte er sich auf und setzte sich zu den Kindern aufs Bett.

Während Oma Berta sprach, ließ sie sich nicht anmerken, wie traurig und besorgt sie darüber war, dass der Vater der Zwillinge überlegte, in eine weit entfernte Stadt zu ziehen, um dort als Filialleiter seiner Firma eine neue Stellung anzutreten. Zwar hatten ihr die Eltern der Kinder angeboten, ihr dort in ihrer Nähe eine kleine Wohnung zu besorgen, doch längst hatten ihre Bedenken sie eingeholt. Nein, sie würde hierbleiben, so schwer ihr die Trennung von den Zwillingen auch fiel.

Den Kindern sagte sie nichts davon. Sie sollten von den erneuten Umzugsplänen der Eltern vorläufig nichts wissen. Dabei ahnten sie es längst und misstrauten den Erklärungen, dass eine bevorstehende kleine Reise der Eltern in eine andere Stadt nichts Besonderes sei. Doch die Eltern beabsichtigten, erst dann mit ihren Kindern darüber zu sprechen, wenn sie sich dort endgültig entschieden hätten, weil sie wussten, wie sehr Paul und Pauline sich gegen einen Umzug auflehnen würden. Die beiden wollten hier nicht weg, nicht von ihrer Schule, nicht aus dieser Stadt, nicht von all ihren Freunden und schon gar nicht von Oma Berta.

Als den Kindern die Augen zugefallen waren, ruhige Atemzüge verrieten, dass sie schliefen, stand Oma Berta auf, zog ihnen die Deckbetten glatt, löschte das Licht, ging hinaus und schloss die Tür. Eine Träne wischte sie sich aus den Augen. Wie würde es nur werden, wenn die Zwillinge nicht mehr zu ihr kommen konnten?

Jojotu wartete, bis sie sich im Wohnzimmer auf die Couch schlafen gelegt hatte. Er war hier, um ihr Hoffnung zu vermitteln, damit die Zeit bis zur letzten Entscheidung der Eltern für sie erträglicher werden sollte. Als auch sie fest schlief, neigte er sich zu ihrem Ohr und blies ihr in ihre Gedanken ein, es könne auch diesmal so wie beim ersten Mal ausgehen, als sich der Vater gegen eine neue Stellung in einer anderen Stadt entschieden hatte.

Das wirkte. Sobald die drei sich am Morgen an den Frühstückstisch setzten, konnte Oma Berta wieder lachen. Noch war es Zeit, noch waren die Eltern nicht weggefahren, noch war nichts entschieden. Wer weiß, was bis dahin dazwischenkommen konnte.

Zufrieden mit dem, was er erreicht hatte, wandte sich Jojotu ab und glitt aus dem Haus. Jetzt hielt ihn hier nichts mehr. In Magihexanien hatte der kleine Broncho die Maginacht ohne ihn verbringen müssen. Wie mag das gegangen sein? Er wollte so schnell wie möglich zu ihm zurück. Er flog an Mond und Sonne vorbei und durch das Universum heim nach Magihexanien.

*

Broncho war währenddessen jedem hinterhergelaufen, den er sah. „Wann kommt Mama Jo zurück?“, hatte er unablässig gefragt.

„Bald, bald!“, vertrösteten ihn alle. Sie brachten ihm von der Quelle genügend Quellsaft, den er gierig trank. Doch niemand dachte daran, dass er nun in Jojotus Höhle in seinem Nest aus Mooskissen die Maginacht allein verbringen musste.

Als sich der Magitag neigte, die Dämmerung den bunten Bergen ihre Farben nahm, zog sich einer nach dem anderen in seine Höhle zurück und kroch in seinen Zipfelhut. Zuletzt war nur noch Pontulux, der Zwicker, draußen. Ihm, der schnell eifersüchtig und neidisch werden konnte, hatte es bereits nicht gepasst, dass Malipu, der Wissende, vom Herrn des Lebens den kleinen Maliputti zu seiner Hilfe bekommen hatte. So gefiel es ihm auch nicht, dass Jojotu jetzt der Mittelpunkt aller Magihexer war, weil er für den kleinen Broncho sorgen durfte.

Als er jetzt merkte, dass Broncho ihm zur Höhle folgte, weil sonst niemand mehr zu sehen war, drehte er sich um und fuhr den Kleinen an: „Was willst du? Hier kommst du nicht mit herein. Geh in eure Höhle zu deinem Nest.“

Sofort begann Broncho zu plärren: „Ich will zu Mama Jo!“

Das rief alle wieder heraus. „Was ist los?“ Einige rieben sich die Augen, sie hatten schon geschlafen. Schnell waren viele bereit, den Kleinen mit in ihre Höhle zu nehmen. Der aber quengelte: „Ich will in keine andere Höhle! Ich will zu Mama Jo!“

Malipu sprach schließlich ein Machtwort: „Verdreibelt noch einmal! Jojotu hat auf der Erde zu tun. Solange musst du bei einem andern schlafen. Basta!“

Da wagte Broncho nur noch leise zu fordern: „Ich will aber in mein Moosnest. Ich will nicht in eine andere Höhle.“

„Gut, dann kommt jemand zu dir. Wer macht das?“

Davon waren die Magihexer nicht begeistert. In einer anderen Höhle als ihrer zu schlafen, dazu waren sie nicht bereit. Einer nach dem andern wich zurück. Am Ende war es Zufido, der Zufriedene, mit der Engelsgeduld, der Broncho in die Höhle von Jojotu folgte.

Am nächsten Morgen lachte Broncho, trank seinen Quellsaft und rannte wieder diesem oder jenem mit der Frage hinterher: „Wann kommt Mama Jo zurück?“

„Du nervst!“, reagierten die Magihexer bald darauf.

Babahu, der Schabernack, bemühte sich, ihn abzulenken. „Komm, wir probieren, ob dich deine Flügel schon tragen. Wenn Jojotu heimkommt, wird er staunen, wenn du ihm entgegenfliegen kannst.“

Da war Broncho dabei. Ja, das wollte er. So ließ Babahu ihn mit ausgebreiteten Armen und Schwingen von einem niedrigen Felsen springen. Beim ersten Mal purzelte er auf seinen Schnabel und setzte sich enttäuscht auf seine Krallenfüße. „Es geht nicht. Mama Jo sagt, die Flügel müssen erst noch wachsen.“

„Flixdiwix! Sind das nicht bereits Flügel? Auch wenn sie dich nicht hoch tragen können, ein bisschen wird gehen. Versuch es noch einmal und bewege die Arme dabei.“ Babahu gab nicht auf.

Broncho ließ sich überreden. Wieder kroch er mit seinen Krallenbeinen auf den Felsen, stellte sich an den Rand, breitete die Arme aus, stieß sich ab und schlug zugleich einmal mit den Armen die Schwingen auf und nieder.

Diesmal fiel er nicht auf den Schnabel, sondern setzte richtig mit den Beinen auf. Verblüfft schaute er sich um. „Ich bin geflogen!“, rief er und kletterte gleich noch einmal auf den Felsen.

Die Magihexer, neugierig geworden, kamen näher und lachten. „Na, so sah das aber nicht aus!“, meinte einer.

„Doch, doch! Passt nur auf!“ Wieder schlug Broncho mit seinen Armen die noch kurzen Schwingen und stieß sich ab. Diesmal ließ er sie sogar weit ausgebreitet. Tastsächlich, jetzt glitt er sacht von dem Felsvorsprung herunter.

„Ich wusste, du kannst es. Nun versuche es vom Boden aus, ob deine Flügel auch deine Beine abheben“, schlug Babahu vor.

Sofort sprang Broncho von einem Krallenfuß auf den andern und schlug emsig dabei mit seinen kleinen Flügeln. Tatsächlich, seine Beine hoben sich dann und wann vom Boden ab. Er war außer sich vor Freude. „Ich kann es! Ich kann es! Mama Jo wird staunen. Wann kommt er endlich?“, fragte er sofort wieder.

„Bald, bald! Sei nicht so ungeduldig“, knurrte einer genervt.

„Das sagt ihr immer. Wann ist bald?“, maulte Broncho.

„Jetzt! Da, schau!“ Babahu hatte ihn zuerst erblickt. Jojotu kam um die Ecke eines Berges geschwebt.

Broncho drehte sich um, sah ihn und sprang los. „Mama Jo! Mama Jo!“ Aufgeregt schlug er mit seinen kleinen Flügeln. Holpernd schien er ihm entgegen zu gleiten. „Ich kann fliegen! Ich kann fliegen.“

„Tatsächlich!“, staunte Jojotu. „Doch ein bisschen musst du noch üben, glaube ich.“ Lachend nahm er ihn in seine Arme.

„Gut, dass du wieder da bist. Broncho dreht fast durch, wenn du fort bist.“ Zufido war erleichtert. In der nächsten Maginacht konnte er wieder in seiner eigenen Höhle schlafen.