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Juju, die elfjährige Tochter der Arztfamilie Holl, liebt Tiere über alles. Als sie an der Bushaltestelle eine hilflose Katze findet, wird ihr Herz weich, und sie nimmt das Tier kurzerhand mit nach Hause. In der Villa der Holls erkundet die Katze erstmal die Umgebung und verheddert sich dabei in einem Wollknäuel. Als Juju sie befreien will, beißt das Tier zu.
Die Wunde ist tief und blutet, aber Juju bleibt tapfer. Am liebsten würde sie ihren Eltern den Biss verschweigen, denn sie will, dass die Katze bei ihnen bleiben darf. Was Juju nicht weiß: Ein Katzenbiss kann schwere, in seltenen Fällen sogar lebensbedrohliche Folgen haben ...
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Seitenzahl: 120
Veröffentlichungsjahr: 2024
Cover
Sanfte Pfoten, spitze Zähne
Vorschau
Impressum
Sanfte Pfoten, spitze Zähne
Arztroman über einen Katzenbiss mit ungeahnten Folgen
Von Mona Marquardt
Juju, die elfjährige Tochter der Arztfamilie Holl, liebt Tiere über alles. Als sie an der Bushaltestelle eine hilflose Katze findet, wird ihr Herz weich, und sie nimmt das Tier kurzerhand mit nach Hause. In der Villa der Holls erkundet die Katze die Umgebung und verheddert sich in einem Wollknäuel. Als Juju sie befreien will, beißt das Tier zu.
Die Wunde ist tief und blutet, aber Juju bleibt tapfer. Am liebsten würde sie ihren Eltern den Biss verschweigen, denn sie will, dass die Katze bei ihnen bleiben darf. Was Juju nicht weiß: Ein Katzenbiss kann schwere, in seltenen Fällen sogar lebensbedrohliche Folgen haben ...
»Einen wunderschönen guten Morgen.« Gut gelaunt grüßte Dr. Peter Donat seine Kollegin, die er an diesem Tag in der Notaufnahme der Berling-Klinik unterstützte. »Ich habe dich heute Morgen in der U-Bahn vermisst.«
Dr. Anke Petersen stand am Counter und sortierte ihre Unterlagen.
»Ich bin schon ewig hier.«
»Für senile Bettflucht bist du eindeutig zu jung.«
Dr. Petersen lächelte gequält. »Meine Wohnungsnachbarin hat seit ein paar Wochen eine Katze, die heute früh um fünf Uhr schon auf dem Balkon miaut hat.«
»Und du glaubst, hier ist es ruhiger?«, scherzte Dr. Donat.
»Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.« Anke Petersen hatte kaum ausgesprochen, als eine zornige Frauenstimme die Ambulanz erschütterte.
»Ich habe dir schon tausendmal gesagt, dass ich nicht in die Klinik will!«
»Finde dich bitte jetzt damit ab, dass wir hier sind.« Mit Engelszungen redete Manfred Döring auf seine Frau Ruth ein. Hilfesuchend sah er sich nach Dr. Anke Petersen um, die dem Paar zu Hilfe eilte.
»Was kann ich für Sie tun?«
»Gar nichts«, zeterte Ruth. »Mein Mann übertreibt mal wieder maßlos.«
Fred unterdrückte ein Seufzen und winkte die Ärztin mit sich in eine ruhige Ecke des Behandlungsraums.
»So ist meine Frau normalerweise nie«, versicherte er. »Ich weiß einfach nicht, was mit ihr los ist.«
»Deshalb haben Sie sie hergebracht? Weil sie komisch ist?«
»Nein, natürlich nicht. Sie ist seit einigen Wochen krank, hat sich aber bislang hartnäckig geweigert, zum Arzt zu gehen. Nachdem es immer schlimmer wird, habe ich sie unter einem Vorwand hergebracht.«
Wieder gellte Ruths Stimme durch den Raum. Schwester Maria versuchte, ihre Patientin zu beruhigen.
»Was fehlt Ihrer Frau denn?«, forschte Dr. Petersen weiter.
»Abgesehen von diesen Tobsuchtsanfällen – sie kommen immer aus heiterem Himmel – hat sie seit ein paar Wochen Husten und Fieber. Außerdem verkrampft sie sich manchmal so seltsam. Das macht mir jedes Mal richtig Angst.«
»Bitte beruhigen Sie sich.« Anke Petersen schenkte dem aufgebrachten Mann ein Lächeln. »Wir kümmern uns um Ihre Frau. Hier ist sie in den besten Händen.« Sie nickte Pfleger Rolf zu, der eine neue Medikamentenlieferung in einen der Schränke einsortiert hatte. »Zeigen Sie Herrn Döring bitte den Aufenthaltsraum? Sobald ich mehr weiß, sage ich Ihnen Bescheid.«
Sie sah den beiden Männern nach, bis sich die Tür zum Behandlungsraum hinter ihnen geschlossen hatte. Erst dann trat sie an die Behandlungsliege. Noch immer schimpfte Ruth Döring leise vor sich hin. Schwester Maria hatte inzwischen Puls und Blutdruck gemessen und informierte die Ärztin über die Ergebnisse.
Dr. Petersen beugte sich über ihre Patientin.
»Dann wollen wir mal sehen. Ihre Augen tränen ziemlich stark. Seit wann ist das so?«
»Keine Ahnung«, lautete die wenig freundliche Antwort. »Vier Wochen oder so. Daran stirbt man aber nicht.«
Anke Petersen dachte nicht daran, sich beirren zu lassen. »Dabei könnte es sich um eine Bindehautentzündung handeln«, mutmaßte sie. Unbeeindruckt setzte sie ihre Bestandsaufnahme fort. »Außerdem haben Sie Fieber.« Ihr Blick fiel auf den Verband an Ruths linker Hand. »Was ist da passiert?«
»Da bin ich beim Brotschneiden mit dem Messer abgerutscht. Aber das ist schon Wochen her.«
Dr. Petersen entfernte den Verband. Die Haut um die Wunde war stark gerötet, Sekret trat aus dem Schnitt.
»Die Verletzung heilt sehr schlecht. Wann hatten Sie Ihre letzte Tetanus-Impfung?«
»Woher soll ich das wissen?«
Dr. Petersen überlegte nicht lange. »Schwester Maria wird Ihnen jetzt Blut abnehmen. Ich sage Ihrem Mann inzwischen, dass wir Sie stationär aufnehmen, bis uns ein Ergebnis vorliegt.«
Ruths Keifen begleitete sie über den Klinikflur. Beim Anblick der Ärztin sprang Manfred Döring vom Stuhl auf.
»Was ist mit meiner Frau?«
Doch so weit war Anke Petersen noch nicht.
»Sie sagten vorhin, Ihre Frau würde sich komisch benehmen. Was genau meinten Sie damit?«
»Normalerweise ist Ruth die Ruhe und Liebe in Person. Aber in letzter Zeit wird sie manchmal so furchtbar wütend. Und das eigentlich immer ohne Grund. Und dann wird sie auf einmal wieder ganz still.« Er schickte der Ärztin einen verzweifelten Blick. »Sie können sich gar nicht vorstellen, wie unheimlich das ist. Manchmal erkenne ich meine Ruth gar nicht wieder.«
Tröstend legte Dr. Petersen eine Hand auf den Arm des besorgten Ehemannes. Sie befragte ihn nach dem Schnitt im Finger und danach, ob er in letzter Zeit sonst noch etwas bemerkt hatte.
»Bitte, denken Sie nach!«, bat sie inständig. »Jede noch so unbedeutende Kleinigkeit kann wichtig sein.«
***
Der Wonnemonat Mai tat seinem Namen alle Ehre und beglückte die Einwohner von München mit herrlichem Frühlingswetter.
Die Sonne ließ auch das Zimmer von Chris Holls Freundin leuchten. Durch das gekippte Fenster spürte Lara die laue Frühlingsluft, roch das Gras und die Wiesenblumen, die im Sonnenschein voll erblüht waren. Das Zwitschern der Vögel vermischte sich mit dem Plätschern des Teichs in ihrem Garten.
Lara liebte diese Jahreszeit und war obendrein glücklich verliebt. Trotzdem konnte sie an diesem Nachmittag nicht lachen.
»Rasputin ist seit drei Tagen nicht nach Hause gekommen«, klagte sie ihrem Freund ihr Leid.
»Er ist doch öfter mal auf Streifzug.« Der fünfzehnjährige Arztsohn stand am Fenster und ließ den Blick über den blühenden Garten schweifen. »Vielleicht liegt er in einer Schachtel in Nachbars Gartenhaus. Das macht er doch so gerne.«
»Da habe ich auch schon nachgefragt, und Herr Brunner hat extra nachgesehen. Vergeblich.« Lara suchte Trost in Chris' Armen. »Ich mache mir solche Sorgen. So lange war er noch nie verschwunden. Hoffentlich ist er nicht überfahren worden.«
»Hast du das Haus schon gründlich abgesucht? Vielleicht ist er erschrocken und hat sich irgendwo verkrochen und traut sich jetzt nicht mehr aus seinem Versteck hervor.«
»Ich habe in jede Ecke geschaut und sogar auf dem Dachboden nachgesehen.« Die Sorgen standen Lara ins hübsche Gesicht geschrieben.
»Dann müssen wir ihn eben suchen gehen«, beschloss Chris ohne Zögern. »Katzen werden öfter mal versehentlich in Garagen oder Kellern eingesperrt. Gerade jetzt, wenn die Haustüren wieder offen stehen, kann so etwas schnell passieren«, dachte er laut nach. »Dein ganzes Handy ist doch voll mit Katzenfotos. Wir gehen von Tür zu Tür und zeigen jedem ein Bild von Rasputin. Bestimmt hat ihn jemand gesehen.«
Der Optimismus ihres Freundes machte Lara neuen Mut. Schon sah sie nicht mehr ganz so traurig aus.
»Hilfst du mir, so ein Suchplakat auf dem Computer zu erstellen? Das könnten wir in der ganzen Siedlung aufhängen und überall verteilen.«
»Euer Wunsch ist mir Befehl, Prinzessin.« Chris machte eine übertriebene Verbeugung, und zum ersten Mal an diesem Tag konnte Lara wieder lachen.
***
Wie jeden Tag erwartete der Klinikleiter Stefan Holl zu Dienstbeginn einen Teil seines Personals zum Morgengebet, wie die Versammlung von manchen scherzhaft genannt wurde. In der Regel nahmen Oberärztinnen und -ärzte und Oberschwestern teil, doch die Tür stand natürlich allen Mitarbeitern offen.
Bei diesen Treffen ließ sich Dr. Holl von den Geschehnissen des vergangenen Tages und der Nacht berichten. In wechselnder Besetzung wurden Behandlungen und Diagnosen besprochen. An diesem Morgen war auch Dr. Anke Petersen mit von der Partie. Sie berichtete von ihrer Patientin Ruth Döring. Noch immer gab es keinen Hinweis darauf, an welcher Krankheit sie litt. Über Nacht hatte sich ihr Zustand verschlechtert.
»Der Verdacht auf eine Sepsis hat sich genauso wenig erhärtet wie die Vermutung, sie könnte an Tetanus erkrankt sein«, berichtete die Notärztin den Kollegen von ihrer erfolglosen Suche. »Sämtliche Symptome sind unspezifisch. Auch die Befragung der Patientin und ihres Ehemannes hat uns nicht weitergebracht.« Sie sah hinüber zu ihrem Chef. »Ihr detektivischer Spürsinn ist berüchtigt in der Klinik. Deshalb wollte ich Sie um Hilfe bitten. Vier Augen sehen bekanntlich mehr als zwei.« Sie garnierte ihre Worte mit einem unwiderstehlichen Lächeln.
»Ihr Vertrauen ehrt mich, und ich versuche gerne mein Glück. Allerdings kann ich nichts versprechen«, warnte Dr. Holl, der gleich nach der Besprechung Ruth Dörings Patientenakte auf dem Tablet studierte.
Schließlich machte er sich auf den Weg zu der Patientin. Sie war nicht allein.
»Fred Döring«, stellte sich der Mann im Zimmer vor und begrüßte Dr. Holl herzlich.
Seine Frau dagegen lag still im Bett. Dem Wutanfall des vergangenen Tages waren Krämpfe gefolgt, die Ruth mit schmerzenden Muskeln zurückgelassen hatten. Sie antwortete nur einsilbig auf die Fragen des Klinikleiters.
»Lassen Sie uns ein paar Schritte gehen«, schlug Stefan Holl dem geplagten Ehemann schließlich vor.
Seite an Seite schlenderten die beiden Männer über den Klinikflur.
»Erinnern Sie sich an irgendein Ereignis in den vergangenen Wochen? Hat sich Ihre Frau noch andere Verletzungen zugezogen? Hat sie irgendetwas gegessen und später über Übelkeit geklagt? War Ihre Frau erkältet oder an Covid erkrankt?«
Betrübt schüttelte Manfred Döring den Kopf. »Diese Fragen hat mir die nette Ärztin gestern auch schon gestellt, und ich habe die halbe Nacht darüber nachgedacht.« Er seufzte. »Seit wir in Rente sind, ist unser Leben nicht mehr besonders spannend. Ein Glück, dass wir unsere Katze haben. Sie sorgt wenigstens hin und wieder für etwas Abwechslung.«
Stefan Holl wurde hellhörig.
»Inwiefern?«
»Manchmal bringt Minka eine Maus ins Haus, die sie dort freilässt. Damit hält sie uns ziemlich auf Trab.« Ein anderer Vorfall kam ihm in den Sinn. »Vor ein paar Wochen hat sie doch tatsächlich eine Fledermaus nach Hause gebracht. Ruth war entsetzt und hat ihr das verletzte Tier abgeluchst. Bevor sie es aber zum Tierarzt bringen konnte, ist es leider gestorben.« Was für eine schmerzliche Erinnerung. »Wissen Sie, meine Frau ist ein sehr mitfühlender Mensch. Sie war sehr traurig darüber.« Fred schüttelte den Kopf. »Komisch. Wenn ich mich so daran erinnere, kommt sie mir jetzt vor wie ein anderer Mensch.
»Wissen Sie, ob diese Fledermaus Ihre Frau gebissen hat?« Die Frage des Klinikleiters kam wie aus der Pistole geschossen.
Verwundert schüttelte Manfred den Kopf. »Nicht dass ich wüsste. Warum fragen Sie?«
»Bei einigen Fledermausarten gibt es vermehrt Tiere, die unter Tollwut leiden.« Erst kürzlich hatte Stefan Holl einen Artikel in einem der zahlreichen Fachmagazine gelesen, die jeden Tag auf seinem Schreibtisch landeten. »Das könnte des Rätsels Lösung sein.« Plötzlich hatte er es eilig. »Bitte entschuldigen Sie mich. Ich werde sofort alle nötigen Tests in die Wege leiten.«
»Aber ...«, rief Fred Döring dem Klinikleiter noch nach. Doch seine Stimme verhallte ungehört auf dem Flur.
***
Samstagvormittag im Hause Holl. Sehr zu Jujus Freude hatten sich ihre Geschwister – die erwachsenen Zwillinge Marc und Dani – die Ehre gegeben, waren der Einladung ihrer Eltern gefolgt und zum Frühstück vorbeigekommen. Das elfjährige Nesthäkchen liebte es, die ganze Familie um sich zu scharen.
Nach dem Frühstück saßen sie noch gemütlich beisammen und plauderten. Das Telefon klingelte, Stefan verließ den Raum. Diese Gelegenheit nutzte Julia, um voller Stolz das erste Paar Socken hochzuhalten, das sie in ihrem Leben gestrickt hatte.
»Und? Was sagt ihr?«
Marc legte den Kopf schief. »Wer in unserer Familie hat Klumpfüße?«
Chris und seine ältere Schwester Dani lachten prustend los.
Julia dagegen verdrehte die Augen.
»Die sehen nur jetzt so komisch aus. Angezogen normalisiert sich die Form.« Das hatte jedenfalls Haushälterin Cäcilie versprochen.
»Entschuldige, das war nicht so gemeint. Die sehen nur wirklich lustig aus.« Marc schmunzelte. »Für wen sind die?«
Juju reckte die schmale Kinderbrust heraus.
»Mama und ich häkeln und stricken für eine Obdachlosenunterkunft.«
»Das ehrt euch. Aber für das Geld, das die Wolle vermutlich gekostet hat, hättet ihr mindestens fünf Paar Socken im Geschäft kaufen können«, gab Marc zu bedenken.
Juju konnte nur den Kopf schütteln über solche Ideen.
»Das ist ja mal wieder typisch Mann«, monierte sie. »Hast du schon mal daran gedacht, mit wie viel Liebe und Mühe unsere Sachen gemacht sind? Das ist viel mehr wert, als einfach irgendwas im nächsten Laden zu kaufen. Das zeigt den armen Leuten, dass sie etwas wert sind.« Auf der Suche nach einem passenden Vergleich wurden ihre Augen schmal. »Dir schmeckt doch auch ein mit Liebe zubereitetes Frühstück besser als eines im Café.«
Marc hatte sichtlich Spaß daran, seine kleine Schwester zu necken.
»Ich würde sagen, das kommt darauf an«, erwiderte er und lachte über Jujus empörte Miene, ehe er fortfuhr. »Wenn Cäcilie oder Mama dieses Café betreiben ...«
Die Kinder lachten und Julia mit ihnen. Nur Stefan, der soeben zurückgekehrt war, saß still an seinem Platz.
»Und was ist mit dir, mein Schatz?«, wandte sich Julia an ihren Mann.
Wie aus einem Traum erwacht, blickte Stefan auf.
»Wie bitte? Was?« Er sammelte sich. Schließlich gestand er: »Leider habe ich schlechte Nachrichten. Daniel hat angerufen. Ich muss gleich noch einmal in die Klinik.« Wenn sein Stellvertreter und bester Freund an einem freien Tag um ein Gespräch bat, war Not am Mann.
Das wusste auch Julia. Trotzdem war sie enttäuscht.
»Wir wollten doch heute endlich wieder einmal das schöne Wetter genießen. Zusammen Fahrrad fahren und auf dem Rückweg dieses neue Restaurant ausprobieren.«
»Ich weiß und es tut mir wahnsinnig leid, mein Liebling. Aber Daniel hat darauf bestanden.« Stefan beugte sich über seine Frau und küsste sie.
Einen ganz kurzen Moment huschte ein Schatten über sein Gesicht. Niemand bemerkte es, und als er sich von seiner Frau löste, war alles wie immer.
Julia rang sich ein Lächeln ab. Sie streichelte über seine Wange.
»Entschuldige, ich wollte nicht egoistisch sein. Daniel würde dich niemals leichtfertig an einem freien Tag stören. Aber ab und zu ein bisschen Zweisamkeit wäre wirklich schön.«
»Das holen wir nach.« Stefan hob die drei Finger der rechten Hand zum Schwur. »Versprochen.«
Es war Julia anzusehen, dass sie nicht recht daran glaubte. Aber ihre Enttäuschung war schon verflogen, denn Juju schmiedete bereits in den schönsten Farben neue Pläne.
»Heute findet in München ein Wollmarkt statt. Dort könnten wir Nachschub für meine Häkelprojekte kaufen und nebenbei noch ein paar Suchzettel für Rasputin aufhängen.«
»Das ist eine tolle Idee«, meinte Julia, und schon strahlten ihre Augen wieder mit der Sonne um die Wette.
***
