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Eine neunte Klasse eines Kölner Gymnasiums bricht zur Klassenfahrt nach Bayern auf. In den Wäldern im Umland von München unternehmen die Schüler naturkundliche Exkursionen. Begleitet werden sie von Alan Markovic, dem Strahlemann unter den Lehrern, und von Finja Larsen, die wegen ihrer strengen, ruppigen Art bei den Schülern alles andere als beliebt ist.
Bei einem Spaziergang entdeckt Alan einen Fliegenpilz. Er erklärt seinen Schülern, dass man aus ihm eine Droge herstellen kann. Die Schüler Laurin und Oli grinsen sich an. Ihr Blick geht zu Finja Larsen und dann zu der Thermoskanne, aus der sie immer ihren Tee trinkt. Die beiden Jungen hecken einen Plan aus ...
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Seitenzahl: 124
Veröffentlichungsjahr: 2024
Cover
Was geschah auf der Klassenfahrt?
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Impressum
Was geschah auf der Klassenfahrt?
Eine Lehrerin leidet an rätselhaften Symptomen
Von Mona Marquardt
Eine neunte Klasse eines Kölner Gymnasiums bricht zur Klassenfahrt nach Bayern auf. In den Wäldern im Umland von München unternehmen die Schüler naturkundliche Exkursionen. Begleitet werden sie von Alan Markovic, dem Strahlemann unter den Lehrern, und von Finja Larsen, die wegen ihrer strengen, ruppigen Art bei den Schülern alles andere als beliebt ist.
Bei einem Spaziergang entdeckt Alan einen Fliegenpilz. Er erklärt seinen Schülern, dass man aus ihm eine Droge herstellen kann. Die Schüler Laurin und Oli grinsen sich an. Ihr Blick geht zu Finja Larsen und dann zu der Thermoskanne, aus der sie immer ihren Tee trinkt. Die beiden Jungen hecken einen Plan aus ...
Noch bevor Dr. Stefan Holl an diesem Herbstmorgen die Augen aufschlug, wusste er, dass etwas nicht stimmte. Ein fernes Knirschen hatte ihn geweckt, das sich nach und nach zu einem bedrohlich lauten Brummen steigerte.
Mit geschlossenen Augen schob er die Hand auf die andere Bettseite.
»Hörst du das auch?«
Alles, was er fühlte, war eine kalte Leere. Das Bett neben ihm war leer.
Stefans Herz zog sich schmerzhaft zusammen, sein Atem ging schneller. Wie eine eiserne Faust packte ihn die Angst vor einem weiteren Herzinfarkt.
Mit einem Schlag war er hellwach. Er setzte sich im Bett auf und konzentrierte sich auf seinen Atem. Ein und aus, ein und aus, ganz so, wie er es in der Reha gelernt hatte.
Nach und nach beruhigte sich sein Herzschlag, endlich konnte er wieder klar denken.
Die Jalousien waren noch geschlossen, durch die Ritzen schien das erste Licht des Tages. Es fiel auf die Kommode gegenüber und ließ die Fotos in großen und kleinen Rahmen strahlen. Eine Sammlung fröhlicher Momente aus einem halben Leben, die Stefan jedes Mal wieder und besonders nach seiner gesundheitlichen Krise ein Lächeln ins Gesicht zauberten. Wie glücklich er doch war, trotz allem!
Stefan Holl warf einen Blick auf die Uhr. Erst kurz nach sechs. Das Brummen von nebenan war längst verstummt. Kaffeeduft erfüllte die Luft. Natürlich, das Brummen war von der High-Tech-Kaffeemühle gekommen, die Marc, der älteste Sohn der Familie Holl, seiner Mutter erst neulich geschenkt hatte.
Stefan suchte noch nach seinem Shirt, als er die Schritte auf der Treppe hörte. Ein Stoß, die Tür schwang auf, und Julia erschien mit einem Tablett in der Hand.
»Du bist ja schon wach!« Sie stellte ihre Last auf dem Bett ab, beugte sich über ihren Mann und küsste ihn. »Guten Morgen, mein Schatz.«
Eine Spur zu hastig küsste Stefan sie zurück. Sein Blick huschte über Pancakes und Milchkaffee, über Obstsalat und Müsli.
Schlagartig meldete sich sein Gewissen zu Wort. Hatte seine Hirnblutung doch einen Schaden verursacht, der sich erst jetzt bemerkbar machte?
»Habe ich etwa irgendwas vergessen? Deinen Geburtstag? Unseren Hochzeitstag?«
Lachend schlüpfte Julia unter die Bettdecke.
»Keine Sorge. Ich dachte nur, dass wir ab und zu mal etwas an unserer Routine ändern sollten.« Nicht nur Stefan machte sich Gedanken darüber, wie sein Leben nach dem Warnschuss in Zukunft aussehen sollte. »Im Internet habe ich gelesen, dass der immer gleiche, unromantische Trott Gift ist für eine lange Beziehung.«
Julia bestrich einen Pancake mit Cäcilies Erdbeermarmelade vom vergangenen Sommer und hielt ihrem Liebsten den Teller hin.
»Deshalb dachte ich mir, wir könnten den Tag ausnahmsweise mit Frühstück im Bett beginnen. Mal abgesehen davon, dass du dir ein Verwöhnprogramm redlich verdient hast.« Zufrieden sah sie ihrem Mann dabei zu, wie er den kleinen Pfannkuchen mit Appetit verspeiste. Der Teig war weich, die Marmelade süß und klebrig auf seiner Zunge. »Zuerst der Herzinfarkt und dann auch noch die Hirnblutung ... Ich finde es bewundernswert, wie hart du an deiner Genesung gearbeitet, keine Therapiestunde und keine Rehamaßnahme ausgelassen hast. Dafür hast du dir mehr als nur ein kleines Frühstück im Bett verdient.«
Stefan trank einen Schluck Kaffee. Dabei ließ er seine Frau nicht aus den Augen. Manchmal konnte er es selbst nicht glauben, dass er mit einem blauen Auge davongekommen war. Durch logopädische, ergo- und physiotherapeutische Behandlungen hatte er die anfänglichen Sprach- und Bewegungsstörungen ganz überwunden. Unermüdlich hatte er sein Gedächtnis trainiert. Meditations- und Yogaeinheiten halfen ihm dabei, den Kopfschmerz in den Griff zu bekommen, der ihm hin und wieder noch das Leben schwer machte. Diese Entspannungsmethoden halfen ihm auch dabei, die Panikattacken und die Angst zu überwinden, an denen er seit dem Herzinfarkt immer wieder litt.
Eine tiefe Dankbarkeit ließ ihn lächeln.
»Ohne dich und die Kinder, ohne euren Glauben an mich und eure unermüdliche Unterstützung hätte ich das alles nicht geschafft.« Seine Stimme war rau vor Rührung.
Und auch Julias Augen glänzten verdächtig. Auch für sie waren die vergangenen Monate hart gewesen. Davon zeugten die feinen Linien, die die Erschöpfung in ihre Haut gegraben hatte. Und noch immer war sie nah am Wasser gebaut.
»Wenn du sentimental wirst, bringe ich dir nie mehr wieder Frühstück ans Bett«, schimpfte sie und blinzelte mühsam die Tränen fort. Mit so einer Wirkung ihrer kleinen Überraschung hatte sie wirklich nicht gerechnet. »Wir sollten essen, bevor alles kalt wird.«
Widerspruchslos fügte sich Stefan in sein Schicksal. Eine Weile war nichts zu hören außer dem Klappern von Geschirr und Besteck.
»Apropos Routine«, brach er die Stille schließlich. »Ich mache mir ja auch so meine Gedanken.« Er beugte sich zu Julia und küsste ihr einen Klecks Marmelade aus dem Mundwinkel. »Was hältst du davon, wenn wir wieder mal ein Wochenende mit Daniel und Nathalie verbringen?«
Julias Augen strahlten.
»Was für eine schöne Idee! Wie lange ist es her, dass wir zusammen in Rottach waren? Es müssen Jahre sein.«
»Viel zu lange auf jeden Fall.« Stefan freute sich, dass sein Plan Anklang fand. »Dann rede ich gleich nachher in der Klinik mit Daniel.« Zufrieden leerte er seine Kaffeetasse.
Konnte ein Morgen besser beginnen?
***
Wie an jedem anderen Tag herrschte auch an diesem Morgen hektische Betriebsamkeit im Lehrerzimmer des Kölner Gymnasiums. Kaffeeduft lag in der Luft, vermischt mit dem Geruch von frisch bedrucktem Papier. Ein paar Kollegen saßen sich am großen Besprechungstisch gegenüber und sortierten ihre Unterrichtsmaterialien. Die Geschichtslehrerin Sandra Köhler heftete Arbeitsblätter in ihrem Ordner ab, während Karl Schmied in seinem Tablet las. In einer Ecke standen drei Lehrer zusammen und unterhielten sich über den neuesten Klatsch.
Wann immer sich die Tür öffnete, gingen die Köpfe hoch. Zehn Minuten vor acht wehte der Deutschlehrer Alan Markovic wie eine frische Brise herein.
»Einen wunderschönen guten Morgen.«
Sein Lachen strahlte mit seinen Augen um die Wette, als er den Raum rasterte. Er sonnte sich in den bewundernden Blicken der Kolleginnen und Kollegen.
»Coole Frisur, Sandra, warst du beim Friseur? Dieser Anzug hat echt Stil, Jonas. Und du, meine Geschichtsfee, hattest du einen schönen Abend gestern? Deine Augen leuchten so.«
Für fast jeden der anwesenden Kollegen hatte er ein kleines Kompliment parat und zauberte ein Lächeln in die Gesichter.
Nur Finja Larsen schien immun zu sein gegen seinen Charme. Sie hob kaum den Blick von ihren Unterlagen. Und was war das? Täuschte er sich oder lag an diesem Morgen ein spöttischer Ausdruck in ihren Augen?
Alan ließ sich auf einen freien Stuhl fallen. Er zog den Laptop aus der Tasche, während er Finja unauffällig musterte. Die dunkelblonden Locken fielen ihr ins Gesicht. Ob ihr Haar so weich war, wie es aussah?
Er überlegte nur kurz, zückte sein Handy und tippte eine Nachricht ein. Finjas Mobiltelefon vibrierte. Sie sah aufs Display und zog die Augenbrauen hoch. Alan erntete einen missbilligenden Blick. Die schriftliche Antwort folgte auf den Fuß.
Vergiss es. Ich gehe grundsätzlich nicht mit Kollegen aus. Welchen Teil dieses Satzes verstehst du nicht, dass du immer wieder nachfragst?
Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt, schrieb Alan.
Dann versetze ich ihr jetzt den Todesstoß, erwiderte Finja und schickte noch nicht einmal ein lachendes Gesicht mit.
Im nächsten Augenblick warf Alan das Handy mit einer theatralischen Geste auf den Tisch. Er legte den Kopf in den Nacken, presste beide Hände aufs Herz und stöhnte erbarmungswürdig. Keiner der Kollegen ahnte, worum es ging. Sie lachten aber trotzdem ob der oscarreifen Darbietung.
Auch Finja fiel es schwer, ernst zu bleiben. Sie zwang sich, wegzusehen, und konzentrierte sich wieder auf ihre Unterrichtsvorbereitung. Um fünf nach acht packte sie ihre Sachen zusammen und verließ das Lehrerzimmer.
Alan sah ihr aus schmalen Augen nach. Diese Ablehnung war er nicht gewohnt. Früher oder später hatte er noch jede noch so harte Schale geknackt.
»Mach dir nichts draus.« Jonas klopfte ihm auf die Schulter. »Auch andere Mütter haben schöne Töchter.«
Das wusste Alan natürlich. Aber besonders reizvoll waren leider die Frauen, die augenscheinlich nichts von ihm wissen wollten.
Gedankenverloren machte auch er sich auf den Weg in seine Klasse, als sein Handy in seiner Hosentasche vibrierte. Sofort schlug sein Herz schneller. Ob Finja es sich anders überlegt hatte? Aber nein, die Nachricht stammte von seiner Ex-Freundin Tamara.
Obwohl sie wegen seiner Flirtereien seit über einem Jahr getrennt waren und er inzwischen von München nach Köln gezogen war, hielt sie hartnäckig den Kontakt. Alan fühlte sich geschmeichelt. Wer wusste schon, was die Zukunft brachte? Mal abgesehen davon hätte er die Beziehung nie beendet. Tamara war nicht nur ausgesprochen hübsch, sondern auch noch schlank und sportlich. Da sie ebenfalls Lehrerin war, hatte ihr Tagesablauf perfekt zu seinem gepasst. Wenn sie nur nicht so furchtbar anhänglich und eifersüchtig gewesen wäre und sich das herrlich leichte Leben damit unnötig schwer gemacht hätte ...
Der Gong weckte Alan aus seinen Münchner Erinnerungen. Er schickte Tamara noch ein Herzchen, ehe er seine Klasse betrat. Höchste Zeit, sich wieder auf Gegenwart und Zukunft zu konzentrieren. Und darauf, Finja Larsen wenigstens ein Lächeln zu entlocken.
***
Trotz der frühen Stunde herrschte schon lebhafter Betrieb in der Berling-Klinik. Unermüdlich öffneten und schlossen sich die Schiebetüren. Patienten in Jogginganzug oder Morgenmantel warteten ungeduldig auf ihre Besucher. Andere wurden im Rollstuhl von Schwestern oder Pflegern zu Untersuchungen gebracht.
An der Rezeption wartete eine Mutter darauf, an die Reihe zu kommen. Sie hielt ihr weinendes Kind im Arm und redete tröstend auf das kleine Mädchen ein.
All das und noch viel mehr beobachtete der Klinikleiter Stefan Holl. Nach seiner schweren Erkrankung musste und wollte er besonders in der Arbeit eine andere Gangart einschlagen. Er gab so viele Termine wie möglich ab und hatte auf einmal Zeit für Dinge, auf die er früher nie geachtet hatte.
Auf dem Weg durch das Foyer in Richtung Treppenhaus sah er dem munteren Treiben zu, als eine bekannte Stimme an sein Ohr drang.
»Dann ordnen Sie doch bitte eine Magenspiegelung bei dem Patienten an. Sobald der Befund vorliegt, komme ich dazu.« Mit dem Hörer am Ohr eilte Dr. Daniel Falk, stellvertretender Leiter der Klinik, an seinem besten Freund vorbei.
Stefan Holl heftete sich an seine Fersen. Vor dem Aufzug blieb Daniel stehen.
»Natürlich kann das dauern. Ein bisschen Geduld müsst ihr schon haben«, fuhr er fort und schickte Stefan ein entschuldigendes Lächeln. »Ja, natürlich weiß ich das. Ich tue, was ich kann.«
Dr. Holls Geduld wurde auf eine harte Probe gestellt. Doch endlich war das Gespräch beendet. Daniel Falk legte auf und wandte sich an seinen Freund.
»Guten Morgen, mein Bester. Wie geht's, wie steht's?«
»Sehr gut. Und bei dir?«
»Auch gut.« Daniel runzelte die Stirn. »Du wirkst so nachdenklich. Kann ich irgendwas für dich tun?«
»Denkst du auch manchmal an unsere gemeinsamen Wochenenden mit Julia, Nathalie und den Kindern? Ich dachte ...«
Schon wieder klingelte Dr. Falks Telefon. Gleichzeitig öffneten sich die Aufzugtüren.
»Tut mir leid.« Mit dem Handy in der Hand zuckte Daniel mit den Schultern. »Du hörst es ja. Mein Typ wird verlangt. Aber wir können später reden.« Er hob die Hand zum Gruß und verschwand im Aufzug. »Fährst du mit?«
Stefan Holl schüttelte den Kopf. Genügend Bewegung war ein Teil seiner Therapie. Wie immer in letzter Zeit nahm er die Treppen nach oben. Sein Herz schlug kräftig und regelmäßig. Ein beruhigendes Gefühl! Doch daran dachte er nicht, als der das Vorzimmer betrat.
»Guten Morgen, Chef!« Seine Sekretärin Moni Wolfram strahlte ihn an.
»Wenigstens Sie haben immer für mich Zeit.«
Moni lachte.
»Ich denke, das ist einer der Gründe, warum Sie mich eingestellt haben.« Sie las in seiner Miene. »Was kann ich für Sie tun?«
Wie gut sie ihn doch kannte!
»Seit ich es ruhiger angehen lasse, habe ich viel mehr Zeit, über verschiedene Dinge nachzudenken«, sagte er und seufzte. »Leider gelingt es mir nicht, mich mit meinen Kollegen über meine Erkenntnisse auszutauschen. Daniel Falk zum Beispiel. Seit Tagen versuche ich, mit ihm zu sprechen. Aber er ist ständig auf dem Sprung oder am Telefon.«
»Er ist eben ein vielbeschäftigter Mann«, erwiderte Moni, als sich ein verschmitztes Lächeln auf ihr Gesicht stahl. »Andererseits sind Sie der Klinikleiter. Wenn ich mich nicht irre, hat diese Position auch ihre Vorteile.« Sie deutete auf ihren Tischkalender.
»Sie haben recht.« Stefan erwiderte ihr Lächeln. »Bitte stellen Sie Doktor Falk so schnell wie möglich einen Termin in seinen Kalender. Es geht um den Patienten Konrad. Und bitte machen Sie es dringend.«
»Wird gemacht, Chef.« Den Bildschirm fest im Blick, flogen Monis Finger über die Tastatur. »Doktor Falk ist in einer halben Stunde bei Ihnen.«
Das war ja leichter gewesen als gedacht! Mit einer Tasse Tee setzte sich Stefan Holl an seinen Schreibtisch und vertiefte sich in das Protokoll der letzten Sitzung des Hygienerats. Als es klopfte, schreckte er hoch.
»Daniel, du bist es schon?«
»Warum hast du nicht vorhin schon gesagt, dass es dringend ist.« Sein Blick fiel auf den Monitor an der Wand. Malte Konrads Röntgenaufnahme war geöffnet.
»Die Bilder von Herrn Konrad, endlich! Sind sie gerade reingekommen?« Ohne auf eine Antwort zu warten, trat er näher an den Bildschirm. »Die Milz, wie ich es mir gedacht habe ...«
»Keine Sorge, der Patient wird schon vom Kollegen Jordan versorgt.«
Daniel Falk drehte sich zu Stefan um.
»Ich verstehe nicht ...«
»Nachdem du mir in letzter Zeit immer entwischst, blieb mir keine Wahl.« Stefan Holl garnierte seine Worte mit einem Grinsen. »Kann ich dir etwas anbieten? Einen Tee vielleicht?« Er deutete auf seine Tasse.
Im ersten Moment wollte Dr. Falk ablehnen und zum nächsten Fall weitereilen. Doch dann besann er sich. Mit einem Seufzer sank er auf den Sessel in der Besucherecke.
»Ich nehme gerne was Stärkeres, wenn du nichts dagegen hast.« Er sah auf die Uhr. »Mein Tag wird lang und anstrengend.«
Stefan Holl hob den Hörer und bestellte Kaffee und Gebäck bei Moni Wolfram. Dann lehnte er sich zurück. Nachdenklich musterte er seinen Freund.
»Im Gegensatz zu dir habe ich momentan viel mehr Zeit als früher, um nachzudenken«, sinnierte er. »Dabei ist mir aufgefallen, dass wir lange nichts mehr miteinander unternommen haben. Ich meine Nathalie, Julia und wir beide.«
»Da hast du recht.« Daniel bedankte sich bei Moni für die wohlverdiente Stärkung. »Das letzte Mal waren wir gemeinsam für ein verlängertes Wochenende in eurem Ferienhaus in Rottach.« Nachdenklich nippte er am Kaffee. »Aber das ist Jahre her. Früher hatten wir noch mehr Zeit.«
