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Sinan Kaya hat es geschafft - als Ruderer der deutschen Nationalmannschaft trainiert er für die Weltmeisterschaft in Shanghai. Doch als eine schmerzhafte Ellbogenverletzung seine Teilnahme gefährdet, gerät sein Leben aus dem Gleichgewicht. Statt sich zu schonen, stürzt er sich verbissen ins Beintraining und unterwirft sich einem strengen Ernährungsregime. Sein Gewicht sinkt, seine Kräfte schwinden - doch Sinan will davon nichts hören. Als seine Verletzung abklingt, ist er bereits völlig entkräftet, und der Trainer will ihn aus diesem Grund nicht aufstellen - da droht die Situation zu eskalieren ...
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Seitenzahl: 124
Veröffentlichungsjahr: 2025
Cover
Zwischen den Wellen
Vorschau
Impressum
Zwischen den Wellen
Arztroman über das Tabuthema Magersucht beim Mann
Von Mona Marquardt
Sinan Kaya hat es geschafft – als Ruderer der deutschen Nationalmannschaft trainiert er für die Weltmeisterschaft in Shanghai. Doch als eine schmerzhafte Ellbogenverletzung seine Teilnahme gefährdet, gerät sein Leben aus dem Gleichgewicht. Statt sich zu schonen, stürzt er sich verbissen ins Beintraining und unterwirft sich einem strengen Ernährungsregime. Sein Gewicht sinkt, seine Kräfte schwinden – doch Sinan will davon nichts hören.
Als seine Verletzung abklingt, ist er bereits völlig entkräftet, und der Trainer will ihn aus diesem Grund nicht aufstellen – da droht die Situation zu eskalieren ...
»Ist es nicht herrlich?« Julia Holl stand im Garten und blickte in den warmen Sommernachmittag. »Da fühlt man sich gleich wie neugeboren.«
Nach einem viel zu feuchten, tristen Frühling war es endlich Sommer geworden. In Scharen strömten die Menschen nach draußen und schleppten Gartenmöbel aus den Kellern hinauf auf die Terrassen. Das Wasser plätscherte in den Pools. Die Nachbarskinder konnten endlich wieder auf dem großen Trampolin toben, das den ganzen Winter, eingepackt in eine dicke Plane, auf sie gewartet hatte. Ihr Lachen wehte über den Gartenzaun.
Stefan Holl räkelte sich genüsslich auf der Liege. »Unsere Kinder scheinen anderer Ansicht zu sein. Die ziehen es offenbar vor, das Schattendasein des Winters weiterzuführen.«
»Nicht mehr lange!« Mit einem diebischen Lächeln beugte sich Julia über ihren Mann und küsste ihn. »Wenn ich selbstgemachtes Himbeereis mit Sahne serviere, schalten sie den Fernseher bestimmt freiwillig aus.«
»Die Waffen einer Mutter«, erklärte Stefan grinsend. »Hoffentlich hast du auch eine Portion für mich eingeplant.«
Doch Julia hörte ihn schon nicht mehr. Unbemerkt von ihren beiden Kindern hatte sie das Wohnzimmer betreten. Trotz des schönen Wetters saß der fünfzehnjährige Chris gemeinsam mit seiner vier Jahre jüngeren Schwester Juju vor dem Fernseher.
»Zieht! Zieht! Zieht!« Das Kommando des Schlagmanns hallte wie ein Herzschlag aus den Lautsprechern.
Ohne die Aufmerksamkeit der beiden zu erregen, blieb Julia stehen und beobachtete die schlanken Boote, die wie Pfeile über das glitzernde Wasser der Regattastrecke schossen. Die Strapazen standen den Ruderern in die Gesichter geschrieben. Ihre Muskeln spannten sich unter den Trikots. Auch Julia war sofort von diesem Anblick gefangen.
»Das sieht ganz schön anstrengend aus«, kommentierte Juju das Geschehen auf der Mattscheibe. »Dabei dachte ich immer, dass Rudern ganz einfach ist.«
»Das ist echter Hochleistungssport.« Sport war Chris' ganze Leidenschaft. Er selbst ging joggen und spielte Handball im Verein. Aber seit die deutsche Rudermannschaft ein Ticket zu den Weltmeisterschaften in Shanghai gelöst hatte, war Rudern zu seiner Lieblingssportart avanciert. Wann immer im Fernsehen ein Training oder Wettkampf übertragen wurde, war er mit dabei. »Außerdem sind die Boote viel schmaler, als es den Anschein hat«, fuhr er fort. »Da ist auch der Gleichgewichtssinn gefragt. Wenn der nicht passt, kann ein einzelner Ruderer das ganze Boot zum Umkippen bringen.«
»Echt?« Zweifelnd zog Juju eine Augenbraue hoch. »Das glaube ich dir nicht.«
Das Publikum am Ufer jubelte, die Stimmen vermischten sich mit dem Klatschen der Wellen gegen die Boote. »Komm schon, Sinan«, rief jemand, aber der Schlagmann verzog keine Miene.
Die letzten Meter waren nicht nur ein Kampf gegen die Zeit und die Konkurrenz, sondern vor allem ein Kampf gegen sich selbst und die eigene Erschöpfung. Das Boot schoss über die Ziellinie, Jubel brandete auf. Der Schlagmann Sinan Kaya und seine Mannschaft atmeten schwer. Erst nach und nach fiel die Anspannung von den Gesichtern ab.
Auch Chris holte tief Luft. Die Übertragung war beendet. Er nahm die Fernbedienung und schaltete das Gerät ab.
»Wenn du mir nicht glaubst, beweise ich es dir«, wandte er sich an seine Schwester.
Juju stemmte die Hände in die Hüften und grinste frech. »Ach, wirklich? Und wie willst du das anstellen?«
»Ganz einfach«, ertönte eine Stimme hinter ihnen. »Unsere Ruderregattastrecke ist in Oberschleißheim.«
Überrascht drehten sich die Kinder zu ihrer Mutter um. Julia hielt das Handy in der Hand und öffnete die Navigation. »Mit dem Auto brauchen wir nur eine Viertelstunde dorthin. Mit Bus und S-Bahn dauert es etwas mehr als eine Stunde.«
»Siehst du!«, wandte sich Chris triumphierend an seine Schwester. »Die Trainings sind öffentlich. Und wenn wir schon mal da sind, darfst du dich bestimmt in eines der Boote setzen.«
»Mal sehen.« Jujus Begeisterung hielt sich in Grenzen. Sie schickte ihrer Mutter einen flehenden Blick. »Mit dir alleine würde ich eh nicht dahinfahren. Wenn, dann müssen Mama und Papa mitkommen.«
»Vertraust du mir etwa nicht?«, fragte Chris und kitzelte seine Schwester.
Kreischend flüchtete Juju nach draußen und brachte sich in Stefans Armen in Sicherheit.
»Was ist denn hier schon wieder los?«, erkundigte er sich lachend und setzte sich auf der Liege auf. »Mama hat mir ihr leckeres Himbeereis versprochen.«
»Das kommt sofort«, wehte Julias Stimme aus dem Haus.
»Ich helfe dir«, bot Chris freiwillig an. »Und zur Belohnung fahren wir nächstes Wochenende gemeinsam zur Ruderregattastrecke.«
»Und was bekomme ich als Belohnung, dass ich euch ständig nach Strich und Faden verwöhne?«, scherzte Julia ausgelassen.
»Meine ganze Sohn-Liebe«, erwiderte Chris und drückte ihr einen dicken Schmatzer auf die Wange.
***
In der kommenden Woche war perfektes Cabrio-Wetter. Mit offenem Verdeck fuhr Alicia Cleve durch eine Schwabinger Seitenstraße. Im Radio lief ein modernes Liebeslied, das Alicia gedankenverloren mitsummte. An einer roten Ampel sah sie in den Spiegel und ordnete eine blonde Strähne, die der Wind aus ihrem Pferdeschwanz geweht hatte.
Ein Radfahrer schlängelte sich mit seinem vollbepackten Gefährt an ihrem Wagen vorbei. Die Ampel sprang auf Grün und Alicia wollte gerade Gas geben, als es passierte. Äpfel und Kartoffeln kugelten über die Straße. Der Fahrradfahrer war abgestiegen und haderte mit der gerissenen Tüte.
Auf den ersten Blick wusste Alicia, dass er etwas Besonderes und ganz anders als die Jungs war, von denen sie sich manchmal auf ein Glas Wein oder einen Kaffee einladen ließ und denen sie als Dank hinterher einen Kuss schenkte oder auch nicht. Der Fahrradfahrer wirkte ernsthaft, fast unschuldig, als er sich bückte, um seine Einkäufe einzusammeln.
Ohne lange nachzudenken, schaltete Alicia die Warnblinkanlage ein und stieg aus. Statt wie sonst ein teures Designer-Kleid oder einen maßgeschneiderten Hosenanzug trug sie an diesem Nachmittag im Juni ausnahmsweise eine abgeschnittene Jeans, eine bunte Bluse und Sandalen.
»Hallo«, rief sie dem jungen Mann zu. »Kann ich dir helfen?«
»Nein«, sagte er, ohne aufzublicken. Seine Stimme war tiefer als erwartet. Er sammelte seine Einkäufe vom Boden auf. Dabei sah man deutlich, wie die Muskeln seiner Unterarme unter der gebräunten Haut spielten. »Die Tüte hat ein Loch.«
»Ich habe leider auch keine dabei, die ich dir geben könnte.«
Er schwieg und auch Alicia wusste nicht, was sie noch sagen sollte. Dabei war sie eigentlich nicht auf den Mund gefallen. Sie sah den Autos nach, die sich an ihrem Cabriolet vorbeischlängelten, um hinter der Ampel wieder auf die richtige Spur zu wechseln.
Schließlich konzentrierte sich Alicia wieder auf den jungen Mann, der sich inzwischen damit beschäftigte, das Loch in der Tüte zu verknoten. Er hatte etwas an sich, das sie anzog. Sie wollte noch nicht weiterfahren. »Ich bin übrigens Alicia.«
Der Fremde richtete sich langsam auf. Sie schnappte nach Luft: Er war viel größer, als sie erwartet hatte. Und dann erst dieser Oberkörper! »Na, dann ...« Ohne seinen Namen zu nennen, wandte er sich ab und ging zu seinem Fahrrad zurück.
Entgeistert starrte Alicia ihm nach. »Warte mal!« Hoffentlich bemerkte er nicht, dass ihre Stimme zitterte.
Er blieb stehen und sah sich noch einmal um. Seine Augen waren dunkel und geheimnisvoll. Aber was war das? Wurde er etwa rot? Fieberhaft suchte Alicia nach einer fesselnden Bemerkung.
»Soll ich dich nach Hause bringen?«, platzte sie in ihrer Not heraus.
»Nein, danke. Ich wohne gleich da drüben.« Mit dem Kopf deutete er auf ein paar Mietshäuser aus den siebziger Jahren.
»Gut.«
»Dann ciao!«
Diesmal hielt Alicia ihn nicht zurück. Mit offenem Mund starrte sie ihm nach. Dieser Mann stellte alles in Frage, was sie bis jetzt über das andere Geschlecht gelernt hatte. Er sah aus wie eine Skulptur von Michelangelo, benahm sich aber wie ein Erstklässler. Er kokettierte und flirtete nicht und hatte augenscheinlich nicht das geringste Interesse an ihr.
Das konnte, das durfte nicht sein! Er sollte sich noch einmal umdrehen, um ihr zu beweisen, dass sie noch immer unwiderstehlich war.
»Verrätst du mir wenigstens deinen Namen?«, rief Alicia ihm nach.
Tatsächlich warf er einen Blick über die Schulter. »Sinan. Ich bin im deutschen Ruderteam.«
»Das ist ja aufregend«, erwiderte Alicia und hätte gerne mehr erfahren.
Doch Sinan hörte sie nicht mehr.
***
Julia Holl machte ihr Versprechen wahr. Sehr zur Freude ihres Sohnes standen die Eltern gemeinsam mit ihm und Juju am nächsten Samstag an der Ruderregattastrecke. Auch diesmal hatten sich wieder viele Zuschauer zum Training eingefunden. Von der Tribüne aus feuerten sie das Team um Schlagmann Sinan Kaya an. Die vier Ruderer hatten den Start verschlafen und lagen deutlich zurück.
»Schade«, seufzte Juju. »Wenn wir schon mal hier sind, könnten die doch wenigstens gewinnen.«
Chris starrte auf die große Leinwand, auf der das Rennen übertragen wurde. Irgendetwas in Sinans angestrengter Miene verriet ihm, dass er noch nicht aufgegeben hatte. »Jetzt gib ihm doch mal eine Chance!« Als könnte er die Mannschaft damit antreiben, hatte er die Hände zu Fäusten geballt. »Ich glaube, die schaffen das noch. Sinan will den Sieg unbedingt. Schau doch nur mal sein Gesicht.«
»Chris hat recht«, stimmte Stefan Holl zu. »Seht nur, jetzt zieht Sinan Kaya die Schlagzahl an und die anderen ziehen mit.«
Auch Julia fieberte mit. Sie trat von einem Bein aufs andere und starrte auf die Boote, die durch das Wasser pflügten. »Glaubst du, sie können den Vorsprung der anderen noch einholen?«
»Sieh doch nur, sie kommen ganz schnell näher.« Juju packte ihre Mama am Arm.
»Es sieht so aus, als hätte er seinen Kameraden neue Energie gegeben«, stellte Stefan fest.
Einen Atemzug später ertönte die Hupe. Sinan Kaya und seine Kameraden hatten mit hauchdünnem Vorsprung gewonnen. Schwer atmend ließen sie die Ruder fallen und sanken vornüber, um sich zu erholen.
»Oh Mann, war das spannend«, reflektierte Chris erleichtert ausatmend. Er war fast so rot im Gesicht wie die Sportler. »Ein Glück, dass das nur ein Training war. Sonst wäre ich vielleicht in Ohnmacht gefallen.«
»Solange wir Mama und Papa dabeihaben, kann zum Glück nichts passieren.« Auch Juju entspannte sich wieder.
Die Zuschauer verließen die Tribüne. Auch die Familie Holl machte sich auf den Weg. Juju war froh, dass Chris offenbar nicht mehr an sein Vorhaben dachte, sie in so ein wackeliges Boot zu stecken, als er die Hand in Richtung der Mannschaft ausstreckte. »Seht mal, da drüben sind Sinan und seine Jungs.«
Tatsächlich standen die vier Männer vor einem Bootshaus, umringt von ihren Fans. Drei der Sportler unterhielten sich angeregt, lachten, scherzten und bedankten sich für Lob und Zuspruch. Nur Sinan stand ein wenig abseits und versuchte, besonders die vielen Frauen zu ignorieren, die sich um ihn drängten.
»Er ist der Star des Teams und trotzdem wirkt er irgendwie distanziert«, stellte Stefan Holl fest. »Seht mal, wie er sich abwendet, wenn die Leute ihn ansprechen.«
»Manche Menschen stehen eben nicht gerne im Rampenlicht«, erwiderte Julia und sah ihrem Sohn nach, der beschlossen hatte, sein Glück zu versuchen und ein Autogramm der Star-Mannschaft zu ergattern. Mit Erfolg. Drei der Männer hatten schon unterschrieben. Jetzt fehlte nur noch Sinan.
»Bekomme ich bitte eine Unterschrift von Ihnen?«, wandte sich Chris zuletzt an seinen Star und hielt ihm ein T-Shirt hin, das er extra für diesen Zweck mitgebracht hatte.
Der Schlagmann zögerte einen Moment. »Äh, sicher ...«, murmelte er und kritzelte seinen Namen auf den weißen Stoff.
»Danke, das ist echt nett von Ihnen!« Chris konnte sein Glück kaum fassen. »Das werde ich in Ehren halten.«
Doch Sinan hatte sich schon abgewandt. Die Fans wichen zurück, als er mit gesenktem Kopf davoneilte und kurz darauf in der Umkleide verschwand.
»Mann, das war echt peinlich«, erklärte Juju seufzend. »Du hättest ihn in Ruhe lassen sollen.«
»Woher soll ich denn wissen, dass er so schüchtern ist?«, gab Chris beleidigt und ein wenig nachdenklich zurück. »Die meisten Sportler finden es toll, wenn sie bewundert werden.«
»Es ist ja nichts passiert«, beschwichtigte Julia ihre Kinder. »Wahrscheinlich ist der ganze Rummel noch neu für ihn und er muss sich erst noch daran gewöhnen.«
»Das sollte er aber schnell tun«, bemerkte Stefan auf dem Weg zur S-Bahn-Station. »Wenn er im September mit seiner Mannschaft in Shanghai Weltmeister geworden ist, wird er sich vor Autogrammjägern wie dir kaum mehr retten können.« Er zwinkerte seinem Sohn zu und Chris lachte. Inzwischen hatte er seinen Humor wiedergefunden.
»Meinetwegen kann er gerne so schüchtern bleiben. Dann hat mein Autogramm irgendwann mal Seltenheitswert.«
***
Seit Alicia die Bekanntschaft des Ruderers gemacht hatte, ging er ihr nicht mehr aus dem Sinn. Fast täglich fand sie einen Vorwand, um mit dem Cabrio an seinem Wohnhaus vorbeizufahren. Manchmal, wenn sie keine Modeljobs hatte, verabredete sie sich mit Freundinnen in den Bars und Clubs des Viertels.
Ohne Erfolg. Von Sinan war keine Spur zu sehen. Schon suchte Alicia im Internet nach den Trainingszeiten der Münchner Rudervereine, als ihr der Zufall zu Hilfe kam.
Seit es warm geworden war, verbrachte Alicia beinahe jede freie Minute mit ihren Freunden in einem Münchner Freibad. Sie hatten eine feste Ecke, flankiert von zwei Bänken, auf denen sie die nassen Badesachen zum Trocknen auslegen konnten.
Es roch nach Sonnenmilch und Sommer. Die Luft war erfüllt vom Lachen und Kreischen der Kinder und vom Platschen, wenn sie verbotenerweise vom Beckenrand ins Wasser sprangen.
Alicia trug einen winzigen, pinkfarbenen Bikini, der ihre tadellose Figur in Szene setzte. Sie genoss die begehrlichen Blicke der jungen Männer und wünschte sich, Sinan könnte sie sehen, wie sie sich auf ihrem Badetuch in der Sonne aalte.
Verloren in ihren Träumereien bemerkte sie nicht, dass einer ihrer Freunde angelaufen kam. Eiskalte Tropfen regneten auf ihren sonnenwarmen Bauch. Alicia kreischte auf.
»Bist du völlig übergeschnappt?«, herrschte sie ihn an.
»Steht dir der Sinn etwa nicht nach Abkühlung, Prinzessin?« Tim ließ sich neben sie auf ihr Handtuch fallen. »Dann hätte ich eine bessere Idee.« Er beugte sich über sie. Sein Gesicht kam gefährlich nahe.
Alicia stieß ihn von sich. »Ich glaube, die Sonne bekommt dir nicht«, schimpfte sie.
Einen Moment lang blitzte Ärger in Tims Augen auf. Doch er hatte sich im Griff. »Stört es dich, dass die anderen dabei sind? Dann könnten wir uns auch in dein Cabrio verziehen.« Er griff nach dem Schlüssel, der aus Alicias Tasche auf das Badetuch gerutscht war.
»Rede ich eigentlich Chinesisch, oder warum verstehst du nicht, dass du nicht mein Typ bist?«, fauchte sie und wollte ihm den Schlüssel aus der Hand nehmen.
Doch Tim war schneller. Alicias musste zusehen, wie der Schlüssel in hohem Bogen durch die Luft flog und hinter ein paar Büschen verschwand.
»Du Idiot!«, schimpfte sie wütend wie ein Rohrspatz.
