Das Berghotel 133 - Verena Kufsteiner - E-Book

Das Berghotel 133 E-Book

Verena Kufsteiner

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Beschreibung

Hanne hat ihren Dienst im Berghotel beendet und macht sich auf den Heimweg. Mit einem glücklichen Lächeln sieht sie auf den zierlichen goldenen Verlobungsring an ihrem Finger. In wenigen Wochen wird sie ihrem geliebten Sebastian das Jawort geben. Anschließend wird im Berghotel gefeiert. Damit wird der schönste Traum ihres Lebens wahr, und die dunklen Tage gehören endgültig der Vergangenheit an!

Doch zu Hause angekommen, entdeckt sie sofort den weißen unscheinbaren Umschlag. Ohne Absender! Aber Hanne weiß auch so, von wem der Brief stammt. Mit zitternden Händen öffnet sie den Umschlag - und holt die die beschämenden Fotos heraus.

Ihre Vergangenheit, von der niemand in St. Christoph etwas ahnt, hat sie eingeholt ...

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Seitenzahl: 123

Veröffentlichungsjahr: 2017

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Inhalt

Cover

Impressum

Sag mir, was dein Herz bedrückt

Vorschau

BASTEI ENTERTAINMENT

Vollständige E-Book-Ausgabe der beim Bastei Verlag erschienenen Romanheftausgabe

Bastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG

© 2016 by Bastei Lübbe AG, Köln

Verlagsleiter Romanhefte: Dr. Florian Marzin

Verantwortlich für den Inhalt

Titelbild: Michael Wolf / Bastei Verlag

Datenkonvertierung E-Book: Blickpunkt Werbe- und Verlagsgesellschaft mbH, Satzstudio Potsdam

ISBN 978-3-7325-4247-5

www.bastei-entertainment.de

www.lesejury.de

Im idyllischen St. Christoph, dort, wo auch der »Bergdoktor« lebt und praktiziert, liegt das Hotel »Am Sonnenhang«. Es ist ein Haus, in dem sehr viel Wert auf Tradition und Gastlichkeit gelegt wird – und sich für die Gäste so mancher Traum erfüllt.

Sag mir, was dein Herz bedrückt

… doch selbst ihrer großen Liebe konnte sich Hanne nicht anvertrauen

Von Verena Kufsteiner

Hanne hat ihren Dienst im Berghotel beendet und macht sich auf den Heimweg. Mit einem glücklichen Lächeln sieht sie auf den zierlichen goldenen Verlobungsring an ihrem Finger. In wenigen Wochen wird sie ihrem geliebten Sebastian das Jawort geben. Anschließend wird im Berghotel gefeiert. Damit wird der schönste Traum ihres Lebens wahr, und die dunklen Tage gehören endgültig der Vergangenheit an!

Doch zu Hause angekommen, entdeckt sie sofort den weißen unscheinbaren Umschlag. Ohne Absender! Aber Hanne weiß auch so, von wem der Brief stammt. Mit zitternden Händen öffnet sie den Umschlag – und holt die die beschämenden Fotos heraus.

Ihre Vergangenheit, von der niemand in St. Christoph etwas ahnt, hat sie eingeholt …

Flink eilte Hanne durch den Speisesaal, schlängelte sich zwischen den Tischen hindurch und wich geschickt einem anderen Serviermadel aus. Der weite Rock ihres blauen Dirndls mit der weißen Schürze schwang bei jedem Schritt um ihre schlanken Beine.

In den Händen balancierte sie professionell mehrere Teller, auf denen herrlich duftende Speisen appetitlich angerichtet waren. Mit ein paar gekonnten Handgriffen servierte sie die Gerichte, wünschte den Gästen einen guten Appetit und war auch schon schnellen Schrittes unterwegs zum nächsten Tisch, um dort eine Bestellung aufzunehmen.

Das Hotel »Am Sonnenhang« war wie immer gut besucht. Im Speisesaal herrschte reges Geplauder, man blickte in zahlreiche fröhliche und entspannte Gesichter. Die Urlauber genossen ihren Urlaub im schönen Zillertal, hatten den Tag an der frischen Luft verbracht und erfreuten sich nun an den leckeren Tiroler Spezialitäten.

Die gute Laune der Gäste war ansteckend: Hanne musste sich nicht zum Lächeln zwingen, sie strahlte automatisch über das ganze Gesicht. Sie liebte ihre Arbeit im gemütlichen Berghotel, die lebhafte Atmosphäre, die vielen verschiedenen Urlauber und ihre sympathischen Kollegen.

Emsig eilten Hanne und die anderen Serviermadeln hin und her. Der Oberkellner Jakob Schmiedl behielt über das lebhafte Treiben den Überblick und sorgte dafür, dass alles reibungslos ablief.

»Grüß Gott! Na, was darf ich Ihnen bringen? Haben Sie sich schon entschieden?«, fragte Hanne die Familie, deren Bestellung sie aufnehmen wollte.

»Ich kann mich kaum entscheiden«, gestand die Frau. »Können Sie mir denn etwas empfehlen?«

Das tat Hanne mit Vergnügen. Sie kannte die Speisekarte in- und auswendig, die eine große Auswahl von zünftigen landestypischen Gerichten bis hin zu exotischen, ausgefallenen Speisen zu bieten hatte. Sie erkundigte sich nach den Vorlieben der Dame und empfahl ihr schließlich die Bachforelle mit gerösteten Mandeln und Petersilien-Erdäpfeln.

»Die beiden Burschen an Tisch sieben verlangen explizit nach dir«, raunte ihr Vroni, ein anderes Serviermadel, danach schmunzelnd zu.

Suchend sah sich Hanne um. Die beiden jungen Männer, die ihr von dem genannten Tisch bereits fröhlich zuwinkten, waren ihr bekannt. Die zwei verbrachten einen Sporturlaub im Zillertal; jede freie Minute nutzten sie zur Bewegung an der frischen Luft, was man ihren sonnengebräunten Gesichtern und durchtrainierten Figuren deutlich ansah. An Hanne hatten sie einen besonderen Narren gefressen.

»Grüß euch«, sagte sie munter und zwinkerte den Burschen keck zu. »Habt’s ihr wieder den lieben langen Tag Tennisbälle hin- und hergespielt?«

»Diesmal net. Wir haben eine weite Wanderung bis zum Gipfelkreuz auf der Ahornspitze gemacht«, antwortete der eine selbstbewusst.

»Das war eine ordentliche Strapaze«, fügte der andere mit stolzgeschwellter Brust hinzu. »Aber wir sind ja einiges gewohnt und hart im Nehmen.«

Hanne musste sich ein Grinsen verkneifen. Freilich war die Wanderstrecke, von der die Burschen sprachen, nichts für sehr unsportliche Menschen. Doch ganz so anstrengend, wie die beiden behaupteten, fand sie die Route nun auch wieder nicht. Was hätten die beiden selbsternannten »harten Kerle« wohl dazu gesagt, wenn sie wüssten, dass das zierliche blonde Madel diese Strecke schon so manches Mal zurückgelegt hatte?

Doch sie ließ ihnen ihre Freude und bewunderte sie ein wenig. Burschen gaben eben manchmal gern ein wenig an, besonders in der Gegenwart hübscher Madeln. Die zwei mochten zwar recht eitle Gockeln sein, doch Hanne fand sie trotzdem lustig und sympathisch.

Gut gelaunt schäkerte sie ein wenig mit ihnen herum. Als die beiden jedoch fragten, ob sie sie nach der Arbeit auf ein Glaserl Wein einladen dürften, lehnte sie freundlich, aber bestimmt ab. Ein paar nette Worte und ein hübsches Lächeln konnte jeder gern von ihr bekommen, doch ihr Herz gehörte Sebastian. Daraus machte sie keinen Hehl und wies die Burschen darauf hin, dass sie bereits glücklich vergeben war.

Ihr Lächeln wurde noch breiter und strahlender, als sie an ihren Freund dachte. Sie konnte es kaum erwarten, Sebastian heute Abend wiederzusehen. Seit zwei Jahren waren sie ein Paar, und doch war ihre Liebe so frisch wie am ersten Tag. Die Gedanken an ihn zauberten ein angenehmes Kribbeln in ihren Bauch. Am liebsten verbrachte sie ihre freie Zeit nur mit ihm.

Umso bedauerlicher fand sie es, dass sie einander heute erst spät am Abend sehen würden. Hanne musste lange kellnern, während Sebastian nach seiner Arbeit als Freeclimbing-Trainer noch mit ein paar Kumpeln in ein Beisl gehen wollte.

Es war bereits spät, als ihre Schicht vorüber war. Hanne ließ sich auf einen Stuhl fallen, massierte für einen Moment ihre schmerzenden Waden und wechselte von den flachen Ballerinas in noch bequemere Turnschuhe. Als sie sich gerade eine Strickjacke übergeworfen hatte und das Hotel verlassen wollte, kam die Hotelchefin Hedi Kastler auf sie zu.

»Hanne, ich weiß, du hast jetzt Feierabend. Aber hättest du vielleicht noch einen Moment Zeit?«, fragte sie.

Hanne nickte bereitwillig. Obwohl sie nach dem langen Arbeitstag erschöpft war, zögerte sie nicht, einzuspringen, wenn Not am Mann war. Sie schätzte ihre beiden Chefs sehr und wollte Hedi und deren Mann Andi nicht enttäuschen. Außerdem wartete zu Hause ohnehin nur ein leeres Haus auf sie: Sebastian hatte angekündigt, dass es später werden würde und dass sie einfach schlafen gehen sollte, ohne auf ihn zu warten.

»Freilich, ein bisserl Zeit hab ich noch. Wo drückt denn der Schuh?«, erkundigte sie sich.

Hedi seufzte. »Ach, auf der Terrasse bräucht ich ein bisserl Hilfe.«

Verwirrt runzelte Hanne die Stirn. Sie konnte sich nicht so recht vorstellen, was für eine Aufgabe auf der Terrasse auf sie warten sollte. Um diese Jahreszeit war es noch ein wenig zu kühl, um abends draußen zu sitzen. Es konnte also nicht darum gehen, draußen Getränke zu servieren oder Tische abzuräumen. Trotzdem folgte sie ihrer Chefin zur Panoramaterrasse.

»Was ist denn da jetzt?«, fragte sie erstaunt, als sie in die Dunkelheit traten.

Die Sonne war längst untergegangen, die Außenbeleuchtung war deaktiviert. Und doch sah man etwas leuchten: ein kleines Teelicht am Boden.

Hedi schmunzelte. »Das wirst du gleich sehen. Ich muss wieder rein – schau du einfach auf der Terrasse nach dem Rechten, ja?«

Verdattert blickte Hanne ihrer Chefin hinterher, die grinsend wieder im Gebäude verschwunden war und die Tür hinter sich geschlossen hatte. Dann zuckte sie mit den Schultern und ging langsam auf das Teelicht zu.

Schon nach wenigen Schritten sah sie ein weiteres kleines Flämmchen, dann noch eines. Ihre Augen wurden groß, als sie feststellte, dass die Teelichter einen Weg bildeten und ihr die Richtung wiesen. Ihr Herz schlug schneller vor Aufregung.

Der Lichterpfad führte sie von der Terrasse bis in den Rosengarten, den die Hotelchefin höchstpersönlich liebevoll pflegte. Die Blumen konnte man in dem schwachen Licht des Mondes und der Teelichter kaum sehen, doch auch zu dieser späten Stunde hing ein betörender Duft in der Luft. Ein paar Grillen zirpten. Es war kühl, doch Hanne fror nicht; dazu war sie viel zu aufgeregt.

Eine zarte Ahnung machte sich in ihr breit. Wartete eine Überraschung von Sebastian auf sie? Doch rasch schob sie den Gedanken wieder beiseite. Ihr Freund war doch mit seinen Kumpels unterwegs, das hatte er ihr vorhin sogar noch einmal in einer SMS geschrieben.

Die kleinen tanzenden Flammen, die durch die Dunkelheit leuchteten, hatten etwas Magisches an sich. Mit pochendem Herzen folgte Hanne dem Pfad, bis sie einen kleinen Kiesplatz mitten im Rosengarten erreichte. Was sie da erblickte, ließ sie nach Luft schnappen. Benommen fragte sie sich, ob sie träumte.

Aus unzähligen Kerzen war ein großes leuchtendes Herz geformt worden, in dessen Mitte Sebastian stand. Das warme, flackernde Licht der Flammen erhellte sein ebenmäßiges Gesicht und spiegelte sich in seinen Augen.

»Schatz! Was … aber … ich verstehe nicht …«, stammelte sie. »Die Hedi hat bloß gesagt, sie bräucht auf der Terrasse meine Hilfe.«

Er schmunzelte. »Ja, freundlicherweise hat sich deine Chefin bereit erklärt, mich bei meinem Vorhaben ein bisserl zu unterstützen.«

Wie von unsichtbaren Fäden gezogen, schritt sie langsam auf ihn zu.

»Dein Vorhaben?«, fragte sie leise.

Zum ersten Mal, seit sie ihn kannte, zeigte sich Unsicherheit in seinen faszinierenden dunklen Augen. Er atmete tief durch, räusperte sich und ging dann plötzlich vor ihr auf die Knie.

Hannes Herz setzte einen Schlag aus, dann raste es so schnell, als wollte es zerspringen. Sie hörte das Blut in ihren Adern rauschen. Ihr wurde so schwindelig, dass sie ein wenig schwankte.

Geschah gerade tatsächlich das, was sie dachte? Fantasierte sie? Sie ahnte, was Sebastian gleich sagen würde, und doch konnte sie es kaum glauben.

»Hanne, ich liebe dich über alles.« Sebastians Stimme zitterte leicht. »Seit ich dich kenne, ist die Welt für mich heller und bunter. Ich will dich für immer an meiner Seite haben … Willst du meine Frau werden?«

Ungläubig betrachtete Hanne den Brillantring, der plötzlich aus einem Schmuckkästchen in Sebastians Hand funkelte. Mehrere kleine Diamanten waren in Form einer Rose angeordnet und wurden von einer filigranen Fassung aus Gelbgold gehalten. Das Kerzenlicht reichte aus, um die Steine herrlich glitzern zu lassen.

Hanne musste nicht überlegen. Ihr Herz hatte die Entscheidung längst für sie getroffen. Sie ließ sich auf die Knie fallen, schlang ihre Arme um seinen Nacken und küsste ihn zärtlich.

»Ja, hundertmal ja!«, stieß sie hervor, während Tränen über ihre Wangen liefen.

»Du weinst ja«, stellte Sebastian erschrocken fest.

»Aber doch nur, weil ich so glücklich bin.« Sie schluchzte und lachte gleichzeitig. »Du hättest mir keine schönere Frage stellen können.«

Sanft umschlossen seine Arme sie.

»Und deine Antwort macht mich zum glücklichsten Mann der Welt«, gestand er, bevor seine Lippen die ihren wieder mit einem leidenschaftlichen Kuss verschlossen.

***

Hanne summte vor sich hin, während sie den Geschirrspüler ausräumte und Teller, Gläser und Schüsseln fein säuberlich in die Schränke zurückstellte. Die Hausarbeit konnte ihrer guten Laune überhaupt nichts anhaben. Als sie wenig später mit dem Staubsauger durch die Wohnung flitzte, baute sie sogar ein paar Tanzschritte ein und drehte sich um die eigene Achse.

Sobald sie damit fertig war, konnte sie endlich tun, wonach ihr der Sinn stand: Sie ließ sich auf das Sofa fallen und griff zu der Hochzeitszeitschrift, die sie sich am Kiosk gekauft hatte.

Begeistert blätterte sie in dem schön gestalteten Hochglanzmagazin. Ihre Wangen waren vor Freude leicht gerötet.

Sie und Sebastian würden tatsächlich heiraten! Damit ging ein Traum für sie in Erfüllung. Der Heiratsantrag war schon eine Woche her, doch immer noch hatte Hanne das Gefühl, sich in einem wunderschönen Traum zu befinden.

Sie hatte schon vor ihm einige kurze Liebeleien gehabt, doch kein Mann hatte ihr Herz je so berührt wie er. Er war der Mann ihrer Träume; der Einzige, an den sie sich binden wollte. Die Vorstellung, ihm in der Kirche am Marktplatz im Kreise all ihrer Lieben das Jawort zu geben, zauberte ein warmes Kribbeln in ihren ganzen Körper.

Sie blätterte durch die Seiten, und dann und wann entfuhr ihr dabei ein entzückter Laut. Wie schön all die Kleider aussahen, wie verführerisch die mehrstöckigen Torten, wie zauberhaft die Dekorationsvorschläge!

Am liebsten wäre sie auf der Stelle mit ihrer Mutter in das nächstbeste Brautkleidergeschäft in Innsbruck geeilt, um sich auf die Suche nach ihrer persönlichen Traumrobe zu begeben. Doch leider ging das nicht, denn ihre Eltern waren seit gestern auf einer Bahamas-Kreuzfahrt, von der sie schon ihr ganzes Leben geträumt hatten.

Schmunzelnd dachte sie daran, wie aufgeregt ihre Mutter auf die Neuigkeit reagiert hatte. Immer wieder hatte sie Hannes Verlobungsring bewundert und vor Aufregung gekichert wie ein junges Madel. Sie hatte sogar angekündigt, die lange geplante Kreuzfahrt abzublasen, um ihre Tochter bei den Hochzeitsvorbereitungen zu unterstützen.

Doch das war für Hanne freilich gar nicht infrage gekommen, energisch hatte sie protestiert: Bis zur Hochzeit war schließlich noch genug Zeit, man musste nichts überstürzen.

Ihre Eltern sollten die Urlaubsreise in vollen Zügen genießen. Danach konnten sie sich in aller Ruhe in die Planungen einbringen. Bis dahin wollte Hanne allein und mit Freundinnen in Zeitschriften blättern, im Internet schmökern und in Heiratsträumen schwelgen.

Spontan griff sie zum Handy und rief Vroni an, ihre Kollegin und enge Freundin, die gerade ebenfalls freihatte. Vroni war wegen der Hochzeit kaum weniger aufgeregt als Hanne selbst, und sie sprudelte nur so vor guter Ideen und kreativer Vorschläge. Kichernd unterhielten sich die jungen Madeln am Telefon über ihre Vorstellungen von einer perfekten Traumhochzeit.

»Weißt du denn schon, was für ein Kleid du haben willst?«, erkundigte sich Vroni neugierig. »Ich find, das ist beinahe das Spannendste an einer Hochzeit.«

Hanne seufzte. »Wenn ich das nur wüsst! Das ist gar net so einfach. Bevor ich angefangen hab, in diesen Zeitschriften zu blättern, hab ich gar net gewusst, wie viele unterschiedliche Stile es dabei gibt.«

Vroni lachte. »Damit kenn ich mich bestens aus. Letztes Jahr hab ich meine Cousine bei der Kleiderwahl beraten. Du hast recht, da gibt’s eine große Auswahl. Richtige Prinzessinnenkleider mit bauschigen Tüllröcken, elegante Roben in asymmetrischen Schnitten, Kleider im Meerjungfrauen-Schnitt, die oben eng anliegen und ab den Knien weit ausgestellt sind …«

»… lange Spitzenärmel, schmale Träger, ärmellose Modelle mit unterschiedlichen Dekolleté-Formen, und das Ganze in allen erdenklichen Weiß-, Creme- und Champagnernuancen oder sogar in kräftigen Farben«, ergänzte Hanne lachend und stöhnte dann in gespielter Verzweiflung: »Wie soll ich da nur je das Richtige finden?«

»Ach, mach dir da keine Sorgen. Wenn du im Geschäft bist, beraten wirst und die Kleider anprobieren kannst, wird dir die Entscheidung sicher leichtfallen«, meinte Vroni optimistisch. »Eigentlich bringt’s gar nix, sich vorher den Kopf zu zerbrechen.«

»Hast sicherlich recht«, entgegnete Hanne. »Weißt du, was ich mir gut vorstellen kann? Ein festliches Hochzeits-Dirndl. Darin tät ich mich wohlfühlen.«