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Die süße Franzi ist schon seit mehreren Jahren Single und spürt allmählich die Leere in ihrem Herzen. Sie sehnt sich danach, sich wieder einmal richtig zu verlieben - doch der passende Mann taucht einfach nicht auf. Als sich ein "Prinz" auf einer Party auch noch als Frosch entpuppt, ist es genug: Kurzentschlossen bucht Franzi eine Reise ins Zillertal. Hier haben ihre Eltern zueinander gefunden, vielleicht ist ihr ja dasselbe Glück beschieden.
Und tatsächlich: Schon während der Anreise lernt sie Simon kennen. Er verkörpert eigentlich genau das, was sie sucht: Geborgenheit und Sicherheit. Aber irgendwie funkt es nicht so richtig.
Der große Funke springt dann einige Tage später über, als Franzi bei einem Spaziergang dem Extremsportler Adrian mit seinen Schlittenhunden begegnet. Obwohl sie eigentlich gar nicht auf den Abenteurer-Typ steht und zudem auch noch große Angst vor Hunden hat, fühlt sie sich zu dem unverschämt gut aussehenden Draufgänger sofort hingezogen. Ihm scheint es genauso zu gehen, und ihre Wege kreuzen sich verdächtig häufig. Aber Franzi ahnt nicht, dass er etwas Entscheidendes vor ihr verbirgt ...
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Seitenzahl: 122
Veröffentlichungsjahr: 2017
Cover
Impressum
Ein Platzerl in meinem Herzen ist noch frei
Vorschau
BASTEI ENTERTAINMENT
Vollständige eBook-Ausgabe der beim Bastei Verlag erschienenen Romanheftausgabe
Bastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG
© 2017 by Bastei Lübbe AG, Köln
Programmleiterin Romanhefte: Ute Müller
Verantwortlich für den Inhalt
Titelbild: CandyBox Images / shutterstock
Datenkonvertierung eBook: Blickpunkt Werbe- und Verlagsgesellschaft mbH, Satzstudio Potsdam
ISBN 978-3-7325-5798-1
www.bastei-entertainment.de
www.lesejury.de
Im idyllischen St. Christoph, dort, wo auch der »Bergdoktor« lebt und praktiziert, liegt das Hotel »Am Sonnenhang«. Es ist ein Haus, in dem sehr viel Wert auf Tradition und Gastlichkeit gelegt wird – und sich für die Gäste so mancher Traum erfüllt.
Ein Platzerl in meinem Herzen ist noch frei
Sehnsucht führt Franzi ins Berghotel
Von Verena Kufsteiner
Die süße Franzi ist schon seit mehreren Jahren Single und spürt allmählich die Leere in ihrem Herzen. Sie sehnt sich danach, sich wieder einmal richtig zu verlieben – doch der passende Mann taucht einfach nicht auf. Als sich ein »Prinz« auf einer Party auch noch als Frosch entpuppt, ist es genug: Kurzentschlossen bucht Franzi eine Reise ins Zillertal. Hier haben ihre Eltern zueinander gefunden, vielleicht ist ihr ja dasselbe Glück beschieden.
Und tatsächlich: Schon während der Anreise lernt sie Simon kennen. Er verkörpert eigentlich genau das, was sie sucht: Geborgenheit und Sicherheit. Aber irgendwie funkt es nicht so richtig.
Der große Funke springt dann einige Tage später über, als Franzi bei einem Spaziergang dem Extremsportler Adrian mit seinen Schlittenhunden begegnet. Obwohl sie eigentlich gar nicht auf den Abenteurer-Typ steht und zudem auch noch große Angst vor Hunden hat, fühlt sie sich zu dem unverschämt gut aussehenden Draufgänger sofort hingezogen. Ihm scheint es genauso zu gehen, und ihre Wege kreuzen sich verdächtig häufig. Aber Franzi ahnt nicht, dass er etwas Entscheidendes vor ihr verbirgt …
»Misch dich lieber net ein, Lisbeth.« Mahnend sah Ludwig Mitterer seine Frau an.
»Einmischen?« Sie ließ das Bügeleisen über das frisch gewaschene Hemd gleiten und zog eine unschuldige Miene. »In was denn einmischen?«
Er deutete mit seinem Schraubenzieher durch die offene Küchentür zum Wohnzimmer. Nebenan saß ihre gemeinsame Tochter auf dem Sofa. Franziska hatte die Knie an den Körper gezogen und kuschelte sich unter eine karierte Wolldecke.
Ganz versunken folgte sie der Handlung eines Liebesfilms, der gerade über den Fernseher flimmerte. In ihrem Flanellpyjama und mit den geflochtenen Haaren wirkte sie so jung und verletzlich, dass sich etwas in Ludwig zusammenzog.
Seine Frau seufzte. »Es ist Samstagabend, Ludwig. Unsere Tochter sollte jetzt unterwegs sein, tanzen, lachen und das Leben genießen.«
»Das macht sie doch. Sie guckt sich einen Liebesfilm an.«
»Freilich, aber ich wünsche mir für unsere Tochter, dass sie eine wahre Liebesgeschichte erlebt und sie sich net nur im Fernsehen ansieht.«
»Franzi ist ein hübsches und obendrein patentes Madel. Sie wird ihren Weg schon gehen und sich irgendwann auch verlieben. Daran zweifle ich net.«
»Ich leider schon. Seitdem dieser Möchtegern-Casanova sie betrogen und aus der Wohnung geworfen hat, war sie nimmer aus. Das ist doch net gut, Ludwig. Sie ist schon viel zu lange allein!« Seine Frau stellte das Bügeleisen ab und faltete das Hemd ordentlich zusammen. Auf dem Küchentisch häufte sich die Bügelwäsche in dem Korb. »Ich finde, wir sollten Franzis Glück ein bisserl nachhelfen.«
»Fang nur net wieder damit an«, schnaufte Ludwig. »Wenn du sie mit Adrian verkuppeln willst, vergiss das lieber gleich wieder. Sie hat uns ziemlich deutlich gemacht, dass sie sich den Mann ihres Herzens selbst aussuchen und ihn net vorgesetzt bekommen will wie ein durchgegartes Brathähnchen.«
»Brathähnchen?« Lisbeth funkelte ihn tadelnd an und fuchtelte mit dem Bügeleisen durch die Luft. »Adrian ist ein sehr netter junger Mann. Er würde wunderbar zu Franzi passen. Sein Vater leitet die Großbäckerei, mit der du seit Jahren Geschäfte machst.«
»Eben. Wir machen Geschäfte zusammen. Ich liefere ihnen das Mehl aus unserer Mühle – und damit hat es sich. Sehr viel mehr wissen wir von diesem Adrian net.«
»Wir wissen, dass er attraktiv ist und aus einer guten Familie stammt. Franzi sollte ihm wirklich eine Chance geben.«
»Sie will aber nix von ihm wissen.« Ludwig beugte sich wieder über das Radio, das beim Einschalten keinen Ton mehr von sich gegeben hatte. Er wollte nach dem Defekt suchen, hatte jedoch keine Ruhe zum Arbeiten und blickte wieder hoch. »Franzi ist Adrian gegenüber zu Recht zurückhaltend, wenn du mich fragst. Dieser Bursche ist ein Extremsportler. Er setzt immer wieder sein Leben und seine Gesundheit aufs Spiel. Und wofür? Für nix! Das ist ganz gewiss kein Mann zum Heiraten.«
»Sein Sport ist nur ein Hobby. Ich weiß, die Zeitungen berichten immer wieder von seinen abenteuerlichen Unternehmungen, aber diese Blätter leben davon, Fakten zu übertreiben. Ich bin sicher, Adrian weiß schon, was er tut. Franzi und du, ihr kennt ihn net einmal persönlich und verurteilt ihn schon. Gebt ihm doch eine Chance. Ich bin mir sicher, dass ihr eure Meinung über ihn ändert, wenn ihr ihn erst besser kennt. Ihr seid viel zu skeptisch.«
»Und du siehst in allen Menschen nur das Gute. Das ist eines der vielen Dinge, die ich an dir liebe und bewundere, aber manchmal ist ein bisserl Vorsicht durchaus angebracht.«
»Ich sage ja nur, dass unsere Tochter ein bisserl mehr Spaß in ihrem Leben gebrauchen könnte. Seit Monaten gibt es für sie nur ihre Arbeit – und abends ihre Liebesfilme. Das ist auf Dauer net genug für eine junge Frau!«
»Sie hatte einfach Pech, Lisbeth.«
»Pech?«
»Ja, Pech. Franzi wollte morgen mit ihrer Freundin Nina in den Urlaub fahren. Das wäre gut für sie gewesen, aber ihre Freundin hat sich in letzter Minute anders entschieden. Sie fliegt nun plötzlich lieber mit ihrem neuen Freund nach Spanien, und unsere Franzi guckt in die Röhre. Mit dieser treulosen Tomate würde ich an ihrer Stelle kein Wort mehr reden.«
»Das ändert aber auch nichts mehr. Vor unserer Tochter liegen zwei Wochen Urlaub – und sie hat überhaupt keine Pläne. Das macht mir Sorgen, Ludwig.«
»Da gebe ich dir recht, aber was können wir tun?« Ludwig bemerkte, wie sich das Funkeln in den Augen seiner Frau verstärkte.
»Weißt du noch, das Zillertal?« Ein verträumtes Lächeln huschte über ihr Gesicht. »Dort haben wir uns ineinander verliebt.«
»Freilich weiß ich das noch. Du warst das hübscheste Madel im ganzen Dorf. Alle Burschen wollten mit dir ausgehen, aber du hast sie samt und sonders abblitzen lassen.«
»Weil du mir schon im Zug den Kopf verdreht hattest.« Lisbeth zwinkerte ihm zu. »Die Berge sind gerade im Winter märchenhaft schön. Alles ist weiß und verschneit und so wunderbar friedlich. Dort oben ist der Lärm der Welt weit weg.«
»Stimmt.« Ludwig nickte bedächtig. »Erinnerst du dich noch an das Hütterl droben am Feldkopf? Wir beide waren dort eingeschneit. Drei Tage lang saßen wir fest. Wir haben uns gegenseitig gewärmt, uns Geschichten erzählt und geliebt. Mei, diese Tage zählen zu den glücklichsten meines Lebens.«
»Zu meinen auch, und deshalb denke ich, wir sollten unserer Tochter einen Urlaub dorthin spendieren.«
»Ins Zillertal?«
»Genauer gesagt, nach St. Christoph. Es gibt dort ein zauberhaftes Alpenhotel: das Sporthotel ›Am Sonnenhang‹. Und wie es der Zufall will, haben sie für die nächsten zwei Wochen noch ein Zimmer frei.«
»Ach tatsächlich?« Ludwig kniff die Augen zusammen und sah seine Frau forschend an. »Das scheinst du ja schon alles herausgefunden zu haben. Habe ich es mir doch gedacht. Du führst etwas im Schilde!«
»Was, ich?« Sie schaute noch unschuldiger drein.
Nun klingelten endgültig sämtliche Alarmglocken in seinem Kopf.
»Lisbeth?«, fragte er.
»Also schön. Ich hab gehört, dass Adrian ins Zillertal reist. Wenn das kein Wink des Schicksals ist, weiß ich auch net.«
»Adrian? Herrje. Du willst die beiden also doch verkuppeln! Lass das lieber. Man sollte sich net in Herzensdinge einmischen, sonst fliegen sie einem nur um die Ohren.«
»Ich will mich ja gar net einmischen, sondern nur eine Gelegenheit schaffen, damit Franzi und Adrian einander endlich kennenlernen. Wer weiß schon, was sich daraus ergibt?«
»Das kann ich dir sagen«, brummte er. »Nix Gutes!«
»Nun sei net doch so pessimistisch, Ludwig.«
»Ich bin net pessimistisch, sondern realistisch.«
»Wünschst du dir für unser Kind net auch das Glück, das wir beide haben?«
»Doch, freilich tue ich das.«
Er streckte einen Arm aus und zog seine Frau zu sich heran, um ihr ein Busserl zu geben.
Lisbeth war sein Ein und Alles. Er konnte sich seine Welt ohne sie gar nicht mehr vorstellen. Seit beinahe fünfundzwanzig Jahren war sie seine große Liebe und die beste Partnerin, die er sich nur vorstellen konnte. Gemeinsam hatten sie zahlreiche Höhen und Tiefen erlebt. Zusammen waren sie stärker gewesen als allein. Das wusste er. Und er wünschte sich, dass seine Tochter einen Partner an ihrer Seite hatte, der ebenso zu ihr gehörte wie sie zu ihm.
»Also schön«, gab er sich einen Ruck. »Buchen wir die Reise für Franzi.«
»Ich wusste, dass du das sagen würdest, deshalb habe ich das Zimmer schon reservieren lassen.« Seine Frau stieß ihn liebevoll in die Seite. »Franzi wird eine herrliche Zeit in den Bergen haben. Du wirst es sehen.«
»Hoffentlich«, murmelte er und verspürte mit einem Mal ein warnendes Ziehen in seinem Inneren.
Seine Frau mochte fest daran glauben, dass seine Tochter im Zillertal ihr Glück finden würde, aber er wusste, wie gefährlich die Berge sein konnten. Von den jungen Schürzenjägern ganz zu schweigen, für die ein argloses Madel wie seine Tochter leichte Beute sein würde.
»Alles wird gut«, begütigte seine Frau, die seinen zweifelnden Blick richtig deutete. »Unsere Tochter fährt in die Berge. Was soll dabei schon schiefgehen?«
***
Schnaufend stampfte die Zillertalbahn durch die weiße Winterlandschaft. Links und rechts ragten schneebedeckte Berge in den kristallblauen Himmel. Dampf stieg aus der Lokomotive empor, wirbelte über die roten Waggons und verlor in der klaren Winterluft.
Die Plätze im Abteil waren allesamt besetzt, überwiegend mit Wintersportlern, die sich mit ihren Skiern und Rodelschlitten in die Abteile gequetscht hatten. Franzi war nichts anderes übrig geblieben, als mit ihrem Gepäck im Gang stehen zu bleiben und zu hoffen, dass der Zug seinen Zielbahnhof Mayrhofen bald erreichen würde.
Die vielen Menschen heizten das Abteil nicht nur unangenehm auf, sondern sorgten auch dafür, dass die Scheiben beschlugen. Nach einer Weile verschwand die herrliche Umgebung hinter den beschlagenen Fenstern.
Franzi nestelte an ihrem Schal und zog ihn vom Hals, weil sie in dem überheizten Abteil aus allen Poren schwitzte.
»Autsch!«, entfuhr es ihr.
Jemand hatte ihr unsanft einen Schlitten in die Wade gestoßen. Eine gemurmelte Entschuldigung folgte.
Franzi wollte gerade etwas erwidern, als der Zug plötzlich eine Vollbremsung machte! Sie wurde gegen ihren Nachbarn geschleudert. Der Haltegriff, den sie nur lasch festgehalten hatte, flutschte ihr zwischen den Fingern hindurch. Getrieben vom Schwung machte sie einen Ausfallschritt und rammte dem Mann, der neben ihr stand, ihren Ellbogen in den Bauch.
»O nein! Das tut mir leid!« Sie hörte, wie ihm zischend der Atem entwich. Quietschend kam der Zug zum Stehen. Franzi fand ihr Gleichgewicht wieder und sah ihren Nachbarn entschuldigend an. »Habe ich Ihnen wehgetan?«
»Ist schon gut.« Ein schüchternes Lächeln umspielte das bärtige Kinn des Mannes.
Er mochte ein paar Jahre älter als sie selbst sein und war groß und von drahtiger Statur. Blonde, ein wenig widerspenstige Haare schauten unter seiner geringelten Mütze hervor. Er trug einen Rucksack auf dem Rücken und hatte ebenfalls einen Koffer bei sich. Offenbar war er auch auf dem Weg in den Urlaub.
Franzi beugte sich vor und wischte mit der Hand ein Guckloch in das beschlagene Fenster.
»Warum fahren wir denn net weiter?« Sie spähte hinaus.
Nichts Ungewöhnliches war zu sehen.
Weiter vorn im Zug wurden nun jedoch Stimmen laut.
»Ein Pferd!«, rief jemand. »Vor uns steht ein Pferd auf den Gleisen! Habt ihr so was schon einmal gesehen? Das Viech rührt sich keinen Schritt vom Fleck.«
Franzi fing einen verblüfften Blick ihres Nachbarn auf.
»Ein Pferd hat uns ausgebremst?«
»Sieht ganz so aus«, erwiderte er schmunzelnd. »Sicherlich bemüht sich der Lokführer schon darum, dass die Gleise wieder frei sind. Es sollte gleich weitergehen.«
»Ich hoffe, wir verspäten uns net allzu sehr.«
»Müssen Sie von Mayrhofen aus noch weiterfahren?«
Franzi nickte. »Ich möchte mit dem Bus nach St. Christoph fahren.«
»Das ist auch mein Ziel. Lassen Sie uns hoffen, dass wir den Anschluss erreichen. Soweit ich weiß, fährt später nämlich kein Bus mehr. Wir würden also für einen Tag festsitzen.«
»Bloß net!«
Franzi bückte sich und hob ihren Koffer auf, der bei der Spontanbremsung umgefallen war. Geplant hatte sie für die kommenden Wochen einen Urlaub in Spanien, aber nun war sie hier im tief verschneiten Zillertal. Und das nur, weil sich ihre Freundin verliebt hatte und die Ferien lieber mit ihrem neuen Freund verbringen wollte.
Du verstehst das, nicht wahr?, hatte Nina sie gefragt. Ohne Leon könnte ich die Reise net genießen. Ich würde mich die ganze Zeit nach ihm sehnen.
Was hätte Franzi darauf erwidern sollen? Dass sie sich auf den Urlaub gefreut und sich auf Nina verlassen hatte? Was hätte das gebracht? Nina wäre trotzdem nicht mit ihr verreist. Natürlich hätte Franzi darauf bestehen können, den Urlaub anzutreten, aber dann hätte sie allein fliegen müssen. So kurzfristig wusste sie niemanden, der mit ihr gekommen wäre. Nina hatte Leon. Und sie selbst?
Seit einer großen Enttäuschung war sie allein. Nils hatte ihr damals vorgeworfen, wenig flexibel zu sein und sich nie auf Neues einzulassen. Das war natürlich übertrieben. Obwohl: Ganz unrecht hatte er nicht gehabt. Franzi mochte alles Vertraute und verspürte Unbehagen bei allem Neuen, Unbekannten. Sogar bei dieser Reise in eine Gegend, die sie bisher nur aus den Erzählungen ihrer Eltern kannte. In Spanien war sie schon oft gewesen. Im Zillertal noch nie. Das bereitete ihr Unbehagen.
Am liebsten wäre sie auf der Stelle zurück nach München gefahren, aber das hätte ihre Eltern enttäuscht. Die beiden hatten ihr die Reise geschenkt und sie ermuntert, jeden Tag zu genießen und alles mitzunehmen, das auch nur im Entferntesten nach Spaß aussah.
Im Augenblick war sie jedoch weit davon entfernt, Spaß zu haben. Sie saß in einem überheizten Zug fest und wusste nicht, ob sie ihr Reiseziel an diesem Tag überhaupt noch erreichen würde. Dieser Urlaub fing ja gut an!
Ihre Eltern hatten sich in den Bergen verliebt. Und sie selbst? Wann würde sie den Mann ihrer Träume finden? Einen, mit dem sie lachen, lieben und leben konnte? Einen, bei dem sie sich fallen lassen und darauf vertrauen konnte, dass er sie auffangen würde? Gab es so einen Mann überhaupt für sie? In Ihrem Herzen war auf jeden Fall noch ein Platzerl frei …
