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Die Sache mit der Liebe - Turbulenter Heimatroman um vier verwirrte Herzen
Eigentlich sollte Julius allen Grund zur Freude haben. Der gemeinsame Urlaub mit seinen beiden besten Freunden im Berghotel steht bevor. Doch Felix und Alois machen sich Sorgen um den feschen Schürzenjäger. Normalerweise sprüht er vor guter Laune, doch seit er sich bei einem Madel einen Korb eingehandelt hat, wirkt er unglücklich und ist sehr still. Felix und Alois glauben, er sei in seinem Stolz gekränkt. In Wahrheit hat ihm das Madel jedoch einen Spiegel vorgehalten und ihm klargemacht, was sie von seinen vielen Frauengeschichten hält. Seither hadert Julius mit sich selbst.
Um ihn aufzumuntern, denken sich seine Freunde eine Wette aus: Wer das schönste Madel im Dorf erobern kann, hat gewonnen. Beim Tennis fragen sie auch gleich Trainer Lukas Einrieder, wer die größte Schönheit im Ort sei. Ohne zu zögern nennt Lukas die Marianne, die im "Ochsen" als Serviererin arbeitet. Und damit beginnt ein Spiel, aus dem schon bald bitterer Ernst wird ...
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Seitenzahl: 124
Veröffentlichungsjahr: 2018
Cover
Impressum
Die Sache mit der Liebe
Vorschau
BASTEI ENTERTAINMENT
Vollständige eBook-Ausgabe der beim Bastei Verlag erschienenen Romanheftausgabe
Bastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG
© 2018 by Bastei Lübbe AG, Köln
Programmleiterin Romanhefte: Ute Müller
Verantwortlich für den Inhalt
Titelbild: Anne von Sarosdy / Bastei Verlag
Datenkonvertierung eBook: Blickpunkt Werbe- und Verlagsgesellschaft mbH, Satzstudio Potsdam
ISBN 978-3-7325-7171-0
www.bastei-entertainment.de
www.lesejury.de
Im idyllischen St. Christoph, dort, wo auch der »Bergdoktor« lebt und praktiziert, liegt das Hotel »Am Sonnenhang«. Es ist ein Haus, in dem sehr viel Wert auf Tradition und Gastlichkeit gelegt wird – und sich für die Gäste so mancher Traum erfüllt.
Die Sache mit der Liebe
Turbulenter Heimatroman um vier verwirrte Herzen
Von Verena Kufsteiner
Eigentlich sollte Julius allen Grund zur Freude haben. Der gemeinsame Urlaub mit seinen beiden besten Freunden im Berghotel steht bevor. Doch Felix und Alois machen sich Sorgen um den feschen Schürzenjäger. Normalerweise sprüht er vor guter Laune, doch seit er sich bei einem Madel einen Korb eingehandelt hat, wirkt er unglücklich und ist sehr still. Felix und Alois glauben, er sei in seinem Stolz gekränkt. In Wahrheit hat ihm das Madel jedoch einen Spiegel vorgehalten und ihm klargemacht, was sie von seinen vielen Frauengeschichten hält. Seither hadert Julius mit sich selbst.
Um ihn aufzumuntern, denken sich seine Freunde eine Wette aus: Wer das schönste Madel im Dorf erobern kann, hat gewonnen. Beim Tennis fragen sie auch gleich Trainer Lukas Einrieder, wer die größte Schönheit im Ort sei. Ohne zu zögern nennt Lukas die Marianne, die im »Ochsen« als Serviererin arbeitet. Und damit beginnt ein Spiel, aus dem schon bald bitterer Ernst wird …
»Grüß dich, Hedi! Ein herrlicher Tag, gell?«, rief Gerda Stahmer, die im Sporthotel »Am Sonnenhang« als Hausdame tätig war und gerade an der Rezeption saß.
Hedi Kastler, die Hotelchefin, winkte fröhlich, als sie an der Rezeption vorbeilief.
»Ja, und diesen Tag will ich nutzen, indem ich runter in den Ort fahr«, kündigte sie gut gelaunt an. »Heut ist ja Bauernmarkt. Soll ich dir was mitbringen?«
»Gar nix, danke, bin wunschlos glücklich«, erwiderte Gerda lächelnd.
Hedi verließ das Hotel und trat hinaus in den strahlenden Sonnenschein.
Der Sommer zeigte sich im Zillertal in Tirol wie so oft von seiner allerbesten Seite. Der Himmel war klar und azurblau, nur gelegentlich war ein weißes Wölkchen zu sehen. Trotz der sanften Brise war es so heiß, dass die Hotelchefin froh war, ihr luftigstes Dirndl angezogen und sich die blonden Haare zu einer Flechtfrisur hochgesteckt zu haben. Sie schwang sich auf ihr Fahrrad und radelte los.
Das Berghotel thronte auf einem Hang über dem Dorf St. Christoph, sodass sie sich nun im Grunde genommen gemütlich bergab rollen lassen konnte und nicht allzu kräftig in die Pedale treten musste. So hatte sie reichlich Gelegenheit, die Landschaft zu betrachten, die sie freilich längst so gut wie ihre eigene Westentasche kannte und an der sie sich trotzdem nie sattsah.
Die Natur des Zillertals erschien ihr wie ein Wunder und oft dankte sie dem Herrgott in Gedanken dafür, dass ausgerechnet dieser wunderbare Ort ihre Heimat war. Ihr Blick schweifte über die Berggipfel, die St. Christoph wie ehrwürdige steinerne Wächter umgaben, und über saftig-grüne Almwiesen, auf denen gefleckte Kühe friedlich grasten. Bunte Wildblumen wiegten sich im sanften Wind, Bienen und Hummeln tanzten über die Blüten.
Es dauerte nicht lange, dann befand sich Hedi mitten im Dorf. Gepflegte Bauernhäuser waren von Gärten und schön gestrichenen Zäunen umgeben. Das Örtchen machte ein wenig den Eindruck, als sei es von Raum und Zeit entrückt; nicht ganz Teil dieser Welt. Hedi liebte die verträumte, friedliche Atmosphäre, die über der Szenerie schwebte.
Immer wieder winkten ihr Leute freundlich zu. Fröhlich erwiderte sie jeden Gruß. In einem so kleinen Dorf kannte freilich jeder jeden, man nutzte gerne jede Gelegenheit für einen kleinen Plausch.
Auf dem Platz vor der weißen Kirche mit dem goldenen Wetterhahn waren zahlreiche Standln aufgebaut. Bauern aus der Region boten hier ihre frischen Waren an: rustikales Brot, ganze Käseräder, Würste und Schinken, Honig, Obst und Gemüse.
Hedi flanierte an den Ständen vorbei, plauderte mit Bekannten und Freunden und ließ sich die ein oder andere Kostprobe geben, bevor sie schließlich ein knuspriges Sauerteigbrot und ein großes Glas Honig von einem Imker aus einem nahe gelegenen Dorf kaufte.
»Grüß dich, Hedi! Na, was tut sich droben im Berghotel?«, erklang eine helle Stimme hinter ihr.
Die Hotelchefin drehte sich um und erblickte Marianne und Gerti, zwei hübsche Madeln, die in St. Christoph aufgewachsen waren und im »Ochsenwirt« als Serviererinnen arbeiten. Hedi kannte die beiden, seit sie Kinder gewesen waren. Beide waren ganz reizend; die anmutige Marianne mit den langen haselnussbraunen Haaren und den glänzenden Bernsteinaugen und die lebhafte Gerti mit ihren kupferfarbenen Locken.
Hedi erzählte von dem Tennisturnier, das der Sporttrainer Lukas Einrieder organisierte, und von dem Sommerfest, das kürzlich auf der Hotelterrasse stattgefunden hatte.
»Und was gibt’s bei euch, Madeln?«, fragte sie schließlich.
Die Madeln tauschten einen betrübten Blick aus und seufzten einvernehmlich.
»Ach, gar net viel«, meinte Marianne schulterzuckend.
Gerti drehte sich eine rote Locke um den Zeigefinger.
»So gern ich St. Christoph auch hab, manchmal kann’s hier doch ein bisserl fad werden.«
Hedi schmunzelte. Ihr selbst wurde es hier niemals langweilig, sie fand immer etwas zu tun. Aber sie konnte sich gut vorstellen, dass sich zwei so junge Madeln gelegentlich nach mehr Aufregung und etwas weniger beschaulicher Idylle sehnten.
»Net den Kopf hängen lassen«, meinte sie. »Es werden sicher bald wieder spannendere Zeiten anbrechen. Also ich find, auch in so einem kleinen Dorf gibt’s manchmal erstaunlich viel Trubel. Manchmal so viel, dass man sich sogar wieder nach mehr Ruhe sehnt.«
Fröhlich lachte Marianne. »Na, das will ich sehen! Die Aufregung kann ruhig kommen, mir ist sie herzlich willkommen.«
***
»Die steilen, felsigen Hänge! Optimal zum Klettern«, rief Alois begeistert von der Rückbank des Autos und schaute hinaus zu den Bergen.
Felix, der am Beifahrersitz saß, machte eine wegwerfende Handbewegung.
»Klettern? Ich freu mich mehr auf den hoteleigenen Tennisplatz. Es ist ewig her, dass ich zum letzten Mal den Schläger geschwungen hab. Und die Abende verbringen wir in den Wirtshäusern. Ich hab gehört, die Madeln im Zillertal sollen unvergleichlich schön sein. Ob’s an der guten frischen Luft liegt?«, scherzte er und strich sich mit der Hand durch das weizenblonde Haar.
Alois verdrehte die braunen Augen.
»Wir sind net zum Schäkern in Tirol, sondern zum Sporteln«, moserte er, konnte dabei aber auch seine gute Laune nicht verbergen.
Nur Julius, der hinter dem Steuer saß, war schweigsam. Nachdenklich blickte er nach vorne auf die Straße und beteiligte sich kaum am Gespräch seiner Freunde.
»Hey Julius.« Felix stupste ihn von der Seite an. »Was sagst du dazu? Flirten oder auf die Berge kraxeln?«
Julius zuckte nur mit den Schultern und brummte: »Ist mir wurscht.«
Felix drehte sich so weit herum, dass er einen vielsagenden Blick mit Alois austauschen konnte. Die beiden Burschen machten sich Sorgen um den Dritten im Bunde. Julius war in letzter Zeit kaum wiederzuerkennen. Eigentlich trug er seinen Ruf als Schürzenjäger mit Recht, war charmant und für jeden Spaß zu haben. Bei den Madeln ließ er normalerweise nichts anbrennen und sprühte vor guter Laune.
Aber damit war es neuerdings vorbei, der fesche Bursche war wie verwandelt. Seit er einen herben Korb von einem Madel kassiert hatte und gnadenlos abgeblitzt war, wirkte er unglücklich und in sich gekehrt.
Das war ein Grund für den Zillertal-Urlaub: Alois und Felix hofften, ihren Freund mit diesem Aufenthalt aufmuntern zu können. In Tirol wollten sie viel Sport treiben, die Freizeit genießen und einen freien Kopf bekommen. Bewegung an der frischen Luft war doch immer noch das beste Heilmittel bei schlechter Laune, fanden sie.
Das Sporthotel »Am Sonnenhang«, das sie ausgewählt hatten, hatte ein breites Sportangebot, und auch überall in der Umgebung konnte man sportlichen Aktivitäten nachgehen. Von Tennis und Squash über Schwimmen, Reiten und Wandern bis hin zu Freihandklettern und Paragliden war alles möglich. Bei so vielen Optionen wurde es einem gewiss nicht fad, und dabei würde Julius rasch auf andere Gedanken kommen.
Und die herrliche, weite Landschaft, die frische Luft und die atemberaubende Natur würden sicherlich auch nicht schaden. Freilich, ein Korb konnte schmerzen, aber nach einem tollen Sporturlaub würde Julius ganz bestimmt bald wieder ganz der Alte sein.
***
Blendend hell und heiß strahlte die Sonne von dem azurblauen Himmel. Die Luft über dem Tennisplatz flirrte vor Hitze. Dennoch wollten die Burschen es sich nicht nehmen lassen, den ersten Urlaubstag mit einer Tennisstunde einzuläuten. Beim Sporttrainer Lukas Einrieder hatten sie eine Stunde gebucht. Jetzt hatten sich Felix und Alois bereits hier eingefunden, ein paar Minuten zu früh, und warteten auf Julius und auf den Trainer.
»Was sagst du denn zum Julius? Er macht gar keinen guten Eindruck, oder?«
Alois machte ein paar Dehnungsübungen, um sich auf den Sport vorzubereiten.
Felix zuckte mit den Schultern, dann schwang er den Tennisschläger probeweise ein paar Mal hin und her. Nachdenklich kratzte er sich anschließend am Kopf.
»Na ja, es wird wohl der verletzte Stolz sein, gell? Immerhin hat er sich so drastisch verändert, nachdem ihm die Anne einen Korb gegeben hat.«
Alois runzelte die Stirn und fuhr sich mit der Hand durch sein braunes Haar.
»Aber dass ein selbstbewusster Bursche wie der Julius sich durch eine bloße Abfuhr so aus dem Konzept bringen lässt … Das passt doch net. Ich hätt gedacht, so was perlt einfach an ihm ab.«
Erneut ein Schulterzucken von Felix.
»Hast schon recht. So ganz erklären kann ich’s mir auch net. Aber ich denk mir, die Anne hat ihm einfach besonders gut gefallen. Sie war wohl net irgendein Madel für ihn, sondern genau die, die er wollte. Und du musst bedenken, er ist’s halt net gewohnt, abzublitzen. Normalerweise hat er leichtes Spiel mit den Madeln.«
Langsam nickte Alois. Er setzte sich auf ein Bankerl in der Sonne und streckte die langen Beine aus, die im Gegensatz zu Felix’ Haut noch ein bisserl blass wirkten, weil er sonst eher wenig Zeit draußen an der frischen Luft verbrachte.
»Das stimmt schon, das mag ihm wohl einen gehörigen Dämpfer verpasst haben. Aber wie sollen wir ihn aufmuntern? Abgesehen davon, dass wir ihn mit Sport ablenken, können wir wohl wenig tun.«
Felix’ blaue Augen begannen vergnügt zu funkeln. »Wie wär’s mit einem Spiel?«
Verständnislos blinzelte Alois ins Sonnenlicht.
»Ein Spiel?«, wiederholte er.
Felix nickte eifrig. Die Idee war ihm spontan in den Sinn gekommen, aber er erwärmte sich bereits selbst immer mehr dafür.
»Weißt du, was den Julius sicherlich noch mehr aufheitert als Bewegung? Ein neues Madel, ein kleiner Flirt, ein bisserl Prickeln. Und wenn dazu der Reiz des Wettkampfes kommt, ist’s doch optimal.«
Alois begriff noch immer nicht, worauf sein Freund hinauswollte.
»Ja, aber wie stellst du dir das denn vor?«, wollte er wissen.
»Eigentlich ganz einfach: Wer von uns dreien das schönste Madel im Dorf für sich erobern kann, hat gewonnen«, erklärte Felix schlicht.
»Und wie bestimmen wir, wer die Schönste ist?«, hakte Alois skeptisch nach.
»Keine Ahnung. Ach, das wird sich wohl herausfinden lassen.« Felix war Feuer und Flamme für seinen eigenen Plan und wollte sich nicht mit Details aufhalten.
»Na schön.« Allmählich erwärmte sich auch Alois für den Gedanken. »Das klingt echt so, als könnt’s den Julius aufmuntern. Aber jedes Spiel braucht auch Regeln, sonst funktioniert’s net.«
Felix verdrehte lachend die Augen.
»Ach Alois, manchmal bist du schon eine ganz schöne Spaßbremse«, neckte er seinen Freund. »Du und deine Regeln. Manchmal muss man auch ein bisserl spontan sein.« Er streckte sich genüsslich.
Nun war es an Alois, die Augen zu verdrehen.
»Ohne Spielregeln hat’s aber nun einmal wenig Sinn. Wie sollen wir denn sonst den Gewinner bestimmen?«
»Ist ja gut«, beschwichtigte Felix lachend. »Also: Das Madel darf net erfahren, dass wir drei uns kennen und uns abgesprochen haben. Sie soll ganz unvoreingenommen sein. Unsere einzige Waffe ist unser Charme.«
»Klingt vernünftig.« Alois nickte. »Und wann hat man gewonnen? Wenn man ein Rendezvous abstaubt?«
Felix schnaubte leise. »Ein Rendezvous? Nein, das ist zu wenig. Das wär ja fad.« Nachdenklich tippte er sich ans Kinn und rief schließlich triumphierend aus: »Ein Busserl! Wer als Erster ein Busserl von ihr bekommt, soll der Sieger des Wettstreits sein.«
Alois setzte zu einer Antwort an, doch in dem Moment kam Lukas Einrieder aus Richtung des Hotels auf sie zu und unterbrach damit das Gespräch.
»Grüß euch, Burschen!«, schmetterte er ihnen gut gelaunt entgegen. Der fesche Sonnyboy mit dem gewinnenden Lächeln sprühte vor Energie. »Na, seid’s bereit?«
»Noch net ganz, der Julius fehlt noch«, erwiderte Alois, stand auf und erwiderte Lukas’ festen Händedruck.
Doch in dem Moment tauchte auch Julius auf, der gerade von einer Wanderung zurückkehrte. Seine dunklen Haare glänzten im Sonnenlicht, seine Bewegungen waren kraftvoll und geschmeidig. Er lächelte, als er Lukas und seine beiden Kumpels begrüßte. Doch er konnte trotzdem nicht verbergen, dass er niedergeschlagen war. Da lag etwas in seinem Blick und seiner Miene, was deutlich verriet, dass er nicht gerade beste Laune hatte.
»Auf geht’s!«, beschloss Lukas und läutete damit den Beginn der Trainingsstunde ein.
Bei strahlendem Sonnenschein hetzten die Burschen über den gepflegten Tennisplatz. Schon bald stand ihnen allen der Schweiß auf der Stirn, aber ihr Lachen erfüllte die Luft. Lukas schonte sie nicht, schmetterte ihnen die Tennisbälle nur so um die Ohren und hatte zahlreiche gute Tipps auf Lager, um ihre Technik zu verbessern.
»Ich kann nimmer!«, japste Alois schließlich.
Sein Gesicht war hochrot, die braunen Haare klebten ihm schweißnass am Kopf. Ächzend ließ er sich auf die Bank fallen und lehnte den Tennisschläger gegen sich.
Felix schmunzelte. »Du gibst aber schnell auf«, frotzelte er, konnte dabei aber nicht verhehlen, dass auch er ganz froh über die Pause war. Auch er war mittlerweile ganz schön außer Puste.
Nur Julius hatte noch Energie. Er und Lukas spielten sich noch ein paar Bälle zu, bevor sie sich zu den anderen setzten.
Alois und Felix tauschten einen Blick aus, dann schnitt Alois das Thema an, über das sie vor dem Training schon gesprochen hatten: »Sag einmal, Lukas, in einem Dorf wie St. Christoph gibt’s sicherlich viele hübsche Madeln, gell? Liebreizende Naturschönheiten und anmutige Alpenblumen?«
Lukas schmunzelte über die Formulierung, nickte aber.
»Ja, freilich. Das Zillertal hat schon viele schöne Damen hervorgebracht. Und mit weiblicher Schönheit kenn ich mich aus.«
Felix prustete los. »Oh ja, das kann ich mir gut vorstellen. Als Sporttrainer lernt man sicher viele Madeln kennen, gell? Urlauberinnen und Einheimische.«
Lukas zuckte mit den Schultern und konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen.
»Aber ja. Ob bei Wanderungen im Sommer oder Skikursen im Winter, man kommt halt leicht ins Gespräch.«
Das freche Grinsen verriet, was man sich ohnehin denken konnte: Der fesche Bursche mit dem sympathischen, kontaktfreudigen Auftreten hatte keinerlei Probleme, Madeln kennenzulernen, und nutzte diese Tatsache vermutlich zu seinem Vorteil.
»Um net lang um den heißen Brei herumzureden«, platzte Felix direkt mit seiner Frage heraus, »wer ist denn aus deiner Sicht das schönste Madel in ganz St. Christoph?«
