Das Berghotel 178 - Verena Kufsteiner - E-Book

Das Berghotel 178 E-Book

Verena Kufsteiner

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Beschreibung

Das vergiftete Herz - Packender Heimatroman um die Eifersucht der schönen Hanna


Hannas Elternhaus ist mit Schimmelpilzen verseucht. Sie müssen für Wochen ausziehen und das kleine Gehöft professionell reinigen lassen. Hedi und Andi Kastler nehmen Hannas Familie im Berghotel auf, schließlich hilft man sich doch unter Freunden.
Währenddessen treffen dort auch die Münchner Urlauber Florian und Rose ein. Der junge Mann will seine Freundin schon länger vom Heiraten überzeugen, doch die hält ihn hin. Florian ist frustriert und greift zu härteren Bandagen: Er hat sich vorgenommen, seine Rose eifersüchtig zu machen, dann wird sie schon sehen, was sie an ihm hat.

Die reizende Hanna kommt ihm da gerade recht. Er flirtet mit ihr auf Teufel komm raus und verdreht ihr den Kopf. Noch ahnt sie nicht, dass sie für Florian nur Mittel zum Zweck ist. Der versichert ihr glaubhaft, dass seine Beziehung mit Rose am Ende ist. Hanna blendet alles aus und glaubt seinen Liebesschwüren. Aber die Eifersucht auf Rose frisst das Madel schier auf, bis die Situation eskaliert ...

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Seitenzahl: 121

Veröffentlichungsjahr: 2018

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Inhalt

Cover

Impressum

Das vergiftete Herz

Vorschau

BASTEI ENTERTAINMENT

Vollständige eBook-Ausgabe der beim Bastei Verlag erschienenen Romanheftausgabe

Bastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG

© 2018 by Bastei Lübbe AG, Köln

Programmleiterin Romanhefte: Ute Müller

Verantwortlich für den Inhalt

Titelbild: Anne von Sarosdy / Bastei Verlag

Datenkonvertierung eBook: Blickpunkt Werbe- und Verlagsgesellschaft mbH, Satzstudio Potsdam

ISBN 978-3-7325-7173-4

www.bastei-entertainment.de

www.lesejury.de

Im idyllischen St. Christoph, dort, wo auch der »Bergdoktor« lebt und praktiziert, liegt das Hotel »Am Sonnenhang«. Es ist ein Haus, in dem sehr viel Wert auf Tradition und Gastlichkeit gelegt wird – und sich für die Gäste so mancher Traum erfüllt.

Das vergiftete Herz

Packender Heimatroman um die Eifersucht der schönen Hanna

Von Verena Kufsteiner

Hannas Elternhaus ist mit Schimmelpilzen verseucht. Sie müssen für Wochen ausziehen und das kleine Gehöft professionell reinigen lassen. Hedi und Andi Kastler nehmen Hannas Familie im Berghotel auf, schließlich hilft man sich doch unter Freunden.

Währenddessen treffen dort auch die Münchner Urlauber Florian und Rose ein. Der junge Mann will seine Freundin schon länger vom Heiraten überzeugen, doch die hält ihn hin. Florian ist frustriert und greift zu härteren Bandagen: Er hat sich vorgenommen, seine Rose eifersüchtig zu machen, dann wird sie schon sehen, was sie an ihm hat.

Die reizende Hanna kommt ihm da gerade recht. Er flirtet mit ihr auf Teufel komm raus und verdreht ihr den Kopf. Noch ahnt sie nicht, dass sie für Florian nur Mittel zum Zweck ist. Der versichert ihr glaubhaft, dass seine Beziehung mit Rose am Ende ist. Hanna blendet alles aus und glaubt seinen Liebesschwüren. Aber die Eifersucht auf Rose frisst das Madel schier auf, bis die Situation eskaliert …

»Da hilft nix mehr.« Pirmin Kremser kratzte sich das bärtige Kinn. »Tut mir wirklich leid, Quirin.«

»Was meinst du damit? Nix mehr?«

»Der Schimmel steckt in deinem Haus beinahe überall: in den Teppichen, den Wänden und hinter den Kacheln. Ich hab ihn sogar in den Vorhängen am Stubenfenster gefunden.«

»Und was heißt das für meine Familie?«

»Dass ihr euch die Beschwerden net eingebildet habt. Die tränenden Augen, der Schnupfen und das Kopfweh kommen höchstwahrscheinlich vom Schimmelbefall in eurem Haus. Die Schimmelpilze bilden Sporen und Stoffwechselprodukte. Wenn man die einatmet, ist das äußerst schädlich für die Gesundheit. Euer Haus ist eine einzige Gefahrenquelle.«

»Jessas, das hatte ich befürchtet.«

Der Bauer fuhr sich mit beiden Händen durch die dunklen Haare, die nur an den Schläfen ein wenig Grau aufwiesen. Tiefe Sorgenfalten gruben sich um seine Augen ein, als er die Arme wieder sinken ließ.

Hanna bemerkte den Schrecken in den Augen ihres Vaters und wechselte einen Blick mit ihrer Mutter. Sie standen zu dritt bei dem Handwerker, der nach einer gründlichen Inaugenscheinnahme ihres Hauses darauf bestanden hatte, im Freien mit ihnen zu reden. Eine Atemschutzmaske baumelte an seinem Gürtel.

»Und was sollen wir nun machen, Pirmin?«, fragte ihr Vater rau.

»Schwer zu sagen. Fast jeder Raum ist befallen. Am schlimmsten betroffen sind das Erdgeschoss und der Keller. Da seh ich schwarz. Am besten wär’s, das Haus abzureißen.«

»Abzureißen? Bist du narrisch? Du redest hier von unserem Zuhause, Pirmin!«

»Genau, deshalb bin ich ja so ratlos. Ich weiß, was euch das Haus bedeutet, aber dieser Befall ist kein kleines Risiko, Quirin. Weißt du, wie man den Schimmel in meinen Kreisen auch nennt? Den schleichenden Tod. Und das stimmt. Ihr habt alle drei schon eine Allergie ausgebildet. Ein geringer Befall in einem Raum wäre rasch in den Griff zu bekommen, aber euer Haus ist durch und durch verseucht. Die Lage ist wirklich ernst.«

»Das Haus steht hier seit fast dreihundert Jahren. Und jetzt willst du’s einfach abreißen?«

»Pah! Von wollen kann keine Rede sein.« Der Besucher seufzte. »Fakt ist: Wenn ihr dem Schimmel noch länger ausgesetzt seid, könntet ihr ernste gesundheitliche Schäden davontragen. Manche Schimmelpilze siedeln sich in der Lunge an und wachsen dort weiter. Das willst du doch net riskieren, oder?«

»Freilich net. Aber Pirmin, es muss doch was geben, das wir tun können.«

»Eine Sanierung von Grund auf wär nötig. Wir müssten den Schimmelpilz in jedem Raum beseitigen. Das braucht seine Zeit und wird net billig. Ich weiß wirklich net, ob ich euch dazu raten soll.«

»Ist das der einzige Weg?«

»Ja, der Einzige.«

»Und könntest du das noch vor dem Winter schaffen?«

»Vor dem Winter? Mei, wenn ich mich spute und Hilfe hab, vielleicht. Ihr könnt das Haus in der Zeit aber net bewohnen. Das ist ausgeschlossen.«

Ausgeschlossen? Ein Zittern lief durch Hanna. Sie war ebenso entsetzt wie ihre Eltern. Der Oberlechner-Hof war ihr Zuhause, ein idyllisches Anwesen am Rand von St. Christoph. Schon viele Generationen ihrer Familie hatten hier gelebt und gearbeitet, und das sah man dem Bauernhaus auch an. Es war etliche Male umgebaut und erweitert worden. Vor den Balkonen blühten üppige Hängegeranien, die ihre Mutter liebevoll pflegte. Hühner pickten neben dem Ziehbrunnen im Garten. Die muntere Schar ahnte noch nichts von dem Verhängnis, das sich über dem Hof zusammenbraute.

Wo sollen wir denn hin, wenn das Haus vom Schimmel befreit wird?, grübelte Hanna erschrocken. Wir können doch net im Stall schlafen! Überhaupt: Was ist mit unseren Tieren? Sind die auch in Gefahr? Was soll den nun aus ihnen werden?

So viele Fragen – und keine Antworten!

Hanna war wie vor den Kopf geschlagen.

Vor vierundzwanzig Jahren war sie auf dem Hof geboren worden. Dort oben in der Kammer hinter dem Eckfenster. Während eines Schneesturms war das gewesen, hatten ihre Eltern erzählt. Die Straße hinunter in die Stadt war unbefahrbar gewesen, als bei ihrer Mutter die Wehen eingesetzt hatten, und so war Hanna daheim zur Welt gekommen. Der Hof war ihr Zuhause, hier war sie verwurzelt. Und nun sollte er unbewohnbar geworden sein? Das war ein Schock, den die junge Bäuerin erst einmal verdauen musste.

Während sich ihre Eltern weiter mit Pirmin beratschlagten, besann sich Hanna auf ihre Pflichten und brach auf, um die Kühe für das abendliche Melken von der Weide heimzutreiben. Die Tiere kannten ihre Zeiten und kamen ihr bereits auf halbem Wege entgegen. Jetzt, so kurz vor dem Winter, standen sie auf der Wiese hinter dem Hof und nicht mehr oben auf der Alm.

Gemächlich trotteten die braun gefleckten Tiere heran. Die Schwänze wischten hin und her und vertrieben die Fliegen.

Hanna zählte die Kühe kurz durch und stutzte. Eine fehlte!

Das Fleckerl ist net dabei, erkannte sie nach kurzem Schauen. Vermutlich ist es wieder weiter hinaufgestiegen, um nach leckeren Disteln zu suchen.

Sie hob den Kopf und lauschte. Tatsächlich hörte sie von fern das Läuten von Fleckerls Glocke. Flink wandte sich die junge Bäuerin in diese Richtung und folgte dem Klang. Sie eilte über die Wiese bergauf und wich geschickt den Kuhfladen aus, mit denen das Grün gesprenkelt war. Dabei bemerkte sie aus dem Augenwinkel plötzlich eine Bewegung: Zwei Murmeltiere jagten einander über die Wiese! Ein possierliches Spiel war das.

Das Herz der Vierundzwanzigjährigen wurde weit. Sie liebte ihre Heimat und die Tiere und hätte sich nicht vorstellen können, irgendwo anders zu leben. Während es ihre Freundinnen zu weiten Reisen in die Ferne zog, lockte Hanna die Aussicht auf die Fremde kein bisschen. Sie mochte ihr Heimattal viel zu sehr, um sich fortzusehnen.

Nach dem drückend heißen und trockenen Sommer zeigte sich der Herbst in den Bergen nun in seinen buntesten Farben. Blassblau wölbte sich der Himmel über den Gipfeln, die schon hier und da weiße Kappen trugen. Der Wind brachte den Duft von Pilzen mit. Die Tage waren sonnig und kühl. Um diese Jahreszeit war es ruhig im Dorf. Der Urlaubertrubel würde erst mit dem ersten Schnee einsetzen, wenn die Wintersportler zum Ski- und Snowboardfahren ins Zillertal kamen.

Von rechts näherte sich etwas – oder jemand?

Hanna blieb kurz stehen und beschattete ihre Augen mit einer Hand, um besser sehen zu können. Blinzelnd erkannte sie, dass es nicht Fleckerl war, die da geradewegs auf sie zukam, sondern ein Mann auf einem Mountainbike. Kräftig trat er in die Pedale, um den steilen Anstieg auszugleichen. Er trug einen Helm, eine Sonnenbrille und reichlich Gepäck in den Lenker- und Satteltaschen.

»Grüß dich!« Er hielt an, stellte einen Fuß neben seinem Radel ab und nahm die Sonnenbrille ab. Dahinter kamen fröhlich funkelnde braune Augen zum Vorschein, die Hanna vergnügt anlachten. »Kannst du mir sagen, wo es hier zum Sporthotel ›Am Sonnenhang‹ geht?«

»Freilich. Unser Berghotel steht auf der anderen Seite des Dorfes. Da bist du schon zu weit gefahren. Am besten radelst du zurück zur Kirche und biegst dort rechts ab. Von da sind es nur noch knapp zehn Minuten bis zum Hotel.«

»Das Berghotel? Ist das wirklich richtig? Ich wollte eigentlich zum Sporthotel.«

»Das passt schon. Hier bei uns gibt es nur das eine Hotel, und im Dorf nennen wir es Berghotel.«

»Ach so. Na ja, bei der herrlichen Aussicht passt der Name auch.« Er lächelte Hanna an. Unter seinem Helm schauten dunkle Haare hervor. Seine sonnengebräunte Haut verriet, dass er sich gern und viel im Freien aufhielt. Und unter dem blauen Sportdress zeichneten sich kräftige Muskeln ab. Er zwinkerte Hanna zu, als würden sie sich schon lange kennen. »Dank dir schön …«

»Hanna. Hanna Oberlechner heiß ich.«

»Hanna. Das ist ein schöner Name. Er passt zu dir.« Er nickte ihr zu. »Ich bin der Florian. Du, ich freu mich, dass wir uns getroffen haben. Ein paar Tage werde ich sicherlich im Dorf bleiben. Vielleicht sehen wir uns einmal wieder?«

»Wer weiß.« Sie lächelte schüchtern.

Mit einem Mal klopfte ihr Herz zum Zerspringen. Wie er sie anschaute! Als wären sie beide ganz allein auf der Welt. Ihre Haut erwärmte sich unter seinem Blick, und etwas tief in ihr begann, sehnsüchtig zu kribbeln. Hanna fuhr mit der Zungenspitze über ihre Lippen, die plötzlich trocken waren.

»Dann auf bald, Hannerl.« Florian setzte die Sonnenbrille wieder auf, wendete sein Fahrrad und fuhr hinunter ins Dorf.

Hannerl? So nannte sie sonst nur ihr Vater. Ganz versonnen schaute Hanna ihm nach und vergaß sekundenlang alles, was sie bedrückte.

Doch dann fiel es ihr wieder ein. Sie schaute über ihre Schulter zurück zum Hof ihrer Familie. Der Schimmelbefall bedrohte ihr Zuhause. Pirmin hatte schon recht: Gesund war die Luft daheim schon lange nicht mehr. Ihre Mutter hatte häufig gerötete und tränende Augen, Hanna nieste ständig, und ihr Vater litt unter einem hartnäckigen Hautausschlag, der fürchterlich juckte. All das kam sicherlich vom Schimmel. Sie mussten das Haus auf unbestimmte Zeit verlassen, damit er bekämpft werden konnte, aber wie sollten sie diese Zeit überbrücken? Ein banger Schauer rieselte ihr bei dieser Frage über den Rücken, und die Furcht vor dem Ungewissen umklammerte ihr Herz wie eine eisige Faust.

***

Heute empfiehlt unser Chefkoch: Tafelspitz mit Möhrengemüse.

Andreas Kastler setzte mit weißer Kreide einen schwungvollen Punkt über das i. Er trat einen Schritt zurück und betrachtete den Aufsteller vor dem Eingang des Hotelrestaurants prüfend. Prima!

Zufrieden kehrte der Hotelchef an die Rezeption zurück und nahm seinen Posten am Computer wieder ein. Gerade rechtzeitig, um zwei neue Gäste zu begrüßen, die durch die verglaste Drehtür hereinkamen. Das junge Paar schien mit dem Fahrrad angekommen zu sein, denn beide trugen einen Fahrradhelm, Handschuhe und ein eng anliegendes Sportdress. Dazu hatten sie Lenker- und Satteltaschen in der Hand.

»Grüß Gott.« Der junge Mann war Mitte zwanzig und trat vor den Tresen. »Florian Niemeyer und Rose Held, heißen wir. Wir haben ein Zimmer bei Ihnen reserviert.«

»Herzlich willkommen im Berghotel. Ich schau sofort nach Ihrer Reservierung.« Andreas Kastler nickte seinem Gast zu. »Sind Sie etwa zu uns herauf geradelt? Die ganze Strecke von Mayrhofen?«

»Freilich. Mit dem Mountainbike.«

»Sportlich, sportlich.«

»Genau genommen, sind wir sogar zu weit geradelt«, gestand der Urlauber. »Wir hatten uns nämlich verfahren.«

»Weil du zu stolz warst, um nach dem Weg zu fragen.« Seine Begleiterin warf ihm einen mürrischen Blick zu.

»Hab ich dann ja noch gemacht«, begütigte er.

»Aber erst, als wir schon halb in Italien waren.«

»Du warst so weit hinter mir, dass du net allzu weit übers Ziel hinausgefahren bist.«

»Bei diesen Anstiegen zählt jeder Meter. Ich hatte dich gewarnt, dass wir falsch abgebogen sind, aber du musst ja immer deinen eigenen Kopf durchsetzen.«

Das junge Paar wirkte plötzlich äußerst unzufrieden miteinander. Herrje. Sie sollten sich doch hier wohlfühlen!

»Nun sind Sie beide ja hier«, begütigte Andreas Kastler. »Am besten beziehen Sie erst einmal Ihr Zimmer und stärken sich später bei einem guten Abendessen. Wie wäre es zum Beispiel mit einer zünftigen Brettljause? Einem Tafelspitz? Oder einem Kaiserschmarrn mit Zwetschenröster? Zur Unterhaltung spielen unsere Hexensteiner mit schwungvoller Musik auf. Vor dem Essen können Sie sich auch etwas Entspannung gönnen, wenn Sie möchten. Wir haben ein kleines Schwimmbad im Keller.«

Bei diesen Aussichten hellten sich die Mienen seiner Gäste sichtlich auf.

»Das hört sich super an«, fand Florian Niemeyer, und seine Begleiterin nickte.

»Ja, wirklich.«

»Wir haben Zimmer acht für Sie vorbereitet. Vom Balkon aus können Sie auf den Feldkopf schauen, das ist der höchste Berg hier heroben bei uns. Jetzt hüllt sich der Gipfel gerade in Dunst, aber morgen früh sollten Sie das Gipfelkreuz in der Höhe erkennen können.«

»Das klingt gut«, fand Rose. »Kann man bei Ihnen auch Landkarten für Mountainbiker erwerben?«

»Freilich. Da drüben haben wir eine Auswahl an Wander- und Radelkarten.«

Der Hotelier deutete zu dem Drehständer neben dem Empfang, und die junge Urlauberin machte sich auf die Suche nach einer Karte.

»Ihr Hotel ist wunderbar. Sehr romantisch. Genau das, was ich mir vorgestellt habe.« Florian Niemeyer beugte sich vor und raunte, sodass nur der Hotelier es hören konnte. »Ich möchte Rose nämlich einen Heiratsantrag machen. Bis jetzt ist sie mir immer ausgewichen, aber hier wird sie nimmer Nein sagen können.«

»Nun, dann wünsche ich Ihnen viel Glück für Ihr Vorhaben.«

»Danke schön.« Florian lächelte verschmitzt.

Andreas Kastler bat seinen Gast, die Anmeldung auszufüllen, ehe er ihm den Zimmerschlüssel und eine Broschüre mit Empfehlungen für das Hotel und die Umgebung überreichte.

»Ich wünsche Ihnen dann einen schönen Aufenthalt bei uns. Zögern Sie bei Fragen bitte net, sich an meine Frau oder mich zu wenden, ja? Einer von uns steht tagsüber immer am Empfang.«

»Vielen Dank.« Der Urlauber bezahlte noch die Radwanderkarte, die seine Begleiterin ausgesucht hatte, dann wandte sich das junge Paar dem Fahrstuhl zu und war wenig später verschwunden.

Andreas Kastler trug ihre Ankunft in den Computer ein.

Bei der Arbeit sah man ihn selten anders als in Lederhose, Trachtenhemd und roten Kniestrümpfen. Das Berghotel hatte er zusammen mit seiner Frau Hedi aufgebaut. Ein kleines, familiär geführtes Haus war es.