Das Berghotel 199 - Heimatroman - Verena Kufsteiner - E-Book

Das Berghotel 199 - Heimatroman E-Book

Verena Kufsteiner

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Beschreibung

Ich werd՚ dich auf Händen tragen Wenn man im Berghotel die große Liebe findet Von Verena Kufsteiner Clara Brink tritt in der Küche des Berghotels ein Praktikum an. Die angehende Köchin soll bald im elterlichen Hotel in Graz die Küche übernehmen. Das Madel ist Hedi auf Anhieb sympathisch, liegt es vermutlich daran, dass ihre Mutter eine langjährige Freundin ist. Die Hotelchefin nimmt Clara also unter ihre Fittiche und merkt schnell, dass diese nicht wirklich glücklich ist. Das Madel öffnet sich Hedi mit der Zeit und gesteht, dass sie das Gefühl hat, ihr Leben sei mit Mitte zwanzig schon so festgefahren, so vorherbestimmt. Selbst ihr Verlobter Peter arbeitet auch im Hotel ihrer Eltern, er ist ein lieber Kerl, aber eben nicht ihr Traummann. Heimlich sehnt sich Clara danach, auszubrechen, ganz neu anzufangen. Da trifft sie während einer Bergtour auf den gut aussehenden Künstler Matthias. Ist er ihr Ticket zum Aufbruch in ein neues Leben?

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Inhalt

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Impressum

Ich werd‘ dich auf Händen tragen

Vorschau

BASTEI ENTERTAINMENT

Vollständige eBook-Ausgabeder beim Bastei Verlag erschienenen Romanheftausgabe

Bastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG

© 2019 by Bastei Lübbe AG, Köln

Programmleiterin Romanhefte: Ute Müller

Verantwortlich für den Inhalt

Titelbild: Bastei Verlag / Anne von Sarosdy

eBook-Produktion:3w+p GmbH, Rimpar

ISBN 9-783-7325-8361-4

www.bastei-entertainment.de

www.lesejury.de

www.bastei.de

Ich werd‘ dich auf Händen tragen

Wenn man im Berghotel die große Liebe findet

Von Verena Kufsteiner

Clara Brink tritt in der Küche des Berghotels ein Praktikum an. Die angehende Köchin soll bald im elterlichen Hotel in Graz die Küche übernehmen. Das Madel ist Hedi auf Anhieb sympathisch, liegt es vermutlich daran, dass ihre Mutter eine langjährige Freundin ist. Die Hotelchefin nimmt Clara also unter ihre Fittiche und merkt schnell, dass diese nicht wirklich glücklich ist. Das Madel öffnet sich Hedi mit der Zeit und gesteht, dass sie das Gefühl hat, ihr Leben sei mit Mitte zwanzig schon so festgefahren, so vorherbestimmt. Selbst ihr Verlobter Peter arbeitet auch im Hotel ihrer Eltern, er ist ein lieber Kerl, aber eben nicht ihr Traummann. Heimlich sehnt sich Clara danach, auszubrechen, ganz neu anzufangen. Da trifft sie während einer Bergtour auf den gut aussehenden Künstler Matthias. Ist er ihr Ticket zum Aufbruch in ein neues Leben?

Die Sonne war eben aufgegangen und erfüllte das Tal von St. Christoph mit ihrem goldenen Schein. Die kleine Gemeinde lag etwas abseits, in einem schmalen Seitental des bekannten Tiroler Zillertals. Hier gingen die Uhren noch anders, Stress und Hektik kannten die Menschen nur vom Hörensagen. Sie waren fest verwurzelt in ihrem Heimattal, sehr bodenständig und traditionsbewusst.

Trotz der Schönheit der Landschaft und der einzigartigen Majestät der Bergwelt war St. Christoph kein typischer Fremdenverkehrsort, wie man ihn aus dem Prospekt kannte. Es gab keine Bettenburgen, Skigaudi oder überzogene Sportanlagen. Der Gemeinderat unter der Leitung des ehrenamtlichen Ortsvorstehers Toni Angerer achtete darauf, dass dieses Idyll so erhalten blieb, wie man es kannte und liebte.

Neben der traditionellen Landwirtschaft gab es aber durchaus auch einen moderaten Tourismus. St. Christoph war ein Geheimtipp für Erholungssuchende, die in ihrem Urlaub die sprichwörtliche Tiroler Gastfreundschaft schätzten und eine unverfälschte Bergwelt genießen wollten. Und so war das Sporthotel „Am Sonnenhang“, das von den Einheimischen nur als Berghotel bezeichnet wurde, übers Jahr meist ausgebucht.

Das schöne Haus, auf einer Anhöhe gegenüber dem Barockschloss der Barone Brauneck gelegen, gehörte dem Ehepaar Hedi und Andi Kastler. Die beiden hatten keine Kinder, sie steckten ihre ganze Energie in ihr Hotel, das für sie so etwas wie ihr Baby war.

Obwohl die Kastlers eigentlich in der Nähe des Berghotels wohnten, verbrachten sie doch weitaus weniger Zeit in ihrem gepflegten Einfamilienhaus als im Hotel. So war es nicht verwunderlich, dass der Betrieb reibungslos funktionierte, die Gäste fast ausnahmslos zufrieden waren und die Belegschaft sich als große Familie betrachtete, wo einer mit dem anderen Hand in Hand arbeitete und alle stets zusammenhielten. Diese Mentalität hatte ihren Ursprung freilich in Andi Kastlers gemütlichem Charakter und der herzlichen Offenheit seiner besseren Hälfte.

Gab es ein Problem, egal ob dies einen Gast oder einen Angestellten betraf, so waren die Kastlers stets bemüht, dies rasch und zur Zufriedenheit aller zu lösen.

Das Berghotel war im Stil eines Tiroler Bauernhauses erbaut und passte sich deshalb perfekt in die Landschaft ein. Es stach nicht von den gepflegten Anwesen ab, die sich um die weiße Dorfkirche mit dem Zwiebelturm scharten, war kein Fremdkörper wie manch anderer Hotelklotz, sondern bildete neben dem Barockschloss eine echte Sehenswürdigkeit im schönen Tal von St. Christoph.

Die Zimmer waren im alpinen Stil eingerichtet, der Duft von Möbeln, Stubendecken und Vertäfelungen aus dem einheimischen Zirbelholz empfing den Reisenden und sorgte dafür, dass er sich gleich entspannt und wohlfühlte.

Eine hervorragende regionale Küche, namentlich geführt von den beiden Profis am Herd, Rosi Stadler und Leo Hofbacher, verwöhnte den Gast mit den feinsten Tiroler Schmankerln, die aber nie abgehoben wirkten, sondern ihren bodenständigen Charakter immer behielten. Allein der Küche wegen kamen manche Gäste Jahr für Jahr ins Berghotel und genossen die lukullischen Freuden stets aufs Neue. Neben diesen Genüssen wurde auch die sportliche Betätigung im Berghotel groß geschrieben. Lukas Einrieder, der fesche Fitnesstrainer, stand den Gästen mit Rat und Tat zur Verfügung. Er war Tennis- und Skilehrer, Sporttrainer und Bergführer in einer Person. Der stets gut gelaunte Sonnyboy hatte besonders bei den weiblichen Gästen einen Stein im Brett.

Das Berghotel bot seinen Gästen auch einen großen Außenpool sowie ein Hallenbad mit Sauna und Fitnessraum im Untergeschoss. Dort fand sich zudem ein hoteleigenes Schönheitsinstitut, die Rosenstube, wo die Gäste sich verwöhnen lassen konnten.

Auch die Außenanlagen des Hotels waren sehr geplegt. Neben einem Biergarten, wo man unter alten Kastanien regionale Schmankerln genießen konnte, gab es einen Blumengarten mit ausgesucht schönen Rosen und außerdem noch zwei Tennisplätze.

An diesem frühen Sommermorgen lagen die meisten Gäste noch in tiefem Schlummer, während sich im Berghotel bereits fleißige Hände regten. In der Küche wurde das Frühstück vorbereitet, Franz Kroneder, der den Pool und die Außenanlagen betreute, hatte den Skimmer im Becken eingeschaltet, damit das Wasser kristallklar war, wenn die ersten Badegäste erschienen. Er entfernte nun die verwelkten Rosenbüten und dachte auch daran, einige besonders schöne Stängel für die Chefin zu schneiden. Hedi liebte ihre frischen Rosensträuße, die im Sommer stets einen Platz auf dem Schreibtisch im Büro hinter der Rezeption hatten.

Die Kastlers saßen derweil daheim beim Frühstück und besprachen, wie an jedem Tag, was im Hotel zu erledigen war.

Hedi, die unverwüstliche Blondine mit der üppigen Oberweite, trug wieder einmal ein recht offenherziges Dirndl. Sie zeigte gern, was sie hatte. Hedi hatte ihren Andi, den man fast nie anders als in Krachledernen und kariertem Hemd sah, von Herzen lieb. Für sie gab es keinen anderen. Und er schäkerte zwar gern mal mit einem hübschen, weiblichen Gast, doch sein Herz gehörte seiner Hedi. Ihre Liebe war unverbrüchlich, und die beiden konnten sich in jeder Beziehung stets aufeinander verlassen.

An diesem Morgen gab es ein besonderes Gesprächsthema, das Hedi aufgebracht hatte. Es ging um ihre alte Freundin Marie Brink, mit der sie seinerzeit die Hotelfachschule besucht hatte, und deren mittlerweile erwachsene Tochter Clara. Sie war ausgelernte Köchin und würde im Berghotel ein halbjähriges Praktikum absolvieren. Das hatten die Freundinnen so vereinbart.

An diesem sonnigen Augusttag sollte Clara in St. Christoph ankommen. Alles war bereits arrangiert. Die junge Köchin würde im Gästezimmer der Kastlers wohnen und den beiden Kollegen in der Küche des Berghotels ebenso zur Hand gehen, wie ihnen über die Schulter schauen, um noch etwas zu lernen.

„Es kommt mir grad vor wie gestern, als die Marie hier bei uns gewohnt und sich mit diesem nichtsnutzigen Fleißner-Hans eingelassen hat“, sinnierte Hedi versonnen.

Damals hatten die Kastlers eben ihr Hotel übernommen, Marie hatte vor ihrer Heirat mit einem Hotelier aus Graz zeitweise die Küche im Berghotel geführt.

„Da sagst du was. Die Clara ist doch jetzt auch in diesem gefährlichen Alter“, meinte Andi. „Wir müssen ein Auge auf sie haben, damit sie net auch was Dummes anstellt.“

Hedi lachte leise. „Das könnte dir so passen, Anderl. Ein Madel von Anfang zwanzig im Aug’ zu behalten, jaja…“

„Ich bitt dich, Hedi, wofür hältst du mich? Ich denke doch allerweil nur ans Renomee unseres Hauses.“ Er lächelte ihr charmant zu. „Und wo ich eh das feschste Weibel im Tiroler Land hab, was gehen mich da die jungen Dinger an?“

„Da hast mal wieder fein die Kurve gekriegt“, spöttelte sie. „Aber bei der Clara müssen wir uns eh keine solchen Sorgen machen. Sie ist bereits verlobt, ihr Liebster managt das Hotel ihrer Eltern in Graz. Die Marie ist froh, dass sich alles so schön gefügt hat. Wie es scheint, hat die Clara das vernünftige Wesen ihres Vaters geerbt.“

„Umso besser. Dann wird sie uns in der Kuchel eine wertvolle Hilfe sein. Im Moment sind wir völlig ausgebucht und die Rosi und der Leo haben jeden Tag alle Hände voll zu tun. Die werden sich über ein wenig Unterstützung gewiss freuen.“

„Das denk ich mir.“ Hedi trank ihren Kaffee aus und erhob sich. „Dann richte ich jetzt das Gästezimmer für die Clara.“

„Ist recht. Ich übernehme die Rezeption, bis die Gerda ihre Schicht antritt. Wann kommt die Clara denn an?“

„Gegen Mittag. Sie reist mit der Bahn.“

„Dann kann der Kilian sie ja vom Bahnhof in Schwaz abholen.“

Kilian Garnreiter war im Berghotel der Mann für alle Fälle. Er machte sich überall nützlich, wo er gerade gebraucht wurde, und holte auch öfter Gäste in seiner adretten Chauffeursuniform vom Bahnhof in der nahen Stadt ab.

„Das braucht’s net, sie nimmt den Bus. Die Marie sagt, Clara mag keine Extrabehandlung.“ Hedi lächelte fein. „Sie scheint ebenso fleißig und bescheiden wie ihre Mutter zu sein.“

„Anscheinend hat das Madel von beiden Seiten nur das Beste abbekommen. Da bin ich ja mal gespannt auf dieses ‚Wundertier‘, das uns gewiss nur Freude machen wird.“ Er zwinkerte seiner Frau lustig zu. „Was ich freilich rein beruflich meine, nur, damit wir uns net missverstehen, gelt?“

Hedi schüttelte nachsichtig den Kopf und verschwand über die Treppe im ersten Stock. Die Kastlers hatten mehrere Gästezimmer, denn sie bekamen nicht nur öfter Besuch, sie nutzten diese „stille Reserve“ auch, wenn es mal Überschneidungen bei einer Buchung ab, und ein Gast für einen oder zwei Tage nicht im Hotel untergebracht werden konnte. Sie waren eben Hoteliers mit Leib und Seele.

Die adrette Blondine hatte das schönste Zimmer für Clara gewählt. Es war mit hellen Holzmöbeln eingerichtet, vor dem Fenster hing eine zarte Spitzengardine und die Tagesdecke auf dem Bett war ebenfalls in Handarbeit mit Spitzen besetzt. Alles wirkte sehr wohnlich.

Der Blick aus dem Fenster ging über den Garten hinaus zum Feldkopf, der größten von sechs Erhebungen, die St. Christoph umstanden. Klar und tiefblau spannte sich der Sommerhimmel über den imposanten Berg, auf dem hell und golden das Gipfelkreuz leuchtete. Hedi lächelte zufrieden. Sie hoffte, dass Clara sich hier wohlfühlen würde und sie eine schöne Zeit zusammen verbringen konnten. Wie turbulent diese Zeit aber werden sollte, das ahnte die Hotelbesitzerin in diesem Moment noch nicht.

***

Clara Brink war ein sehr hübsches Madel mit glänzendem Blondhaar und tiefblauen Augen. Als sie an diesem Tag in Schwaz aus dem Zug stieg, drehte sich so manches Mannsbild nach ihr um. Die schlanke, gut gewachsene Figur steckte in einer sommerlich hellen Jeans und Bluse. Das blonde Haar hatte Clara zu einem lockeren Knoten gesteckt, keck saß die Sonnebrille auf ihrer Stupsnase. Man hätte sie glatt für eine Urlauberin halten können, so gut gelaunt und entspannt wirkte sie. Doch das war Claras Art. Sie war ein aufgeräumtes Madel, offen und ehrlich, das sein Herz auf der Zunge trug. Alles schien ihr leicht von der Hand zu gehen und stets zu gelingen.

Ihre Ausbildung hatte Clara sozusagen mit links geschafft. Sie war eine leidenschaftliche Köchin, hatte den Kopf stets voller neuer Ideen und probierte für ihr Leben gerne etwas aus. Das hatte ihr die Bestnote ihres Jahrgangs eingebracht und sogar eine lobende Erwähnung durch die Berufsinnung. Einer ihrer Lehrmeister hatte ihr anerkennend prophezeit, dass sie auf dem besten Weg sei, eine sehr erfolgreiche Sterneköchin zu werden.

Beruflich schwamm Clara also auf der Erfolgswelle. Und sie freute sich bereits darauf, die Küche im elterlichen Hotel in Graz zu übernehmen.

Privat sah es allerdings ein wenig anders aus. Das hübsche Madel hatte sich vor einem halben Jahr mit dem feschen Jungmanager Peter Stadler verlobt, nachdem dieser sie sehr ausdauernd und phantasievoll umworben hatte.

Der strebsame junge Mann trug Clara sozusagen auf Händen. Er las ihr jeden Wunsch von den Augen ab, hatte ihr sein Herz zu Füßen gelegt und tat alles, um sie glücklich zu machen. Claras Eltern zeigten sich sehr zufrieden mit ihrer Wahl. Peter war ihnen als Schwiegersohn mehr als willkommen.

Es gab da nur einen Schönheitsfehler: Clara hatte nämlich gar nicht das Gefühl, sich für Peter entschieden zu haben. Alles war von ihm ausgegangen. Sie mochte ihn, er gefiel ihr auch. Aber ihr Traummann war er nicht. Dazu war er etwas zu spießig und angepasst. Allerdings hätte Clara es nie gewagt, dies laut zu sagen. Peter liebte sie abgöttisch. Und für ihre Eltern schien er der ideale Schwiegersohn zu sein. Da konnte sie ja schlecht der Spielverderber sein. Alles fügte sich so, wie man es sich nur wünschen konnte. Aber eben das war es, was der jungen Köchin nicht wirklich behagte. Es schien, als sei ihr Leben völlig vorgezeichnet, als könne es keine Überraschung, keine Unwägbarkeit darin geben. Sie musste nur den Weg gehen, der vor ihr lag. War denn das richtig?

Clara blickte aus dem Busfenster und betrachtete die schöne Tiroler Landschaft. Sie atmete tief durch, denn sie hatte mit einem Mal wieder das Gefühl von Freiheit. Etwas, das ihr wichtig war, und das ihr in letzter Zeit fast verloren gegangen war.

Ein entspanntes Lächeln zeichnete die ebenmäßigen Züge des Madels, als Clara beschloss, ihren Alltag in St. Christoph hinter sich zu lassen. Sie würde einfach neu anfangen, wenn auch nur auf Zeit. Eine neue Umgebung, neue Kollegen, die Freundin ihrer Mutter, auf die diese so große Stücke hielt.

Vielleicht würde es Clara ja gelingen, mit etwas Abstand auch ihr Leben wieder neu zu ordnen und so ein wenig glücklicher und auch ein wenig freier zu werden …

Als der Bus im Dorfkern von St. Christoph am Brunnen hielt, stieg Clara mit Schwung aus. Sie hatte den Fahrer nach dem Weg zum Berghotel gefragt, und der hatte gemeint: „Ist net zu verfehlen. Das große Haus gegenüber vom gelben Schlössel, dort auf dem Hügel.“

Clara hatte sich für die Auskunft bedankt und sich dann beschwingt auf den Weg gemacht. Tatsächlich dauerte es gar nicht lange, bis sie die Hotelhalle betrat und sich aufmerksam umsah. Schön war es hier, elegant und gemütlich zugleich. Sie hatte gleich das Gefühl, dass sie sich hier wohlfühlen würde.

Mit einem freundlichen Lächeln wandte sie sich an den Mann hinter der Rezeption und stellte sich vor.

Andi Kastler drückte ihr herzlich die Hand.

„Willkommen in St. Christoph, Clara! Wir freuen uns fei sehr, dich bei uns zu haben.“ Er drehte sich nach hinten und rief ins Büro: „Hedi, sie ist da!“ Dann lächelte er dem Madel wieder zu. „Hast eine angenehme Reise gehabt? Alles gesund und munter bei euch?“

„Alles bestens“, versicherte Clara. „Ich freu mich auch auf die Zeit hier bei euch. Die Mama hat allerweil von St. Christoph geschwärmt. Jetzt, wo ich hier bin, kann ich’s verstehen.“

Hedi trat neben ihren Mann, drückte Clara beide Hände und stellte wohl wollend fest: „Schaust deiner Mama sehr ähnlich. Sie war schon immer ein fesches Madel, dem die Burschen hinterher geschaut haben.“

„Ich dank dir für das Kompliment, Tante Hedi. Aber zum Poussieren werde ich fei net kommen. Ich will ja hier noch was lernen von euren Spitzenköchen.“

Hedi lächelte. „Das werden die Rosi und der Leo nur zu gern hören.“

Andi lachte. „Aber sag es ihnen net zu oft, sonst wollen sie noch ein höheres Salär, die beiden …“