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Die Schwestern Marlen und Susi Paltinger aus Salzburg haben sich mit einer kleinen Konditorei selbstständig gemacht und sich so ihren Lebenstraum erfüllt. Die süßen Kreationen der beiden Zuckerbäckerinnen finden reißenden Absatz.
Eines Tages erhalten sie überraschend einen Brief von einem Notar, der das Testament ihres kürzlich verstorbenen Großonkels Johann Paltinger aus St. Christoph vollstreckt. Bei einem persönlichen Gespräch erfahren die Schwestern, dass der Großonkel, den sie seit ihrer Kindheit nicht mehr gesehen haben, ihnen seinen gesamten Besitz vermacht hat: Einen Hof mit viel Land im Tal sowie eine Alm oberhalb von St. Christoph.
Susi ist gleich begeistert und überredet Marlen, ins Zillertal zu fahren, um alles zu begutachten. Aber bei der ersten Besichtigung folgt der große Schock ...
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Seitenzahl: 122
Veröffentlichungsjahr: 2020
Cover
Impressum
Das Erbe der Vergangenheit
Vorschau
BASTEI LÜBBE AG
Vollständige eBook-Ausgabeder beim Bastei Verlag erschienenen Romanheftausgabe
© 2020 by Bastei Lübbe AG, Köln
Programmleiterin Romanhefte: Ute Müller
Verantwortlich für den Inhalt
Titelbild: Chiemseer Dirndl & Tracht
eBook-Produktion:3w+p GmbH, Rimpar (www.3wplusp.de)
ISBN 9-783-7517-0018-4
www.bastei.de
www.luebbe.de
www.lesejury.de
Das Erbe der Vergangenheit
Zwei Schwestern kämpfen um ihr Glück
Von Verena Kufsteiner
Die Schwestern Marlen und Susi Paltinger aus Salzburg haben sich mit einer kleinen Konditorei selbstständig gemacht und sich so ihren Lebenstraum erfüllt. Die süßen Kreationen der Zuckerbäckerinnen finden reißenden Absatz.
Eines Tages erhalten sie überraschend einen Brief von einem Notar, der das Testament ihres kürzlich verstorbenen Großonkels Johann Paltinger aus St. Christoph vollstreckt. Bei einem persönlichen Gespräch erfahren die Schwestern, dass der Großonkel, den sie seit ihrer Kindheit nicht mehr gesehen haben, ihnen seinen gesamten Besitz vermacht hat: Einen Hof mit viel Land im Tal sowie eine Alm oberhalb von St. Christoph.
Susi ist gleich begeistert und überredet Marlen, ins Zillertal zu fahren, um alles zu begutachten. Aber bei der ersten Besichtigung folgt der große Schock …
„Das war einfach köstlich. Noch nie im Leben hab ich eine so feine Mokkatorte probiert. Sie müssen ein Geheimnis haben, Marlen. Vielleicht eine ganz besondere Zutat?“ Die rundliche Dame in den besten Jahren machte neugierige Augen. „Verraten Sie mir, was es ist?“
Die hübsche Blondine mit den himmelblauen Augen lächelte vielsagend.
„Aber Frau Kommerzienrat, Sie wissen doch gewiss, dass kein Koch seine Rezepte verrät. Und ebenso verhält es sich auch mit einer Zuckerbäckerin. Wir haben eben alle unsere kleinen Geheimnisse, net wahr?“
Marlen Paltinger kehrte in die Küche zurück, wo ihre jüngere Schwester Susi gerade damit beschäftigt war, Pralinen zu verzieren. Die Schwestern sahen einander recht ähnlich, waren beide blonde und blitzsaubere Salzburgerinnen. Sie hatten sich vor einem guten halben Jahr gemeinsam in das Abenteuer der Selbstständigkeit gestürzt. Marlen nach dem Ende einer Liebe mit ganzer Energie und sehr viel Herzblut, Susi auf ihre lustige, koboldhafte Art, die nichts im Leben tragisch nahm. So ergänzten die beiden sich und harmonierten wunderbar.
„Die Kommerzienrätin ist schon süchtig nach meiner Mokkatorte“, scherzte Marlen und stellte einige benutzte Teller in die Spüle. „Sie wollte allen Ernstes das Rezept.“
Susi lachte, steckte der Schwester ein Praliné in den Mund und bat: „Probier mal. Schmeckt’s?“
Marlen ließ das hauchzarte Nougat-Soufflé auf der Zunge zergehen und schloss kurz die Augen. „Phantastisch.“
„Gut, dann bin ich zufrieden. Hab ein bisserl herum experimentiert. Mit etwas weniger Sahne im Anteil der Schokolade kommt es noch leichter, stimmt’s?“
„Eine leichte, aber nicht zu unterschätzende Sünde.“
„Na und? Die Leut’ wissen schließlich, worauf sie sich einlassen“, meinte Susi leichthin. „Ein Praliné ist net zum Abnehmen geeignet, es soll einzig und allein dem Genuss dienen. Stimmt’s oder hab ich recht?“
„Ich kann dir net widersprechen. Deine Pralinés sind allesamt ein echter Hochgenuss, Schwesterherz.“ Sie warf einen Blick auf die Uhr und stellte fest: „Fast sechs, wird allmählich Zeit, zuzusperren. Ich schau mal in den Gastraum.“
Tatsächlich saß nur noch ein Gast an einem der leichten, verspielten Tische und trank eben seinen Kaffee aus.
Nachdem Marlen abkassiert hatte, schloss sie hinter ihm die Ladentüre zu. Sie warf noch einen Blick durch das blank geputzte Glas, auf dem der Schriftzug „Paltinger’s“ in feinem Gold schimmerte.
Die kleine Konditorei lag im Herzen der Stadt, mit Blick auf die Feste Hohensalzburg. An einem schönen, klaren Tag wie diesem Mitte September hatte man einen großartigen Blick auf das Wahrzeichen der Stadt. Die bewaldeten Hänge ringsum hatten sich bereits bunt gefärbt, der Himmel glänzte in jenem hellen Blau, das einzig der dritten Jahreszeit zu Eigen war.
Marlen seufzte leise. Kurz kehrten ihre Gedanken in die Vergangenheit zurück. Es war noch gar nicht so lange her, dass sie und Stefan dort droben den ersten Kuss getauscht hatten. Sie hatte an die wahre Liebe geglaubt, hatte den Kopf schon voll gehabt mit rosaroten Zukunftsplänen. Aber dann hatte ihr Schatz sich als Luftikus ohne feste Absichten erwiesen, der sie bald für eine andere hatten sitzen lassen.
Seither wollte Marlen von der Liebe nichts mehr wissen. Ihr Herz war gebrochen, ihr Vertrauen zutiefst erschüttert. Sie konnte sich nicht vorstellen, je wieder einem Mann zu vertrauen. Lieber blieb sie allein, als noch einmal diesen schmerzhaften Kummer und diese allumfassende Trostlosigkeit mit sich herum tragen zu müssen.
„Wo bleibst denn?“ Susi trat neben die Schwester, musterte sie aufmerksam und riet ihr dann: „Vergiss den Hallodri endlich. Der ist’s net wert, dass du ihm auch nur eine Träne nachweinst. Bist eh viel zu gut für ihn gewesen.“
Marlen lächelte angedeutet. „Wenn das so einfach wäre …“
„Das ist es, glaub mir. Du wirst noch viele Herzen brechen, bevor der Rechte vor die steht, schönes Schwesterlein.“
„Ach, Susi, du hast leicht reden. Bist fei noch nie auf so einen Hundling eini gefallen.“
„Ich bin auch schon enttäuscht worden, das kommt vor. Du kennst doch den Spruch: Es ist keine Schande, hinzufallen, aber eine, liegen zu bleiben. Also komm, gehen wir heim. Für heut haben wir genug getan.“
Die Schwestern teilten sich eine großzügig geschnittene Altbauwohnung ganz in der Nähe der Konditorei. Jeder hatte sein eigenes Reich, aber die Räume, die sie gemeinsam benutzten, wie Küche und gute Stube, waren ihnen beiden die Liebsten. Marlen und Susi hatten früh die Eltern verloren, waren bei Tante und Onkel groß geworden, gut versorgt aber ohne viel Zuwendung. So hatten sie schon in sehr jungen Jahren eine eingeschworene Gemeinschaft gebildet. Und das war bis auf diesen Tag zu geblieben.
Während Marlen dann das Abendbrot richtete, schaute Susi die Post durch. Ein Brief von einem Notar aus Schwaz fiel ihr sogleich ins Auge. Nachdem sie ihn gelesen hatte, stürmte sie in die Küche, rannte Marlen fast um und verkündete: „Wir zwei sind von diesem Tag an reiche Erbinnen!“
Die Schwester schüttelte leicht den Kopf. „Schmarrn.“
„Nix Schmarrn. Lies halt selbst!“, forderte Susi. Und weil Marlen noch damit beschäftigt war, den Tisch zu decken, las sie den Brief kurzerhand vor.
„In meiner Eigenschaft als Testamentsvollstrecker des Herrn Johann Paltinger aus St. Christoph im Zillertal wende ich mich heute an Sie als die beiden Haupterbinnen des Nachlasses mit der Bitte um eine Terminabsprache für die Testamentseröffnung. Na, da staunst du, was?“ Susi kratzte sich. „Wer ist denn dieser Johann Paltinger aus St. Christoph in Tirol? Den kenn ich gar net.“
Marlen setzte sich, nahm der Schwester den Brief ab und überflog die Zeilen.
„Der Onkel Johann… Das war der Bruder von unserem Opa selig, glaub ich. Die Tante Resi hat mir mal erzählt, dass ihr Vater einen Bruder hatte, der in Tirol lebt. Er soll ein rechter Eigenbrödler gewesen sein, der mit dem Rest der Familie fei nix am Hut hatte.“
„Und warum vermacht der uns dann sein Erbe?“
„Da bin ich überfragt.“ Marlen legte den Brief weg und nahm sich eine Scheibe Brot. „Ich hab ihn im Leben nie gesehen, kenne ihn gar net. Mag sein, er hat keine eigenen Kinder und wollte seinen Besitz deshalb jemandem in der Familie hinterlassen. Anders kann ich mir’s fei net erklären, wieso er ausgerechnet uns bedacht hat.“
Susi steckte sich ein Radieschen in den Mund und fragte mit blitzenden Augen: „Bist gar net neugierig, was der alte Onkel uns zugedacht hat?“
„Was wird es schon groß sein? Soviel ich weiß, war er net unbedingt reich. Erwarte nur net zu viel, Susi.“
„Na ja, aber vielleicht ist’s ja ein schöner Bauernhof oder wenigstens ein idyllisch gelegenes Häusel, könnte doch sein.“
„Oder nur ein paar alte Bücher und ein leerer Koffer.“
„Ach du! Alte Unke. Ich ruf morgen mal bei diesem Notar an und mache einen Termin aus, einverstanden?“
„Bis Schwaz, das ist ein gutes Stückerl Weg. Aber du hast recht, wir sollten mit dem Mann reden. Ich möchte jetzt doch auch ganz gerne wissen, was der Onkel Johann uns unbekannterweise vermacht hat…“
***
Drei Tage später fuhren die Schwestern Paltinger also ins etwa hundertzwanzig Kilometer entfernte Schwaz. Es war ein schöner, sonniger Herbsttag und der Ausflug machte ihnen beiden bald Spaß. Die schöne Tiroler Bergwelt hatte es Susi gleich angetan.
„Schade, dass wir den Onkel net zu Lebzeiten mal besucht haben. Hier ist’s wundervoll.“
„Ja, die Landschaft hat schon ihren Reiz“, gestand Marlen ihr zu. „Könntest du dir denn vorstellen, da zu leben? Ich meine, falls der Onkel Johann uns einen großen Hof samt allem, was dazu gehört, vermacht hat?“
„Mit Kühen und Schweinen, Pferden und Ziegen? Herrlich! Da wäre ich gleich dabei“, schwärmte Susi.
„Aber du bist keine Bäuerin, ich auch net“, gab Marlen zu bedenken. „Was sollten wir mit so einem Hof denn anfangen?“
„Bewirtschaften. Und im Schweinekobel richten wir unsere Konditorei ein“, scherzte Susi und lachte aus vollem Halse.
Ihre Schwester konnte da nur noch mit einem Seufzer den Kopf schütteln. Manchmal war Susi wirklich noch sehr kindisch, trotz ihrer mittlerweile einundzwanzig Lenze…
***
Dr. Fritz Kortner war ein kleiner Mann in mittleren Jahren mit Glatze und rundem Bäuchlein. Sein nobler Janker aus feinstem Velourleder saß aber trotzdem perfekt und die schwere Uhrkette aus Antiksilber zierten viele Grandeln. Der Notar gab sich freundlich und zuvorkommend und bestellte zunächst einmal bei seiner Vorzimmerdame drei Haferln Kaffee.
„Haben Sie den Onkel Johann gut gekannt?“, fragte Marlen. „Wir sind ihm nie begegnet und wundern uns deshalb, warum er uns als Erbinnen eingesetzt hat.“
Dr. Kortner lächelte schmal. „Der Johann war das, was man guten Gewissens einen Exzentriker nennen kann. Er ist sein Lebtag mit niemandem wirklich gut ausgekommen. Er war eben in allem ein wengerl eigen. Auch was sein Erbe anging.“
„Hatte er denn Kinder?“, wollte Susi wissen.
Der Notar verneinte. „Er war nie verheiratet und hatte keine Nachkommen. Ich hab ihn lange gekannt, früher sind wir öfter zusammen auf die Jagd gegangen. Dann hat er aber das Interesse daran verloren. Über Jahre hab ich nix von ihm gehört, bis er vor ein paar Monaten hier aufgetaucht ist und mich gebeten hat, sein Testament aufzusetzen.“
„War er denn krank?“
„Er hatte ein schwaches Herz. Der Doktor hat ihm wohl gesagt, dass er nimmer lang zu leben hat, deshalb wollte er seine Angelegenheiten regeln, sein Haus bestellen, wie man sagt.“
„Schade, dass wir ihn nimmer kennen gelernt haben“, meinte Susi. „Sie haben mich so recht neugierig gemacht.“
„Wenn Sie das Erbe annehmen, werden Sie gewiss viel über ihn erfahren“, entgegnete der Notar mehrdeutig. „Also, wollen wir?“
Als die Schwestern zustimmten, nahm er den Umschlag, brach das Siegel und zog das Testament heraus.
Susi tauschte einen aufgeregten Blick mit ihrer Schwester. Was mochte es wohl sein, was der Onkel ihnen vererbt hatte? Alte Bücher und einen leeren Koffer oder doch den Bauernhof, von dem sie bereits ein wenig geschwärmt hatte? Die Spannung wuchs, doch gleich darauf sollte Susi es ja erfahren.
„Ich, Johann Alois Paltinger, im Vollbesitz meiner geistigen Kräfte, erkläre Marlen und Susanne Paltinger zu meinen alleinigen Erben. Ich vermache ihnen mein Haus in St. Christoph, samt Inventar und allen beweglichen Gütern, dazu das umgebende Land, sowie die Almhütte mitsamt den Hochwiesen.“
Dr. Kortner schaute die Schwestern an. „Haben Sie Fragen?“
„Was sind denn Hochwiesen?“, wollte Susi wissen.
„Das ist die Alm, auf der das Hüttel steht. Sie ist recht groß und hat, soweit ich informiert bin, saftiges Gras. Früher gab es dort droben über Sommer einen Senn, der die Kühe gemolken und Käse hergestellt hat. Aber die Zeiten sind schon lange vorbei. Die Alm ist aufgelassen, das heißt, sie wird nimmer gepflegt.“
„Und der Hof? Wie schaut es dort aus?“
Der Notar hob die Schultern.
„Ich war lange nimmer in St. Christoph. Der Johann hatte einen schönen Hof, net sonderlich groß, aber das Land ringsum, das ist weitläufig und eine Menge wert. Wie es heut dort ausschaut, kann ich Ihnen aber leider net sagen. Das müssten Sie sich dann selbst anschauen.“
Susi warf ihrer Schwester einen fragenden Blick zu.
„Wollen wir gleich hinfahren?“, fragte sie unternehmungslustig.
„Das halte ich für keine gute Idee. Wir können die Konditorei net einfach zugesperrt lassen. So eine Reise müssen wir planen.“
„Na schön. Aber wir fahren bald, ich bin schon arg neugierig auf alles!“
„Dann wollen Sie das Erbe also annehmen?“, erkundigte sich Dr. Kortner mit gespannter Miene.
Marlen zögerte. „Spricht denn etwas dagegen?“
„Nun … Das ist natürlich eine Ermessensfrage.“
„Wie meinen Sie das? Können Sie net ein bisserl konkreter werden? Wir sind ja ganz unbedarft, wissen überhaupt nicht, was da auf uns zukommt.“
„Ja, das verstehe ich schon. Sie müssen das Erbe net sofort annehmen. Es gibt noch eine Frist, bis Sie sich entscheiden sollten. Wenn Sie mögen, fahren Sie zuerst nach St. Christoph, schauen Sie sich alles in Ruhe an und dann …“
„Ach, Unfug, das ist viel zu umständlich“, fiel Susi ihm ins Wort. „Schau, Marlen, der Onkel Johann wollte doch, dass wir seinen Besitz erben. Ich kann daran nix Schlechtes finden. Wenn es ein Hof und Land ist, dazu noch eine Alm, dann hat das Ganze doch bestimmt einen gewissen Wert.“
„Das Land auf jeden Fall“, pflichtete der Notar ihr bei.
„Und das Haus net?“ Marlen war und blieb skeptisch.
Die recht vagen Aussagen von Dr. Kortner schienen sie in ihrer Haltung noch zu bestätigen. Dass Susi sich ohne Zögern auf dieses Abenteuer einlassen wollte, wunderte Marlen nicht. So war ihre Schwester eben, spontan und in gewisser Weise auch ein wenig naiv. Da lag es wohl an ihr, vernünftig zu sein.
„Ich kenne den aktuellen Zustand nicht“, wich er einmal mehr aus, um eine greifbare Aussage zu vermeiden. „Aber Sie können davon ausgehen, dass dieses Erbe ganz gewiss net wertlos ist.“
„Ein Hof mit Land und einer Alm kann nie wertlos sein“, sinnierte Susi. „Wir nehmen das Erbe an, net wahr, Marlen?“
„Ich weiß net recht …“
„Nun gib deinem Herzen halt einen Stoß. Wir werden Hausbesitzer, ist das net schön? Und wenn uns das Ganze partout net gefällt, können wir es ja immer noch verkaufen.“
Marlen seufzte. Obwohl ihr Gefühl dagegen sprach, gab sie schließlich nach, auch wenn sie sich den Besitz viel lieber vorher angesehen hätte. Doch Susi war nicht zu bremsen. Sie plante schon die Reise nach St. Christoph samt Besichtigungstour und freute sich wie ein Schneekönig darauf. Susis Enthusiasmus war ansteckend und ihre Freude echt, beiden konnte die Schwester nicht lange widerstehen.
„Hoffentlich haben wir keinen Fehler begangen“, seufzte sie auf der Heimfahrt. „Ich habe kein gutes Gefühl dabei.“
„Aber warum denn? Was soll schlecht daran sein, ein Haus und eine Menge Land zu besitzen?“
„Grundsätzlich nichts. Aber dieser Dr. Kortner hat sich verdächtig vor einer konkreten Antwort gedrückt. Ich kann mir net denken, dass er so gar nichts über Onkel Johanns Besitz weiß. Das kam mir ziemlich seltsam vor.“
„Meinst du, er wollte uns betrügen?“
