Das Berghotel 247 - Heimatroman - Verena Kufsteiner - E-Book

Das Berghotel 247 - Heimatroman E-Book

Verena Kufsteiner

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Beschreibung

Alljährlich findet im Zillertal das Margeritenfest statt, das viele Urlauber anzieht und als dessen Höhepunkt die Margeritenkönigin gekürt wird. Hedi Kastler ist ganz aus dem Häuschen, denn in diesem Jahr ist St. Christoph der Schauplatz des Spektakels. Mit ihrem hinreißenden Blumengarten und der üppigen Bepflanzung rund um das Hotel rechnet sie sich gute Chancen aus, dass die Wahl zur Margeritenkönigin im Berghotel stattfinden könnte. Dabei hat sie nur eine ernsthafte Konkurrentin: die ehrgeizige Linda, deren Garten ebenfalls ihr ganzer Stolz ist. Als Hedi das Rennen macht, ist Linda außer sich. Sie will es Hedi heimzahlen! Elsa ahnt nichts von den düsteren Gedanken ihrer Schwester Linda und bewirbt sich für die Wahl zur Margeritenkönigin. Sie ist voller Vorfreude, bis plötzlich anonyme Briefe ankommen, in denen jemand behauptet, ihr Verlobter wäre ihr untreu. Auch Hedis Glück wird in der Vorbereitung auf das große Fest getrübt: Ihre Margeriten werden Opfer eines hinterhältigen Angriffs mit Unkrautvernichter ...

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Seitenzahl: 122

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Inhalt

Cover

Die Margeritenkönigin

Vorschau

Impressum

Die Margeritenkönigin

Heimatroman um Glück und Leid der schönen Elsa

Von Verena Kufsteiner

Alljährlich findet im Zillertal das Margeritenfest statt, das viele Urlauber anzieht und als dessen Höhepunkt die Margeritenkönigin gekürt wird. Hedi Kastler ist ganz aus dem Häuschen, denn in diesem Jahr ist St. Christoph der Schauplatz des Spektakels. Mit ihrem hinreißenden Blumengarten und der üppigen Bepflanzung rund um das Hotel rechnet sie sich gute Chancen aus, dass die Wahl zur Margeritenkönigin im Berghotel stattfinden könnte.

Dabei hat sie nur eine ernsthafte Konkurrentin: die ehrgeizige Linda, deren Garten ebenfalls ihr ganzer Stolz ist. Als Hedi das Rennen macht, ist Linda außer sich. Sie will es Hedi heimzahlen! Elsa ahnt nichts von den düsteren Gedanken ihrer Schwester Linda und bewirbt sich für die Wahl zur Margeritenkönigin. Sie ist voller Vorfreude, bis plötzlich anonyme Briefe ankommen, in denen jemand behauptet, ihr Verlobter wäre ihr untreu. Auch Hedis Glück wird in der Vorbereitung auf das große Fest getrübt: Ihre Margeriten werden Opfer eines hinterhältigen Angriffs mit Unkrautvernichter ...

»Hedi! Hedi, hast du's schon gesehen?«

Aufgeregt wedelte die Hausdame Gerda Stahmer an der Hotelrezeption mit der Tageszeitung, als Hedi und Andi Kastler an diesem Morgen ins Hotel traten.

Andi schmunzelte. »Aber ja, freilich, mein Spatzl hat die Zeitung beim Frühstück auch schon förmlich verschlungen und ist ganz aus dem Häuserl. Ich hab meine Marillenmarmeladen-Semmel kaum in Ruhe essen können.« Liebevoll gab er seiner Hedi ein Busserl auf die Wange. »Ich lass euch Damen jetzt einmal allein, ich wollte gleich noch mit dem Leo das Menü für die nächste Woche besprechen.«

Während er sich auf den Weg in die Hotelküche machte, stürmte Hedi mit geröteten Wangen und freudenstrahlenden Augen zu Gerda. Aufgeregt lasen sie den Zeitungsartikel noch einmal Wort für Wort durch.

»Alljährlich ist das Margeritenfest im Zillertal ein wahrer Publikumsmagnet und erfreut Einheimische und Urlauber gleichermaßen«, las Gerda feierlich vor. »Heuer soll das beschauliche St. Christoph der Schauplatz des Spektakels sein. Eine Woche lang steht hier alles im Zeichen der herrlichen Blume. Der Höhepunkt ist wie jedes Jahr die Krönung der Margeritenkönigin.«

Vergnügt klatschte Hedi in die Hände.

»Ich liebe das Margeritenfest! Endlich findet's direkt vor unserer Haustür statt.« Nachdenklich schürzte sie die Lippen. »Da steht, der Höhepunkt des Fests soll wie üblich im schönsten Blumengarten des Ortes abgehalten werden. Bewerbungen und Nominierungen werden entgegengenommen.«

Eifrig nickte Gerda. »Ich hab mir auch auf Anhieb gedacht, das Berghotel wär doch der optimale Ort dafür. Dein Garten ist hinreißend, Hedi. Und nirgendwo anders lässt sich's so gut feiern. Du musst dich unbedingt bewerben.«

Das hatte die Hotelchefin freilich vor. Das Sporthotel »Am Sonnenhang«, unter den Einheimischen nur bekannt als das Berghotel, war ihr und Andis ganzer Stolz. Den üppigen, bunten Blumengarten hinter dem Gebäude pflegte sie eigenhändig und mit viel Liebe. Die intensiv duftenden, farbenfrohen Rosen waren dabei ein besonderer Hingucker, aber auch die Margeriten leuchteten und blühten atemberaubend schön.

Verträumt seufzte Hedi Kastler. Sie sah schon vor sich, wie alle Leute hierher strömen und hinter dem Hotel feiern würden. Sie liebte es, wenn hier Trubel herrschte und ging ganz darin auf.

»Sicherlich werd ich mich bewerben und den Garten noch einmal auf Vordermann bringen! Ich würd mich freuen, wenn wir das Rennen machen.«

»Ganz bestimmt«, fand Gerda. »Ich rechne dem Berghotel da gute Chancen aus.« Auch ihr kam ein schmachtendes Seufzen über die Lippen. »Ich hab ja ehrlich gesagt immer davon geträumt, einmal an so einer Art Misswahl teilzunehmen.«

»Dann mach das doch!«, schlug Hedi wie aus der Pistole geschossen vor.

Gerda wurde rot und schüttelte den Kopf.

»Aber nein, ich schau lieber nur vom Rand zu. Du weißt ja, ich steh net so gern im Mittelpunkt. Wenn alle Blicke auf einen gerichtet sind, man sich vor Leuten präsentieren muss und dabei auch noch Fotos oder gar Videoaufnahmen gemacht werden ... Nein, da tät ich mich freilich net wohlfühlen.«

Über die Woche verteilt würden immer wieder kleine, lustige und publikumswirksame Wettbewerbe zwischen den Teilnehmerinnen stattfinden, in denen diese Punkte sammeln konnten. Die meisten Punkte gab es dann im Finale: Bei einer Dirndl-Modeschau, in deren Anschluss jede Kandidatin eine kleine Rede halten musste. Direkt danach wurde die Siegerin gekürt, die ein Jahr lang, bis zum nächsten Margeritenfest, mit Stolz den Titel tragen durfte.

»Aber das wär sicherlich eine große Gaudi. Gerda, nun steh dir doch net selbst im Weg. Wenn du Lust drauf hast, spring doch einfach über deinen eigenen Schatten.«

Gerda druckste herum. »Ich weiß net. Das überlass ich lieber den blutjungen Madeln. Da hab ich doch gar eine Chancen.«

»Jetzt hör aber auf! Du bist doch auch noch jung«, erwiderte Hedi energisch. »Nur Mut, gib dir einen Ruck. Wenn du dir den Spaß entgehen lässt, weil du dich net traust und zu gschamig bist, wirst du's im Nachhinein sicherlich bereuen.«

***

Strahlend schien die Sonne in die Stube des Bauernhauses. Vor dem Fenster wiegten sich Apfel- und Kirschbäume im Wind. Unzählige Blumen blühten unter den duftenden Fliederbüschen. Gänse zankten sich um die Leckerbissen, die Linda ihnen vorhin rausgebracht hatte. Elsa summte gut gelaunt vor sich hin, während sie den Brotteig knetete, der sich unter ihren geübten Bewegungen in eine geschmeidige Masse verwandelte. Nicht mehr lange, dann würde der heimelige Brotduft das ganze Haus bis in den letzten Winkel erfüllen.

»Ich will unbedingt das Rennen machen«, sagte Linda energisch und klopfte mit dem Zeigefinger bekräftigend auf die Tageszeitung. Der strenge Dutt, zu dem sie die langen, dunklen Haare hochgesteckt hatte, wippte auf ihrem Kopf. »Wenn das jemand verdient hat, dann ich. ›Wir‹, mein ich natürlich!«

Elsa lachte. »Ich hab mir schon gedacht, dass du das sagen würdest.«

Linda zuckte mit den Schultern. »Und warum auch net? Wir haben beide einen grünen Daumen. Auf unserem Hof grünt und blüht's herrlich. Wenn die Leute das Margeritenfest-Finale net hier stattfinden lassen, sind sie wohl deppert.«

»Wir haben starke Konkurrenz«, gab Elsa zu bedenken. »Ich hab gehört, die Kastler bewerben sich auch.«

Leise schnaubte Linda, ihre eisblauen Augen blitzten unwillig auf.

»Aber geh, von denen werden wir uns net übertrumpfen lassen. Sei so gut und schau gleich noch nach unseren Blumen, ja? Wir müssen den gesamten Außenbereich auf Hochglanz bringen, der Hof muss erstrahlen. Die Beete könnten ein bisserl Dünger vertragen, und wir sollten auf jeden Fall noch mehr Margeriten einpflanzen. Da drüben, die ganze Hauswand entlang und unter den Rosen. Je mehr, desto besser.«

Elsa musste schmunzeln. Das war ja wieder klar gewesen, dass ihre Schwester die Ausschreibung als persönliche Herausforderung betrachtete. Sie waren immer schon recht gegensätzlich gewesen: Die zwei Jahre ältere Linda war die Ehrgeizige unter ihnen, sie wollte immer in allem die Beste sein. Elsa hingegen war es unheimlich wichtig, dass Harmonie herrschte. Amüsiert erinnerte sie sich jetzt daran, dass sie ihre große Schwester damals immer beim »Mensch-ärgere-dich-nicht« gewinnen hatte lassen, weil Linda sonst wild getobt und das Spielbrett durchs Zimmer geworfen hatte. Dieser Unterschied zwischen den beiden Schwestern hatte sich in all den Jahren nicht verwachsen. Weder mit dem Erwachsenwerden, noch nach dem tragischen Tod ihrer Eltern oder mit dem Erbe des Bauernhofs, um den sie sich seither gemeinsam kümmerten.

Als Linda durch das Fenster nach draußen deutete, um Elsa zu zeigen, wo weitere Margeriten eingepflanzt werden sollten, entdeckten die Madeln Holger, der auf das Haus zukam. Sein Gang war wie üblich dynamisch und federnd. Das weiße T-Shirt spannte an seinen muskulösen Oberarmen und betonte die Sonnenbräune seiner Haut.

»Holger!«, jauchzte Elsa glücklich, streifte sich den Brotteig von den Händen, schob die Tür mit dem Ellenbogen auf und lief ihrem Verlobten entgegen.

Ihr Herz schlug Purzelbäume, sie strahlte über das ganze Gesicht. In knapp einem drei Monaten sollte die Hochzeit stattfinden, danach wollte Holger offiziell hierherziehen. Doch auch jetzt schon verbrachte er viel Zeit hier, übernachtete häufig bei Elsa und packte am Hof fleißig mit an. Eigentlich hatte Elsa gedacht, er sei heute auf dem Hof seiner Eltern eingespannt und hätte keine Zeit, vorbeizuschauen. Umso mehr freute sie sich, ihn jetzt hier zu sehen.

»Denk an die Blumen! Es ist nimmer viel Zeit«, rief Linda ihr mahnend hinterher.

***

Grantig beobachtete Linda durch das Fenster, wie Elsa sich in Holgers Arme fallen ließ und er sie herumwirbelte. Ihre Schwester sollte nicht herumschäkern, sondern sich gefälligst um die Blumenpracht kümmern! Der Antrag musste bald eingereicht werden, und Linda hatte ein ganz klares Ziel vor Augen: das Finale sollte hier bei ihnen auf dem Hof stattfinden.

Aber das war nicht der Grund, warum sie jetzt so dreinschaute, als hätte sie auf eine Zitrone gebissen. Schwungvoll stand die junge Frau auf, wandte sich von der Szene ab und begann, mit wütenden Handgriffen die Küchenarbeitsplatte zu wischen, aber schon wanderte ihr Blick wie von selbst zurück zum Fenster.

Er war fesch, der Holger, das musste man ihm lassen. Ein charismatischer und gut aussehender Bursche. Mit den dunkelglänzenden Haaren und den glühenden, dunkelbraunen Augen hatte er etwas Rassiges an sich. Sein Lächeln brachte perfekte, strahlendweiße Zähne zum Vorschein. Und wieder einmal wünschte sich Linda, dieses Lächeln würde ihr gelten.

»Na und? Er gefällt mir halt«, murmelte sie vor sich hin. »Welches Mädel steht denn bitteschön net auf ihn?«

Immerhin war er nicht nur fesch, er stammte auch aus einer respektablen Großbauernfamilie in St. Christoph, war im ganzen Dorf beliebt und überaus charmant. War es da ein Wunder, dass ihm die Madeln in Scharen hinterherliefen?

Ein Wunder war es vielleicht eher, dass er sich ausgerechnet für Elsa entschieden hatte, dachte Linda säuerlich. Freilich war ihre Schwester alles andere als schirch, und auf den Kopf gefallen war sie auch nicht. Ebenso wie Linda hatte sie langes, glattes Haar, das in einem satten Dunkelbraun glänzte. Im Gegensatz zu Lindas hellblauen Augen waren Elsas aber groß und braun wie die eines Rehs. Sie bewegte sich mit einer natürlichen, ungekünstelten Anmut.

»Aber der Holger hätt sicherlich eine bessere Wahl treffen können«, flüsterte Linda jetzt, während sie den Putzlappen in eine Ecke pfefferte. »Mich zum Beispiel.«

***

»Wenn Sie bitte ein Momenterl Geduld haben«, raunte Hedi dem Hotelgast zu, der in der Lobby geduldig darauf wartete, eingecheckt zu werden. Dann wandte sie sich wieder dem älteren Ehepaar zu, das aufgeregt auf sie einredete.

»Verstehen Sie doch, das Zimmer geht in Richtung Süden!«, stieß die Dame aufgebracht hervor und schien kurz davor, sich die grauen Locken zu raufen.

Ihre zahlreichen Armreifen klimperten, als sie hektisch gestikulierte und sich die wallenden, überlangen Ärmel der orange-rot-gemusterten Seidentunika hochschob.

Verständnislos blinzelte Hedi. »Aber ja, es ist eines unserer besten Zimmer mit einem herrlichen Ausblick in Richtung Süden. Gefällt's Ihnen denn net?«

Der Herr schnaufte erschöpft. »Liegt das denn net auf der Hand?«

Nachdem Hedi minutenlang mit Engelszungen auf die beiden eingeredet hatte, erfuhr sie endlich, was mit dem gebuchten Zimmer falsch war.

»Meine Energieberaterin sagt, das bringt meinen Körper und meinen Geist ganz durcheinander«, erklärte die Frau. Hektische rote Flecken waren auf ihren Wangen erschienen, sie schien den Tränen nah. »Das haben wir beim Buchen auch ganz bestimmt angegeben: kein Zimmer in Richtung Süden! Das ist gar net gut! Unbedingt nach Osten hin ausgerichtet.«

Unauffällig schielte Hedi auf die Buchungsanfrage. In den Anmerkungen stand nichts dergleichen, aber das Problem konnte sie zum Glück aus der Welt schaffen, um die Gäste zufriedenzustellen. Von Himmelsrichtungen, die den Energiehaushalt durcheinanderwirbelten, verstand die Hotelchefin zwar nichts, aber eines war ihr wirklich wichtig: dass alle Gäste im Berghotel glücklich waren.

»So ein Glück, da haben wir noch ein Zimmer für Sie frei! Balkon und Fenster gehen nach Osten hinaus«, verkündete sie fröhlich und suchte den entsprechenden Schlüssel hinaus.

Erst als das Paar zufrieden abgezogen war, um das neue Zimmer zu beziehen, konnte Hedi den wartenden Mann herbeiwinken. Lächelnd nickte er und packte das Buch weg, in dem er gerade gelesen hatte. Jetzt kam er auf sie zu.

»Grüß Gott. Jonathan Späth. Ich hab ein Einzelzimmer reserviert«, stellte er sich vor und strich sich das sandbraune Haar aus der Stirn. Sein Lächeln war warm und sympathisch, fand Hedi. Vergnügt zwinkerte er. »Himmelsrichtung ist egal.«

Die Hotelchefin schmunzelte. »Wunderbar, Herr Späth. Herzlich willkommen hier im Berghotel! Da hab ich auch schon Ihre Reservierung. Vier volle Wochen, gell? Bitteschön, Ihr Schlüssel. Wenn Sie so gut wären, dieses Formular auszufüllen und zu unterschreiben?«

Während er das tat, klingelte das Telefon.

»Ist okay, gehen Sie ruhig ran, ich bin hier eh noch kurz beschäftigt«, versicherte der Gast entspannt, also nahm Hedi den Anruf rasch entgegen.

Schon nach den ersten Worten, die sie aus dem Telefon hörte, weiteten sich ihre Augen. Schließlich stieß sie ein begeistertes Quietschen aus und machte sogar einen kleinen Luftsprung.

»Herrje, Entschuldigung«, brachte sie dann hervor und konnte gar nicht aufhören, über das ganze Gesicht zu strahlen.

Jonathan lachte. »Keine Entschuldigung nötig. Und herzlichen Glückwunsch, was auch immer Sie da gerade Erfreuliches erfahren haben.«

Hedi war selig, sie schwebte im siebten Himmel: Die Verantwortlichen hatten beschlossen, dass das Finale des Margeritenfests im Berghotel stattfinden sollte!

***

Jonathan schmunzelte noch immer, als er auf seinem Zimmer war und die Tür hinter sich zuzog. Die Hotelchefin war ihm wirklich sympathisch – eine energiegeladene Blondine mit sonnigem Gemüt. Wie schön, wenn jemand seine Emotionen so offen zeigte!

Er wuchtete seinen Koffer auf das Bett, dann sah er sich zufrieden im Zimmer um. Hübsch war es hier, sehr gemütlich. Das Hotel war ganz im alpinen Stil gehalten, duftendes Zirbelholz dominierte das Bild. Hier konnte man sich wirklich wohlfühlen, durchatmen, zur Ruhe kommen. Und genau das wünschte er sich.

Der junge Mann öffnete seinen Koffer und begann, ihn auszupacken. Die Hälfte des Platzes nahmen Bücher in Anspruch, er war eine wahre Leseratte. Fröhlich pfeifend stapelte er die Romane, die er sich für diesen Urlaub vorgenommen hatte, auf dem Holztisch.

Dort entdeckte er neben einer gefüllten Obstschale einige Infoblätter und Broschüren mit Angeboten aus der Region. Mit wachsender Begeisterung blätterte er darin.

Hier im Zillertal wurde es einem gewiss niemals fad. Von Freihandklettern über Gleitschirmflüge bis hin zu Alpaka-Wanderungen konnte man eine Menge erleben. Das Hotel selbst bot neben einem schönen Außenpool und einem kleinen Wellnessbereich im Keller auch einen Tennisplatz. Der Sporttrainer Lukas Einrieder, der hier angestellt war, hatte einen guten Ruf, so viel wusste Jonathan schon.

Er öffnete das Fenster, atmete die frische Bergluft ein und genoss den herrlichen Ausblick. Die Landschaft war atemberaubend schön. Schier endlos weit zogen sich die saftig-grünen, sanft geschwungenen Wiesen, die dunklen Wälder und schroffen Berge unter dem azurblauen Himmel. Einen Moment lang stand er nur da und ließ den Anblick auf sich wirken, tief beeindruckt von der Schönheit der Natur. Das Zillertal war wahrlich ein paradiesisches Fleckerl Erde.

Seine Arbeitskollegen, die auch schon hier Urlaub gemacht hatten, hatten ihm die Region wärmstens ans Herz gelegt.