Das Berghotel 255 - Verena Kufsteiner - E-Book

Das Berghotel 255 E-Book

Verena Kufsteiner

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Beschreibung

Die erfolgreiche Wiener Anwältin Eva Martinek checkt für einen längeren Urlaub im Berghotel ein. Nach der Trennung von ihrem untreuen Ehemann hat sie über Monate sehr viel gearbeitet und fühlt sich nun völlig ausgebrannt.
Als Eva an der Rezeption steht, kommt fast zeitgleich ein weiterer Gast an. Was für eine Überraschung! Es ist Philip Baumann, ihr einstiger Schwarm aus der Schulzeit.
Im ersten Moment freut sich Eva ungemein über das unerwartete Wiedersehen, doch bald fällt ihr auf, dass Philip krank und unglücklich aussieht. Wenn sie ihm nur helfen könnte! Eines Nachts, als sie wieder mal vor lauter Sorgen nicht schlafen kann, sieht sie durch Zufall, wie Philip das Berghotel verlässt und im nahen Krähenwald verschwindet. Einer bösen Ahnung folgend, nimmt sie den gleichen Weg und trifft an einem steilen Abgrund auf ihren Freund. In letzter Sekunde kann sie ihn zurückreißen ...

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Seitenzahl: 122

Veröffentlichungsjahr: 2021

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Inhalt

Cover

Ich halt dich fest!

Vorschau

Impressum

Ich halt dich fest!

Berührender Liebesroman aus dem Berghotel

Von Verena Kufsteiner

Die erfolgreiche Wiener Anwältin Eva Martinek checkt für einen längeren Urlaub im Berghotel ein. Nach der Trennung von ihrem untreuen Ehemann hat sie über Monate sehr viel gearbeitet und fühlt sich nun völlig ausgebrannt.

Als Eva an der Rezeption steht, kommt fast zeitgleich ein weiterer Gast an. Was für eine Überraschung! Es ist Philip Baumann, ihr einstiger Schwarm aus der Schulzeit.

Im ersten Moment freut sich Eva ungemein über das unerwartete Wiedersehen, doch bald fällt ihr auf, dass Philip krank und unglücklich aussieht. Wenn sie ihm nur helfen könnte! Eines Nachts, als sie wieder mal vor lauter Sorgen nicht schlafen kann, sieht sie durch Zufall, wie Philip das Berghotel verlässt und im nahen Krähenwald verschwindet. Einer bösen Ahnung folgend, nimmt sie den gleichen Weg und trifft an einem steilen Abgrund auf ihren Freund. In letzter Sekunde kann sie ihn zurückreißen ...

»Wie bunt die Wälder hier schon sind. Wunderschön!«

Eva Martinek blickte mit einem zufriedenen Lächeln aus dem Seitenfenster der Hotellimousine, die von Kilian Garnreiter gesteuert wurde. Er war »der Mann für alle Fälle« im Berghotel und warf sich gern in seine Chauffeursuniform, wenn er einen Gast in Schwaz von der Bahn abholen musste. Die hübsche Wienerin im Fond gefiel ihm sehr. Sie war charmant und gut gelaunt, so wie man sich einen Hotelgast wünschte.

»Warten Sie nur ab, wenn die Sonne scheint«, riet er ihr mit einem freundlichen Lächeln. »Dann schaut alles noch schöner aus. Und der Bergahorn, der wird so leuchtend gelb wie Gold.«

»Hoffentlich krieg ich das noch zu sehen«, meinte die hübsche Anwältin mit den kurzen, blonden Locken und den klaren blauen Augen.

Dass Eva erst kürzlich eine Scheidung hinter sich gebracht hatte, sah man ihr nicht an. Als Anwältin verstand sie sich darauf, ein Pokerface zu wahren. Sie wollte ihren Kummer nicht vor sich hertragen wie eine Reklametafel. Das Ende ihrer Ehe mit Paul war absehbar gewesen. Sie hatten sich ganz einfach auseinander gelebt. Trotzdem tat es weh. Aber Eva wollte ihren Urlaub genießen. Sie war schließlich nicht nach St. Christoph gekommen, um Trübsal zu blasen, sondern um ihre leeren Akkus aufzuladen und wieder Spaß am Leben zu finden. Und in einem Haus wie dem Berghotel, das einfach alles zu bieten hatte, schien das durchaus möglich...

»Wie lange bleiben Sie denn?«, fragte Kilian nun.

»Vier Wochen mit Option auf eine Verlängerungswoche.« Sie lächelte. »Ich brauche mal eine richtige Auszeit.«

»Das lässt sich doch hören«, meinte Kilian. »Da können Sie den bunten Herbst in St. Christoph so richtig genießen.« Er bog auf den Parkplatz vor dem Berghotel ab und wünschte: »Dann einen schönen Urlaub. Und wenn Sie sich mal net zurecht finden oder Hilfe brauchen, fragen Sie nur nach Kilian, gnädige Frau.«

»Das ist nett. Ich werde es mir merken.«

Sie drückte ihm ein großzügig bemessenes Trinkgeld in die Hand und betrat dann die Hotelhalle. Hell und freundlich war diese und wie alle Zimmer und Appartements, mit dem würzig duftenden Zirbelholz der Region vertäfelt. Rustikal, gemütlich und zugleich sehr elegant. Eva gefiel das Hotel, das ihr eine Freundin empfohlen hatte, auf den ersten Blick.

Am Empfang begrüßte Andi Kastler, der Hotelier, Eva mit einem freundlichen Lächeln. Andi, der meist in Krachledernen und kariertem Hemd unterwegs war, und seine Gattin Hedi führten das Hotel mit großem Engagement und legten Wert auf die sprichwörtliche Tiroler Gastfreundschaft. Wer hier seinen Urlaub verbrachte, der sollte sich vom ersten Moment an wohlfühlen.

»Ah, die Frau Martinek aus Wien, und ganz pünktlich. Das lob ich mir«, stellte Andi charmant fest. »Ich hoff', Sie hatten eine gute Reise.«

»Ich kann net klagen. Haben Sie mir schon ein kleines Programm zusammen gestellt?«

Der Hotelier nickte. »Meine Frau sagte mir, dass Sie gern aktiv sein wollen. Nun, da gibt es bei uns fei eine schöne Auswahl für jeden Geschmack. Bergwandern, einzeln oder in der Gruppe. Eine Hüttenwanderung über eine Woche. Kraxelkurse. Sie können freilich auch im Hotel in Bewegung bleiben. Wir haben einen Fitnessbereich beim Hallenbad, der Außenpool ist geheizt. Tennisplätze. Wenn Ihnen der Sinn nach Golf steht, das nächste Grün findet sich in Mayrhofen. Ich hab Ihnen das alles mal zusammen gestellt. Wenn Sie sich entschieden haben, kann Ihnen der Lukas Einrieder, unser Fitnesstrainer weiterhelfen.«

»Wunderbar. Das ist ja wirklich eine schöne Auswahl.«

»Freut mich, dass es Ihnen zusagt. Ich möchte auch net unerwähnt lassen, dass wir ebenfalls über eine kleine Beautyfarm verfügen, die Rosenstube. Massagen und Verdampfungen mit Wildrosenöl sind da ein wahrer Geheimtipp fürs Wohlbefinden.«

»Oh, das klingt verlockend.«

Nachdem Eva eingecheckt hatte, wies Andi Kilian an, ihr Gepäck aufs Zimmer zu bringen, und überreichte ihr den Schlüssel.

»Einen schönen Urlaub, Frau Martinek«, wünschte er noch.

In diesem Moment trat ein junger Mann neben Eva an die Rezeption und sagte: »Doktor Philip Baumann, ich habe reserviert.«

Sie wandte überrascht den Kopf, musterte den hoch gewachsenen, schlanken Mann mit dem dichten, dunklen Haar und der markant männlichen Miene mit wachsendem Erstaunen und fragte dann spontan: »Phil, was machst du denn hier?«

Er schaute sie an, und Eva erschrak, als sie die Traurigkeit in seinen Augen sah, die fast schon Hoffnungslosigkeit war, dann aber wurde aus Gleichgültigkeit freudiges Wiedererkennen und er stellte fest: »Evchen, das ist wirklich eine Überraschung!«

Hedi Kastler, die neben ihren Mann getreten war, lächelte vielsagend und stellte launig fest: »Wie es ausschaut, führt das Berghotel Menschen wieder zusammen, hab ich recht?«

»Das kann man wohl sagen.« Eva lachte. »Stellen Sie sich vor, Frau Kastler, wir haben uns fast zwanzig Jahre nicht gesehen.«

»Also eine Kindergartenfreundschaft«, schäkerte Andi, wofür er von seiner Hedi einen strengen Blick erntete.

»Net ganz. Wir haben zusammen die Matura gemacht. Ja, Phil, sag, verbringst du denn deinen Urlaub auch hier?«

»Es sieht so aus.« Er lächelte schmal. »Wenn wir nun noch zwei Zimmer auf der gleichen Etage haben, sag ich nichts mehr.«

Es war tatsächlich so. Auch wenn ihre Zimmer nicht direkt nebeneinander lagen, so doch ganz in der Nähe. Eva freute sich sehr über das Wiedersehen und plauderte im Lift munter drauf los. Dass Philip sich recht schweigsam gab, merkte sie nicht.

Ja, es waren wirklich fast zwanzig Jahre vergangen, seit sie auf dem Schulhof Händchen gehalten hatten.

Damals war Eva sehr verliebt gewesen in den zwei Jahre älteren und überaus feschen Mitschüler. Sie waren ein Herz und eine Seele gewesen, hatten fleißig Zukunftspläne geschmiedet und sich vorgenommen, sich niemals zu trennen.

Aber dann hatte Philip die Matura mit einem glatten Einser hingelegt und ein Stipendium für sein Physikstudium ergattert. Allerdings in Paris. Es war sein Traum gewesen, an der Sorbonne zu studieren, Eva hatte ihn nicht aufhalten wollen. Und es wohl auch nicht gekonnt. Tapfer hatte sie Abschied mit ihm gefeiert, sich nicht anmerken lassen, wie unglücklich sie die Trennung machte. Und Philip war sowieso bereits mit Herz und Verstand in Frankreich gewesen, seinem größten Wunsch so nah wie nie.

Sie hatte noch oft an den dunstigen Herbstmorgen gedacht, als sie allein und verlassen auf dem Bahnsteig seinem Zug nach Paris hinterher geschaut hatte. Es sollte ein Abschied für lange Zeit werden, nicht aber für immer, wie Eva damals geglaubt hatte.

Nun waren sie sich wieder begegnet, zufällig und doch schicksalshaft. Und die junge Anwältin war fest entschlossen, nicht nur ihren Urlaub im Berghotel, sondern auch ihr Wiedersehen mit Philip in vollen Zügen zu genießen ...

Eva packte ihre Koffer aus und summte dabei leise vor sich hin. Das hatte sie lange nicht getan, wie ihr nun bewusst wurde. Lag es an der schönen Umgebung oder an dem Wiedersehen mit Philip? Wohl ein bisschen an beidem.

Mit einem Lächeln trat sie hinter das Fenster und blickte eine Weile versonnen über die liebliche Landschaft des Zillertals. Adrett und ansprechend reihten sich die Häuser an der Hauptstraße von St. Christoph auf wie Perlen auf einer Schnur. Gepflegte Weiden, Wiesen und Koppeln umgaben den Ortskern, daran schlossen sich landwirtschaftliche Flächen an. Weiter entfernt gab es viele Höfe. Beschützend und imposant zugleich erhoben sich die sechs Berge rund um das Dorf. Zum Gipfel des Höchsten, des Feldkopfs, fuhr eine Kabinenbahn hinauf. Ein herrliches Fleckchen Erde war dies, so recht dafür geschaffen, sich wohlzufühlen und sein Leben von Herzen zu genießen. Und genau das hatte Eva vor. Das Wiedersehen mit Philip kam ihr da gerade recht!

Wenig später verließ die junge Anwältin ihr Zimmer und klopfte bei ihrem alten Freund an. Doch drinnen blieb alles still, keiner antwortete ihr.

»Phil, ich bin's«, rief sie, eine Reaktion blieb aber aus.

Eva seufzte. Offenbar war Philip nicht in seinem Zimmer. Nun, dann musste sie sich wohl auf eigene Faust daran machen, das Hotel und seine Umgebung zu erkunden. Sie war ein wenig enttäuscht, doch ein Trost blieb ihr ja: Sie würden ganz gewiss zusammen zu Mittag essen!

Philip Baumann war durchaus in seinem Zimmer, doch er wollte niemanden sehen und mit keinem reden, auch nicht mit Eva. Ihre penetrant gute Urlaubslaune ging ihm gegen den Strich. Schließlich war er nicht hergekommen, um sich zu erholen oder zu amüsieren. Aber das wusste Eva natürlich nicht. Und wenn es nach ihm ging, sollte sie es auch nicht erfahren.

Er nahm sich vor, ihr den entspannten Urlauber vorzuspielen, solange es nötig war. Sie sollte ihn bei seinen wahren Absichten nicht stören und ihm schon gar nicht in die Quere kommen. Deshalb durfte sie auch nicht erfahren, wie es ihm ums Herz war. Er war bereit, ihr eine Menge Lügen aufzutischen, um sie aus seinem Leben heraus zu halten. Leise regte sich bei diesem Entschluss sein Gewissen. Er dachte daran, dass Eva ihm einst sehr viel bedeutet hatte.

Damals, als er nach Paris gegangen war, um zu studieren, hatte er lange über seine Pläne nachgedacht. Er war sogar geneigt gewesen, in Graz zu bleiben, wenn Eva ihn nur darum gebeten hätte. Doch sie war sehr beherrscht gewesen und sehr bemüht, ihm keine Steine in den Weg zu legen. Sie war schon damals ein außergewöhnlicher Mensch gewesen.

Gerade deshalb musste er ihr gegenüber schweigen. So, wie er sie kannte, würde sie ansonsten alles versuchen, um ihn von seinen Plänen abzubringen. Aber das kam nicht infrage.

Dr. Philip Baumann war nach St. Christoph gekommen, um hier sein Leben zu beenden. Uns daran sollte ihn nichts und niemand hindern. Auch nicht ein Mädchen aus der Vergangenheit, die für sie beide schon so lange vorbei war...

***

Als Philip gegen Mittag den Speisesaal des Berghotels betrat, wartete Eva bereits auf ihn. Sie lächelte ihm strahlend zu und ließ ihn wissen: »Ich habe hier für dich reserviert. Hoffentlich ist dir das auch recht.«

»Natürlich, ich freue mich, dass wir unsere Mahlzeiten zusammen einnehmen können«, versicherte er und erwiderte ihr Lächeln ein wenig gequält. Diesmal bemerkte sie es.

Nachdem er sich gesetzt und bestellt hatte, fragte sie offen: »Findest du es aufdringlich, dass ich meine Zeit gerne mit dir verbringen möchte? Willst du lieber allein sein? Sag es nur, ich bin nicht beleidigt. Ich habe mich nur gefreut, dich zu sehen.«

»Wie kommst du auf den Gedanken? Ich freue mich doch auch. Du musst mir ein bisschen Zeit zum Akklimatisieren geben, Evchen. Ich habe sehr viel Stress hinter mir und fühle mich deshalb total abgespannt. In ein paar Tagen wird sich das aber geben.«

»Du bist wohl so ein verrücktes Genie, das sich an irgendeiner Uni in seinem Labor eingesperrt und sagenhafte Erfindungen macht. Dagegen fühle ich mich als kleine Anwältin direkt unbedeutend«, meinte sie leichthin.

»Sag das nicht, du warst schon in der Schule in allem sehr gewissenhaft. Ich wette, du bist als Anwältin erfolgreich.«

»Na ja, ich kann nicht klagen. Oder doch?« Sie lachte. »Mein Spezialgebiet sind Wirtschaftsfälle. Manch ein Kollege findet das eher trocken, aber mich faszinieren diese Dinge.«

»Und du verdienst bestimmt eine Menge damit. Man hört doch immer wieder, dass bei solchen Prozessen große Honorare für die Anwälte anfallen.«

»Die Medien übertreiben gern. Aber es geht sich schon aus. Und du? Wie ist es bei dir nach der Schule gelaufen?«

»Nicht schlecht. Ich habe studiert und mich nach dem Abschluss selbstständig gemacht.«

»Eine eigene Firma? Also kein Labor an der Uni.«

»Nein, ich wollte unabhängig sein.«

»Ein Freigeist. Und privat?«

»Ich bin geschieden.«

Eva seufzte. »Sind wir das nicht alle? Paul, mein Ex, ist auch Anwalt. Ich dachte mir, das passt irgendwie. Er war sehr charmant und immer lustig. Leider ein bisschen zu charmant, vor allem in Gesellschaft anderer Frauen. Er hatte ständig Affären, wir sahen uns kaum, irgendwann reichte es mir. Die Scheidung war die logische Konsequenz. Danach war ich erst mal erleichtert. Aber irgendwann ist mir klar geworden, dass eine Ehe mehr ist als ein altes Paar Schuhe, das man ausrangiert. Ich war wirklich sehr unglücklich und allein. Deshalb diese Reise.«

Philip nickte. »Ein Ortswechsel kann Wunder wirken.«

»Warten wir es ab. Hast du schon Pläne gemacht?«

Er musterte sie befremdet, einen Moment lang schwiegen sie beide, dann erzählte Eva: »Herr Kastler hat mir eine ganze Liste von möglichen Aktivitäten aufgestellt. Ich wollte mal das eine oder andere ausprobieren. Aber wenn wir zwei uns zusammentun, räume ich dir natürlich ein Mitspracherecht ein.« Sie kramte in ihrer Handtasche und reichte ihm dann die Aufstellung.

»Hm, das klingt ziemlich anstrengend.«

»Was würde dich denn reizen?«

»Vielleicht Wandern. Es müssen ja nicht gleich die Berge sein. Aber auf Schusters Rappen ganz gemütlich die Umgebung erkunden, das stelle ich mir nett vor.«

»Klingt auch für mich gut. Dann brauchen wir den Lukas nicht, sondern können unsere Touren selbst planen.«

»Lukas?«, fragte Philip irritiert nach.

»Der Fitnesstrainer hier im Berghotel, Lukas Einrieder. Er koordiniert alle sportlichen Aktivitäten der Gäste.«

»Aha. Du kennst dich ja bereits bestens aus.«

»Klar, ich bin eine Frau der Tat. Während du ein Nickerchen gemacht hast, habe ich mir das Hotel und die Umgebung angeschaut. Da gibt es viel zu entdecken.«

»Soso. Evchen, ich fürchte, du hast zu viel Tempo drauf. Ich möchte mich in den ersten Tagen eigentlich nur ausruhen.«

»Okay, kein Problem. Wir sehen uns doch aber bei Tisch, oder?«

Er lächelte schmal. »Sicher. Zum Essen werde ich nicht zu müde sein, versprochen!«

Die junge Anwältin musterte ihn nachdenklich. Obwohl Philip sich äußerlich kaum verändert hatte, wirkte er doch ganz anders, als sie ihn in Erinnerung gehabt hatte. Dass er müde und abgespannt war, erschien ihr nur vorgeschoben. Etwas stimmte nicht mit ihm.