Das Berghotel 262 - Verena Kufsteiner - E-Book

Das Berghotel 262 E-Book

Verena Kufsteiner

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Beschreibung

Die Ehe von Martina und Paul Ruprecht steckt in der tiefen Krise. Die Spannungen bleiben Töchterchen Klara nicht verborgen. Das sensible Madel hat große Angst, die Eltern könnten sich scheiden lassen. Trotz der schwierigen Situation halten Martina und Paul an einer Tradition fest: Alljährlich geht es in den Familienurlaub. Diesmal fahren sie ins Zillertal und kommen im Berghotel unter.
Doch auch hier setzt sich das Schema fort: Paul hat Arbeit in den Urlaub mitgenommen, allzu oft sitzt er mit seinem Laptop da oder führt telefonisch Dienstgespräche. Martina ist enttäuscht und fühlt sich vernachlässigt. Es gelingt ihr jedoch nicht, ihrem Mann offen ihre Gefühle mitzuteilen. Die traurige Klara indes zieht sich zurück. Allein erkundet sie die Umgebung und kehrt eines Abends nicht zurück ...

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Seitenzahl: 122

Veröffentlichungsjahr: 2022

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Inhalt

Cover

Klaras Herzensort

Vorschau

Impressum

Klaras Herzensort

Berührender Heimatroman aus dem Berghotel

Von Verena Kufsteiner

Die Ehe von Martina und Paul Ruprecht steckt in der tiefen Krise. Die Spannungen bleiben Töchterchen Klara nicht verborgen. Das sensible Madel hat große Angst, die Eltern könnten sich scheiden lassen. Trotz der schwierigen Situation halten Martina und Paul an einer Tradition fest: Alljährlich geht es in den Familienurlaub. Diesmal fahren sie ins Zillertal und kommen im Berghotel unter.

Doch auch hier setzt sich das Schema fort: Paul hat Arbeit in den Urlaub mitgenommen, allzu oft sitzt er mit seinem Laptop da oder führt telefonisch Dienstgespräche. Martina ist enttäuscht und fühlt sich vernachlässigt. Es gelingt ihr jedoch nicht, ihrem Mann offen ihre Gefühle mitzuteilen. Die traurige Klara indes zieht sich zurück. Allein erkundet sie die Umgebung und kehrt eines Abends nicht zurück ...

Der Buntstift flog förmlich über das Papier. Vor lauter Konzentration ragte Klaras Zungenspitze aus ihrem Mund. Diese Zeichnung sollte ganz besonders schön sein, denn sie war für Mama und Papa bestimmt!

Das Madel saß auf dem weichen, cremefarbenen Teppich im Kinderzimmer. Unter das Papier hatte sie ein großes Buch als Unterlage geschoben, ein Sachbuch über Wale, damit es schön glatt lag und sie in Ruhe zeichnen konnte. Nur die kleine Lampe auf ihrem Nachttisch spendete ihr Licht. Sie musste vorsichtig sein und darauf achten, dass kein Lichtschein unter der Tür hindurch fiel, denn eigentlich sollte sie bereits schlafen.

Die Stofftiere im Regal schienen ihr aus glänzenden, dunklen Knopfaugen zuzuschauen, in denen sich das Licht spiegelte. Letztens hatte der Papa vorsichtig gefragt, ob Klara mit ihren elf Jahren nicht allmählich zu alt für Plüschtiere wurde, doch sie mochte sich noch nicht davon trennen. Auch wenn ein paar Mädchen aus ihrer Klasse bereits sehr viel erwachsenere Zimmer hatten, mit Postern von Popstars an den Wänden, einem großen Fernseher und Computer und ohne viel Spielzeug. Es gab Klara ein gutes Gefühl, die Stofftiere zu behalten, auch wenn sie nicht mehr viel damit spielte. Wenn sie traurig war, nahm sie sich so viele Stofftiere mit ins Bett, dass sie manchmal selbst kaum mehr Platz darin fand, und klagte ihnen ihren Kummer.

Langsam nahm die Zeichnung unter Klaras Händen Gestalt an. Sie hatte schon als ganz kleines Kind gern gemalt und gezeichnet und mittlerweile wurde sie richtig gut darin. Man erkannte eindeutig, was das Bild darstellen sollte: ein Boot auf einem See vor einer imposanten Berglandschaft. In dem Boot saßen zwei Menschen, ein dunkelhaariger Mann und eine rotblonde Frau: Mama und Papa. Und vorne am Bug saß ein Mädchen mit rotblonden Haaren und einem breiten, glücklichen Lächeln auf dem Gesicht: Das war Klara selbst.

So stellte sie es sich im Urlaub vor. Diesmal sollte es nicht ans Meer gehen, sondern in die Berge, das hatten ihre Eltern bereits angekündigt. Klara war schon gespannt, aber im Grunde genommen war ihr beinahe egal, wohin sie und ihre Eltern fuhren: Hauptsache, sie waren zusammen und verbrachten viel Zeit miteinander. Das blieb im Alltag daheim nämlich oft auf der Strecke.

Ein Geräusch aus dem Erdgeschoss ließ sie zusammenzucken. Da wurde ein Schlüssel im Schloss gedreht! Ein breites Lächeln breitete sich auf ihrem Gesicht aus. Endlich kam der Papa nach Hause. Am liebsten wäre sie ihm entgegengelaufen, aber das ging nicht. Sie musste ja so tun, als schliefe sie schon, immerhin war es spät.

Auf der anderen Seite war auch ihr Papa viel zu spät dran. Er hatte versprochen, heute früh genug daheim zu sein, um noch ein wenig mit ihr zu spielen. Stattdessen war er nun wieder bis spät abends im Büro geblieben.

Mit angehaltenem Atem lauschte Klara.

»Da bist du ja.« Die Stimme ihrer Mutter klang müde und traurig. »Ich habe dir was vom Abendessen warmgehalten.«

»Das hättest du nicht tun müssen.« Auch im Tonfall ihres Vaters klang wenig Wärme. »Ich habe unterwegs gegessen.«

»Wir wollten doch heute gemeinsam essen! Klara und ich haben auf dich gewartet. Du hättest dich ja wenigstens zwischendurch mal melden und sagen können, dass es spät wird. Schon wieder!«

Klara zuckte zusammen. Das hatte vorwurfsvoll geklungen. Hoffentlich kam es nicht wieder zu Streit. Plötzlich war ihr kalt.

»Wie dir vielleicht bewusst ist, war ich nicht zum Spaß weg, sondern um zu arbeiten. Irgendwer muss ja das Geld verdienen, damit du und die Klara ein schönes Zuhause habt's.« Und natürlich klang Klaras Papa wieder genervt, wie so oft. Das war klar gewesen. »Da ist's halt manchmal stressig. Da kann ich net andauernd am Handy hängen, weil meine liebe Frau am liebsten rund um die Uhr wissen will, was ich mache und wann ich wo bin.«

»So ist's net, das weißt du genau. Ich verlang net viel, nur ein bisserl Rücksichtnahme. Aber dir ist ja eh alles wurscht. Zumindest deine Familie.«

Das hatte entsetzlich traurig geklungen. Klara wurde es ganz schwer ums Herz. Sie hoffte so sehr, dass ihre Mama nicht wieder weinen würde. Das war in letzter Zeit immer wieder passiert, wenn ihre Eltern stritten. Und jedes Mal tat es Klara schrecklich weh, das zu hören.

Zum Glück ging ihr Papa nicht auf die Bemerkung ein.

»Ist sie schon im Bett?«, fragte er stattdessen und meinte damit eindeutig Klara.

Das tiefe Seufzen ihrer Mama war bis ins Obergeschoss zu hören.

»Ja, freilich. Hast du schon auf die Uhr geschaut? Es ist längst Schlafenszeit für sie.«

Was sie nicht sagte, was aber mitklang war: Und für dich war's längst an der Zeit, heim zu deiner Familie zu kommen.

Ohne ein weiteres Wort kam Klaras Papa die Treppe hoch. Als sie die schweren Schritte auf den Holzstufen hörte, warf Klara blitzschnell ihre Malsachen beiseite, schnappte sich den Plüschhasen aus dem Regal und flog förmlich ins Bett. Sie schaffte es gerade noch, das Licht auszuknipsen und die Augen zu schließen, bevor die Tür aufging.

»Au, Mist«, knurrte ihr Papa.

Klara biss sich auf die Unterlippe: Sie hatte vergessen, das große Buch wegzuräumen. Das hatte immer noch mitten im Raum gelegen. Bestimmt hatte ihr Papa sich den Zeh daran gestoßen.

Als er jetzt seufzte, klang es beinahe genauso traurig wie gerade vorhin das Seufzen ihrer Mutter. Er beugte sich über sie und gab ihr ein Busserl auf die Stirn. Sie tat so, als würde sie schlafen. Doch am liebsten wäre sie ihm um den Hals gefallen und hätte ihn inständig gebeten, nicht immer mit der Mama zu zanken.

Als Klara wieder allein in ihrem Zimmer war, war ihr die Lust aufs Zeichnen vergangen. Ihr war zum Weinen zumute.

»Bitte lasst euch net scheiden, bitte net«, flüsterte sie in die Dunkelheit ihres Kinderzimmers.

Sie musste an ihre beste Freundin Emma denken. Die war letztens mitten im Unterricht in Tränen ausgebrochen und hatte dann erzählt, dass ihr Eltern sich scheiden lassen wollten. Jetzt wusste die arme Emma nicht einmal, bei wem sie in Zukunft wohnen würde: bei Mama oder bei Papa.

Die Vorstellung, dass ihrer Familie das auch passieren könnte, ließ Klara zittern. Nein, daran wollte sie gar nicht denken. Letzte Nacht hatte sie geträumt, ihre Eltern würden sich trennen, und war schweißgebadet aufgewacht. Das durfte einfach nicht passieren! Etwas Schlimmeres konnte sie sich überhaupt nicht vorstellen. Ihre Familie musste zusammenbleiben.

»Bitte net«, wisperte sie noch einmal, und dicke Tränen kullerten über ihre Wangen und sickerten ins Kissen.

***

Traurig schaute Martina ihrem Mann Paul hinterher, als er die Treppe hochging, um Klara einen Gutenachtkuss zu geben. Schon wieder war er so spät nach Hause gekommen. Sie hatte wirklich inständig gehofft, heute würde es etwas früher werden.

Sie hörte, dass er kurz ins Kinderzimmer ging, dann weiter ins Bad, wo das Wasser der Dusche zu rauschen begann. Erst nach einigen Minuten fiel ihr auf, dass sie reglos wie eine Steinstatue in der Küche stehen geblieben war. Seufzend straffte sie die Schultern und begann die Portion vom Abendessen, die sie für ihn aufbewahrt hatte, auf einen Teller anzurichten.

Als Paul die Treppe wieder runterkam, war der Tisch gedeckt. Er bedankte sich nicht einmal, sondern nickte ihr nur kurz zu, bevor er schweigend zu essen begann. Überhaupt wirkte er heute besonders still und in sich gekehrt.

Das Hausfrauendasein ist ein undankbarer Job, schoss es ihr wieder einmal durch den Kopf. Man schuftete den ganzen Tag einsam vor sich hin, kümmerte sich darum, dass alles funktionierte, und bekam dafür nicht einmal Anerkennung. Paul arbeitete zwar auch von früh bis spät, aber er erntete dafür zumindest den Respekt seiner Kollegen.

Sie hatte sich heute besondere Mühe mit dem Kochen gegeben. Eigentlich war geplant gewesen, dass sie als Familie zusammen aßen. Noch vor wenigen Jahren hatten sie das häufig gemacht, und immer war es schön gewesen: Paul hatte von der Arbeit erzählt, Klara hatte über den Kindergarten und später dann über die Grundschule geplappert. Wärme hatte dieses Haus erfüllt. Aber jetzt herrschte immer wieder dieses erdrückende Schweigen in diesen vier Wänden.

Enttäuschung schnürte Martina die Kehle zu. Noch schlimmer als ihre eigenen enttäuschten Hoffnungen fand sie aber, dass Paul sein Versprechen Klara gegenüber nicht gehalten hatte. Schon wieder nicht! Das Madel hatte sich so sehr darauf gefreut, ihm das neue Kartenspiel zu zeigen, das es in der Schulpause von Freundinnen gelernt hatte. Zumindest lag Klara jetzt schon im Bett und schlummerte längst friedlich, statt sich zu grämen, so wie Martina es tat.

»Und, war's eine Besprechung, oder was hat dich so lang aufgehalten?«, fragte sie leise.

Sie saßen sich am Esstisch gegenüber, während er aß und sie nur an einem Glas Wasser nippte. Sie waren sich nah, doch zwischen ihnen schien eine Wand zu stehen.

Sofort zuckte Paul zusammen. Sie hatte die Bemerkung gar nicht böse gemeint, aber er fühlte sich schon in die Ecke getrieben.

»Ja, freilich.« Er fuhr sich ruppig mit der Hand durchs dunkle Haar. »Da lässt sich halt net immer so genau planen, wie lang's dauert. Der Kunde wartet auf Resultate, der sitzt uns im Nacken. Also hat einfach einer zwischendurch ein paar Pizzen geholt und die haben wir zwischendurch verschlungen.«

»War die Evelyn auch dabei?« Die Frage war ausgesprochen, bevor Martina sich selbst zurückhalten konnte.

Und wie erwartet blitzten Pauls grüne Augen unwillig auf.

»Was soll denn die Frage? Freilich war sie dabei. Soll die Teamleiterin jetzt auf einmal nimmer bei so wichtigen Besprechungen dabei sein?«

Martina sank in sich zusammen. »Ich frag ja nur.«

Die Vorstellung, dass Paul und Evelyn im Büro immer so viel Zeit miteinander verbrachten, setzte ihr zu. Freilich ging es dabei vor allem um die Arbeit, aber doch nicht nur! Martina hatte früher selbst in einem Büro gearbeitet und konnte sich noch gut daran erinnern, dass nebenbei auch immer über Privates geplaudert, gescherzt und gelacht worden war. Sie stellte sich vor, wie Paul und seine fesche Teamchefin beisammensaßen, Pizza aßen und sich angeregt miteinander unterhielten. Hatte Evelyn Scherze darüber gemacht, dass Paul trauriges Hausfrauchen daheim auf ihn wartete? Und Paul – dachte er im Büro überhaupt zwischendurch manchmal an sie und Klara, oder vergaß er sie ganz?

»Also ehrlich, immer diese Fragen«, murmelte Paul vor sich hin. Dann schob er den Teller von sich weg, obwohl er noch kaum etwas gegessen hatte. »Ich bin satt«, sagte er lauter, »und müde. Ich geh jetzt ins Bett.«

Keine Fragen zu ihrem Tag. Kein weiteres Gespräch. Schweigend wischte Martina noch einmal über die Arbeitsplatten in der Küche, während er die Essensreste in einer Box verstaute und in den Kühlschrank stellte.

Es wäre ihm wohl egal gewesen, wenn sie länger wach geblieben wäre, doch Martina vermisste ihren Mann so, dass ihr Herz schmerzte. Darum legte sie sich auch ins Bett. Aber sie kuschelten schon seit einer Weile fast gar nicht mehr miteinander, körperliche Nähe war Mangelware geworden.

Hätte sie sich die Fragen doch nur verkniffen, dachte die Frau betrübt. Sie wusste doch, dass er gereizt reagierte, wenn sie ihn darauf hinwies, dass er zu wenig Zeit für seine Familie hatte und zu viel arbeitete. Aber sie konnte doch nicht immer nur schweigen und ihren Frust runterschlucken! Und auch gegen ihre Eifersucht kam sie einfach nicht an.

Vor zwei Jahren hatte Paul sie mal zur Weihnachtsfeier seiner Firma mitgenommen, da hatte sie Evelyn gesehen, die kurz davor in der Firma angefangen hatte. Martina konnte sich noch an die wunderschöne Dunkelhaarige erinnern, als wäre es gestern gewesen. Gegen so eine Frau hatte sie doch gar keine Chance! Und Evelyn hatte gar kein Geheimnis daraus gemacht, wie gut sie mit Paul zurechtkam. Den ganzen Abend hatten die zwei miteinander gelacht und über Dinge geredet, die Martina, die an Pauls anderer Seite gesessen hatte, nicht verstanden hatte; Insiderwitze aus dem IT-Bereich, also einem Thema, von dem Martina nicht viel verstand. Sie war immer stiller und stiller geworden. In den beiden darauffolgenden Jahren hatte Paul sie nicht mehr zu den Feiern mitgenommen.

Bahnte sich zwischen den beiden etwas an? Würde sie, Martina, es überhaupt mitbekommen, wenn Paul sie betrog? Er war doch ohnehin den ganzen Tag bis spät abends weg, und sie hatte keine Ahnung, was er tat.

Ihre Kehle war wie zugeschnürt. Sie starrte schlaflos in die Dunkelheit, während Pauls Atemzüge neben ihr ruhiger und tiefer wurden.

***

Die tiefgrüne Landschaft zog am Autofenster vorbei. Ein leichtes Kribbeln breitete sich in Martinas Bauch aus, als sie hinausschaute.

»Na, Klara, was sagst du?«, fragte sie über die Schulter nach hinten. »Ist's net wirklich sehr schön hier?«

»Noch toller als auf den Fotos!«, lautete die fröhliche Antwort.

»Paul, das war eine gute Idee«, sagte Martina lächelnd.

Er saß hinter dem Steuer und konzentrierte sich auf die Straße. Er antwortete zwar nicht, erwiderte aber kurz ihr Lächeln.

Es war seine Idee gewesen, ins Zillertal zu fahren. Jedes Jahr fuhren sie gemeinsam als Familie in den Urlaub. Und obwohl Martina sich eingestehen musste, dass es um ihre Ehe schon einmal besser bestellt gewesen war, wichen sie auch diesmal nicht von dieser Tradition ab.

Sie war davon ausgegangen, sie würden bestimmt wieder ans Meer fahren, doch Paul hatte sie mit einem anderen Vorschlag überrascht: St. Christoph im Zillertal sollte ein ganz besonders idyllischer Ort sein. Ein Arbeitskollege hatte ihm das Reiseziel wärmstens ans Herz gelegt, hatte er erzählt. Und Martina war einverstanden gewesen: In die Berge zu fahren, war für sie mal etwas anderes; eine nette Abwechslung.

Bis zuletzt hatte Martina befürchtet, Pauls Arbeit würde ihnen einen Strich durch die Rechnung machen. Er versank in letzter Zeit so sehr im Berufsstress, dass es sie nicht gewundert hätte, wenn Evelyn ihn im letzten Moment doch noch ins Büro zitiert und zu Überstunden verdonnert hätte. Das hätte den ganzen Familienurlaub vermasseln können.