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Hedi und Andi Kastler freuen sich sehr, als der Sohn von Andis Cousin, Julian Kastler, sich für einen längeren Aufenthalt in St. Christoph anmeldet. Der junge Mann ist Student der Kunstgeschichte und malt auch selbst. Er verehrt die Kunst der Tiroler Heimatmaler. In den Semesterferien will Julian im Berghotel jobben und in seiner Freizeit der Malerei frönen.
Mit Freya von Wallner erscheint ein außergewöhnlicher Gast im Berghotel. Die schöne, junge Frau ist Malerin und interessiert sich für die regionalen Tiroler Künstler. Sie fragt die Kastlers nach einem Experten, der ihr bei der Bewertung einiger Kunstwerke helfen kann, die sie kürzlich erworben hat. Natürlich empfiehlt Andi Julian, der sich auf den ersten Blick in die schöne Freya verliebt. Seine Gefühle scheinen erwidert zu werden, wie er schon bald glücklich feststellt.
Die beiden verbringen viel Zeit in der Berghütte, malen, führen lange Gespräche und genießen ihre Zweisamkeit. Es dauert nicht lang, bis Julian sich sicher ist: Freya ist die Frau seines Lebens! Er macht ihr eine Liebeserklärung und bittet sie, seine Frau zu werden. Doch Freya zögert. Sie ist aus einem bestimmten Grund nach St. Christoph gekommen und hütet ein Geheimnis ...
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Seitenzahl: 122
Veröffentlichungsjahr: 2022
Cover
Geheimnisvolle Freya
Vorschau
Impressum
Geheimnisvolle Freya
Heimatroman um eine außergewöhnliche Frau
Von Verena Kufsteiner
Hedi und Andi Kastler freuen sich sehr, als der Sohn von Andis Cousin, Julian Kastler, sich für einen längeren Aufenthalt in St. Christoph anmeldet. Der junge Mann ist Student der Kunstgeschichte und malt auch selbst. Er verehrt die Kunst der Tiroler Heimatmaler. In den Semesterferien will Julian im Berghotel jobben und in seiner Freizeit der Malerei frönen.
Mit Freya von Wallner erscheint ein außergewöhnlicher Gast im Berghotel. Die schöne, junge Frau ist Malerin und interessiert sich für die regionalen Tiroler Künstler. Sie fragt die Kastlers nach einem Experten, der ihr bei der Bewertung einiger Kunstwerke helfen kann, die sie kürzlich erworben hat. Natürlich empfiehlt Andi Julian, der sich auf den ersten Blick in die schöne Freya verliebt. Seine Gefühle scheinen erwidert zu werden, wie er schon bald glücklich feststellt.
Die beiden verbringen viel Zeit in der Berghütte der Kastlers, malen, führen lange Gespräche und genießen ihre Zweisamkeit. Es dauert nicht lang, bis Julian sich sicher ist: Freya ist die Frau seines Lebens! Er macht ihr eine Liebeserklärung und bittet sie, seine Frau zu werden. Doch Freya zögert. Sie ist aus einem bestimmten Grund nach St. Christoph gekommen und hütet ein Geheimnis ...
»Noch ein Haferl Kaffee, Anderl?« Hedi Kastler lächelte ihrer besseren Hälfte Andi nachsichtig zu, denn der schien mit den Gedanken ganz woanders zu sein. »Und eine Semmel wär' auch noch da, die einen Abnehmer sucht ...«
Der stämmige Hotelier, der auch an diesem Morgen in kariertem Hemd und Krachlederner unterwegs war, hatte die ganze Zeit aus dem Fenster geblickt, tief in Gedanken versunken. Das schöne, gemütliche Einfamilienhaus der Kastlers lag nur wenige hundert Meter vom Sporthotel »Am Sonnenhang« entfernt, das die beiden seit Jahren mit gleichbleibendem Erfolg betrieben.
Das Berghotel, wie es im Tal von St. Christoph von den Menschen genannt wurde, war sozusagen ihr Baby. Eigene Kinder hatten die Kastlers nicht, ihre Ehe war aber trotzdem glücklich und erfüllt. Das mochte in erster Linie daran liegen, dass sie gemeinsam an einem Strang zogen und sich mit Herzblut für ihren Hotelbetrieb engagierten. Die Gäste sollten sich vom ersten Moment an wohlfühlen, fast wie daheim und ganz so wie unter guten Freunden. Dass ihnen das stets gelang, bewies die große Zahl von Stammgästen und die Tatsache, dass das Berghotel quasi rund ims Jahr ausgebucht war.
»Mei, Schatzl, was hast du gesagt?«, fragte Andi nun nach und bedachte Hedi, die an diesem Morgen ein besonders hübsches Dirndl trug, mit einem wohlwollenden Blick. »Ich fürchte, ich hab net wirklich zugehört.«
»Was du net sagst.« Sie seufzte. »Das bin ich von dir sonst net gewöhnt. Und ich kann auch net behaupten, dass es mir gefällt. Es gibt nix Schlimmeres als einen unaufmerksamen Ehemann, der einem nur pflichtschuldig gegenüber sitzt.«
»Damit kannst mich aber net meinen«, widersprach er ihr daraufhin entschieden. »Ich hab nur eben an den Julian gedacht. Dass der Bub uns net nur besuchen kommt, sondern auch im Hotel arbeiten will, mei, das freut mich wirklich sehr.«
»Du hast ihn gern, net wahr?«
»Freilich, schon von dem Moment an, als er auf die Welt gekommen ist«, gab Andi da lächelnd zu. Er dachte an den kleinen Engel mit den goldenen Locken, der seinem Patentonkel sogleich das Herz gestohlen hatte. Julian war der Sohn von Andis Cousin Markus Kastler. Der lebte mit seiner Familie in Mayrhofen und war Beamter beim Finanzamt, eine Beschäftigung, die Andi Kastler als nicht sonderlich erstrebenswert betrachtete. Doch die beiden verstanden sich trotzdem gut, und Andi war sehr stolz und gerührt gewesen, als Markus ihm die Patenschaft angeboten hatte. Zwischen ihm und Julian hatte sich ein inniges Verhältnis entwickelt. Und Andi hatte sich sehr darüber gefreut, dass Julian so gar nicht nach seinem Cousin geschlagen war.
Mittlerweile war der junge Mann Mitte zwanzig und studierte in Mayrhofen Kunstgeschichte. Damit nicht genug, besaß er auch noch eine kreative Ader und frönte in seiner Freizeit der Malerei.
Nun würde Julian für eine Weile nach St. Christoph kommen, um im Berghotel zu jobben und sich etwas Geld für sein Studium zu verdienen. Und er wollte diese Gelegenheit nutzen, um zu malen. Die Kastlers besaßen eine Berghütte, die Julian dafür nutzen sollte. Er bewunderte die Kunst der Tiroler Heimatmaler, über die er promovieren würde, und eiferte diesen nach.
Andi freute sich schon sehr darauf, Zeit mit Julian zu verbringen und seine künstlerische Entwicklung zu verfolgen.
»Hoffentlich wird er sich bei uns auch wohlfühlen«, sinnierte Hedi. »Wir haben uns eine Weile net gesehen. Menschen verändern sich, vor allem in dem Alter...«
»Es war Julians Idee, herzukommen«, erinnerte Andi sie.
»Er möchte sich was zum Studium dazu verdienen.«
»Und er möchte hier malen. Warte es nur ab, Schatzl, es wird ihm bei uns gewiss sehr gut gefallen.«
»Das hoffe ich. Aber ich find auch, du solltest net zu viel erwarten. Julian ist nimmer der kleine Bub, der zu dir aufblickt, sondern selbst ein erwachsener Mann.«
»Was du net sagst.« Andi griff sich die letzte Semmel und brummte: »Wir werden schon miteinander auskommen, keine Sorge. So, wie es allerweil gewesen ist.«
Hedi lächelte ihm zu und versicherte: »Daran hab ich keinen Zweifel. Ich freu mich ja auch auf seine Ankunft.«
Wenig später verließen die Kastlers ihr Haus und gingen hinüber zum Berghotel. Den kurzen Weg legten sie stets zu Fuß zurück, auch an diesem sonnigen, aber kalten Wintermorgen.
Jetzt, Mitte Februar, hatte der Winter das Zillertal noch fest im Griff. Tief verschneit waren die sechs Berge, die St. Christoph umstanden wie steinerne Wächter, und von denen der Feldkopf der Höchste war.
In der Ferne erkannte man das imposante Panorama der Zillertaler Alpen, über denen der tiefblaue Himmel sich in seiner Unendlichkeit spannte. Das schmale Seitental, in dem sich St. Christoph und das Berghotel befanden, lag ein wenig abseits der beliebten Touristenziele. Hier tickten die Uhren noch anders. Die Menschen waren bodenständig und dachten konservativ. Sie waren nicht unbedingt gegen Neuerungen, akzeptierten diese aber nur, wenn sie ihnen auch wirklich sinnvoll erschienen.
So fand man hier ein gesundes Gleichgewicht zwischen den Segnungen des modernen Lebens und den Traditionen, die den Menschen Halt und Orientierung gaben. Das Berghotel war ein Teil dieses Gleichgewichts. Das schöne, große Haus, im regionalen Gebirgsstil erbaut und laufend renoviert, passte sich rein äußerlich in die ländliche Idylle ein und bot zugleich allen Luxus, den der verwöhnte Reisende verlangen durfte.
In den Gastzimmern und Suiten gab es eine bodenständige Möblierung mit handwerklich hochwertigen Holzmöbeln aus der Region. Hier konnte sich der Gast sogleich wohl und heimelig fühlen. Das Beste, was Küche und Keller zu bieten hatten, wurde im hoteleigenen Restaurant serviert. Es gab diverse Möglichkeiten, sich sportlich zu betätigen, vom Außen- und Innenpool über den winterlichen Skikurs bis zur mehrtägigen Bergwanderung in der warmen Jahreszeit. Auch kulturell hatte das Berghotel rund ums Jahr etwas zu bieten. Viele Veranstaltungen, Konzerte und Spezialitätenwochen wurde angeboten. In den beiden Sälen ließ es sich wunderbar feiern.
Und das Personal war ebenso engagiert wie die Besitzer. Die Köche Leo Hofbacher und Rosi Stadler, die Hausdame Gerda Stahmer, der Fitnesstrainer Lukas Einrieder und wie sie alle hießen; jeder von ihnen gab sein Bestes, damit der Betrieb rund lief und der Gast sich einfach wohlfühlte.
Als die Kastlers nun die Hotelhalle betraten, stand bereits Gerda Stahmer an der Rezeption. Sie wechselte sich über Tag mit Andi Kastler ab, der erst Feierabend machte, wenn der Nachtportier seinen Dienst antrat. So war gewährleistet, dass die Gäste stets eine Ansprache an der Rezeption hatten.
Gerda grüßte die Kastlers freundlich und brachte Andi dann auf den neuesten Stand, während Hedi in dem kleinen Büro hinter der Anmeldung verschwand.
Die hübsche Blondine mit den ausgeprägten Kurven fuhr den Computer hoch und schaute die Post durch, bevor sie sich den täglichen Pflichten widmete. Einige neue Reservationen mussten da gebucht werden, die Buchführung wollte auf den aktuellen Stand gebracht werden. Und nicht zuletzt ging es um die Organisation des bald anstehenden Maskenballs in der nun wieder näher rückenden fünften Jahrezeit.
Hedi hatte wie immer gut zu tun. Als sie am späteren Vormittag in die Küche gehen wollte, um mit den Köchen die Tageskarte zu besprechen, steckte Andi den Kopf ins Büro, grinste von einem Ohr zum anderen und verkündete: »Da ist jemand, den du gewiss gern begrüßen magst...«
Hedi wusste schon Bescheid. Sie folgte ihrem Mann und schloss gleich darauf Julian Kastler in die Arme. Der fesche junge Mann mit dem dichten, dunklen Haar und den ausdrucksvollen grauen Augen stellte dabei fest: »Tante Hedi, du bist keinen Tag älter geworden. Schaust immer gleich hübsch und frisch aus.«
»Julian, du solltest aber wissen, dass Lügen eine Sünde ist«, mahnte Hedi ihn, halb geschmeichelt, halb ärgerlich.
Julian lachte. »Ich mein's, wie ich es sage. Als Maler hab ich ein geschultes Auge.«
»Freu dich halt über das nette Kompliment«, riet Andi seiner Frau daraufhin lächelnd. »Der Bub hat Geschmack ...«
Hedi musste lachen und forderte: »Schluss mit dem Schmarrn. Wie schaut's daheim, Julian, alles gesund und munter?«
»Der Michael hat sich im Sommer verlobt. Jetzt bin ich noch der einzige Einschichtige unter uns Geschwistern.«
»Hast du denn vor, daran in nächster Zeit etwas zu ändern?«, wollte Andi interessiert wissen. »Gibt es vielleicht eine hübsche Studentin, die dein Herz erobert hat?«
»Noch net. Ich hab aber auch wenig Freizeit, geh kam aus. Die Malerei ist meine große Liebe. Auch wenn ich die Meisterschaft unserer Tiroler Künstler net erreiche, kann ich mir ein Leben ohne meine Kunst nimmer vorstellen. Wenn ich an einem Bild arbeite, dann vergesse ich alles andere. Dann ist nix mehr wichtig für mich, nur, dieses Werk zu vollenden. Und ich glaub net, dass es ein Madel gibt, das das verstehen würde.«
»Eine Malerin vielleicht«, warf Hedi ein.
»Ja, aber die wachsen net auf Bäumen ...« Julian lachte. »So eilig ist's auch wieder net. Mir wird schon noch die Rechte über den Weg laufen. Fürs Erste möchte ich jetzt meine freie Zeit hier nutzen und malen. Klappt das mit dem Hüttel?«
Hedi nickte. »Ich war vor ein paar Tagen oben und hab sauber gemacht. Jetzt ist's gemütlich dort droben, du wirst dich ganz gewiss wohlfühlen.«
»Ich dank dir, Tante Hedi. Und was hab ich hier im Hotel zu tun? Ich bin schon recht neugierig. Bis jetzt hab ich immer nur gekellnert, um mein Studium zu finanzieren.«
»Gibt der Vater denn nix dazu?«, wunderte Andi sich.
Der Bursche schüttelte den Kopf. »Meine künstlerischen Ambitionen sind ihm als trockenem Beamten eher suspekt. Aber ich komm schon zurecht.«
»Dann schauen wir mal, wo der Kilian steckt, dem kannst du zur Hand gehen«, beschloss Hedi. »Und ich zeig dir auch gleich dein Zimmer.«
Sie verließen die Rezeption, Andi schaute den beiden wohlwollend hinterher und freute sich von Herzen darauf, Julian für eine ganze Weile um sich zu haben. Denn der stand ihm so nah wie ein eigener Sohn, den er leider nicht hatte.
***
Seinen ersten Abend in St. Christoph verbrachte Julian bei den Kastlers. Hedi hatte etwas früher als sonst Feierabend gemacht und ihm zu Ehren einen Schweinsbraten mit Blaukraut und Knödeln gekocht. Dass es abends ein warmes Essen gab, war Andi nicht gewöhnt und normalerweise legte er Wert auf seine Regelmäßigkeit. Doch als er zusammen mit Julian das Haus betrat, in dem es sehr appetitlich duftete, freute er sich auf das gemeinsame Essen.
»Ein richtiges Festmahl ist das«, stellte der junge Mann begeistert fest und ließ es sich nach Herzenslust schmecken. »Die Tante Hedi ist fei eine Spitzenköchin, gelt?«
»Recht hast du«, stimmte Andi ihm zu. »Aber lass noch ein bisserl Platz für den Nachtisch.«
»Nachtisch gibt's auch noch? Was denn?«
»Ein Stückerl Strudel mit eingelegten Herzkirschen«, erklärte der Hotelier genießerisch. »Hab schon spekuliert ...«
»Du bist eben ein ganz Süßer«, neckte Hedi ihn.
»Das lass ich mir gefallen, so eine Begrüßung gibt's fei sonst net, wenn ich jobben geh«, scherzte der junge Mann.
»Dass der Markus dich net unterstützt, find ich falsch«, sinnierte Andi. »Soll ich mal mit ihm reden? Du hast immerhin Talent, das gefördert werden muss. Und er sollte auch stolz drauf sein, dass du ein so anspruchsvolles Studium meisterst.«
»Der Vater lässt sich net so leicht beeindrucken. Wenn ich mal von meiner Kunst leben kann, dann wird er vielleicht anders drüber denken. Aber jetzt ... Nein, das ist in seinen Augen nur eine Spielerei. Ich komm ja so auch zurecht, bin sparsam. Nur fürs Malen, die Materialien, da geb' ich Geld aus.«
»Und fürs Essen, hoffe ich«, warf Hedi ein.
Julian lachte. »Da bin ich bescheiden, das passt schon.«
»Dann solltest dir mal eine Frau suchen, die gut kochen kann. Das hält Leib und Seele zusammen, wie es so schön heißt.«
»Wenn mich eine will, mich brotlosen Künstler ...«
»Brotlos! So ein Schmarrn!«, widersprach der Hotelier ihm mit Nachdruck und sagte dann zu seiner Frau: »Schau dir nach dem Essen mal seine Mappe mit den Zeichnungen an. Da wirst staunen.«
»Das mach ich gern«, meinte Hedi.
Tatsächlich war auch sie von Julians Arbeiten beeindruckt. Seine Zeichnungen vermittelten sehr lebendig die Sicht, die der Künstler auf ein Motiv gehabt hatte, und waren zugleich so naturalistisch, dass der Betrachter sich sozusagen ein eigenes Bild davon machen konnte.
»Das gefällt mir besonders gut«, sagte sie beim Anblick eines Waldstücks, das von einem markanten Berg überragt wurde. »Schaut aus wie unser Feldkopf.«
»Ist er auch. Das hab ich heut angefertigt, auf der Herfahrt im Bus. Die Gegend hier gibt ja unendlich viele schöne Motive her. Ich bin schon auf die Aussicht aus dem Hüttel gespannt ...«
»Wir steigen morgen nach dem Frühstück gleich auffi«, schlug Andi vor. »Der Weg ist leicht zu merken. Es gibt einen Steig, der fast bis zum Hüttel führt. Da wirst du dich bald auskennen.«
»Wunderbar! Aber der Kilian hat gesagt, dass ich ihm morgen im Heizungskeller helfen muss. Da ist wohl was zu reparieren.«
Kilian Garnreiter war im Berghotel der »Mann für alle Fälle«. Er holte Gäste vom Bahnhof ab, chauffierte sie zum Berghotel, war Gepäckträger und Hausmeister in einer Person. Dass er nun so etwas wie einen Assistenten hatte, wenn auch nur zeitlich begrenzt, gefiel ihm recht gut. Und der junge Mann machte zudem einen patenten Eindruck.
»Ja, die Klinke der feuerfesten Tür muss ausgetauscht werden, die tut's nimmer. Aber das kannst auch später noch machen. Ich sag dem Kilian Bescheid«, entschied Andi. »Das Wichtigste ist nun, dass du dein Malerstübel einmal inspizieren kannst.«
»Das ist sehr nett von dir, Onkel Andi, ich dank euch!«
»Wir freuen uns, dich eine Weile hier zu haben«, versicherte der herzlich. »Und eine kleine Bergwanderung kann mir auch net schaden.« Er klopfte sich auf den Bauch und lachte.
»Wie wahr«, spöttelte Hedi und erhob sich. »Hoffentlich hast du auch noch ein bisserl Platz gelassen für den Nachtisch, Anderl.«
»Immer. Kennst mich doch ...«
