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Während die Landschaft in rasender Geschwindigkeit an Romy vorbeizieht, schaut die junge Frau nachdenklich aus dem Fenster ihres Zugabteils. Auch wenn der Fünfundzwanzigjährigen mit den dunklen Locken und den süßen Wangengrübchen bewusst ist, dass sie nur für einige Monate ins Zillertal ziehen wird, so fühlt sich der vorübergehende Umzug doch vielversprechend an. Nach der kurzen aber schweren Erkrankung ihrer Mutter und deren plötzlichen Tod hat Romy es gar nicht mehr abwarten können, der Stadt entfliehen zu können. Schließlich dringt eine blecherne Stimme an ihr Ohr, die verkündet, dass der Zug in wenigen Minuten in den Bahnhof einfahren wird. Als der Zug abbremst, steht Romy mit Herzklopfen auf, greift ihren Koffer und geht zur Tür. Das Sonnenlicht strahlt ihr gleißend hell in Gesicht, als sie den Zug verlässt. So fühlt sich also ein Neubeginn an, denkt sie, und ahnt noch nicht, dass ihr Aufenthalt im Berghotel ihr komplettes Leben ändern wird ...
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Seitenzahl: 125
Veröffentlichungsjahr: 2023
Cover
Ausbildung zum Glück
Vorschau
Impressum
Ausbildung zum Glück
Heimatroman um ein junges Liebespaar
Von Verena Kufsteiner
Während die Landschaft in rasender Geschwindigkeit an Romy vorbeizieht, schaut die junge Frau nachdenklich aus dem Fenster ihres Zugabteils. Auch wenn der Fünfundzwanzigjährigen mit den dunklen Locken und den süßen Wangengrübchen bewusst ist, dass sie nur für einige Monate ins Zillertal ziehen wird, so fühlt sich der vorübergehende Umzug doch vielversprechend an. Nach der kurzen aber schweren Erkrankung ihrer Mutter und deren plötzlichen Tod hat Romy es gar nicht mehr abwarten können, der Stadt entfliehen zu können. Schließlich dringt eine blecherne Stimme an ihr Ohr, die verkündet, dass der Zug in wenigen Minuten in den Bahnhof einfahren wird. Als der Zug abbremst, steht Romy mit Herzklopfen auf, greift ihren Koffer und geht zur Tür. Das Sonnenlicht strahlt ihr gleißend hell in Gesicht, als sie den Zug verlässt. So fühlt sich also ein Neubeginn an, denkt sie, und ahnt noch nicht, dass ihr Aufenthalt im Berghotel ihr komplettes Leben ändern wird ...
Kühl umwehte der leichte Wind des Spätsommerabends das Berghotel, das im Dämmerlicht wie eine Oase der Ruhe und Geborgenheit wirkte. In den Fenstern war hier und da noch warmes Licht zu sehen. Nur draußen war es den Gästen scheinbar zu frisch geworden, weshalb Hedi und ihr Mann Andi ganz allein auf einem Holzbankerl im traditionellen Biergarten saßen. Hin und wieder nippte die Hotelinhaberin an ihrem Glas aus der Weinstube, während Andi sich sein Seidl schmecken ließ.
Aus der Dunkelheit des Waldes, der nun schwarz vor ihnen lag, hörten sie ab und an die Rufe eines nahen Kauzes. Hedi mochte diese Jahreszeit ganz besonders. Wenn der Sommer sich müde verabschiedete und der Herbst sich langsam näherte. Nur selten hatten die Kastlers die Zeit, um sich gemeinsam abends hinzusetzen und die Ruhe zu genießen. Meistens ging es im Hotel lebhafter zu, doch erst morgen sollten die neuen Gäste, eine Gruppe von Wanderern, die das wunderschöne Zillertal erkunden wollten, im Sporthotel »Am Sonnenhang« eintreffen. Doch das waren nicht die einzigen Neuankömmlinge, die erwartet wurden. Auch zwei Praktikanten sollten morgen anreisen, die das Personal im Berghotel in den nächsten Monaten unterstützen würden.
»Ist das herrlich, Anderl«, sagte Hedi mit einem zufriedenen Lächeln im Gesicht, während sie sich den glasklaren Himmel ansah. Andi, dem langsam ein bisserl frisch wurde in seiner Ledernen, sah seine Frau an. Fesch schaute sie wieder aus in ihrem Sonntagsdirndl.
»Genieß noch die Ruhe, mein Spatzl. Morgen geht der Trubel wieder los.«
»Meinst du die Wandersleute aus Kufstein? Mei, das sind nur zwanzig Personen. Und ich könnt's auch gar net aushalten, wenn's immer so still bei uns wäre.«
»Du tust ja gerade so, als wären gar keine Gäste da.« Da hatte Andi recht, denn obwohl es am Wochenende verhältnismäßig ruhig war, hatten sie doch etliche Touristen zu Besuch, die mittlerweile schon müde in ihren Betten lagen.
»Ich mag halt den frischen Wind, den die Gäste mitbringen. Apropos frischer Wind: Hast du an die Praktikanten gedacht, die morgen eintreffen werden?« Andi, der gerade den letzten Schluck von seinem Seidl getrunken hatte, nickte.
»Freilich. Ich habe dem Kilian gesagt, dass er die beiden vom Bahnhof abholen soll. Dann müssen sie net mit dem Bus fahren. Nach der langen Fahrt werden sie bestimmt schon völlig erledigt sein.«
»Der Maxi kommt aus Wien, gell? Da ist er wirklich lange unterwegs. Und die Romy? Kommt das Madel net von der Universität in Innsbruck?«
»Genau. Sie studiert Wirtschaft, Gesundheits- und Sporttourismus und er studiert Ernährungswissenschaften. Hast du dir schon Gedanken gemacht, wo du die jungen Leute einsetzen möchtest?«
»Freilich. Das Praktikum dauert ja einige Monate, da möchte ich die Romy überall einmal einsetzen, damit sie einen umfassenden Einblick in die Hotelarbeit bekommt. So machen wir es ja auch mit den Auszubildenden. In den ersten Wochen kann sie sich erst mal als Zimmermädchen und Serviermadel eingewöhnen. Am Ende zeig ich ihr dann die Buchhaltung. Und der Maxi ist vermutlich beim Leo in der Küche am besten aufgehoben.« Leo Hofbacher war Chefkoch im Restaurant und die Kastlers hatten ihm sogar die Michelin-Sterne zu verdanken, welche stolz hinter ihrem Hotelnamen prangten. »Wobei ich mich schon frage, warum der Maxi sein Praktikum im Hotel macht und nicht in einem Labor.«
»Wenn du die Wahl hättest zwischen einem Labor in der Stadt und dem Berghotel – würdest du dich da net lieber für unser schönes St. Christoph entscheiden?«
Nun musste Hedi schmunzeln. Was für eine Frage. Die Entscheidung fiele ihr freilich leicht.
***
Wie im Zeitraffer wechselten die Bilder. Während die Landschaft in rasender Geschwindigkeit an ihr vorbeizog, schaute die junge Romy nachdenklich aus dem Fenster ihres Zugabteils. So fühlte sich also ein Neubeginn an. Auch wenn der 25-Jährigen mit den dunklen Locken und den Wangengrübchen bewusst war, dass sie nur für einige Monate ins Zillertal ziehen würde, so fühlte sich der vorübergehende Umzug doch vielversprechend an. Es tat gut, die stickigen Gemäuer der Universität einmal hinter sich zu lassen und den Beruf, den sie erlernte, auch einmal in der Praxis auszutesten. Dabei hoffte sie, so viel wie möglich von der Arbeit in einem Hotel mitzubekommen. Wie sollte sie später selbst einmal eine Pension leiten können, wenn sie keine Ahnung hatte, welche Arbeiten darin zu verrichten waren.
Als die Studentin auf die Landschaft draußen blickte, erkannte sie grüne Wiesen, hier und da eine Straße und im Hintergrund die Berge, die sich stolz über das Panorama erhoben. Hier sollte sie also in nächster Zeit leben. In einem Ort mitten im Zillertal. Mit zunehmender Freude hatte sie dem Tag ihrer Anreise entgegengefiebert. Nach der kurzen Erkrankung ihrer Mutter und deren plötzlichem Tod hatte Romy es gar nicht mehr abwarten können, der Stadt mit ihrer stickigen Luft, dem lauten Verkehr und den hohen Gebäuden entfliehen zu können. Sie hatte sich regelrecht eingeschlossen gefühlt. Gerade deshalb und weil ihr das Hotel »Am Sonnenhang« als ausgezeichneter Ausbildungsbetrieb von ihren Professoren empfohlen worden war, hatte sie sich dazu entschlossen, der Stadt kurzzeitig den Rücken zu kehren, um ihr Praktikum in den Bergen zu absolvieren.
Der Abstand würde ihr guttun. Als sie erfahren hatte, was mit ihrer Mama los gewesen war, hatte sie die Diagnose regelrecht überrumpelt. Brustkrebs im fortgeschrittenen Stadium. Wochenlang hatte ihre Mutter das Ergebnis der Klinik vor ihr verheimlicht, doch Romy war gleich zu Beginn aufgefallen, dass sich ihre Mama verändert hatte. Die sonst so fröhliche und lebenslustige Frau, welche in ihrem gesamten Wohnviertel als Anni bekannt gewesen war, war immer nachdenklicher und stiller geworden, was Romy verdächtig vorgekommen war. Als sie gefragt hatte, ob etwas passiert gewesen wäre, hatte sie nur geantwortet, alles wäre in Ordnung, sie sollte sich keine Sorgen machen und sich stattdessen aufs Studium konzentrieren. Anni war so stolz auf ihre Tochter gewesen. Als Alleinerziehende hatte sie es freilich nicht leicht gehabt, ihr Kind durchzubringen, nachdem der Vater einfach verschwunden war, als die Kleine noch im Babyalter gewesen war. Doch sie hatte sich nie beschwert. Und weil sie nur das Beste für ihr Madel gewollt hatte, hatte sie fleißig in einem Hotel als Zimmermädchen gearbeitet. Gemeinsam hatten sie davon geträumt, einmal eine kleine Pension zu eröffnen. Romy, die ihre Mama bewundert hatte für das, was sie geleistet hatte, hatte sich schließlich für ein Studium entschieden, das ihr das nötige Wissen vermitteln würde, um einen Gastbetrieb zu leiten. Doch dann war Anni krank geworden. Und Romy hatte es viel zu spät erfahren. Erst als sie ins Krankenhaus geliefert worden war, weil sie vor Schmerzen nicht mehr hatte aufstehen können, war der jungen Studentin bewusst geworden, dass ihre Mutter einen guten Grund für ihre Zurückgezogenheit gehabt hatte. Der Krebs hatte mittlerweile schon in die näheren Organe gestreut, und Romy war nur noch wenig Zeit mit ihr geblieben. Meistens hatte sie sie im Krankenhaus schlafend vorgefunden, weil die Schmerzmittel sie müde gemacht hatten. Doch wenn sie einmal wach gewesen war, dann hatten sie sich über ihren gemeinsamen Traum von einer kleinen Pension unterhalten. Bis Romy schließlich an einem verregneten Nachmittag ins Krankenhaus gekommen war und nur noch ein leeres Bett vorgefunden hatte.
Und hier war sie nun. Ohne ihre Mama, aber auf der Suche nach einem Mittelpunkt in ihrem Leben, der sie von den Strapazen der vergangenen Monate ablenken würde.
Das Rattern des Zuges auf den Gleisen wirkte sich beruhigend auf die junge Frau aus. Schließlich drang eine blecherne Stimme an ihr Ohr, die verkündete, dass der Zug in wenigen Minuten in den Bahnhof einfahren würde. Gleichzeitig entdeckte sie überall kleine Häuserl in der Landschaft, die sich um den Bahnhof zu einem Städtel zusammenfanden. Mit steigendem Herzklopfen nahm Romy wahr, wie der Zug abbremste und langsam in den Bahnhof einfuhr, sodass sie sich von ihrem Platz erhob und nach ihrem Koffer zu ihrer Rechten griff.
Auf ein Neues, dachte sie sich. Und dann schauen, wie es weitergeht.
***
Das Licht strahlte ihr gleißend hell ins Gesicht, als die junge Frau den Zug verließ, sodass sie instinktiv ihre Augen mit ihrer freien Hand abschirmte. Als sie mit beiden Beinen sicher auf dem Bahnsteig stand, stellte sie ihren Koffer ab, um sich zunächst umzusehen. Langsam wendete sie den Kopf in die eine, dann in die andere Richtung und suchte den Bahnhof nach einem Hinweis ab, der ihr zeigen würde, wie sie nun zum Sporthotel kommen würde, doch als sie nichts fand, ging sie einfach der Traube von Menschen hinterher, die den Bahnsteig in eine Richtung verließen. Und tatsächlich kam sie direkt auf einen Platz zu, auf dem verschiedene Buslinien an ihren Plätzen auf neue Passagiere warteten. Als sie sich schon zu einem Busfahrplan aufmachen wollte, spürte sie plötzlich eine Hand an ihrem rechten Arm.
»Entschuldigen Sie, sind Sie die Frau Weingurt?«, fragte der Mann schließlich, der sie gepackt hatte.
»Freilich, aber woher kennen Sie denn meinen Namen?«, fragte Romy, als ihr auch schon das Schild in seiner Hand auffiel. Zwei Namen standen darauf: ihrer und ein Name, der ihr nicht bekannt war. Darüber stand in verschnörkelter Schrift »Hotel Am Sonnenhang«. Jetzt wurde ihr klar, warum der Mann sie aufgehalten hatte.
»Ich bin der Kilian Garnreiter. Kannst mich einfach Kilian nennen. Ich habe den Auftrag bekommen, dich und den Herrn Fechtner zum Berghotel zu bringen. Na, gib den Koffer schon her.« Und bevor Romy sein zuvorkommendes Angebot abschlagen konnte, hatte er ihr das Gepäck auch schon abgenommen. »Hast du vielleicht eine Ahnung, wo der Herr Fechtner abgeblieben ist?«, fragte Kilian schließlich, als sie beide den Kombi ansteuerten, mit dem der »Mann für alle Fälle«, wie er von Andi auch gerne genannt wurde, hergefahren war. Suchend schaute er sich immer wieder um.
»Ich weiß, ehrlich gesagt, gar net, wer das ist«, gestand Romy.
»Na, der junge Mann aus Wien, der ebenfalls sein Praktikum bei uns absolviert.«
»Es dauert mich, aber leider kann ich dir net weiterhelfen. Vielleicht ist er schon mit dem Bus gefahren.«
»Dann bring ich dich jetzt erst mal zum Hotel und wenn der junge Mann noch net da ist, fahr ich einfach nochmal los. Bestimmt hat der Andi oder die Hedi auch eine Handynummer von ihm, sodass man ihn anrufen kann.«
Gemeinsam stiegen Romy und Kilian in das Auto, welches am Straßenrand geparkt war. Warme Luft schlug der jungen Frau entgegen, und erst dann fiel ihr auf, wie heiß die Sonne an diesem Tag schien, obwohl sich der Sommer langsam verabschiedete. Romy vermutete, dass es an der Umgebung lag, die alles klarer erscheinen ließ als in der Stadt. Weniger Verkehr. Keine Industrie.
Kilian, der auf dem Fahrersitz Platz genommen hatte, schaltete gleich die Klimaanlage ein, sodass sein Fahrgast nicht schwitzen musste, und Romy war ihm dankbar dafür. Überhaupt empfand sie den Mann als außergewöhnlich herzig. Wenn alle Menschen hier so wären, dann würden das ein paar tolle Monate werden.
Das Auto fuhr gemächlich über die Landstraße. Als sie das kleine Städtel hinter sich gelassen hatten, entdeckten sie in einiger Entfernung vor sich am Straßenrand einen Mann, der sich mit seiner Reisetasche abzumühen schien.
»Was treibt der denn da?« Auch Romy bemerkte, dass der Reisende scheinbar Schwierigkeiten mit seinem Gepäck hatte.
»Sieht so aus, als sei der Gurt von der Tasche gerissen.«
Und tatsächlich, der Gurt der Reisetasche schleifte als langer Schwanz über den Asphalt. Dann wiederum ließ der Mann die Tasche fallen und packte den Gurt, sodass er die Tasche wie einen Schlitten hinter sich herzog.
»Wenn der so weitermacht, kommt er aber heute ohne sein Gepäck an.«
Kilian legte die Stirn in Falten, während er langsam den Wagen abbremste. Als sie nahe genug herangefahren waren, ließ der Hotelmitarbeiter das Fenster herunter.
»Kann man irgendwie helfen?«
Erst dann bemerkte der junge Mann den Wagen, der neben ihm zum Stehen gekommen war.
»Passt schon. Dankeschön.«
Mit Schweiß auf der Stirn und einem verzogenen Gesicht sah man dem Fußgänger die Anstrengung auf den ersten Blick an, zumal die Sonne heiß auf die Straße vor ihnen schien und kein Schatten weit und breit zu sehen war.
»Sag mal, bist du der Maxi?«, fragte Kilian.
Da wurde der junge Mann stutzig und erwiderte: »Ja, wieso?«
»Komm, steig ein«, sagte Kilian schließlich, während er gleichzeitig aus dem Wagen stieg, um Maxi die schwere Tasche abzunehmen. »Ich bin der Kilian. Ich soll euch hochbringen zum Berghotel. Damit ihr net laufen müsst.« Romy hörte dem Mann die Belustigung in der Stimme an, als sie der Unterhaltung lauschte. »Sag mal, hast du da Steine drin?«
»Nur ein paar Sachen zum Anziehen, aber mir kommt's auch ganz schön schwer vor«, erwiderte dieser lachend und öffnete die Tür zur Rücksitzbank.
Romy, die das Ganze beobachtet hatte, musste schmunzeln, vor allem als sie hörte, wie Maxi sich mit einem erleichterten »Gottseidank« auf die Rückbank fallen ließ. Erst dann wandte sie sich zu dem neuen Fahrgast, um ihn zu begrüßen. Was sie nicht erwartet hatte, waren die moosgrünen, freundlichen Augen, die ihr unverwandt entgegenblickten. Mit einem offenen Lächeln schaute Maxi sie an und streckte ihr umständlich die Hand entgegen.
»Servus, ich bin der Maxi.«
Herzklopfen machte sich in Romys Brust breit, und sie spürte ein aufgeregtes Kribbeln in ihren Fingern. Unsinn, schalt sie sich in Gedanken und riss sich zusammen.
»Romy«, brachte sie gerade noch heraus und blickte verlegen zu Boden, während sie ihm die Hand reichte. Länger als nötig behielt Maxi sie in seiner Hand.
***
Hausdame Gerda Stahmer atmete tief durch. Zwanzig neue Gäste hatten eingecheckt. Die Wandersleute würden in den nächsten zwei Wochen für Trubel sorgen, so viel stand fest. Allein beim Anblick der lachenden Meute, die da vor einer halben Stunde in die Hotellobby getreten war, war ihr schon ganz warm ums Herz geworden. Für Mittwoch hatte sich eine weitere Gruppe angemeldet, und am Wochenende würden einige Frauen anreisen, die bereits vorab einige Reservierungen in der Rosenstube, der Beautyfarm des Hotels, vorgenommen hatten.
Gerade überlegte Gerda noch, ob sie sich in der Küche ein Haferl Kaffee gönnen könnte, doch da sah sie durch den gläsernen Eingang des Hotels schon den Wagen von Kilian, der sich über die Auffahrt näherte.
»Hedi, kommst du? Die Verstärkung ist da.«
Kaum hatte Gerda die Worte gesagt, rauschte auch schon Hedi aus dem Büro an den Empfangstresen.
