Das Berghotel 300 - Verena Kufsteiner - E-Book

Das Berghotel 300 E-Book

Verena Kufsteiner

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Beschreibung

Mit achtzehn Jahren ist Elena, die in St. Christoph lebt, bis über beide Ohren verliebt in den gleichaltrigen Samuel. Für sie steht fest, sie beide bleiben für immer ein Paar und werden irgendwann in St. Christoph heiraten. Doch bei einem Ruderbootausflug mit Samuels bestem Freund Marc und der Clique geschieht ein schreckliches Unglück: Samuel, der ein geübter Schwimmer ist, springt übermütig ins Wasser - und taucht nicht mehr auf. Er erleidet einen Herzinfarkt und ertrinkt. Die Zukunft, die sich Elena so schön ausgemalt hat, ist mit Samuel gestorben. Überstürzt verlässt sie nach der Matura das Zillertal und zieht nach Hamburg.
Zehn Jahre später erinnert nichts mehr an die Elena von damals. Sie ist immer noch wunderschön, doch kalt. Sie verschließt ihr Herz, lässt niemanden an sich heran und konzentriert sich ganz auf ihre Karriere. Die Zeit damals in ihrer einstigen Heimat St. Christoph scheint unendlich fern. Alle Verbindungen zum Zillertal sind abgerissen, ihre Eltern sind mittlerweile auch weggezogen und mit den damaligen Freunden hat sie keinen Kontakt gehalten. Sie redet sich ein, sie hätte die Vergangenheit erfolgreich verdrängt und vergessen. Als ihr Chef sie jedoch ausgerechnet nach Tirol schickt, um in Innsbruck mit einem wichtigen Kunden zu verhandeln, überrollt Elena eine Welle der Panik. Die schmerzhaften Erinnerungen brechen über sie herein. Sie fasst sich ein Herz und reist nach St. Christoph, um endgültig mit der Vergangenheit abzuschließen ...


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Seitenzahl: 114

Veröffentlichungsjahr: 2023

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Inhalt

Cover

Ihr blieb nur die Erinnerung

Vorschau

Impressum

Ihr blieb nur die Erinnerung

Schicksalsroman um die schöne Elena

Von Verena Kufsteiner

Mit achtzehn Jahren ist Elena, die in St. Christoph lebt, bis über beide Ohren verliebt in den gleichaltrigen Samuel. Für sie steht fest, sie beide bleiben für immer ein Paar und werden irgendwann in St. Christoph heiraten. Doch bei einem Ruderbootausflug mit Samuels bestem Freund Marc und der Clique geschieht ein schreckliches Unglück: Samuel, der ein geübter Schwimmer ist, springt übermütig ins Wasser – und taucht nicht mehr auf. Er erleidet einen Herzinfarkt und ertrinkt. Die Zukunft, die sich Elena so schön ausgemalt hat, ist mit Samuel gestorben. Überstürzt verlässt sie nach der Matura das Zillertal und zieht nach Hamburg.

Zehn Jahre später erinnert nichts mehr an die Elena von damals. Sie ist immer noch wunderschön, doch kalt. Sie verschließt ihr Herz, lässt niemanden an sich heran und konzentriert sich ganz auf ihre Karriere. Die Zeit damals in ihrer einstigen Heimat St. Christoph scheint unendlich fern. Alle Verbindungen zum Zillertal sind abgerissen, ihre Eltern sind mittlerweile auch weggezogen und mit den damaligen Freunden hat sie keinen Kontakt gehalten. Sie redet sich ein, sie hätte die Vergangenheit erfolgreich verdrängt und vergessen. Als ihr Chef sie jedoch ausgerechnet nach Tirol schickt, um in Innsbruck mit einem wichtigen Kunden zu verhandeln, überrollt Elena eine Welle der Panik. Die schmerzhaften Erinnerungen brechen über sie herein. Sie fasst sich ein Herz und reist nach St. Christoph, um endgültig mit der Vergangenheit abzuschließen ...

Die Sonne versank hinter den Bergen wie eine rotglühende Scheibe. Noch schickte sie ihre warmen Strahlen über das Zillertal, doch nicht mehr lange, dann würde es ganz dunkel werden.

Die Jugendlichen kümmerte das wenig. Ausgelassen lachten und scherzten sie, was nicht zuletzt an dem Kasten Bier lag, den Marc mitgebracht hatte und den sie untereinander aufgeteilt hatten.

Die Ruderboote, mit denen sie auf den See hinaus gepaddelt waren, schaukelten sachte auf dem Wasser. Zwei der Bötchen waren nötig gewesen, um für alle Platz zu bieten.

Lächelnd streckte sich Elena, dann ließ sie eine Hand ins Wasser baumeln. Eiskalt war es, obwohl es schon Frühsommer war. Trotzdem sich in St. Christoph und Umgebung das ganze Jahr über Urlauber tummelten, war es hier an diesem See oft angenehm ruhig; die Badegäste zog es zu wärmeren Gewässern. Hierher verschlug es eher diejenigen, die angeln oder eben Boot fahren wollten. Und eher die Einheimischen als die Touristen.

Samuels Hand lag warm auf ihrem Oberschenkel. Sie trug eine kurze Jeans und spürte seine Berührung auf ihrer bloßen Haut. Ihr ihrem Bauch flatterte es wie tausend Schmetterlinge, als sie ihm in die sanften, grauen Augen schaute. Im Licht der Abendsonne schimmerten seine blonden Haare rötlich. Er rückte ein Stückerl näher zu ihr, sodass sie den Kopf an seine Schulter lehnen konnte.

Sie konnte gar nicht aufhören zu lächeln. Was für ein wunderbarer Abend. In diesem Moment war sie überwältigt vor lauter Glück.

Wie lang waren sie und Samuel jetzt schon ein Paar? In der Schule hatte sie ihn schon angeschmachtet. In der Maturaklasse waren sie das Traumpärchen schlechthin gewesen. Und jetzt, mit zwanzig Jahren, war es schöner als je zuvor. Es war, als würde ihre Liebe von Tag zu Tag wachsen.

»Ihr zwei Turteltäubchen«, rief Marc lachend und winkte aus dem anderen Boot mit einer Bierflasche in der Hand zu ihnen herüber. Samuels bester Freund grinste sie frech an. »Nehmt's euch ein Zimmer.«

Samuel lachte. »Du musst groß reden. Ihr seid's ja selber net besser.«

Tatsächlich schäkerte Marc schon den ganzen Tag mit seiner Freundin, der hübschen, blonden Mia. Die beiden waren unzertrennlich, zwischen sie passte kein Blatt Papier. Wenngleich Elena insgeheim argwöhnte, dass das eher ein Strohfeuer sein würde und die Begeisterung bald abflauen würde. So wie das eben oft war mit Beziehungen in ihrem Alter. Um sie herum verliebten sich Leute im Freundeskreis ineinander, schmusten intensiv und bei jeder Gelegenheit, nur um sich bald darauf wieder zu trennen und wie ein Schmetterling zur nächsten Blüte weiter zu flattern.

Aber nicht so bei ihr und Samuel. Elena hielt seine Hand ganz fest. Bei ihnen war das etwas anderes, das spürte sie einfach. Bis über beide Ohren waren sie ineinander verliebt. Wann würde er ihr wohl einen Antrag machen? Wollte er warten, bis sie noch ein bisserl älter waren? Oder war es bald so weit? Wann auch immer: Sie war bereit dafür, und das aus ganzem Herzen. Er war der Mann für sie. Der, mit dem sie für immer zusammen bleiben wollte.

Keine Sekunde lang zweifelte sie daran, dass sie zusammen bleiben würden. Sie würden hier im Zillertal bleiben, ein kleines Häuserl kaufen. Eine Familie gründen. Gemeinsam alt werden.

Bei Marc und der Mia hingegen? Da hatte Elena so ihre Zweifel.

Als hätte Marc ihre Gedanken gehört, schaute er in dem Moment zu ihr. Ihre Blicke begegneten sich. Der Blick aus seinen grünen Augen war unglaublich intensiv; hell funkelten sie aus seinem sonnengebräunten Gesicht. Unwillkürlich errötete sie. Wie froh sie darüber war, dass er nicht wirklich wusste, was sie gerade gedacht hatte! Freilich wünschte sie ihm und Mia nur das Beste.

Im Licht der untergehenden Sonne schimmerte die Oberfläche des Sees wie flüssiges Feuer. Elena schmiegte sich an Samuel.

»Sollen wir langsam zum Ufer zurückkehren?«, schlug sie vor. »Es wird ja gleich dunkel.«

Aber die anderen lachten nur. Samuel, Marc und Mia, aber auch die anderen: Clara, Mirl, Max, Ben und Sepp; zwei weitere Madeln und drei Burschen aus ihrer Clique. Sie alle kannten sich aus der Schulzeit und waren immer noch eng miteinander befreundet. Keiner von ihnen dachte daran, jemals wegzuziehen. Sie alle liebten die Natur des Zillertals und das beschauliche Dorf, das sie ihre Heimat nennen durften.

»Sei kein Angsthaserl«, sagte Marc neckend. »Wir kennen uns ja alle hier aus, was soll schon passieren?«

»Es wird bald dunkel.« Sie wollte nicht die Spaßverderberin sein, aber allmählich wurde es ihr doch etwas mulmig. Fragend schaute sie Samuel an.

Der streichelte beruhigend über ihren Oberarm.

»Marc hat recht. Lass uns noch ein kleines bisserl bleiben, es ist grad so schön. Den Steg finden wir nachher immer noch. Und den Weg zurück zum Parkplatz sowieso. Sogar, wenn's nachher dunkel ist. Wir haben ja eh Taschenlampen dabei.«

Das Boot schaukelte stärker, als er sich aufrechter hinsetzte und sein kariertes Hemd auszog.

Verblüfft lachte Elena auf. »Was wird das denn?«

Er schmunzelte. »Wonach sieht's denn aus? Ich gönn mir ein kleines Bad im See. Sieht das Wasser net herrlich aus?«

Ja, das tat es. Fast spiegelglatt war die Oberfläche, nur von wenigen feinen Wellen bewegt, wenn der Wind darüber strich. Rötlich und samtig-dunkel schimmerte es im Sonnenlicht. Um den See herum ragten Tannen und Fichten empor. Eine wunderbar friedliche Stimmung schwebte über der Szenerie.

»Sicherlich net.« Lachend schüttelte sie den Kopf. »Bist du denn verrückt? Es ist ja eiskalt.«

»Erfrischend nenn ich das«, verkündete er fröhlich und zog auch noch die Jeanshose aus, sodass er in seinen Boxershorts im Boot stand. »Elena, du musst mich gleich aufwärmen.«

Unter großem Applaus der anderen Jugendlichen sprang er mit einem Kopfsprung ins Wasser. Elena quietschte auf, als das Boot dabei so heftig schaukelte, als wollte es kentern. Kalte Tropfen spritzten hoch und benetzten ihre Haut.

Grinsend hielt sie dann nach Samuel Ausschau. Sie tauchte die Hand ins Wasser und hielt sich bereit, um ihm Wasser ins Gesicht zu spritzen, sobald er wieder auftauchte.

Aber das tat er nicht. Er blieb verschwunden.

»Samuel?«, rief sie irritiert. Wollt er sie etwa erschrecken?

»Samuel, jetzt komm, wo bist du?«, rief auch Marc. Er klang amüsiert.

Sie alle wussten, dass Samuel ein guter Schwimmer war. Das kühle Wasser machte ihm nichts aus, schon oft war er hier in diesem See geschwommen, ebenso wie sie alle es gelegentlich taten.

»Passt's auf, der will uns sicherlich ärgern«, kicherte Mia. »Gleich taucht er neben einem unserer Boote auf und versucht uns, ins Wasser zu schmeißen.«

Das war es, was jeder von ihnen erwartete. Doch Sekunde um Sekunde verstrich, und jede fühlte sich länger an als die zuvor.

»Samuel?« Jetzt zitterte Elenas Stimme leicht.

Behalt die Nerven, gerat net in Panik, sagte sie sich selbst. Es ist ja nur ein depperter Streich. Gleich ist der Samuel wieder da und lacht sich kaputt über das dumme Gesicht, das du grad machst.

Die Gespräche und das Gelächter verstummten. Anspannung machte sich unter den Freunden breit. Mit angehaltenem Atem schauten sie über den See.

Angestrengt starrte Elena über die Oberfläche. War da eine Bewegung gewesen? Nein, nichts. Die Ruhe, die über dem See lag, hatte plötzlich etwas Bedrohliches, Lauerndes an sich. Nichts Friedliches mehr. Eine Gänsehaut breitete sich auf ihrem ganzen Körper aus und sie begann zu zittern. Mit einem Mal war ihr eiskalt.

»Samuel!« Ihr Ruf hallte über das Gewässer. Ein paar Enten flatterten auf.

Ihr wurde übel, ein dicker Kloß bildete sich in ihrer Kehle. Da stimmte etwas nicht. Samuel hätte längst wieder auftauchen müssen. So lange konnte er nicht unter Wasser bleiben. Und so lange würde er nicht reglos und still irgendwo da draußen aushatten, nur um sie zu erschrecken. Das war kein Spaß mehr.

Elenas Augen schmerzten vor Anstrengung. Er musste doch irgendwo sein! Aber es wurde immer dunkler. Immer weniger konnte man erkennen.

»Samuel! Samuel«, ertönten nun auch die Schreie der anderen.

Niemandem war mehr zum Scherzen zumute. Ihnen allen waren Angst und Sorge anzuhören. Der unbeschwerte Ausflug hatte sich von einem Moment auf den anderen in einen Albtraum verwandelt.

Panik schlug über Elena zusammen wie eine finstere Woge. Tränen schossen ihr in die Augen und raubten ihr die Sicht, haltlos schluchzend schlang sie die Arme um sich. Er war weg, ihr Samuel war weg. Etwas Entsetzliches musste gesehen sein, das begriff sie. Etwas Unvorstellbares.

***

Viel zu lange dauerte das alles. Vor Schock wie gelähmt, hatten die Freunde minutenlang im Boot verharrt und nach Samuel gerufen. Ziellos waren sie dann mit den Booten hin und her gepaddelt und hatten nach ihm Ausschau gehalten, mit ihren Taschenlampen hatten sie über das dunkle Wasser geleuchtet. Schließlich waren sie an den Steg zurückgekehrt. Rennend hatten sie den Weg zum Parkplatz zurückgelegt, so schnell, dass sie Seitenstechen bekamen und schwer atmend ankamen. Erst dort hatten sie Handy-Empfang und konnten den Notruf wählen.

Die wenig später eintreffenden Einsatzkräfte suchten auf Hochtouren nach dem Verschwundenen. Polizeitaucher waren im Einsatz.

Er lebt, dachte Elena immer wieder verzweifelt, er muss am Leben sein. Alles andere war einfach keine Option.

Als sie dann aber in die Gesichter der Polizisten sah, schlug die Realität mit voller Wucht zu.

Ihre Beine gaben einfach unter ihr nach. Hart schlug sie auf den Boden auf. Es war, als sei jegliche Kraft aus ihrem Körper gewichen.

Eine Hand legte sich auf ihre Schulter: Marc, dessen Gesicht ebenfalls von Schmerz und Fassungslosigkeit gezeichnet war.

Doch sie konnte keinen Trost annehmen. Weder von ihm, noch von den Einsatzkräften oder den Psychologen, zu denen sie danach geschickt wurde, um ihr Trauma aufzuarbeiten. Niemand konnte ihr den Schmerz nehmen.

Ertrunken.

Das war das grausame Wort, das wie ein endloses Echo durch Elenas Kopf hallte. Ihr Samuel, der so ein guter Schwimmer war, war im See ertrunken. Er war herzkrank gewesen, das hatte man ihr erklärt. Niemand hatte von seiner Vorerkrankung gewusst, von seinem schwachen Herzen; nicht einmal seine Eltern. Nichts hatte man ihm je angemerkt. Er war unbeschwert gewesen, lebensfroh, voll Energie. Sportlich und fit.

Und trotzdem hatte sein Herz einfach gestreikt, als er ins kalte Wasser gesprungen war. Etwas, was er schon oft getan hatte, was so oft gut gegangen war, und was ihm dieses eine Mal zum Verhängnis geworden war. Er musste das Bewusstsein verloren haben, in dem Moment, als er in die Kälte eintauchte. So hatte es der Gerichtsmediziner gesagt. So hatte sein Körper keine Chance gehabt, sich über Wasser zu halten. Es war in seine Atemwege eingedrungen; er war verstorben, ohne noch einmal das Bewusstsein zu erlangen.

Die Tage nach dem Unglück rauschten wie ein schrecklicher Albtraum an Elena vorbei. Es durfte einfach nicht sein, es konnte nicht wahr sein. Sie war kaum in der Lage, es zu realisieren. Und doch wusste sie von Tag zu Tag sicherer: Sie hatte ihren geliebten Samuel für immer verloren. Ihr Herz schmerzte so sehr, dass sie glaubte, sie würde selbst daran sterben und könnte die Trauer nicht überleben. Sie schrie ihren Schmerz in die Welt hinaus und weinte, bis sie glaubte, alle Tränen aufgebraucht zu haben. Wie sollte sie über diesen Verlust hinwegkommen?

***

Direkt in St. Christoph gab es gar keinen Bahnhof, der nächstgelegene befand sich nicht weit entfernt in Mayrhofen. Es war noch ganz früh morgens, als Elena hier ankam. Es war leicht nebelig, die Luft war kühl und feucht. Der Rucksack hing schwer an ihren schmalen Schultern.

»Überleg's dir noch mal, Madel«, bat ihre Mutter mit erstickter Stimme.

»Die Zeit heilt alle Wunden. Weglaufen ändert nix«, sagte ihr Vater.

Aber Elenas Entschluss stand fest. Nichts konnte sie jetzt mehr im Zillertal halten. Sie hatte das Wichtigste verloren; jetzt gab es hier nichts mehr für sie. Sie wollte nur noch weg. Fort aus dieser Gegend, in der alles an Samuel und seinen Tod erinnerte.

Keine drei Wochen waren seither vergangen. Die Wunde in Elenas Herzen klaffte noch ganz frisch.

Niemand konnte ihre Entscheidung so recht verstehen. Die Dorfgemeinde war näher zusammen gerückt, man gab einander Halt und spendete einander Trost.

Nur Elena konnte das alles nicht mehr ertragen. Überstürzt hatte sie eine Entscheidung getroffen. Die Zukunft, die sie sich hier mit Samuel ausgemalt hatte, war mit ihm gestorben. Sie hatte das Gefühl, wenn sie hier bliebe, würde sie in ihren eigenen Tränen ertrinken.

Ertrinken. Beim Gedanken an dieses Wort schauderte sie.