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Janina Winter und Mariella Schild verlassen das trubelige Wien, um eine Woche Urlaub im Berghotel zu machen. Allerdings gleicht es mehr einer Flucht, denn der Urlaub dient nicht allein zur Entspannung, sondern auch, um Abstand zu einem mysteriösen Stalker zu gewinnen, der Janina seit einigen Monaten mit Anrufen, Nachrichten oder Geschenken terrorisiert. Mit jedem Atemzug hofft sie, die düstere Stimmung hinter sich zu lassen, diese Beklemmung, immerzu beobachtet zu werden. Hier in den Bergen kann sie ganz befreit herumlaufen und wieder Energie tanken. Als Janina den charmanten Urlauber David Grugger kennenlernt, genießt sie seine Flirtversuche und das Knistern zwischen ihnen. Sie kommen sich langsam näher - bis eine beiläufige Erwähnung in Janina die Angst reifen lässt, er könnte ihr Stalker sein ...
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Seitenzahl: 124
Veröffentlichungsjahr: 2024
Cover
Verliebt und verfolgt
Vorschau
Impressum
Verliebt und verfolgt
Janina flieht ins Berghotel
Von Verena Kufsteiner
Janina Winter und Mariella Schild verlassen das trubelige Wien, um eine Woche Urlaub im Berghotel zu machen. Allerdings gleicht es mehr einer Flucht, denn der Urlaub dient nicht allein zur Entspannung, sondern auch, um Abstand zu einem mysteriösen Stalker zu gewinnen, der Janina seit einigen Monaten mit Anrufen, Nachrichten oder Geschenken terrorisiert. Mit jedem Atemzug hofft sie, die düstere Stimmung hinter sich zu lassen, diese Beklemmung, immerzu beobachtet zu werden. Hier in den Bergen kann sie ganz befreit herumlaufen und wieder Energie tanken. Als Janina den charmanten Urlauber David Grugger kennenlernt, genießt sie seine Flirtversuche und das Knistern zwischen ihnen. Sie kommen sich langsam näher – bis eine beiläufige Erwähnung in Janina die Angst reifen lässt, er könnte ihr Stalker sein ...
Traurig strich Janina Winter über das Fenster. Das Wetter, das das Wiener Stuwerviertel in diesen Stunden heimsuchte, lud wahrlich nicht dazu ein, einen Schritt vor die Tür zu setzen. Es schüttete, als stünde der Weltuntergang bevor, zudem peitschten kräftige Windstöße kleine Hagelkörner gegen das Glas. Bäume bogen sich zur Seite, verloren ihr Laub und drohten sogar, zur Seite zu kippen.
Dabei wünschte sie sich so sehr, ihrem Gefängnis entfliehen zu können ...
Es war nicht so, dass sie sich über ihre Bleibe hätte beschweren können. Der Stadtteil, in dem sie lebte, war in den vergangenen Jahren großen Veränderungen unterworfen gewesen, was böse Zungen mit dem Begriff Gentrifizierung umschrieben. Sie sah es dagegen durchaus positiv, dass immer mehr junge, aufstrebende Menschen in ihre direkte Nachbarschaft zogen, während sie die Eigentumswohnung, in der sie lebte, vor acht Jahren von ihrer verstorbenen Mutter geerbt hatte.
So schmerzhaft der Abschied von Mama auch gewesen war – eigene vier Wände zu besitzen, war für eine Berufsanfängerin wie sie Gold wert gewesen. Inzwischen hatte Janina sich als Anwältin in einer angesehenen Kanzlei bewährt und hätte sich auch eine ganz andere Unterkunft leisten können. Doch sie wollte nicht weg, weil sie tief in ihrem Inneren ein Gewohnheitstier war und die noch räumlich vorhandene Nähe zu ihrer Mutter nicht missen wollte. Viele der alten Möbel waren noch vorhanden, und auch die Bilder an den Wänden hatte sie nicht verändert.
Leider fühlte sie sich in ihrer Wohnung trotzdem nicht mehr wohl. Das lag nicht an den Nachbarn oder dem mäßigen Verkehrslärm, sondern an einem Phantom, das sie nun schon seit vier Monaten heimsuchte. Ein anonymer Stalker hatte sich auf ihre Fersen gesetzt und zog seine Stricke immer enger um ihren Hals. Zumindest kam ihr das so vor, gerade jetzt, während sie in der Wohnung eingesperrt war und keine Chance sah, diese ohne Furcht verlassen zu können.
Und wieder klingelte das Telefon!
Janina musste nicht einmal einen Blick auf das Display werfen, um zu wissen, dass der Anrufer seine Nummer unterdrückte. Ihr Freundeskreis war klein und kommunizierte mit ihr über soziale Nachrichtendienste. Die einzigen, die daran dachten, sie anzurufen, waren ihr Vater – was allerhöchstens an ihrem Geburtstag vorkam – und dieser Mistkerl, der glaubte, ihr Leben zu einem Albtraum machen zu müssen.
Dabei hatte sie nicht einmal die geringste Ahnung, um wen es sich dabei handeln könnte. Ihr war schon der Gedanke gekommen, es mit einem unzufriedenen Mandanten zu tun zu haben, doch diese Angriffe waren viel zu persönlich. Verschmähte Liebhaber gab es auch nicht wirklich. Sie mochte ein »fesches Madel« sein, wie ihre aus Tirol stammende Mutter es immer gerne formuliert hatte, aber wohl zu ruhig und in sich gekehrt, um nette Burschen in großer Zahl anzuziehen. Und mit Ben, ihrem langjährigen Freund, war vor einem Dreivierteljahr alles ganz friedlich zu Ende gegangen.
Der Druck auf ihrem Herz wollte auch nicht verschwinden, als das Läuten des Telefons verklang. Solange sie sich in der Wohnung aufhielt, fühlte sie sich gefangen, eingeengt, beobachtet. Es waren ja nicht nur die Anrufe – hin und wieder schickte dieser Kerl ihr auch anonyme Briefe, in denen er darüber fantasierte, sich mit ihr zu treffen. Manchmal ging er dabei sogar noch weiter. So oft sie sich auch selbst sagte, diese Botschaften zu ignorieren – etwas in ihr zwang sie dazu, sie jedes Mal aufs Neue zu lesen.
Immerhin war er noch nicht so weit gegangen, ihr aufzulauern oder sogar an der Tür zu klopfen. Der Inspektor, bei dem Janina vor einigen Wochen eine Anzeige gegen Unbekannt aufgegeben hatte, war der Meinung gewesen, dass ihr so etwas über kurz oder lang noch bevorstehen würde. Sein Tipp, sich einen Umzug und einen neuen Telefonanschluss durch den Kopf gehen zu lassen, hallte noch immer bei ihr nach.
Natürlich wäre das der einfachste Schritt gewesen, andererseits hingen an dieser Wohnung so viele Erinnerungen. Außerdem wollte sie nicht aufgeben und davonlaufen, sondern sich ihren Problemen stellen. Allein, wie sollte das funktionieren, wenn sie nicht wusste, wo sie bei ihrem Stalker ansetzen sollte? Nicht einmal die Polizei schien eine richtige Spur zu haben, falls sie überhaupt richtig nach ihm suchte.
Ich hab' was für dich.
Janina lächelte gequält, als die Nachricht ihrer besten Freundin Mariella auf dem Display ihres Smartphones aufpoppte. Zuvor hatte sie minutenlang ihr Spiegelbild im Fenster betrachtet und sich gefragt, was noch aus ihr werden sollte. Ihr dunkelbraunes Haar war spröde, ihre Augen rot gerändert. Manchmal dachte sie sich, dass sie sich eigentlich schon an diese latente Bedrohung hätte gewöhnen müssen, nur sah die Realität leider ein wenig anders aus, zumal der Abstand zwischen den Anrufen mit jeder Woche kleiner wurde. Insofern brachte es ihr wenigstens etwas Abwechslung, dass Mariella sie nie im Stich ließ.
Ein Hotel in einem kleinen Dorf, umgeben von Bergen, lautete ihre nächste Nachricht. Das Hotel ›Am Sonnenhang‹ in St. Christoph. Komm schon, lass uns zwei, drei Wochen dableiben und so tun, als gäbe es die Welt da draußen gar nicht.
»Eine traumhafte Vorstellung«, murmelte Janina. »St. Christoph kommt mir irgendwie bekannt vor.«
Sie schrieb ihrer Freundin etwas Ähnliches, wobei ihr einfach nicht in den Sinn kommen wollte, wo sie den Namen dieses Dorfes schon einmal gehört hatte. Unter Umständen von ihrer Mutter, die ja aus Tirol stammte, wo sich auch diese wirklich traumhafte Location befand, von der Mariella ihr nun auch ein Bild schickte. Sofort verspürte Janina eine Wärme in ihrem von eisernen Ketten gehaltenen Herzen, so intensiv, dass sie am liebsten sofort die Koffer gepackt hätte und losgefahren wäre.
Mariella schien ebenfalls bereits Blut geleckt zu haben, was ihre nächste Nachricht bestätigte:
In zwei Wochen hast du doch Urlaub und weißt nicht, was du damit anfangen sollst. Ich rede mit meinem Chef, vielleicht klappt es ja, dass wir uns zusammen dorthin absetzen können. Einfach abschalten, die Natur genießen, und möglicherweise läuft uns ja der eine oder andere knackige Bursche über den Weg.
»Klar, dass du gleich an so etwas denkst«, flüsterte Janina und schüttelte den Kopf.
Nach einem Urlaubsflirt stand ihr wahrlich nicht der Sinn, es war eher so, dass sie zu Männern bewusst Abstand suchte. Mit der blonden, aufgeschlossenen und gewitzten Mariella an ihrer Seite würde das natürlich schwierig werden, andererseits wäre sie auch niemals allein in die Fremde gereist. Beide kannten sich schon seit der Schulzeit und waren wie Feuer und Wasser, aber gerade das schweißte sie wohl zusammen.
Ich wäre sofort dabei, antwortete sie ihr.
Klasse! Dann brauch' ich nur noch meinen Chef um den Finger zu wickeln!
Janina seufzte. »Bei dir klingt das so einfach.«
Bei der Aussicht auf einen Urlaub im paradiesischen Tirol fühlte sie eine Erleichterung wie schon lange nicht mehr. Zumindest, bis erneut das Telefon klingelte ...
***
Mariella grinste breite, als sie flink zu ihrer besten Freundin huschte und sich wie eine kuschelbedürftige Katze an ihre Schulter schmiegte. So war sie eben, und Janina, die eher introvertiert auftrat, liebte diese Seite an ihr. Ohne Mariellas Unterstützung würde sie heute sicher nicht an diesem malerischen Ort stehen, sondern sich weiter vor einem Phantom verkriechen, das sie nicht aus seinen Fängen lassen wollte.
Nur ungern erinnerte sie sich an ihren letzten Besuch bei der Polizei, wenige Tage vor ihrer Abreise. Man ermittelte zwar in ihrem Fall, doch wirklich habhaft werden konnte man dem Stalker nicht, der dabei war, ihr auch noch das letzte Bisschen Lebensfreude zu nehmen.
Den Gedanken daran versuchte sie so weit wie möglich von sich zu schieben, auch wenn ihr das bislang alles andere als leicht fiel. Die herrliche Bergkulisse, der Blick auf das malerische Bergdorf und das Hotel selbst, das mit seinen blumenbehangenen, hölzernen Balkonen auch als Postkartenmotiv hätte herhalten können, waren aber zu schön, um weiter Trübsal zu blasen. In einiger Entfernung erhob sich sogar noch ein Schloss, das ihrer Recherche nach von der Familie Brauneck bewohnt wurde. Zu besichtigen war es sicher nicht, trotzdem fügte es sich perfekt in diese bezaubernde Umgebung.
Ihre Freundin und sie waren mit leichtem Gepäck unterwegs, deshalb lehnten sie auch das freundliche Angebot eines hilfsbereiten Hotelmitarbeiters ab, ihm die Taschen abzugeben. Der etwa fünfzig Jahre alte Mann, der sich ihnen als Kilian Garnreiter vorstellte, lachte und war vielleicht ganz froh, einmal nicht so schwer schleppen zu müssen.
Hinter dem Tresen im Hotel erwartete sie eine resolute, einnehmend freundliche Frau von etwas über vierzig Jahren. Hedi Kastler führte gemeinsam mit ihrem Mann Andreas seit vielen Jahren das Sporthotel Am Sonnenhang und ließ es sich nicht nehmen, die meisten Gäste persönlich zu begrüßen. Obwohl sie sich die allergrößte Mühe gab, hörte Janina der Frau kaum zu, als sie ihr von dem vielfältigen Sportangebot erzählte.
Mariella bemerkte das natürlich sofort und entschuldigte sich in ihrem Namen. Gemeinsam ließen sie sich die Zimmernummer und den Schlüssel geben und machten sich auf den Weg zu dem Doppelzimmer, das sie für zwei Wochen gebucht hatten.
Erst, als Janina sich auf der breiten Couch in dem behaglichen Zimmer niederließ, gelang es ihr, ein wenig durchzuatmen. Der herrliche Duft nach Zirbelholz stieg ihr betörend in die Nase und sorgte dafür, dass sie langsam zurücksank und die Augen schloss. Jeglicher Druck, der während des Abschieds aus Wien, des Fluges nach Salzburg und der Fahrt durch die atemberaubende Bergwelt Tirols auf ihr gelastet hatte, fiel nun langsam von ihr ab.
»Soll ich dir eine Decke holen?«, fragte ihre Freundin scherzhaft.
»Ja, bitte. Wenn ich zwei Wochen durchschlafe, ist das auch so etwas wie Erholung.«
Mariella seufzte. »Erwarte aber nicht, dass ich dir die ganze Zeit über die Händchen halte und die Windeln wechsle.«
»Händchen halten reicht völlig«, erwiderte Janina und grinste, ohne die Augen zu öffnen.
Jede Sekunde, in der sie Abstand von der bedrückenden Stimmung in ihren eigenen vier Wänden gewann, war wie Balsam für ihre geschundene Seele. In dieser Zeit würde es ihr hoffentlich irgendwann gelingen, einmal nicht an die unsichtbare Bedrohung zu denken, die ihr Privatleben inzwischen zu einer wahren Tortur machte.
»Meinst du, ich könnte dich dennoch mal für eine Weile allein lassen?«, fragte Mariella, die bei der Formulierung bereits gewisse Hintergedanken erahnen ließ. »Ich würde mich gerne mal im Biergarten umsehen.«
»Ja, ja, mach nur. Ich bin ja kein kleines Kind mehr.«
»Ich meine ja nur ...«
Janina öffnete die Augen und richtete sich wieder auf.
»Mariella«, begann sie und lächelte ihrer Begleiterin dabei aufmunternd zu. »Ich bin dir wirklich für alles dankbar, was du für mich tust, andererseits musst du nicht denken, dass ich wirklich eine Vierundzwanzig-Stunden-Versorgung brauche. Bis jetzt habe ich die Zeit in meiner Wohnung auch immer allein überstanden, ohne den Verstand zu verlieren. Und jetzt, ohne diesen Stalker, wird das erst recht nicht passieren. Amüsiere dich ruhig ein wenig, mir macht das überhaupt nichts aus. Wahrscheinlich gehe ich nachher sowieso ein bisschen spazieren. Nichts gegen deine Gesellschaft, aber um richtig hier anzukommen, muss ich wohl allein etwas durchatmen und verstehen, dass Wien sehr weit weg ist.«
Ihre Freundin, die ein knappes Jahr jünger als Janina war und durch ihr mädchenhaftes Gesicht mit den runden Wangen und den tiefblauen Augen so manchen Mann in ihren Bann schlug, sah sie lange an und runzelte schließlich die Stirn.
»Gut, dann will ich mal nicht zu viel klammern«, gab sie nach. »Trotzdem solltest du darauf vorbereitet sein, dass wir jeden Tag zusammen so viele Ausflüge wie möglich machen.«
»Davon gehe ich fest aus.«
Sanft strich Mariella ihr über die Haare.
»Dann bis später«, hauchte sie ihr zu, als fiele es ihr tatsächlich schwer, sie aus den Augen zu lassen.
***
Dass Janina bezüglich ihrer persönlichen Situation zu Scherzen aufgelegt war, ließ Mariella mit einem zwiespältigen Gefühl zurück. Nicht, dass sie nicht an die psychische Stärke ihrer Freundin glaubte, doch entgegen ihrer Aussagen wäre sie durchaus dazu bereit gewesen, Janina die ganze Zeit über nicht von der Seite zu weichen. Angesichts dessen, wie viel diese in den vergangenen Wochen hatte durchmachen müssen, glich es einem Wunder, dass sie sich noch so gut hielt.
Wahrscheinlich hing das auch mit ihrer Berufswahl zusammen. Als Anwältin musste man einiges aushalten und an sich abprallen lassen, da half es sicher auch nicht, dass man besser bezahlt wurde als in vielen anderen Sektoren. Einmal waren da die Mandanten, vor denen es galt, stets die Fassung zu bewahren und auf ihre Erwartungen und Vorgaben einzugehen, und schließlich, wenn es vor Gericht ging, lastete noch ein zusätzlicher Druck auf ihr. Sie mochte privat noch so ein ruhiger Mensch sein – Janina besaß eine beeindruckende innere Stärke, um die Mariella sie manchmal beneidete.
Janina und sie waren schon seit frühester Schulzeit wie Schwestern. Selbst die Tatsache, dass sie seit der Matura beruflich immer weiter auseinanderdrifteten, brachte keine Distanz zwischen sie. Beide konnten sich stets aufeinander verlassen, deshalb hatte Mariella auch einiges in die Waagschale geworfen, um mit ihrer Freundin in den Urlaub fahren zu können. Normalerweise wurde der Jahresurlaub bei der Fluglinie, für die sie als Stewardess arbeitete, bereits im Dezember des Vorjahres festgelegt. Jetzt war sie sowohl ihrem Chef als auch einer Kollegin einen großen Gefallen schuldig, aber das war es ihr wert gewesen, um ihrer Freundin diese zwei Wochen der Entspannung zu gönnen.
Einige Sekunden lang blieb sie noch vor der geschlossenen Zimmertür stehen, dann löste sie sich von ihren Sorgen und machte sich auf den Weg. Mit dem Hotel hatte sie wirklich einen Glückstreffer gelandet. Obwohl es sich um ein recht großes Haus handelte, strahlte es eine heimelige, familiäre Atmosphäre aus. Das lag sicher nicht nur an der Einrichtung, sondern auch am Personal und der lebhaften Hotelchefin, die ihnen am Empfang begegnet war. Mariella hoffte nur, dass sie Janina ihre etwas genervte Haltung nicht übel genommen hatte.
Auf dem Weg in den Biergarten grüßte sie einige Zimmermädchen, bis sie wieder den Empfangsraum erreichte. Hedi Kastler stand immer noch hinter dem Tresen und unterhielt sich mit einem Handwerker, zumindest machte der Mann in der orangenen Warnweste einen solchen Eindruck. Warum ihr Blick an dem Dunkelhaarigen mit der randlosen Brille festklebte, wusste Mariella im ersten Moment auch nicht. Er kam ihr irgendwie bekannt vor, zudem blitzte in seinen Augen etwas auf, als er ihr Interesse an ihm bemerkte. Mariella entschuldigte sich sofort und wandte sich wieder ab.
