Gefährliches Versteck - Simone Lilly - E-Book

Gefährliches Versteck E-Book

Simone Lilly

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Beschreibung

Wien in einer Zeit voller Aufstände für die Demokratie. Die junge Adlige Amalia von Hohenthal befindet sich mitten in großen Veränderungen. Ihr Vater, Herr von Hohenthal, welcher großes politisches Ansehen genießt, erwartet bald schon eine vorteilhafte und standesgemäße Verbindung. Als sich eines Nachts jedoch Konstantin Adler verletzt über die Mauer des Anwesens der Familie schleicht und Amalia ihn dabei beobachtet, ändert sich alles. Nicht nur, weil sie ihn fortan in ihrem Gartenpavillon versteckt und sich um ihn kümmert, sondern da er auch noch der Anführer der verhassten Aufstände ist. Während ihr Vater fieberhaft versucht sowohl die Aufstände niederzuschlagen und zeitgleich einen guten Ehemann für Amalia zu finden, beginnen Amalia und Konstantin sich immer besser zu verstehen - und lieben. Zwischen heimlichen Treffen in der Nacht und ihrer drohenden Verlobung bleibt bald nur noch die Frage, wie und ob sie es schaffen, allen Widerständen zum Trotz zusammenzukommen - und zusammenzubleiben.

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Seitenzahl: 90

Veröffentlichungsjahr: 2025

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Simone Lilly

Gefährliches Versteck

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Impressum neobooks

Kapitel 1

Ein Tag im Hause von HohenthalDie Sonne war noch nicht lange aufgegangen, als die ersten Strahlen durch die hohen Fenster des Hauses von Hohenthal fielen. Das Anwesen, ein hell verputztes Gebäude mit grün gestrichenen Fensterläden, lag am Rande der kleinen Stadt Lindenthal. Ein gepflegter Garten, in dem Rosenstöcke und Fliederbüsche blühten, umgab es, und in der Ferne glitzerte der Fluss wie ein silbernes Band.Amalia von Hohenthal stand an diesem Morgen in ihrem Zimmer, dessen Wände mit hellblauer Seide bespannt waren. Sie hatte das Haar sorgfältig hochgesteckt, doch einzelne Strähnen hatten sich gelöst und fielen in weichen Wellen über ihre Schläfen. Vor ihr lag ein aufgeschlagenes Buch, das sie bereits zum dritten Mal in die Hand genommen hatte, ohne eine Zeile wirklich zu lesen. Ihr Blick glitt immer wieder hinaus ins Freie, dorthin, wo sich die Welt jenseits der Gartenmauern ausbreitete – ein Reich, das ihr zugleich so nah und doch unendlich fern erschien.Ein leises Klopfen an der Tür riss sie aus ihren Gedanken. „Gnädiges Fräulein, der Herr Vater bittet um sein Frühstück im Arbeitszimmer“, sagte die Zofe, die den Kopf vorsichtig in den Raum steckte.Amalia nickte. „Sage ihm, es wird ihm gebracht. Ich werde gleich selbst nachsehen.“Sie war es gewohnt, kleine Wege im Hause für ihn zu übernehmen – weniger als Pflicht, mehr als Ausdruck seiner Erwartung, dass sie stets anwesend und gefällig sei.Herr Friedrich von Hohenthal empfing sie in seinem Arbeitszimmer, einem kühlen, ordentlichen Raum voller Bücher, Aktenstöße und Landkarten. Auf dem Schreibtisch lagen mehrere zusammengefaltete Briefe, mit Siegeln verschlossen. Amalia wusste, dass sie mit der Sitzung zu tun hatten, von der er seit Tagen sprach.„Amalia“, sagte er, ohne den Kopf zu heben, während er ein Papier unterschrieb. „Heute erwarte ich, dass du dich gut mit deiner Mutter beschäftigst. Ich werde den ganzen Nachmittag in der Versammlung sein. Es gibt wichtige Dinge zu entscheiden – sehr wichtige.“Seine Stimme klang ernst, getragen von einem Gewicht, das er mit sich herumzutragen schien. Amalia setzte das Tablett mit dem Frühstück ab und antwortete sanft: „Gewiss, Vater.“Sie wagte nicht, mehr zu fragen. Doch sie spürte, wie ihn etwas beschäftigte, das über gewöhnliche Geschäfte hinausging. Wenn er von Ordnung sprach, dann lag ein Funken von Zorn in seinen Augen – und wenn er die „Aufrührer“ erwähnte, dann mit einer Härte, die ihr fast fremd vorkam.Nachdem er gegangen war, verbrachte Amalia den Vormittag mit ihrer Mutter. Gemeinsam ordneten sie Wäsche, später setzte sie sich ans Klavier. Ihre Finger fanden die Tasten, und die Klänge erfüllten den Salon. Es war ein Stück von Schubert, das sie schon als Kind geliebt hatte, voller Melancholie und leiser Sehnsucht. Ihre Mutter lobte sie, doch Amalia hörte in den Tönen mehr, als Worte sagen konnten – ein Rufen hinaus in eine Welt, die sie nicht kannte.Gegen Nachmittag zog sie sich in den Garten zurück. Der Juniwind strich durch die Blätter, trug den Duft der Rosen heran und ließ ihr Kleid leicht flattern. Amalia setzte sich mit einem Skizzenbuch in den Pavillon, der etwas abseits am Ende des Gartens stand. Hier war sie allein, hier konnte sie atmen.Sie zeichnete die Konturen einer Statue, die im Halbschatten stand – eine kleine, verwitterte Figur der Diana mit Pfeil und Bogen. Doch schon nach wenigen Strichen legte sie den Bleistift aus der Hand. Ihre Gedanken schweiften ab. Die Stille des Nachmittags lag wie ein weiches Tuch über allem.Amalia schloss die Augen und lauschte. In der Ferne schlugen die Glocken der Stadt, ein Wagen rumpelte über das Kopfsteinpflaster, dann wieder Stille. Ein Tag wie so viele, und doch war ihr Herz unruhig. Sie wusste nicht warum – nur, dass sie mehr ersehnte als diese friedliche, geordnete Welt, in der sie lebte.

Kapitel 2

AbendstimmenDer Tag war langsam in den Abend geglitten. Über den Dächern von Lindenthal lag ein goldener Schimmer, der sich allmählich ins Rosige färbte, bis die Schatten länger wurden und die Hitze des Frühsommers nachließ. Im Haus war es still; die Dienerschaft hatte sich zurückgezogen, und Amalias Mutter zog sich früh mit Kopfschmerzen in ihre Gemächer zurück.Amalia blieb allein im Garten. Sie hatte ein leichtes Tuch um die Schultern gelegt, obwohl die Luft noch warm war. Der Pavillon am Ende der Allee war ihr Zufluchtsort, und sie liebte es, in den Abendstunden hier zu sitzen, wenn die Welt ringsum stiller wurde.Doch an diesem Abend war die Stille nicht vollkommen. Schon seit einiger Zeit hörte sie ein fernes Murmeln, das sich über die Dächer der Stadt legte wie eine drohende Wolke. Zunächst war es kaum mehr als ein Gemurmel, dann wurde es lauter – Rufe, Schreie, das unregelmäßige Schlagen von Hufen auf Pflaster.Amalia legte das Buch, das sie mitgenommen hatte, unwillkürlich beiseite. Ihr Herz klopfte schneller. Sie lauschte, beugte sich leicht nach vorn, als könne sie so die Worte besser verstehen, die von der Ferne herüberwehten.„Aufruhr …“ Das war das einzige, was sie klar vernahm, ehe die Stimmen wieder in einer unverständlichen Woge untergingen.Ein Schauder lief ihr über den Rücken. Sie dachte an ihren Vater, der in dieser Stunde im großen Saal des Rathauses weilte, wo die Sitzung der Ordnungsgesellschaft stattfand. Er hatte am Morgen noch betont, wie entscheidend diese Versammlung sei. Doch was, wenn der Tumult, den sie nun hörte, etwas mit dieser Sitzung zu tun hatte?Amalia erhob sich unruhig, trat aus dem Pavillon ins Freie und blickte in Richtung der Stadt. Über den Dächern schien ein schwacher Rauchschleier zu hängen, vielleicht von Fackeln, vielleicht von brennenden Feuern. Das Abendrot ließ es noch düsterer erscheinen.Ein Schlag hallte über die Mauern – wie von einem Stein, der gegen Holz prallte – gefolgt von einem Aufschrei. Amalia legte die Hand an die Brust. Noch nie zuvor hatte sie derartiges gehört.Sie ging einige Schritte den Kiesweg entlang, verharrte, kehrte zurück. Ihr Herz war schwer vor Sorge. Was, wenn der Vater in Gefahr war? Sie wollte am liebsten zu ihm eilen, und doch wusste sie, dass es töricht wäre. Die Straßen waren unruhig, das Haus sollte nicht unbewacht bleiben, und sie war allein.So blieb ihr nichts, als zu warten. Im Pavillon ließ sie sich wieder nieder, doch ihre Gedanken kreisten unaufhörlich. Sie stellte sich den Vater im Licht der Sitzungslampen vor, wie er mit erhobener Stimme sprach, während draußen die Menge tobte. Sie sah ihn, stolz und unbeugsam, doch auch verletzlich gegenüber dem Hass, der ihm entgegenschlagen musste.Die Nacht brach schneller herein, als ihr lieb war. Über ihr flammten die ersten Sterne auf, doch der ferne Lärm wollte nicht abebben. Amalia zog das Tuch enger um die Schultern und schloss die Augen. Noch wusste sie nicht, dass dieser Abend der letzte sein würde, an dem ihre Welt in gewohnten Bahnen lag.

Kapitel 3

Unruhige NachtDas Haus lag in tiefer Dunkelheit. Nur das Knacken der alten Balken und das leise Rauschen der Bäume im Garten verrieten, dass die Nacht nicht vollkommen still war. Amalia lag wach in ihrem Bett, die Hände gefaltet auf der Brust, doch Ruhe wollte sich nicht einstellen.Seit Stunden hatte sie die Augen nicht schließen können. Immer wieder lauschte sie hinaus, als erwartete sie ein Zeichen, eine Stimme, ein vertrautes Geräusch. Doch was sie hörte, war das Gegenteil von Trost. Von fern drang Lärm durch die Nacht: Stimmen, die nicht friedlich klangen, sondern aufgeregt, gereizt, bedrohlich. Dazwischen das dumpfe Rollen von Wagenrädern, das Hufgetrappel auf Pflastersteinen, dann wieder Rufe, die scharf wie Messer durchs Dunkel schnitten.Amalias Mutter schlief im Nebenzimmer, erschöpft von Kopfschmerzen und der schwülen Hitze des Tages. Von dort drang nur das ruhige Atmen einer Schlafenden. Wie beneidete Amalia sie in diesem Augenblick um ihre Unbekümmertheit!Doch in Amalias Brust wuchs die Unruhe. Der Vater war immer noch nicht zurückgekehrt. Er hätte längst zuhause sein sollen; gewöhnlich ließ er sie nie so lange im Ungewissen. Jedes Pochen, jeder fernhallende Schrei ließ ihr Herz schneller schlagen.Doch dann hielt sie es nicht mehr aus. Sie warf die Decke zurück, stand auf und schlich barfuß über den kühlen Dielenboden zum Fenster. Behutsam schob sie den Vorhang beiseite.Der Nachthimmel spannte sich klar und dunkel über Lindenthal, durchzogen von einzelnen Sternen, die matt funkelten. Doch über den Dächern der Stadt lag ein unsteter Schein, als würden Fackeln bewegt, als würde sich ein Feuer durch die Gassen winden. Amalia glaubte, sogar den Rauch zu riechen, bitter und scharf, den der Wind bis zu ihrem Fenster trug.Sie presste die Stirn gegen das kühle Glas. In ihrem Inneren rang Angst mit Hoffnung. Ihr Vater war ein entschlossener Mann, der stets wusste, wie er sich behaupten musste. Aber was, wenn die Menge vor dem Rathaus lauerte? Was, wenn sie ihn nicht nur beschimpften, sondern ihm wirklich etwas antun wollten?Amalia legte eine Hand an ihr Herz, als könne sie damit das wilde Pochen beruhigen. Doch es half nichts. Jede Minute, die verrann, machte ihr die Abwesenheit des Vaters unerträglicher.„Bitte, kehre bald zurück“, flüsterte sie in die Nacht hinaus, als könne er ihre Worte hören.Die Stille, die darauf folgte, schien unendlich. Nur das ferne Brausen der Stadt blieb, ein dumpfes, rastloses Grollen, das wie ein ferner Sturm heranwuchs. Amalia schloss die Augen. Sie ahnte, dass dies keine gewöhnliche Nacht war. Und dass etwas, das sie noch nicht benennen konnte, im Begriff stand, ihr Leben für immer zu verändern.

Kapitel 4

Der Schatten im GartenAmalia stand noch immer am Fenster, als plötzlich eine Bewegung ihr Auge traf. Erst glaubte sie, sich getäuscht zu haben – ein Spiel von Schatten und Mondlicht, wie es an warmen Sommernächten oft vorkam. Doch dann erstarrte sie.Über die hohe Gartenmauer, die das Anwesen von den Straßen Lindenthals trennte, hob sich eine dunkle Gestalt. Ein Mann. Die Umrisse zeichneten sich scharf gegen den bleichen Schimmer des Nachthimmels ab. Mit geübter Kraft zog er sich empor, verharrte einen Atemzug lang auf dem Kamm der Mauer – und sprang.Amalia hielt den Atem an. Sie erwartete ein lautes Krachen, ein Poltern auf dem Kies. Doch der Mann landete erstaunlich leise auf dem Rasen, nur das dumpfe Rascheln der Gräser verriet seinen Sturz.Einen Augenblick blieb er reglos stehen, die Schultern leicht nach vorne geneigt, den Kopf geduckt, als lausche er selbst in die Nacht hinaus. Dann setzte er sich in Bewegung.Amalia sah genauer hin und erkannte mit einem Schauer, dass er nicht gleichmäßig ging. Er hinkte, sein rechter Schritt war schwerfällig, beinahe schmerzhaft. Dennoch schritt er weiter, zielstrebig, als wüsste er genau, wohin er wollte.