Private Eye - Simone Lilly - E-Book

Private Eye E-Book

Simone Lilly

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Beschreibung

Der noch etwas unbeholfene Privatdetektiv Ethan Cole erhält den Auftrag, die mysteriöse Clara Bennett zu beschatten. Er ist noch neu in dem Beruf und will unbedingt alles richtig machen. Über sein Ziel weiß er reichlich wenig: angeblich hat sie wichtige Dokumente eines großen Konzerns entwendet und möchte diese nun veröffentlichen. Er weiß weder, wer genau sie ist, was sie genau damit zu tun hat und was diese Dokumente denn sein sollen. Nicht nur läuft dann auch noch seine erste Beschattung vollkommen aus dem Ruder als er sich zuerst Kaffee überschüttet, sondern als er dann auch noch unfreiwillig zu einer Rettung vor ihrem Blind-Date wird. Erst als er sich ihr gegenüber als "Einkaufswageneinsammler" ausgibt, weiß er, er ist verloren. Bald schon kann er nicht mehr klar unterscheiden, wer hier ein falsches Spiel mit ihm spielt: ist Clara wirklich eine Bedrohung? Oder ist es sogar sein Auftraggeber selbst?

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EPUB
MOBI

Seitenzahl: 84

Veröffentlichungsjahr: 2025

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Simone Lilly

Private Eye

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

Kapitel 1 – Der Auftrag

Kapitel 2 – Aktenzeichen Clara Bennett

Kapitel 3 – Erste Sichtung

Kapitel 4 – Verdächtige Begegnung

Kapitel 5 – Lauscher an fremden Tischen

Impressum neobooks

Kapitel 1 – Der Auftrag

Das Büro von Richard Hale sah aus, als hätte ein Innenarchitekt es nach dem Handbuch für „Seriosität und Macht“ eingerichtet: dunkles Holz, lederne Sessel, ein Schreibtisch, der eher eine Festung als ein Arbeitsplatz war. Selbst die Bücher im Regal wirkten so angeordnet, als hätten sie nie jemandem gehört, sondern nur dafür existiert, Eindruck zu machen.Ethan Cole blieb am Fenster stehen und betrachtete die Aussicht auf die Skyline von Chicago. „Schöne Aussicht“, murmelte er. „Man könnte fast vergessen, dass wir hier über einen schmutzigen Auftrag reden.“Richard Hale lächelte dünn, als hätte er diese Bemerkung erwartet. „Ich bevorzuge den Ausdruck Investition in Diskretion, Mr. Cole.“Ethan drehte sich um, ließ sich in den Sessel fallen und verschränkte die Arme. „Klingt nach Marketing-Spruch für ‚Beschatten Sie diese Frau und finden Sie heraus, ob sie wirklich was angestellt hat‘.“„Exakt.“ Richard faltete die Hände, jeder Finger perfekt parallel. „Ihr Name ist Clara Bennett. Sie arbeitet als Journalistin. Doch was sie tut, geht weit über ihre berufliche Neugier hinaus. Wir haben Grund zu der Annahme, dass sie sensible Informationen entwendet hat, die meinem Unternehmen schaden könnten.“„Aha.“ Ethan zog ein kleines Notizbuch aus seiner Jacke, obwohl er wusste, dass er am Ende sowieso auf sein Gedächtnis und Bauchgefühl vertrauen würde. „Sensible Informationen. Firmengeheimnisse. Und Sie wollen, dass ich…?“„Herausfinde, wo sie diese Daten aufbewahrt“, vollendete Richard den Satz in glasklarem Tonfall. „Sie hat Kontakte, sie recherchiert Dinge, die sie nichts angehen. Wenn diese Informationen in die falschen Hände geraten, könnten ganze Projekte gefährdet sein.“„Und mit ‚falsche Hände‘ meinen Sie…?“ Ethan grinste schief.Richard ließ das Grinsen nicht erwidern. „Alle Hände außer meinen.“Ethan notierte ein Fragezeichen in sein Heft. Er liebte es, Klienten mit ihren eigenen Aussagen später zu nerven. „Und wenn ich herausfinde, dass diese Clara Bennett nichts entwendet hat? Dass sie einfach nur eine Journalistin ist, die ihren Job macht?“Einen Moment lang war es still, dann antwortete Richard mit einem perfekten, professionellen Lächeln: „Dann haben Sie Ihre Arbeit gemacht. Ich zahle für Informationen, nicht für Urteile.“Ethan lehnte sich zurück. Er kannte diesen Ton. Das war die Sorte Auftraggeber, der immer noch ein paar Schubladen voller Geheimnisse hatte. Aber das Honorar, das auf dem Tisch lag, war schwer zu ignorieren. Und wenn es eins gab, das Ethan antrieb, dann war es die Mischung aus Neugier – und die Miete, die sich nicht von selbst bezahlte.„In Ordnung, Mr. Hale. Ich schaue mir Ihre Clara an.“ Ethan stand auf, steckte sein Notizbuch weg und schnappte sich seinen Mantel. „Aber eins sage ich Ihnen gleich: Ich finde heraus, was sie treibt. Ob es Ihnen gefällt oder nicht.“Richard Hale nickte, so als hätte er genau das eingeplant. „Das ist alles, was ich von Ihnen verlange.“Ethan wandte sich zur Tür, stoppte aber noch einmal und deutete mit einem Finger auf den perfekt aufgeräumten Schreibtisch. „Übrigens, Sie wissen schon, dass Ihr Bleistiftbecher alphabetisch sortiert ist, oder?“Richard blinzelte, und für den Bruchteil einer Sekunde riss die glatte Fassade – gerade lange genug, dass Ethan grinsend den Raum verlassen konnte.

Kapitel 2 – Aktenzeichen Clara Bennett

Ethan Cole wohnte in einem Apartment, das man höflich als „kompakt“ bezeichnen konnte. Weniger höflich: ein Schuhkarton mit Küche. Das Wohnzimmer war zugleich Büro, Esszimmer und gelegentlich Abstellkammer, je nachdem, wie viele unbezahlte Rechnungen sich auf dem Tisch stapelten.Er kickte die Tür mit dem Fuß zu, balancierte eine Tüte Take-out und seinen Laptop unter dem Arm und seufzte. „Home sweet home“, murmelte er, während er das Licht anknipste, das wie immer eine halbe Sekunde zögerte, bevor es sich erbarmte, die Bude in schummriges Gelb zu tauchen.Sein erster Weg führte zum Schreibtisch – ein altes, wackliges Ding, das er von einem Trödler hatte, zusammen mit dem Stuhl, der bei jeder Bewegung knarzte, als wollte er ein Alibi haben. Ethan stellte den Laptop ab, öffnete ihn und begann mit der Recherche.Clara Bennett.Schon nach den ersten Treffern spuckte die Suchmaschine Artikel über Politik, Wirtschaftsskandale und investigative Reportagen aus. Sie war gut. Sehr gut. Ethan lehnte sich zurück und zog eine Augenbraue hoch. „Na, Clara, du scheinst nicht die Sorte Journalistin zu sein, die über neue Cupcake-Trends schreibt.“Er las sich durch die Schlagzeilen:• „Bennett deckt Verflechtungen zwischen Bauunternehmen und Stadtrat auf.“• „Illegale Entsorgungspraktiken: Bennetts Enthüllung sorgt für Aufsehen.“• „Undercover in einem Wahlkampfbüro – ein Insiderbericht.“„Verdammt“, murmelte er. „Die Frau ist eine Ein-Frau-Armee.“Nebenbei klickte er sich durch die Fotos, die bei den Artikeln abgebildet waren. Mal bei einer Pressekonferenz, mal in einer Talkshow, mal ein unscharfer Schnappschuss, wie sie mit Notizblock durch die Stadt lief. Ethan stoppte kurz, als er auf ein Bild stieß, das sie lachend zeigte – ganz ungestellt.Er räusperte sich. „Rein professionell, Cole. Du sammelst nur Beweise.“ Doch seine Finger hatten den Screenshot längst gespeichert und in einem neuen Ordner abgelegt, den er „Case Bennett“ nannte.Während die Stunden vergingen, füllte sich der Ordner mit Artikeln, PDF-Dateien und Fotos. Ethan klebte Post-its an den Bildschirmrand, mal mit Stichworten („ehrgeizig“, „gefährlich für Gegner“, „extrem hübsch – nicht notieren!!“), mal mit wild gekritzelten Fragen.Zwischendurch kippte er Kaffee über den Tisch, wischte fluchend mit einem alten Handtuch und schaffte es, eine der Rechnungen so zu verkleben, dass sie vermutlich nie wieder zu öffnen war.Am Ende der Nacht stand er vor seiner „Wall of Fame“ – einer improvisierten Pinnwand, auf die er Artikel und Ausdrucke geheftet hatte. In der Mitte: Clara Bennett.„Okay, Clara“, murmelte er, während er sich auf das knarzende Sofa fallen ließ. „Entweder bist du eine verdammt gute Reporterin… oder mein Auftraggeber hat recht und du spielst ein doppeltes Spiel.“Er schloss die Augen, das letzte Bild, das er gesehen hatte, brannte sich in seinen Kopf: Clara, lachend in einer Menschengruppe, als wüsste sie gar nicht, dass sie gefährlich sein sollte.Ethan schüttelte den Kopf. „Und hör auf, sie hübsch zu finden. Das ist das Erste, was dich in Schwierigkeiten bringt.“Natürlich wusste er, dass er genau das nicht tun würde.

Kapitel 3 – Erste Sichtung

Ethan saß in seinem dunkelgrauen Ford Taurus – ein Auto, das so unauffällig war, dass es schon fast wieder auffiel. Auf dem Beifahrersitz lagen ein zerknicktes Notizbuch, ein Einwegfernglas aus der Sportabteilung und ein Pappbecher Kaffee, der zu heiß war, um ihn wirklich anzufassen.Die Heizung röhrte, der Scheibenwischer quietschte gelegentlich, obwohl es gar nicht regnete. Typisch. Alles in Ethans Leben hatte ein leichtes Eigenleben.Er parkte auf der gegenüberliegenden Straßenseite von „Brew House Café“, einem dieser hippen Läden mit freigelegten Backsteinwänden und viel zu vielen Sorten Milch. Laut seinen Recherchen war das Claras Stammcafé.Und da war sie.Clara Bennett trat aus der Tür, eine dunkelblaue Manteljacke eng um den Körper geschlungen, ein Notizbuch in der einen Hand, Handy in der anderen. Sie wirkte fokussiert, fast wie jemand, der einen unsichtbaren Plan im Kopf mit sich herumtrug.Ethan hob die Kamera, klickte ein paar Fotos, lehnte sich dann wieder zurück. „Ganz normale Frau, holt sich Kaffee. Gratulation, Cole, Fall gelöst.“Er nahm einen Schluck aus seinem Pappbecher, verzog das Gesicht und stellte ihn schnell zurück. Bitter. Genau wie immer.Clara blieb kurz vor dem Café stehen, tippte etwas in ihr Handy und lachte plötzlich leise auf. Es war dieses spontane, ehrliche Lachen, das nicht für die Öffentlichkeit bestimmt war. Ethan beobachtete, wie sich die Leute neben ihr unwillkürlich zu ihr drehten, als würde ihre gute Laune ansteckend wirken.„Oh nein“, murmelte er. „Fang bloß nicht damit an, Cole. Du bist hier, um Informationen zu sammeln, nicht um Herzchen in dein Notizbuch zu malen.“Trotzdem notierte er mechanisch: freundlich, charismatisch, sieht besser aus als auf den Fotos. Dann kritzelte er das letzte Wort hastig durch, als hätte er es nie geschrieben.Clara ging die Straße hinunter, ihren Coffee-to-go in der Hand, während Ethan den Motor startete und vorsichtig in den Verkehr einbog, immer ein paar Wagenlängen Abstand haltend. Seine Hände lagen locker am Steuer, aber seine Augen klebten am Rückspiegel, sobald sie nach links oder rechts schaute.„Ganz ruhig“, murmelte er, „du bist ein Schatten. Sieht dich nicht, hört dich nicht. Das ist dein Job.“Und genau in diesem Moment – als hätte das Schicksal nichts Besseres zu tun – blieb Clara mitten auf dem Gehweg stehen, drehte sich halb um und blickte direkt in seine Richtung.Ethan erstarrte.Ihre Augen suchten nicht ihn, sondern die Kreuzung, den Verkehr, irgendetwas hinter ihm. Aber für diesen einen Moment fühlte es sich an, als würde sie direkt in sein Auto schauen, genau wissen, dass er da war.Er schluckte, drückte sich tiefer in den Sitz und griff automatisch nach dem Pappbecher, um cool zu wirken. Dummerweise war der Deckel nicht richtig drauf. Ein Schwall heißen Kaffees ergoss sich über seine Hose.„Verdammt!“ fluchte er, während Clara ungerührt weiterging.Ethan stöhnte, warf den triefenden Becher auf den Beifahrersitz und starrte auf den braunen Fleck, der sich über seinen Oberschenkel zog. „Super, Cole. Erste Observation, und du wirkst schon wie der Amateur des Jahres.“Er startete den Scheibenwischer – wieder unnötig – und folgte ihr weiter, während er mit einer Hand versuchte, den Schaden an seiner Hose notdürftig mit Servietten zu begrenzen.Das war der Anfang eines sehr langen Tages.

Kapitel 4 – Verdächtige Begegnung

Ethan hatte Clara nun schon eine knappe Stunde lang verfolgt, immer mit respektvollem Abstand. Sie war zielstrebig durch die Straßen von Chicago gelaufen, den Coffee-to-go mittlerweile ausgetrunken, den Mantelkragen hochgeschlagen. Er sah sie tippen, telefonieren, ab und zu stehenbleiben, als würde sie ihre Gedanken sortieren.Nichts Verdächtiges. Noch nicht.Dann bog sie plötzlich in eine Seitenstraße ein, blieb vor einem kleinen Bistro mit roter Markise stehen. Ein Mann trat aus der Tür, so, als hätte er nur auf sie gewartet. Groß, lässig, teures Jackett. Clara lächelte. Ein echtes, herzliches Lächeln.Ethan richtete sich sofort im Sitz auf.