Lady Blackmoor - Simone Lilly - E-Book

Lady Blackmoor E-Book

Simone Lilly

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Beschreibung

Ein unerwarteter Regenschauer, eine abgelegene Jagdhütte – und eine Begegnung, die alles verändert. Als Miss Charlotte Lennox und Nicholas Blackmoor, der begehrte Duke von Wexford, auf einem Landsitz Zuflucht suchen müssen, entsteht in wenigen Stunden eine Verbindung, die stärker ist als jede gesellschaftliche Konvention. Sie heiraten heimlich – aus Liebe. Doch zurück in London beginnt das eigentliche Spiel: Um den Namen ihres Mannes nicht durch einen Erbschaftsskandal ihres Vaters zu beschmutzen, muss die junge Ehefrau offiziell als unverheiratet in die Gesellschaft eingeführt werden. Auf Bällen und Empfängen begegnen sich Mann und Frau wie Fremde, während Eifersucht, Sehnsucht und heimliche Blicke ihre Geduld auf die Probe stellen. Je länger die Lüge währt, desto gefährlicher wird sie – bis ein leidenschaftlicher Moment alles zu zerstören droht. Kann eine Ehe bestehen, wenn sie vor der Welt verborgen bleiben muss?

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Seitenzahl: 100

Veröffentlichungsjahr: 2026

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Simone Lilly

Lady Blackmoor

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

Kapitel 1 – Morgengrauen in Mayfair

Kapitel 2 – Der Winterball bei Lady Penrose

Kapitel 3 – Tanz und Zwischenspiel

Kapitel 4 – Die nächtliche Kutsche

Impressum neobooks

Kapitel 1 – Morgengrauen in Mayfair

Charlotte Lennox – Herzogin von Wexford, wenngleich niemand außer ihr Gatte und eine verschworene Zofe davon wusste – erwachte, als das fahle Licht des Londoner Morgens durch die Spitzenvorhänge sickerte.Die Kamine im Stadthaus knisterten schwach, der Rest der Welt schlief noch.Sie lag reglos, den Blick auf die Decke gerichtet, während das ferne Schlagen einer Kirchturmuhr den Tagesanbruch verkündete.Heute würde die Saison sie in all ihrer schillernden Grausamkeit empfangen: ein Winterball bei Lady Penrose, zwanzig Meilen entfernt, unzählige Augenpaare, die sie und Nicholas mustern würden, auf der Jagd nach dem leisesten Anzeichen einer Verbindung.Und doch war die wahre, tiefe Gewissheit ihres Lebens längst besiegelt – in einer kleinen Landkapelle, verborgen vor genau diesen Augen.Charlotte schloss die Lider, als könnte sie die Erinnerung beschwören wie einen wohlgehüteten Schatz.Der Traum kam sacht, weich wie das Ticken der Uhr.Nebelfetzen hingen zwischen den Buchen, als hätte der Wald selbst den Atem angehalten.Sie hatte sich vom Treck der Jagd getrennt, der Fuchs war verschwunden, das Herz schlug zu schnell.Da öffnete sich ein schmaler Spalt im Grau, und er stand dort: Nicholas Blackmoor, der berüchtigte Duke von Wexford, das Gesicht gerötet von der Kälte, das dunkle Haar feucht vom Morgen.„Lady Lennox,“ hatte er gesagt, und in dieser Anrede lag ein Lächeln, das mehr versprach, als sich in Worte fassen ließ.Ein plötzlicher Regenschauer trieb sie in eine verlassene Jagdhütte, kaum größer als ein Stall.Das Dach knarrte, Tropfen perlten vom Geäst, und sie lachten – leise, atemlos, als hätte die Welt draußen aufgehört zu existieren.Sein Blick war nicht der eines distanzierten Herzogs, sondern warm, unverschämt nah.Er bot ihr seinen Mantel, doch die Geste war nur ein Vorwand, um ihre Finger zu berühren.Und in dieser Stille, durchbrochen vom Trommeln des Regens, erwachte etwas, das stärker war als Stand und Anstand.Wochen später – der Duft von Wachs und kaltem Stein – stand sie in einem schlichten Kleid aus grauer Seide.Der Vikar sprach leise, als fürchte er, selbst die Mauern könnten tratschen.Nicholas’ Hand in ihrer zitterte, als er die Worte sprach, die sie zu seiner Frau machten.Keine Zeugen außer Clara, ihrer treuen Zofe, und der Pfarrer.Kein Orchester, keine rauschenden Gäste. Nur ihre Blicke, unauslöschlich.Ein dumpfes Klopfen riss Charlotte aus der Erinnerung.Clara trat ein, die Schürze makellos, der Blick wissend.„Mylady, die Kutsche für Lady Penrose wird um zehn Uhr bereitstehen. Seine Gnaden…“ – ein kaum merkliches Zögern – „…hat bereits Nachricht geschickt, dass er ebenfalls zugegen sein wird.“Charlotte setzte sich auf, der Traum schwebte noch um sie wie der letzte Nachhall einer Melodie.Heute Nacht würden sie im Ballsaal nur flüchtige Bekannte sein, Fremde für die Welt.Doch unter der Seide ihres Kleides, hinter den kühlen Worten des Protokolls, schlug ihr Herz im Takt eines Schwurs, der niemandem gehörte außer ihnen beiden.

Clara trat mit dem schweren Silberkamm näher, und Charlotte setzte sich an den Frisiertisch.Das große Spiegelglas fing den blassen Wintermorgen ein; ihr eigenes Antlitz wirkte beinahe durchsichtig im Halbschatten der Kerzen.„Etwas mehr Volumen am Hinterkopf, Mylady?“„Wie du meinst, Clara.“ Charlottes Stimme war kaum mehr als ein Hauch.Die Zofe zog den Kamm durch das lange kastanienbraune Haar, Strähne um Strähne, ein beruhigendes Rascheln.Charlotte ließ den Blick über die schimmernden Bürsten und Flakons schweifen – und unweigerlich glitten ihre Gedanken zurück nach Kent, zu dem Herrenhaus Lennox Hall, in dessen ehrwürdigen Mauern sich ihre Welt verschoben hatte.Sir Reginald Lennox.Ihr Vater war einst ein Mann von untadeligem Ruf gewesen, ein angesehener Gentleman, dessen Wort auf den Auktionen der Grafschaft Gewicht hatte.Bis der Streit um das Fairleigh-Erbe ausbrach: ein entfernter Vetter, ein verschwundenes Testament, Gerüchte von gefälschten Unterschriften.Der Prozess hatte die Londoner Gazetten wochenlang gefüllt, jede Karikatur ein neuer Stachel.Am Ende war ihr Vater zwar nicht verurteilt, doch die Anschuldigungen hafteten wie Tintenflecken an jedem Lennox-Namen.Charlotte presste die Lippen zusammen.Wie hätte sie Nicholas – den makellosen Duke von Wexford – in dieses Sumpflicht zerren können?Die Gesellschaft vergaß nicht.Ein falsches Wort, ein neugieriger Reporter, und sein Ruf wäre besudelt, noch bevor er seine politische Laufbahn beginnen konnte.Clara steckte die letzten Nadeln fest.Im Spiegel traf Charlotte ihr eigenes Bild: aufrechte Haltung, ruhiger Blick.Eine Frau, die in wenigen Stunden neben ihrem eigenen Ehemann stehen und ihn doch wie einen flüchtigen Bekannten begrüßen musste.

Ein leises Klopfen an der Tür.Clara erschien erneut, diesmal mit einem schmalen, cremefarbenen Umschlag auf einem Silbertablett.„Von einem Boten gebracht, Mylady. Keine Absenderangabe.“Die Zofe senkte nur leicht den Blick, doch das kaum merkliche Lächeln verriet, dass sie ahnte, von wem die Zeilen stammten.Charlotte nahm den Umschlag. Das Papier war warm von der Hand des Boten, das Wachs mit dem Siegel eines unscheinbaren Sternchens versehen – ihr heimliches Zeichen.Ihr Herz schlug schneller.Sie brach das Siegel und zog ein einzelnes Kärtchen hervor.Nur eine Zeile, elegant und kühn:“My heart is ever at thy side, though distance makes it seem apart.”Eine alte Zeile, wie Nicholas sie liebte – schlicht, aber innig.Charlotte spürte, wie Wärme in ihre Wangen stieg.Die feine Handschrift, so vertraut, wirkte, als hätte er jeden Buchstaben mit einer Berührung versehen.Für einen Moment war das entfernte Rufen der Kutscher, das gedämpfte Klirren der Porzellankannen, all das Londoner Geräusch verschwunden.„Er denkt an mich,“ murmelte sie, fast unhörbar.Clara räusperte sich diskret, ein kleines, mitfühlendes Lächeln auf den Lippen.Charlotte faltete den Zettel sorgsam zusammen, strich mit dem Daumen über das Papier und schob ihn in das geheime Fach ihrer Schmuckschatulle – direkt neben das schmale silberne Band, das Nicholas ihr am Morgen nach der Hochzeit geschenkt hatte.Mit neuem, leichten Atem erhob sie sich.Heute Abend würde sie inmitten der Menge stehen, scheinbar ungebunden, während Nicholas vielleicht nur wenige Schritte entfernt denselben Tanz beobachtete.Doch diese winzige, kostbare Zeile auf Pergament war genug, um ihr Mut zu schenken.

Kapitel 2 – Der Winterball bei Lady Penrose

Das Stadthaus der Penroses war in gleißendes Licht getaucht, als Charlotte die Marmorstufen hinaufstieg.Über dem Eingangsportal flirrten Gaslaternen, und das Glaskristall der hohen Fenster brach das Licht wie gefangene Sterne.Schneeflocken trieben durch die Nacht, schmolzen zischend auf dem schwarzen Straßenpflaster.Charlotte trug ein Kleid aus schimmernder elfenbeinfarbener Seide, darüber ein hauchdünner Überwurf aus blassgoldenem Tüll, der bei jedem Schritt leise raschelte.Ein einzelner Smaragd an einem feinen Band schmiegte sich an ihre Kehle – das Geschenk ihrer Tante, das Grün fast so tief wie ihre eigenen Augen.Im Ballsaal selbst wirbelten Farben und Stimmen: purpurne Draperien, goldene Girlanden, ein Meer aus Pastellkleidern und schwarzen Fräcken.Der Duft von Bienenwachskerzen und Orangenblüten lag schwer in der Luft, vermischt mit dem silbrigen Klang des Orchesters, das einen Walzer anstimmte.Charlotte stand nahe einer hohen Fensterfront, das Herz ein wenig zu schnell.Sie spürte die Wärme des Raumes, das leise Vibrieren des Parketts unter den Tänzenden – und dann veränderte sich die Stimmung.Ein Raunen ging durch die Menge.Der Duke von Wexford war eingetroffen.Alle Blicke wandten sich zum Eingang: Mütter mit aufgerichteten Hälsen, Töchter mit angedeuteten Knicks.Nicholas trat in den Saal, groß und makellos, das schwarze Abendfrack perfekt geschnitten, das dunkle Haar zu leichten Wellen gebändigt.Ein schwacher Schimmer von winterlicher Kälte lag noch auf seinem Mantel, der wie Samt glänzte.Er verbeugte sich zuerst vor Lady Penrose, dann vor den Damen ringsum, jede Bewegung elegant und unaufdringlich, wie von Natur aus königlich.Charlotte beobachtete ihn, ihr Blick unwillkürlich von seiner geraden Haltung zu dem vertrauten Funkeln in seinen Augen gleitend.Er bemerkte sie – sie wusste es an der kaum wahrnehmbaren Neigung seines Kopfes.Ein Blick, kaum länger als ein Atemzug, und doch glitt ein warmer Strom durch sie, stärker als alle Kerzenflammen im Raum.Um sie herum begannen die Mütter eifrig zu flüstern, Töchter traten nervös ihre Röcke glatt.Charlotte lächelte still, während sie den Smaragd an ihrem Hals berührte.Keiner von ihnen ahnte, dass der begehrteste Junggeselle Londons längst vergeben war – an die Frau, die im Schatten der hohen Fenster stand und ihn mit leuchtenden Augen betrachtete.

Charlotte schob sich unauffällig ein wenig tiefer in die Nische der hohen Fenster, wo der Schatten der schweren Samtvorhänge sie vor neugierigen Blicken schützte.Clara hatte ihr vor dem Aufbruch noch geraten, nicht zu lange ohne Begleitung zu stehen, doch Charlotte verspürte keine Lust auf oberflächliche Konversation.Sie griff nach einem Kristallglas, das ein leiser Diener auf einem Tablett anbot.Der perlende Champagner prickelte kühl an den Fingerspitzen.Von hier aus konnte sie alles sehen.Nicholas war umringt.Wie die Gezeiten strömten die Mütter der besten Londoner Familien auf ihn zu, jede von ihnen elegant herausgeputzt, jede mit dem geübten Lächeln einer Frau, die genau weiß, dass ein einziger Tanz ihr ganzes Lebenswerk krönen könnte.Ein Gewirr aus farbenprächtigen Seidenkleidern und funkelnden Juwelen bildete einen schimmernden Kreis um ihn.Charlotte erkannte Lady Chalmers, deren Tochter seit drei Saisons vergeblich nach einem standesgemäßen Ehemann Ausschau hielt; daneben die ehrgeizige Mrs. Grey, die ihre Zwillinge wie zwei makellose Spiegelbilder präsentierte.„Der Duke von Wexford ist heute besonders anziehend, nicht wahr?“Zwei Damen in der Nähe raunten einander zu, ihre Fächer wie flatternde Schmetterlingsflügel vor den Gesichtern.„Man sagt, er überlege, sich endlich niederzulassen…“„Oh, wenn meine Cecily doch nur—“Die restlichen Worte gingen im leisen Klirren von Gläsern unter.Charlotte nippte an ihrem Champagner, der kühle Geschmack mischte sich mit einem Anflug stiller Heiterkeit.Sie beobachtete, wie Nicholas mit einem charmanten Lächeln den Damen zunickte, jede Hand mit der gebotenen Eleganz berührte, jede Frage mit ruhiger Stimme beantwortete.Seine Haltung war makellos, die Bewegungen fließend wie bei einem Mann, der die Aufmerksamkeit des Saales gewohnt war – und doch lag in seinen Augen jener kaum merkliche Funke, den nur sie kannte.Er lachte auf ein Wort von Lady Chalmers, verneigte sich, reichte einem Mädchen den Arm zum Tanz.Das Orchester hob zu einem beschwingten Walzer an, und der Parkettboden vibrierte unter den ersten Schritten.Charlotte spürte, wie ein winziger Stich von Eifersucht in ihr aufstieg – nicht schmerzhaft, eher wie ein heimliches Kitzeln, das sie sogleich verdrängte.Er tat nur, was er tun musste.Jede Geste war ein Schutz für ihre gemeinsame Wahrheit.Der Champagner spiegelte das Kerzenlicht, während sie das Glas drehte und weiter zusah.Von Zeit zu Zeit glitt sein Blick, unauffällig und doch unmissverständlich, über die Menge – und fand den ihren.Nur für einen Herzschlag.Genug, dass ihr Puls schneller ging.„Mylady, darf ich nachschenken?“Ein Diener neigte sich zu ihr, und Charlotte nickte stumm.Als das leise Plätschern den Rand des Glases füllte, dachte sie daran, dass kein Mensch in diesem Saal ahnte, dass der umschwärmte Duke längst vergeben war – an die Frau, die schweigend in der Fensternische stand, ihr Herz im Takt des Walzers schlagend.

Charlotte hatte das Glas eben abgesetzt, als sich eine Bewegung aus dem Gedränge löste.Ein junger Herr trat aus dem Kreis der Tanzenden und näherte sich mit einem leichten Lächeln.Sein Frack war von tadellosem Mitternachtsblau, das dunkle Haar akkurat gescheitelt.Er verbeugte sich tief.„Lady Lennox, darf ich mich vorstellen? Henry Alton, Vetter von Lord Greaves.“Seine Stimme war warm, fast heiter, und in seinen grauen Augen glomm ein Hauch von neckischem Interesse.„Es ist selten, dass ich jemanden so… unbegleitet am Rande eines Balles finde.“Charlotte erwiderte den höflichen Knicks.„Die Gesellschaft ist so zahlreich, dass man sich leicht verliert, Mr. Alton. Sie sind erst kürzlich aus dem Ausland zurückgekehrt, nicht wahr?“„Aus Florenz. Aber ich gestehe, Londons Winterlicht hat seinen eigenen Zauber.“Er musterte sie nicht ungebührlich, doch Charlotte spürte, wie sein Blick einen Moment zu lange verweilte.Sie führten ein paar Sätze über die Musik und das Orchester, über den Duft der Orangenblüten, der sich mit dem Kerzenwachs mischte.