Chefarzt Dr. Holl 1989 - Mona Marquardt - E-Book

Chefarzt Dr. Holl 1989 E-Book

Mona Marquardt

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Beschreibung

Tobias und seine Freundin Rabea sind als Entwicklungshelfer in Nepal tätig, als sie bei einem Erdbeben verschüttet werden. Sie werden gerettet und, sobald es ihr Zustand erlaubt, nach Deutschland ausgeflogen und in die Münchener Berling-Klinik gebracht.
Tobias erholt sich rasch, aber Rabea muss mit schweren Verletzungen und einem Trauma wochenlang im Krankenhaus bleiben. Währenddessen baut sich Tobias in München ein neues Leben auf. Er findet einen Job, und bald hat er auch ein Geheimnis vor Rabea.
Plötzlich wird er schwer krank. Mit heftigen Fieberschüben muss er erneut in die Berling-Klinik gebracht werden. Als Dr. Holl die Diagnose stellt, fliegt Tobias‘ Geheimnis auf ...

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Seitenzahl: 121

Veröffentlichungsjahr: 2024

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Inhalt

Cover

Die Krankheit aus dem Koffer

Vorschau

Impressum

Die Krankheit aus dem Koffer

Tobias' Fieberschübe stellen die Ärzte vor ein Rätsel

Von Mona Marquardt

Tobias und seine Freundin Rabea sind als Entwicklungshelfer in Nepal tätig, als sie bei einem Erdbeben verschüttet werden. Sie werden gerettet und, sobald es ihr Zustand erlaubt, nach Deutschland ausgeflogen und in die Münchener Berling-Klinik gebracht.

Tobias erholt sich rasch, aber Rabea muss mit schweren Verletzungen und einem Trauma wochenlang im Krankenhaus bleiben. Währenddessen baut sich Tobias in München ein neues Leben auf. Er findet einen Job, und bald hat er auch ein Geheimnis vor Rabea.

Plötzlich wird er schwer krank. Mit heftigen Fieberschüben muss er erneut in die Berling-Klinik gebracht werden. Als Dr. Holl die Diagnose stellt, fliegt Tobias' Geheimnis auf ...

Eine dünne Wolkenschicht bedeckte den Himmel. Die vielen Dunsttröpfchen in der Luft brachen sich im Sonnenlicht und ließen ihre Strahlen besonders stechend wirken. Auf dem Rückweg vom Mittagessen in einem der kleinen Restaurants von Khumjung sah Tobias Montag hinüber zum Ama Dablan, der seinen Gipfel majestätisch in die kühle Luft reckte.

Dem Bauingenieur bot sich ein seltsames Bild. In einer doppelten Spiegelung standen kurz zwei blasse Sonnen über dem verschneiten Gipfel. Eine merkwürdige Unruhe lag in der Luft.

Zur Selbstversorgung hielt jede nepalesische Familie eine Kuh oder einen Büffel, eine Handvoll Ziegen und acht oder zehn Hühner. Normalerweise war von diesen Tieren kaum etwas zu hören. Meist grasten sie friedlich auf den umliegenden Wiesen oder pickten zufrieden gurrend die Körner in ihren Ställen auf. An diesem Mittag mischte sich das aufgeregte Gackern und Muhen mit den Schreien der Greifvögel, die hoch oben ihre Kreise zogen.

Einen Grund für diese Unruhe konnte Tobias nicht entdecken. Bevor er das Bürogebäude erreichte, warf er nochmal einen Blick zurück. Die Doppelsonnen hatten sich aufgelöst. Tobias zog den Kopf ein und trat in das düstere Büro.

Auf dem kleinen Schreibtisch herrschte ein heilloses Durcheinander an Bauplänen, Notizzetteln und aufgeschlagenen Büchern, dazwischen ein Computer mit staubigem Monitor. Tobias versuchte noch, etwas Ordnung in das Chaos zu bringen, als es an die offenstehende Tür klopfte.

»Rabea!« Seine Miene erhellte sich. »Schön, dass du hier bist.« Er küsste sie.

Rabea Eigenstein lachte mit Blick auf den Schreibtisch. »Wenn du denkst, ich helfe dir beim Aufräumen, hast du dich getäuscht.«

Beim Anblick ihres Freundes war die unbestimmte Nervosität, die sie schon den ganzen Tag erfüllte, schlagartig vergessen.

Selbst nach drei Monaten konnte sie es manchmal immer noch nicht fassen, dass es ihr gelungen war, das Herz des sympathischen Bauingenieurs zu erobern, mit dem sie an einem Entwicklungshilfeprojekt in Nepal arbeitete. Nicht dass sie sich für unattraktiv hielt. Aber bei diesem Projekt gab es genügend aparte Frauen, die weniger schüchtern und zurückhaltend waren als sie. Tobias war heiß umschwärmt. Aber er hatte sich nur für sie interessiert.

»Auf so eine Idee würde ich nie kommen«, antwortete er in ihre Gedanken hinein und lachte. »Aber ich lasse mich liebend gerne von dir von der Arbeit abhalten.«

»Daraus wird leider nichts.« Zielsicher zog Rabea einen der Baupläne unter einem Stapel Papier hervor. »Ich bin hier, um mit dir die Fortschritte auf der Baustelle zu besprechen.«

Bei einem Erdbeben war die von Sir Edmund Hillary gegründete Schule schwer beschädigt worden. Die Instandsetzungsarbeiten liefen auf Hochtouren. Sie berichtete von den Fortschritten auf der Baustelle, aber auch von Unstimmigkeiten mit den Ortskräften.

»Ashok hält nichts von unseren Querstreben aus Stahl. Er will unbedingt an seinen senkrechten Stützen festhalten.«

»Die Erfahrung zeigt, was das bringt«, gab Tobias zu bedenken. »Bei einem Erdbeben knicken sie ein wie Streichhölzer.«

»Ein Schamane hat ihm geraten, regelmäßig ein Tier zu opfern. Dann würde nichts passieren.«

Tobias unterdrückte ein Stöhnen.

Er betrachtete sich als Gast in diesem fremden Land und respektierte die fremde Kultur. Und doch machte sie ihm die Arbeit manchmal schwer.

»Hast du schon mit seiner Frau gesprochen? Die Sorge um ihre Kinder lässt Indra rationaler denken, als ihr Mann es tut.«

»Eine gute Idee. Ich werde mein Glück versuchen.«

»Aber zuerst musst du mich noch einmal küssen. Sonst machen die Entzugserscheinungen ein vernünftiges Arbeiten unmöglich.«

»Nur zur Erinnerung.« Rabea sah sich um. »Wir sind in deinem Büro. Es kann jeden Moment jemand hereinkommen.«

Tobias' treuherziger Augenaufschlag, der schmelzende Blick aus den grünen Augen gaben den Ausschlag.

»Ich kann dir einfach nicht widerstehen«, seufzte sie und überließ sich seinen zärtlichen Lippen. »Manchmal frage ich mich, wohin das noch führen soll.«

»Oh, das weiß ich ganz genau.« Tobias strich ihr eine blonde Strähne aus der Stirn, die sich aus dem unordentlichen Knoten auf ihrem Hinterkopf gelöst hatte. »In eine gemeinsamen Wohnung in München. Ich kann es kaum erwarten, endlich in deiner Heimatstadt mit dir unter einem Dach zu leben.«

»Das wird einfach wunderschön.« Rabeas Augen füllten sich mit den Bildern ihrer Träume. Nur noch ein paar Wochen, dann würde es endlich so weit sein. Ihre erste gemeinsame Wohnung war bereits gemietet und wartete nur darauf, von ihnen erobert und mit Lachen und Liebe gefüllt zu werden.

Aber noch mussten sie sich gedulden. Das geschäftige Treiben auf der Straße vor dem Bürogebäude erinnerte sie daran.

»Trotzdem wird mir der Abschied von hier schwerfallen. Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun. Und der abenteuerliche Aspekt ist auch nicht zu verachten.«

»Ein Leben mit mir ist Abenteuer pur«, versprach Tobias mit lustig funkelnden Augen. »Und dass wir in München leben werden, heißt ja nicht, dass wir unser Engagement aufgeben. Wenn wir wollen, werden sich immer Gelegenheiten finden, um Sinnvolles zu tun.«

»Ich liebe dich«, seufzte Rabea, auch wenn diese drei Worte noch nicht einmal ansatzweise das ausdrückten, was sie wirklich für diesen Mann fühlte.

***

In den nächsten Stunden arbeitete Tobias Montag konzentriert an seinem Schreibtisch. Irgendwann hob er den Kopf und sah zum Fenster hinaus. Der Himmel über dem Bergkamm war inzwischen graublau und dunkel, als käme von dort ein Gewitter.

Er kannte das Land gut genug, um zu wissen, dass das häufiger geschah. Eine Weile saß er reglos da und betrachtete die Scheinwand aus Wolken. Anders als sonst löste sie sich nach und nach auf. Minuten später stand die Sonne wieder hell und grell am Himmel. Ihre schrägstehenden Strahlen tauchten die dem Tal zugewandte Schneefläche in gewitterliches Gelb.

Ein Schrei von draußen kündigte seine nächste Besucherin an. Er erkannte sie schon an der Stimme.

»Himmel, Vicky, warum machst du so einen Lärm?« Tobias musterte die dunkelhaarige Schönheit, die in sein Büro stolperte.

Vicky Quentin arbeitete als Ärztin in der Klinik im Nachbarort Khunde, ebenfalls erbaut von Sir Edmund Hillary. Sie hatten einander bei ihrer ersten Mission in Nepal kennengelernt und sich zufällig zwei Jahre später dort wiedergetroffen.

In Vickys Augen handelte es sich um eine Fügung des Schicksals, die nach einem ausschweifenden Barbesuch in Tobias' Bett geendet hatte. Für sie war diese gemeinsame Nacht der Beginn einer leidenschaftlichen Affäre, für den Bauingenieur ein dummer Fehler, den er am liebsten ungeschehen machen wollte.

»Was würdest du sagen, wenn dir am helllichten Tag mitten auf der Straße eine Kettenviper begegnet?« Schwer atmend stand sie vor seinem Schreibtisch, die runden Wangen bleich vor Schreck. »Und das schon zum zweiten Mal heute.«

»Eine Kettenviper? Bist du sicher?«

Touristen bekamen solche Reptilien kaum jemals zu Gesicht. Nur Bauern und Landarbeiter waren bei der Feldarbeit einem erheblichen Risiko ausgesetzt. Und das nicht nur in den feuchtheißen Ebenen, sondern zunehmend auch in den Bergen.

»Normalerweise sind Schlangen froh, wenn sie auf den Wiesen und Feldern ihre Ruhe vor uns Menschen haben.«

Vicky verzog die Lippen zu einem Schmollmund. »Warum glaubst du mir eigentlich nie etwas?«

»Weil du immer noch versuchst, mit allen Mitteln meine Aufmerksamkeit zu erregen.«

Sie lachte und beugte sich weit über den Schreibtisch.

»Das stimmt«, gurrte sie. »Ich kann einfach nicht glauben, dass diese eine Nacht schon alles gewesen sein soll.«

Tobias rollte mit seinem Stuhl ein Stück zurück.

»Dabei habe ich dir schon mindestens hundert Mal gesagt, dass die Nacht mit dir ein Ausrutscher war. Außerdem gibt es jetzt Rabea. Schlangen hin oder her und ob dir das gefällt oder nicht: Ich liebe sie und werde mir in München ein Leben mit ihr aufbauen.«

Anfangs hatte sich Tobias behutsamer ausgedrückt. Ohne Erfolg. Vicky verstand nur deutliche Worte. Und auch die nur, wenn sie gerade wollte.

Ihr laszives Lächeln verriet, dass das heute wieder einmal nicht der Fall war.

»Ich freue mich schon darauf, wenn du von einer Schlange gebissen wirst und auf meinem Behandlungstisch landest«, kokettierte sie. »Dann werden wir ja sehen, ob du mir widerstehen kannst.«

»Nach einem Schlangenbiss habe ich wahrscheinlich andere Probleme, als mich von dir verführen zu lassen.« Tobias seufzte. »Willst du mir nicht lieber sagen, was ich für dich tun kann? Ich muss noch etliche Baupläne prüfen und ein paar Mails schreiben, bis ich endlich Feierabend machen kann ...«

... und endlich Rabea wiedersehe, fügte er im Geiste hinzu.

Ernüchtert und ein wenig ärgerlich richtete sich Vicky auf. »An den Wänden in der Klinik haben wir neue Risse entdeckt. Ich wollte dich bitten, dir das so schnell wie möglich anzuschauen.«

»Und deshalb bist du extra hergekommen? Du hättest anrufen können.«

»Ich hatte Sehnsucht nach dir.«

Tobias dachte kurz über eine Antwort nach, entschied sich dann aber dagegen. Es war sinnlos. Unter dem Papierwust zog er seinen Terminkalender hervor. Wegen der unzuverlässigen Strom- und Internetverfügbarkeit griff er hier in Nepal lieber auf die altbewährten Arbeitsmittel zurück. Er blätterte durch die eng beschriebenen Seiten.

»Morgen Vormittag muss ich nach Khunde Chamkang. Auf dem Weg dorthin könnte ich in der Klinik vorbeischauen«, murmelte er, ohne den Blick zu heben. »Sagen wir so gegen elf Uhr?«

Vicky strahlte und strich sich eine dunkle Strähne aus dem Gesicht.

»Ich kann es kaum erwarten, dich so bald schon wiederzusehen.«

Tobias haderte mit sich, ob er seinen Unmut doch noch äußern sollte, als draußen Rufe und Stimmen lauter wurden und schnell näher kamen. Zusammen mit zwei Kollegen stürzte ein nepalesischer Vorarbeiter in sein Büro.

»Ein Unfall ... einer der Männer unten auf der Baustelle.«

»Was ist passiert?«

»Er hat nicht aufgepasst und ist einem Bagger direkt vor die Schaufel gelaufen. Sie hat ihn am Kopf erwischt.«

Vicky schickte Tobias einen triumphierenden Blick.

»Dann war meine Sehnsucht nach dir doch nicht so verkehrt.« Sie zwinkerte ihm zu und verließ gemeinsam mit den aufgeregten Arbeitern das Gebäude.

Tobias trat an die Tür und sah ihnen nach. Inzwischen war die Sonne hinter dem Gipfel des Ama Dablan verschwunden und ließ die Schneefelder grau erscheinen. Ein kurzer Windstoß folgte. Aufgeregt eilten die Menschen auf dem Gehweg an ihm vorbei. Was für eine seltsame Stimmung. Fröstelnd kehrte Tobias an seinen Schreibtisch zurück. Schon jetzt konnte er es kaum erwarten, Rabea später im Guesthouse zu sehen und mit ihr in ihr gemeinsames Traumland zu fliehen.

***

Ein paar Stunden später ging sein Wunsch in Erfüllung. Rabea wartete schon im kleinen Restaurant ihrer Unterkunft auf ihn. Die gemütliche Atmosphäre nahm ihn sofort gefangen.

Zwischen normal hohen Tischen mit landestypisch bestickten Decken standen niedrige Tische. Auf dem Boden lagen mit orangefarbenem Samt bezogene Sitzkissen und Stoffrollen mit Troddeln daran. In der Ecke wachte ein Buddha aus dunklem Holz. Regale waren gefüllt mit Elefanten aus Messing, Glocken in allen Größen und Formen und geschnitzten Figuren.

In der Luft lag ein Duft nach fremdländischen Gewürzen. Tobias lief das Wasser im Mund zusammen.

»Ich bin dem Verhungern nahe.« Er sank neben Rabea auf eines der Sitzkissen und dankte dem Kellner, der ihm die Speisekarte reichte. Dank der vielen Trekking-Touristen gab es neben der devanagarischen Ausgabe auch eine englische Übersetzung.

Sie bestellten Momos – mit Gemüse gefüllte Teigtaschen, die mit zwei verschiedenen Saucen serviert wurden – und eine Platte mit gekochtem Reis, verschiedenen Gemüsesorten und Linsensuppe.

»Hattest du heute keine Zeit zum Essen?«, erkundigte sich Rabea und nippte an ihrem Wasser.

»Das habe ich tatsächlich vergessen. Ich hatte viel Arbeit und später noch Besuch.« Tobias wusste, wie Rabea zu Vicky stand, wollte ihr die Begegnung aber auch nicht verschweigen.

Sein Tonfall verriet ihn. Ihre Augen wurden schmal.

»Ich liebe meine Arbeit hier wirklich«, schnaubte sie. »Trotzdem bin ich froh, wenn wir die Zelte hier abbrechen. Dann muss ich mich wenigstens nicht mehr mit dieser Vicky Quentin herumschlagen.«

»Kein Grund zur Aufregung.« Tobias streckte die Hand aus und legte sie auf Rabeas seidenweiche Wange. »Du weißt, dass sie keine Chance bei mir hat und nie eine hatte. Die Nacht mit ihr war ein Fehler. Allerdings darfst du nicht vergessen, dass es bei meinem ersten Auslandseinsatz passierte. Ich war verzweifelt über all das Elend hier kurz nach dem Erdbeben und schrecklich einsam. Da bin ich schwach geworden.«

Rabea schmiegte die Wange in seine Handfläche und schenkte ihm ein Lächeln.

»Danke für deine Offenheit. Ich bin wirklich sehr glücklich darüber, dass jetzt ich es bin, die dich trösten darf. Und öfter als nur ein einziges Mal.«

Tobias sah ihr tief in die Augen. »Wenn es nach mir geht, bis ans Ende unserer Tage.«

Rabea setzte sich kerzengerade auf. »War das etwa ein Antrag?«

Tobias lachte verlegen. »Sagen wir mal so: Ich übe noch.« Er zog ihre Hand an seine Lippen und küsste jeden einzelnen Finger.

»Für den Anfang war das gar nicht mal so schlecht. Aber ehrlich gesagt wünsche ich mir ein bisschen mehr Romantik.«

»Gib es etwas Romantischeres als ein nepalesisches Bergdorf?«, fragte er in gespielter Empörung, und Rabea lachte noch, als das Essen serviert wurde.

Mit Heißhunger machten sie sich über die köstlichen Gerichte her. Das Gespräch tanzte munter von einem Thema zum nächsten. Frisch verliebt, wie sie waren, gab es noch immer viel aus der Vergangenheit zu erzählen. Irgendwann landeten sie aber immer wieder im Hier und Jetzt und den Erlebnissen des vergangenen Tages.

»Übrigens habe ich mir deinen Rat zu Herzen genommen und war bei Indra«, berichtete Rabea, als der größte Hunger gestillt war. »Leider konnte ich kaum mit ihr sprechen, weil das Baby ständig geschrien hat. Irgendwas lag heute in der Luft.«

Tobias wurde ernst. Mit einem Stück Brot tupfte er einen Rest Sauce auf und steckte es in den Mund.

»Hast du den Berg heute gesehen?« Er berichtete von seinen Beobachtungen. »Richtig unheimlich sah das aus.«

»So eine Stimmung wie heute habe ich hier noch nie erlebt. Nicht nur der Berg, auch Mensch und Tier waren heute schrecklich nervös. Ich eingeschlossen.« Rabea betupfte sich die Lippen mit einer Serviette und unterdrückte ein Gähnen. Endlich gesättigt, ließ die Müdigkeit nicht lange auf sich warten. Die Arbeit in Nepal war erfüllend, aber anstrengend.

»Deshalb sollten wir schnell ins Bett gehen und uns bis morgen früh verstecken.«