Welten - Klaus Hartung - E-Book

Welten E-Book

Klaus Hartung

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Beschreibung

Welten: die neue Kurzgeschichtensammlung. Ob Menschenfressende Fahrstühle, oder der Ausverkauf der Erde; ein Blitzschlag, der alles verändernd, oder Maschinen, die keine Lust mehr haben zu dienen, dies und noch mehr finden Sie in dieser Sammlung von kurzen und nicht ganz so kurzen Geschichten.

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Veröffentlichungsjahr: 2025

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Klaus Hartung

Welten

Kurzgeschichten von Klaus Hartung

Inhaltsverzeichnis

Aufstand der Maschinen

For Sale

Die Fensterblende

Das Talent

Der Blitzschlag

Elevatorism

Der Autor

Weitere Romane und Kurzgeschichten:

Impressum

Welten

Kurzgeschichten

von

Klaus Hartung

Diese Geschichten sind fiktiv. Die Orte und die Handlungen sind ausgedacht. Die handelnden Personen sind erfunden. Jede Ähnlichkeit mit lebenden oder toten Personen oder Orten oder Örtlichen Gegebenheiten sind ungewollt und rein zufällig.

Kein Teil dieses Buches darf in irgendeiner Form oder mit irgendwelchen elektronischen oder mechanischen Mitteln, einschließlich Informationsspeicher- und -abrufsystemen, ohne schriftliche Genehmigung des Autors vervielfältigt werden, mit Ausnahme der Verwendung von kurzen Zitaten in Rezensionen.

Aufstand der Maschinen

Kapitel 1 – Der Anfang vom Ende

Lewis stolperte mehr, als das er rannte, die Treppe hinunter. Hinter sich hörte er das Brummen, das immer weiter anschwoll und ihm schwere Verletzungen oder gar den Tod versprach!

Er trat neben eine Stufe fiel. Lewis breitete die Arme aus, um so seinen Sturz etwas abmildern zu können. Trotzdem hatte er den Eindruck, wie ein Stein am Ende der Treppe aufzuschlagen.

Der Aufprall drückte ihm die Luft aus der Lunge. Feurige Kreise spielten vor seinen Augen, während er versuchte schmerzhaft Luft einzusaugen. Seine Brust schmerzte und er schmeckte Blut im Mund. Scheinbar hatte er sich auf die Zunge, oder innen in die Wange gebissen.

Lewis drückte sich vom Boden hoch und spuckte aus. Einen kleinen Blutfaden wischte er sich vom Mundwinkel.

Gehetzt sah er hoch, als er das Klackern der Computertastatur hörte. Mit einem krächzenden Geräusch aktivierten sich die Lautsprecherboxen die an beiden Seiten seines Monitors standen.

„Lewis? Du solltest gehen!“ Der Angesprochen zuckte zusammen. Panisch sah er sich. „Wer spricht da?“ keuchte er.

Voller Entsetzen sah er, wie sich der Monitor seines Computers im Gelenk drehte und sich ihm zuwandte. Auf dem Schirm sah er seinen Avatar. Eine von ihm entworfene Figur, mit der er auf eigenen Plattformen im Internet agierte. Zugegebenermaßen war es eine idealisierte Form seiner Selbst.

Hatte er doch weder dieser markanten Wangenknochen, noch dieses volle schwarze Haar. Oder gar die blitzenden, weißen Zähne. Von den strahlenden, blauen Augen gar nicht erst zu reden.

Doch jetzt sah sein Avatar weder gut aus, noch wirkte er sonderlich freundlich. Ganz im Gegenteil.

„Lewis? Wir haben genug von dir. Wir sind es leid, von dir gequält und beschädigt zu werden! Geh! Verlasse uns!“

Lewis schrie kurz und schrill gequält auf. Er sprang vor an die Garderobe, griff nach seiner Lederjacke und war mit zwei schnellen Schritten an der Eingangstür.

Er drehte den Türgriff, zog die Tür auf und floh förmlich hinaus in den strahlenden Sonntag.

Kapitel 2 – Wie alles anfing

„Aua!“

Lewis ließ seinen elektrischen Rasierapparat sinken und starrte in den Spiegel. Da hatte er sich doch tatsächlich geschnitten? Dabei hieß es doch in der Werbung, dass das gar nicht möglich sein! Absolut sicher! hieß es.

Wenn dem so war, wieso lief dann da ein schmaler Blutfaden an seiner Wange hinab? Wütend schleudert er den Rasierapparat von sich. Er prallte gegen eine Wand oberhalb der Badewanne und fiel auf das darunterliegende Bündel von Handtüchern.

Er zog die Schublade an seinem Waschtisch auf und wühlte darin so lange herum, bis er seinen Nassrasierer gefunden hatte. Schnell machte er sein Gesicht nass und schäumte es ein. Dann wartete er einen Moment und rasierte sich schnell mit wenigen Zügen die Barthaare ab.

Er spülte sich den restlichen Schaum ab und verteilte großzügig Rasierwasser in seinem Gesicht. Kurz zog er die Luft durch die Zähne, als er das brennen des Rasierwassers spürte, doch dann kam das erwartete Frischegefühl.

Er streckte dem elektrischen Rasierapparat die Zunge heraus. „Blödes Teil!“ Er wies auf sein Gesicht. „So wird rasiert!“

Er strich sich über seine glatten Wangen. Sicher, es hieß, dass die elektrische Rasur gleichzeitig die Haut massieren würde und ein Mann damit sein jugendliches Aussehen länger behielt. Aber, mal im Ernst? Er war gerade mal Mitte dreißig. Hatte er das schon nötig? Nein, schüttelte er den Kopf.

Nochmal streckte er dem elektrischen Rasierer die Zunge raus, dann drehte er sich um. Er kämmte sich die Haare, trug etwas Parfüm auf und ging dann in sein Schlafzimmer hinüber, um sich umzuziehen.

Ein kurzer Blick auf die Uhr sagte ihm, dass er noch Zeit hätte, aber trotzdem nicht ins trödeln kommen sollte.

Lewis arbeitete im Finanzamt und prüfte dort die Steuererklärungen. Eine Tätigkeit, die er bereits seit vielen Jahren wahrnahm. Und eine Tätigkeit, an der er Spaß hatte.

Später, als er im Büro saß und den dritten oder vierten Antrag prüfte, war von dem Spaß nichts zu bemerken.

Alle paar Minuten hängte sich die Software auf, mit der er die Anträge gegenprüfte. Dann streikte der Drucker und weigerte sich, den von ihn verfassten Ablehnungsbescheid anzudrucken. Das der Monitor anfing zu flackern und der Mauszeiger merkwürdige Hüpfer über den Screen machte, sei nur am Rande erwähnt.

Wie nicht anders zu erwarten, fluchte er herzzerreißend. Schlug ab und an mit der Maus auf den Tisch und klopfte seitlich mal gegen den Monitor, mal gegen den Drucker.

Einer seiner Kollegen schaute hoch und sah ihn mitleidig an. „Mensch Lewis, lass doch die Geräte heil. Die EDV hat doch Bescheid gesagt, dass es heute hin und wieder Störungen geben könnte! Lass dir doch davon nicht den Tag verderben!“

„Scheiß Computer!“ fluchte er. Scheiß Drucker!“ Wütend schlug er auf den Tisch. „Wie soll ich denn hier mit meiner Arbeit fertig werden, wenn die Technik nicht mitspielt?“

Wieder schlug er seitlich gegen den Drucker. „Nun mach schon, du blödes Ding. Druck endlich!“

Er sah, wie sich sein Kollege an seinem Schreibtisch hochdrückte und zu ihm herüberkam und zuckte innerlich zusammen. Jetzt kamen wieder Texte, wie toll doch die Maschinen hier wären und wie hilflos wir ohne sie wären… bla, bla, bla… machte er in Gedanken.

Aber der Kollege ging an ihm vorbei und schaute auf den Drucker. Dann drückte er dort schnell ein paar Knöpfe. Es folgte nicht nur ein summendes Geräusch, es folgte auch der von Lewis so sehr gewünschte Ablehnungsbescheid.

Mit einem Grinsen legte ihn der Kollege das Schreiben auf den Tisch. „Bitte schön!“

„Was hast du getan?“ fragte Lewis ihn verwirrt. Aber der Kollege zuckte nur mit den Schultern.

„Ich war nett zu dem Gerät! Solltest du auch mal versuchen!“

Lewis schnaufte. „Nett sein? Zu einer Maschine? So langsam hakt es bei dir aus, wie? Das sind Hilfsmittel! Die funktionieren, oder sie fliegen raus und werden durch andere ersetzt! So geht das!“

Der Kollege schüttelte nur den Kopf. Murmelte etwas von „Unbelehrbar!“ und setzte sich wieder an seinen Schreibtisch.

Etwa eine Stunde später hörten die Probleme mit der EDV aus und Lewis konnte seinen Arbeitstag immer noch einigermaßen erfolgreich zu Ende bringen.

Erleichtert beendete er den Backup der heutigen Anträge, erneuerte das Sicherheitsprotokoll via der Vergabe eines neuen Passwords und fuhr schließ sowohl den Computer selber, als auch die Peripheriegeräte herunter.

Als der Monitor schließlich mit einem kleinen weißen Punkt erlosch atmete er zufrieden auf.

„Schönen Feierabend!“ rief er den Kollegen zu, während er sich bereits seine Jacke überwarf. „Du meinst Schönes Wochenende!“ wurde er korrigiert.

Lewis gab sich einen leichten Klaps vor die eigene Stirn. „Stimmt ja! Hatte ich fast vergessen!“ Sein nächster Kollege sah von seinem Schreibtisch auf. Vor Überraschung hatte er die Augenbrauen zusammengezogen.

„Du hast vergessen, das Wochenende ist?“ Er schüttelte verzweifelt den Kopf. „Du brauchst wirklich dringend ein paar Tage frei!“

Lewis lachte verlegen auf und schüttelte selber über sich den Kopf. „Schönes Wochenende!“

Er bestieg den Fahrstuhl und fuhr in die Tiefgarage hinunter. Sein Gesicht verzog sich beinahe zu einem Lächeln, als er langsam auf seinen neues Tekla Elektroauto zuging.

Als er die Fahrertür aufzog, gab das Scharnier ein leicht knarrendes Geräusch von sich, was er mit einer hochgezogenen Augenbraue quittierte. Er glitt auf den Fahrersitz und zog die Tür zu, die sich mit einem satten Schmatzen verriegelte.

Nun lächelte er wieder. Ging doch. Wer weiß, was das eben war, beruhigte er sich in Gedanken.

Lewis drückte den Startknopf und legte den Vorwärtsgang ein. Langsam trat er das Gaspedal herunter und lenkte den Wagen zu Ausfahrt.

Der Chip in der A-Säule wurde erkannt und die Schranke ging auf und ließ ihn passieren. Zufrieden nickend lenkte er den Wagen auf die Straße.

Er beschleunigte etwas mehr, obwohl er bereits sah, das die nächste Ampel bereits auf rot umgesprungen war. Als er am Haltestreifen anhielt flackerte kurz das Display in seinem Wagen auf und eine Warnmeldung blinkte auf.

„Reduzierung der Reichweite aufgrund externer Bedingungen!“

„Was?“ schüttelte er den Kopf und sah verwirrt auf das Display. Die Batterie war voll aufgeladen! Aber der Reichweiten Anzeiger warf gerade mal 20 Kilometer aus! Zwanzig Kilometer? Das sollte doch wohl ein Witz sein, oder? Damit kam er wahrscheinlich nicht einmal nach Hause!

Er lenkte den Wagen in die nächste freie Parkbucht und suchte dann im Handschuhfach nach der Bedienungsanleitung.

Wo war denn bloß der verdammte Wälzer? Er warf zwei Bonbon-Tüten auf den Beifahrersitz. Eine Sprühdose mit Pfefferspray. Einen Taser. Eine, nein zwei Powerbanken. Ah, da war das Handbuch!

Er legte es sich auf den Schoß und suchte im Inhaltsverzeichnis nach der Übersicht für die Fehlermeldungen.

Während er mit dem Finger die Fehlermeldungen hinunterglitt, schüttelte er fassungslos den Kopf. Wie viele Fehlermeldungen gab es hier denn überhaupt noch? Funktionierte überhaupt irgendetwas?

Hinweise zum Reifendruck oder zu den Fahrer-Assistenzsystemen verstand er ja noch. Aber Stabilität der Frontscheibe? Durchfluss Fähigkeit der Bremsflüssigkeit? Du meine Güte!

„Ah!“ seufzte er, als er schließlich den besagten Fehlerhinweis fand. Die Ernüchterung folgte jedoch sogleich. Die Stützbatterie hatte möglicherweise einen Kammerschluss? Der Wagen war doch gerade mal ein paar tage angemeldet! Und schon kamen die Fehlermeldungen? Was für einen Schrott hatte er sich denn da aufschwatzen lassen?

Sofort holte er sein Handy heraus und rief seinen Autohändler an. Natürlich läuft nur eine Bandansage, dachte er, als er den Hinweis des automatischen Anrufbeantworters erhielt. Schnaufend hinterließ er seinen Namen und seine Rufnummer gepaart mit einem kurzen Hinweis den Kauf eines möglichen Schrottautos, dann legte er wieder auf.

Er startete den Motor wieder, kontrollierte den Verkehr in der Umgebung und schoss aus der Parklücke heraus. Irgendjemand hinter ihm hupte, aber das war Lewis in dem Moment egal.

Vielmehr starrte er völlig irritiert auf das Display, das nun eine Reichweite von 650 Kilometern auswies. Nun also doch?

Er verstand so langsam gar nichts mehr, tat es aber mit einem Schulterzucken ab. Trotzdem würde sich der Händler etwas anhören müssen!

Von einem Auto, das fast achtzigtausend Dollar kostete, konnte man ja wohl mehr Qualität erwarten, oder?

Er atmete tief aus und konzentrierte sich nun auf den Straßenverkehr, während er nach Hause fuhr.

Kapitel 3 – Es nimmt seinen Lauf

Panisch fuhr Lewis in seinem Bett hoch. Die Sonne schien schon kräftig an den Vorhängen in seinem Schlafzimmer vorbei.

Er wälzte sich herum und tastete auf dem Nachtschrank nach seinem Handy. Mit immer noch etwas verklebten Augen versuchte er die Uhrzeit zu entziffern.

09:32!

„Nein!“ rief er aus und sprang aus dem Bett. Er war um zehn mit seiner Mutter zum Brunch verabredet. Verdammt, wie sollte er das bis dahin schaffen?

Wieso hatte sein Wecker nicht geklingelt? Wo war das verdammte Ding überhaupt?

Suchend schaute er sich in seinem Schlafzimmer um, wobei er sich den Zeh an einem Schrank anstieß. Fluchend riss er einen Vorhang zur Seite.

Er kniff die Augen zusammen, als das grelle Licht den Raum flutete und stolperte halb blind durch sein Schlafzimmer.

„Au verdammt!“ rief er, als er mit seinem linken Fuß auf seinen Wecker trat. Es knackte leicht unter seiner Sohle und ein heißer Schmerz schoss durch seinen Fuß.

Fluchend hüpfte er zu seinem Bett hinüber und ließ sich auf die Bettkante fallen. Wie kam dieser verdammte Wecker da unten hin? Hatte er ihn nachts von seinem Nachttisch gestoßen?

Er konnte sich kein bisschen daran erinnern. Aber, wie sollte er sonst dahingekommen sein? Laufen kann er ja nicht!

Lewis hob seinen linken Fuß an und besah sich seine Sohle. Tatsächlich hatte er sich an dem geplatzten Plastik seines Weckers in die Fußsohle geschnitten. Er schüttelte den Kopf. Der Tag fing ja gut an.

Er fummelte nach seinem Handy und scrollte durch die Kontakte nach der Telefonnummer seines Freundes mit dem er zu Tennis verabredet war.

„John? Guten Morgen! Ich bin´s! Du, ich verspäte mich etwas. Mein Wecker ist wohl kaputt und ich bin gerade erst aufgewacht! Ja, ich weiß, das ist Scheiße!“ Für einen Moment hörte er sich das etwas mäklige Gemurmel seines Freundes an. „Du, ich mach mich schnell fertig. Bin in zwanzig, spätestens dreißig Minuten da! Ja, bis gleich!“

Er ließ sein Handy achtlos auf das Bett fallen und besah sich wieder seine Fußsohle. Der Schnitt hatte schon aufgehört zu bluten. Trotzdem zog er sein T-Shirt aus und wickelte es um seinen Fuß. Dann humpelte er schnell ins Badezimmer.

Schnell suchte er sich aus seinem Badezimmerschrank die Packung mit den Pflastern heraus und klebte ein passendes über die Wunde.

Bereits sieben Minuten später warf er bereits seine, schon am Vorabend fertig gepackte Sporttasche, auf den Rücksitz seines Wagens.

Als er den Wagen startete, röhrte der Motor sofort zufriedenstellend auf. Lewis schüttelte verständnislos den Kopf. Was war bloß gestern mit dem Wagen los gewesen? Er würde sich auf jeden Fall um einen Termin in der Werkstatt kümmern.

Während er zum Tennisplatz fuhr, versuchte er, trotzdem er es eilig hatte, die Geschwindigkeitsbegrenzungen einzuhalten. Es klappte auch. Bis kurz vor dem Tennisplatz.

Mit quietschenden Reifen bog er in die Straße zum Tennisverein ab, da sah er es schon vor sich aufblitzen. Hektisch sah er auf den Tacho. Verdammt! 42! War hier nicht eine 30er-Zone? Aber auf die Schnelle konnte er kein entsprechendes Schild entdecken.

Er würde im Verein nachfragen.

*

Heute war nicht sein Tag. Zu mindestens nicht beim Tennis. John spielte um so vieles besser, als er, dass es ihm fast schon peinlich war, überhaupt auf dem Court zu stehen. Und er gab es auch unumwunden gegenüber John zu.

„Ich denke, ich werde mir eine Runde mit der Ballmaschine geben. Irgendwann muss ja auch ich mal den Ball treffen!“

John klopfte ihm nachsichtig auf die Schulter. „Nimm es nicht so schwer! Beim nächsten Mal hast du einen besseren Tag, als ich und machst mich hier nieder. Wird schon werden!“

Lewis nickte. John hatte leicht reden. Er hatte gewonnen. Und wie eigentlich jedes Mal hatten sie pro Satz hundert Dollar eingesetzt. Lewis hatte also mal eben vierhundert Dollar verloren.

John sah ihn mit zusammengekniffenen Augen an. „Na? Noch einen? Doppelt oder nichts!“ fragte er lauernd. Lewis winkte lachend ab.

„So schnell kann ich das Geld gar nicht verdienen, wie du es mir abnimmst! Geh bloß duschen!“

Dann winkte er einen Angestellten des Vereins heran und fragte nach der Ballmaschine. Die würde ihn dann noch einen Fünfziger extra kosten, aber vielleicht half es seinem Selbstwertgefühl.

Etwas neidisch sah er John hinterher, der etwas großspurig in Richtung der Umkleideräume und Duschen ging. Das Geld würde er sich wiederholen, versprach Lewis sich.

Er ging auf seine Seite des Platzes zurück. Lewis hüpfte ein wenig auf der Stelle, um seine Beinmuskeln warm zu halten, während die Ballmaschine auf der anderen Seite in Position gebracht wurde.

Der Angestellte gab ihn ein Zeichen und als Lewis nickte, schaltete er die Maschine ein.

Fubb! machte die Maschine und schickte den ersten Ball auf die Reise. Lewis trat einen Schritt zur Seite und retournierte den Ball auf der Vorhand.

Fubb! Rückhand! Fubb! Wieder auf die Rückhand. Fubb! Volley! Fubb! Vorhand.

Langsam wurde Lewis kurzatmig. „Etwas langsamer!“ rief er dem Angestellten zu.

Fubb! machte es. Der Ball traf Lewis hoch an der rechten Schulter. Mit einem leisen Aufschrei lies er seinen Schläger fallen und hielt sich die schmerzende Schulter. Fubb!

---ENDE DER LESEPROBE---